Autor Thema: Akai GXC-75D im Tapedeck-Himmel...  (Gelesen 27329 mal)

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AndreasTV

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Re: Akai GXC-75D im Tapedeck-Himmel...
« Antwort #40 am: Thursday, 20.January.2011 | 11:58:00 Uhr »
Grüß´ Euch  :_hi_hi_:.
Mmhh -das SM gibt im Gegensatz zu "Heute" doch schon manchmal etwas eigenartige Werte vor - zumindest auf den ersten Blick ...

O,775 V / O dB mit einer Bezugskassette 333 Hz / 0 VU - entsprach Das nur deshalb "VU" weil´s damals seltens SSPs - Anzeigen gab oder warum Das?.

Zudem noch die Ausgangsspannungstoleranz von +/- 1,5 dB, da wäre Dolby doch eigentlich eh schon quasi "Out".

Aber Selbst würde auch ich Hier 160 nW / m als Bezugsgröße ansetzen obwohl sich bestimmt auch auf 200 nW / m abgleichen ließe ...; Potentiometerstellungen sind bei einem derart betagtem Gerät eh mit Vorsicht zu genießen da aufgrund Alterung der umliegenden Bauteile schnell entsprechende Bereichs - / Einstellungsgrenzen erreicht werden könnten.

MfG

Andreas

Offline kuni

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Re: Akai GXC-75D im Tapedeck-Himmel...
« Antwort #41 am: Thursday, 20.January.2011 | 12:45:46 Uhr »
Hi André & Andreas,

die Potistellung ist nicht weiter relevant, sofern sie nicht in den Endbereichen liegt.
Potentiometerstellungen sind bei einem derart betagtem Gerät eh mit Vorsicht zu genießen da aufgrund Alterung der umliegenden Bauteile schnell entsprechende Bereichs - / Einstellungsgrenzen erreicht werden könnten.

Ja ist klar, aber  .,111 üblicherweise liegt man oft (aber nicht immer  :cray:) doch irgendwo im mittleren Einstellbereich der Potis, so von 10-2 Uhr ungefähr - mEn.

Der Ausgangspegel mit 775mV scheint mir etwas hoch, ist der so im SM?

Jepp. Zitat aus dem SM:
Playback a 333Hz "0" VU recorded test tape and adjust .... to obtain a High Sensitivity VTVM indication of 0dB (0,775V).

Aber Selbst würde auch ich Hier 160 nW / m als Bezugsgröße ansetzen

Hmmmm  .,a015 - vom "Feeling"  raucher01 her tendiere ich schon auch zu 160 ....
Gruß, Kuni
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AndreasTV

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Re: Akai GXC-75D im Tapedeck-Himmel...
« Antwort #42 am: Thursday, 20.January.2011 | 12:50:57 Uhr »
Hallo, Matthias :).
Probier´s doch einfach aus. Mein persönlicher Standpunkt in solchen Fällen: Wo 160 nWb / m "rein passen" tun´s meistens auch die 200er ;); das "Zwischending von ANSI - Level" mit 220 nWb / m vielleicht auch  raucher01.

Soweit Es "passt" würde ich jene Einstellung wählen mit welcher auch die Mehrheit der wiederzugebenden Kassetten gemacht wurden - "Umfrickeln" :_sorry: kann man ja immer noch.

MfG

Andreas

Offline Captn Difool

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Re: Akai GXC-75D im Tapedeck-Himmel...
« Antwort #43 am: Thursday, 20.January.2011 | 17:23:46 Uhr »
Man kann das auch messen. Sinus mit 160nWB/m aufnehmen sollte also "0dB" sein. Dann bis +4dB gehen, also 250. Sollte bei Wiedergabe auf dem Oszi noch unverzerrt sein. Dann +5 und +6dB wie sieht es dann aus? Ich weiß nur mein KX-670 beginnt oberhalb von 250nWb/m zu verzerren. Damit hat man dann auch die Aussteuerungsgrenze.

Offline kuni

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Re: Akai GXC-75D im Tapedeck-Himmel...
« Antwort #44 am: Monday, 24.January.2011 | 10:31:12 Uhr »
Hi zusammen,

bin bzgl. des Abgleichs momentan noch nicht wirklich weiter, weil mir noch ein paar kleinere mechanische Hindernisse im Weg lagen.

Zudem ist mir noch eine andere Kleinigkeit über den Weg gelaufen.
Vielleicht könnte sich mal jemand mit schaltungstechnischem Sachverstand folgendes anschauen:

Im SM Kap.6 (recording BIAS voltage and erase voltage check) steht:

Unter (2):
Man solle an der Spule des REC/PB Kopfs im REC Mode die BIAS Spannung messen.
3VAC bei low noise und 4VAC bei Chrom.

Gemessen habe ich ca. 30VAC und 40VAC (also ziemlich genau Faktor 10 zuviel.

Unter (3):
Man solle an der Spule des Lösch-Kopfs im REC Mode die Lösch-Spannung messen.
27VAC bei low noise und 35VAC bei Chrom.

Hier konnte ich die geforderten Werte ziemlich exakt messen.

Wenn ich mir nun den Schaltplan zu (2) anschaue, dann sehe ich, daß die Spannung am REC/PB Kopf aus Übertrager T1 kommt und dort mit 76,4VAC (für low noise) angegeben ist. Die Spannung wird über VR1 (500k) auf den REC/PB Kopf geführt. Zuvor im Schritt (4) "Frequency Response" der BIAS mittels genau diesem VR1 eingestellt.

Demnach müßte die zu messende Spannung am Kopf von der Stellung von VR1 abhängig sein (Einstellung war problemlos möglich).

Nun zur Frage:
Kann das mit den 3VAC in Kap. 6.2 stimmen, oder sollten es nicht doch 30VAC sein ?
Aus dem Schaltplan erlese ich letzteres und vermute hier einen Tippfehler im SM.
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Offline Captn Difool

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Re: Akai GXC-75D im Tapedeck-Himmel...
« Antwort #45 am: Monday, 24.January.2011 | 19:55:05 Uhr »
Hmm...Spannungen im 10erVoltbereich finde ich an Köpfen aber schon heftig, ist das noch ne alte Märklin-Kiste?  :smile

Offline garlock

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Re: Akai GXC-75D im Tapedeck-Himmel...
« Antwort #46 am: Monday, 24.January.2011 | 21:32:10 Uhr »
Also Bias Spannungen am Sprechkopf zu messen ist nicht gerade eine präziese Methode den bei Frequenzen von ca. 100 Khz wirds schon schwierig mit nem normalen Multimeter !

mfg

Offline kuni

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Re: Akai GXC-75D im Tapedeck-Himmel...
« Antwort #47 am: Tuesday, 25.January.2011 | 08:28:50 Uhr »
Hi André, Garlock,

Hmm...Spannungen im 10erVoltbereich finde ich an Köpfen aber schon heftig

Jepp, kommt mir auch komisch vor. Am entsprechenden Poti (BIAS) hatte ich nur minimal gedreht, steht also im Wesntlichen noch so wie's war und das Ding nimmt damit einwandfrei auf - nur daß eben die Spg. am Kopf direkt um Faktor 10 zu groß ist.
Witzig nur, daß es eben ziemlich genau Faktor 10 ist und nicht irgend eine andere Hausnummer.

Also Bias Spannungen am Sprechkopf zu messen ist nicht gerade eine präzise Methode den bei Frequenzen von ca. 100 Khz wirds schon schwierig mit nem normalen Multimeter !

Laut SM soll so nicht eingestellt, sondern wohl lediglich geprüft werden, daß die Spannungen einigermaßen passen.
Der eigentliche Abgleich ist ein Schritt zu vor (Pegelgleichheit Hinterband zwischen 1kHz und 10kHz = BIAS Abgleich).

Der BIAS Oszillator läuft in diesem Gerät auf 61kHz und ich messe natürlich mit einem MVM  .,111.

Gestern abend kam mir aber noch was:
Ich glaube ich bin bei dem BIAS Abgleich am falschen Ende des Poti.
Wenn ich gedanklich richtig liege, dann sollte sich mit dem Spannungsteiler VR1 (500k) und REC/PB Kopf (mit 180Ohm angegeben) - beim Verstellen des Poti - die Spannung am Kopf eigentlich in sehr weiten Bereichen einstellen lassen.

Bei diesem BIAS Abgleich soll lt. SM (wie gesagt) bei 10kHz auf gleichen Pegel (wie zuvor bei 1kHz gemessen) abgeglichen werden.
Wenn man sich die Delta-10kHz-Methode nochmal ins Gedächtnis ruft, dann sollte es beim "Abfahren der Kurve" zwei Punkte geben, bei denen Pegelgleichheit vorliegt. Ich liege im Moment ziemlich nahe am einen Endanschlag des Poti. Weiter in Richtung Mitte drehen brachte mehr Pegel, deswegen habe ich wieder zurückgedreht und dann erst später festgestellt, daß die Spg. am Kopf zu hoch ist.
Evtl. hätte ich bei dem BIAS Abgleich nur weiter drehen müssen, um in Richtung des anderen Anschlags am Poti zu kommen. Evtl. gibt's dann dort wieder einen Punkt bei dem sich Pegelgleichheit einstellt und sich dann eben auf Grund des höheren Potiwerts auch eine geringere Spg. am Kopf einstellt.

Werde ich heute abend mal prüfen.
Gruß, Kuni
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Re: Akai GXC-75D im Tapedeck-Himmel...
« Antwort #48 am: Wednesday, 26.January.2011 | 08:23:25 Uhr »
Hi zusammen,

also bzgl. der Spg. am REC/PB Kopf bin ich vrmtl. doch einem Meßfehler aufgesessen.
Habe oben gesagtes mal ausprobiert ohne Verbesserung, d.h. man kann natürlich über das Poti VR1 die Spannung am Kopf erhöhen/erniedrigen, aber Sinn des Abgleichs unter Punkt (4) "Frequency Response" ist es ja Pegelgleichheit bei 1kHz und 10kHz herzustellen, also einen geraden Frequenzgang.
Kurbelt man nun an VR1, dann bekommt man entweder eine bestimmte Spg. am Kopf eingestellt, oder eben Pegelgleichheit bei den beiden Frequenzen.

Das war's also nicht.
Nein, mein Problem war ein ganz anderes. Ich hatte die Messung der Spg. am REC/PB Kopf an den Kabelenden gemacht, die zu einer kleinen Verteilerplatine gehen. Macht man den Abgleichschritt (4) und hat dort Pegelgleichheit (so gut sich das eben einstellen läßt) und mißt dann direkt am Kopf, dann mißt man auch dort die geforderten ca. 3VAC bei low noise und 4VAC bei Chrom (in meinem Fall konkret: 4,3V und 6,2V).

Bei der Messung am REC/PB Kopf ist das im SM eigentlich auch ausdrücklich erwähnt, direkt am Kopf zu messen, während das SM bei der Messung am Löschkopf hierzu keine klaren Ansagen macht, wo zu messen sei. Scheint also speziell am REC/PB Kopf ein entscheidender Punkt zu sein.

Wieso die 5cm Kabel hier einen solchen Effekt haben erschließt sich mir allerdings nicht......

Habe dann den Abgleich noch fertig gemacht und eine Aufnahme gemacht (ausgesteuert bis +4dB).
Hörbar waren dabei keine Verzerrung. Die 200nWb/m sind also vrmtl. nicht ganz daneben.

Weiter will ich mich jetzt aber in die Kiste nicht mehr reinknien. Es läuft soweit alles und das Gerät habe ich wieder zusammengeschraubt.
Schlußendlich muß man ja auch sagen, daß das Teil zwar ein mechanisches Wunderwerk ist, aber natürlich nur auf "Kassettenrekorder" Niveau spielt - man sollte da logischerweise keine "high-endigen" Ansprüche stellen.

Einige Stolpersteine, Anmerkungen und Eindrücke werde ich noch zusammenfassen und ein paar Bilder einstellen....
Gruß, Kuni
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Re: Akai GXC-75D im Tapedeck-Himmel...
« Antwort #49 am: Thursday, 27.January.2011 | 19:27:43 Uhr »
Wie angekündigt, hier noch ein paar abschließende Worte zu diesem Projekt:

Eigener Anspruch & finaler Zustand:
Nach jahrzehntelanger "Unterbringung" in einem brasilianischen Hühnerstall bei Sommertemperaturen über 40°C, war mir klar, daß aus der Kiste nicht mehr allzuviel heraus zu holen ist. Eine Wiederbelebung schien mir anfänglich eh unwahrscheinlich. Ziel war es also, das Deck für meine Tochter - als "Kinderrekorder" - wieder in einen Zustand zu versetzen, daß man einigermaßen vernünftig damit Musik hören kann. Daß das Deck nicht unbedingt auf "Hifi-Norm"-Niveau liegt, war mir dabei klar.

Dennoch erstaunt es mich unter diesen Umständen heute, daß das Deck doch in einen recht passablen Zustand gekommen ist. Das ist in erster Linie des rein mechanischen Aufbaus und der monströs robusten Konstruktion zu verdanken - aus einer Zeit, als bei Akai "Maschinenbau" noch groß geschrieben wurde.

Ich habe noch nie ein Deck gesehen, bei dem derartig viel Mechanik, Umlenkungen, Gummirädchen, Gegenrädchen und Riemen verbaut waren. Das Fett in den ganzen Teilen hatte sich in vielen Ecken verharzt und die Tragweite dessen ist mir oft erst spät aufgefallen (siehe z.B. unten bzgl. Kopfkonstruktion/Einstellung). Eigentlich hätte man die Mechanik komplett zerlegen und reinigen müssen, ebenso wie etliche der Gummirädchen hätten eigentlich erneuert werden müssen. Auch so war es aber ein irrer Aufwand das Teil zu restaurieren, so daß ich mir diese Zusatzarbeit überall dort erspart habe, wo es nicht unbedingt notwendig war (schlußendlich auch alles eine Frage des Preises, schließlich kostet so'n Gummi um die 6€ und bei der Menge kann sich das summieren ;-)).

Das führt natürlich zwangsweise zu einigen halblebigen Funktionen, die nicht 100% funktionieren:
- Gleichlauf FWD ist zwar ok, aber REV hört man's leicht jaulen.
- Vorwärts spulen geht kraftvoll, aber rückwärts bedarf es einer leichtgängigen Kassettenmechanik.
- Kopfeinstellung ist nur noch mit Kompromissen möglich (wenn die überhaupt jemals besser hinzubekommen gewesen wäre).

Kopfkonstruktion / Einstellung:
Ein spezielle Besonderheit des Decks möchte ich nochmal gesondert erwähnen:
Es handelt sich ja um ein Reverse-Deck. Funktionen wie "einmalig Richtung umschalten am Bandende" und "Endlosbetrieb" werden hier vollkommen mechanisch (!!!) gelöst.
Dabei kann das Deck nicht nur in beide Richtungen abspielen, sondern auch aufnehmen. Das ist zur Zeit der Entstehung m.M.n. schon was ganz feines gewesen.
Allerdings zeigt sich auch, daß die aufwendige Kopfverstellung der Pferdefuß des Decks ist und ihm "höhere Weihen" verweigern.

Zwischen FWD und REV Betrieb wird der AW-Kopf vertikal auf die richtigen Spuren verschoben.
Die Kopfeinstellung geschieht mit insgesamt 4 Schrauben: Je eine für Spurlage und Azimut FWD und derer nochmal zwei für den REV Betrieb.
Die Schrauben wirken auf Festanschläge, gegen die sie bei der jeweiligen Umschaltung gedrückt werden.
Soweit ist das clever gemacht, gibt dem AW-Kopf aber etliche Freiheitsgrade. Wenn die Führungen ausgeleiert sind, oder das Fett darin verharzt ist, dann war's das mit der Kopfposition.

Folgendes Bild soll die Freiheitsgrade mal etwas verdeutlichen:

 
Laut SM soll der Kopf erst mal bzgl. Spurlage eingestellt werden, dann der Azimut - jeweils FWD und REV.
Das Spiel wiederholt man solange, bis man ein Optimum gefunden hat.

Dabei bin ich in eine lustige Falle getappt:
Azimut-Kassette habe ich, aber keine für die Spurlage. Also habe ich mir auf meinem Revox eine Kassette mit 5min 1kHz aufgenommen und zwar auf beiden Seiten an der gleichen Bandstelle.
Damit habe ich dann erst mal Spurlage und Azimut eingestellt und nach finden des Optimums den Azimut nochmal mit der Azimut-Kassette feinjustiert.

Alle nachfolgenden Schritte liefen dann entweder mit Vollspuraufnahme, oder Aufnahme auf genau diesem Deck.
Nachdem ich nun gestern fertig war, habe ich mal eine fremdbespielte Kassette eingelegt und dann erst gemerkt, daß ein Kanal auf der Rückspur liegt.
Sowas merkt man natürlich nicht, wenn man sich ein Spurlagenband selbst macht und auf beiden Seiten das gleiche Signal drauf spielt. Mit unterschiedlichen Frequenzen auf beiden Seiten wäre das nicht passiert !
In Folge fiel das wegen der Vollspur, bzw. wegen der schon bei Aufnahme verschobenen Spuren nicht auf.
Glück nur, daß der PLAY und REC Abgleich unter diesen Umständen ja unabhängig von der konkreten Spurlage sind.
Somit mußte nur die Spurlage nochmal nachgestellt werden.

Doof nur, daß das gar nicht ging.
Grund war verharztes Fett in der Höhenverstellung des TK. Der ganze Kopf mitsamt seinem Anbau sind fest mit einer Achse verbunden, die durch das Chassis in einer Buchse auf- und ab läuft (siehe obiges Bild).
Diese Achse war verharzt, so daß der TK den unteren Anschlag (und damit die korrekte Spurlage) gar nicht erreicht hat.
Nun sieht man auf obigem Bild auch den Hebel ("Lever") der mittels einer Feder auf den TK drückt und ihn so - je nach Bandrichtung - auf den passenden unteren Anschlag drückt.
Theoretisch hätte dieser Hebel den TK doch nach unten drücken können. Leider nicht, wenn dessen Feder auch noch an "Erlahmung" krankt.
Nach säubern, frisch ölen und Einbau einer neuen Feder geht das nun wie es soll.

Das an dieser Stelle nur mal stellvertretend für solche und ähnliche Probleme, die mir im Laufe dieser Restauration begegnet sind ;-))

"Innere" Werte:
Nach solchen vorangehenden Diskussionen um den zu Grunde zu legenden Bandfluß ist es immer wieder spannend Frequenzgänge zu messen.
Ok, ok - berauschen tut mich das Ergebnis auch nicht, aber es war doch schön zu sehen, daß die soooooo schlecht für ein Gerät dieser Gattung auch wieder nicht sind.

TDK AD (Dolby aus):

TDK AD (Dolby ein):

TDK SA (Dolby aus):

TDK SA (Dolby ein):


Zu den FG ohne Dolby:
Die Buckel bei 10kHz lassen sich recht leicht erklären.
Im SM ist im Kap. 4 "Frequency Response Adjustment" (BIAS) ist ein Abgleich auf Pegelgleichheit bei 1kHz und 10kHz bei -20dB gefordert. Das gelang mir aber nicht.
Entweder man bekommt die -20dB bei 1kHz und dafür eine Überhöhung bei 10kHz, oder anders herum (eine Delle bei 1kHz und -20dB bei 10kHz).
Dazwischen gibt's sicher irgendwo ein Optimum, aber das scharf einzustellen war nicht möglich. Ich denke da spielen einfach Bauteilealterungen mit.
Zum Schluß entschied ich mich dann schlicht für die mir angenehmere Variante, also eine Höhenbetonung.

Zu den FG mit Dolby:
Vergleicht man die Kurven mit und ohne Dolby, dann sieht man im Mittenbereich eine Absenkung. Die möchte ich gar nicht weiter versuchen zu diskutieren, weil ich/wir das damals bei meinem Revox B710 auch schon durchgekaut hatten. Derartige "Soichkurven" (schwäbisch = diejenige Form die der Pinkelstrahl annimmt) im Umfeld von Dolby B betrachte ich mittlerweile als "systemimmanent".

Stromversorgung:
Die Sache mit der 220V zu 110V Umsetzung will ich auch nochmal gesondert beschreiben, weil es da auch einen netten "Aha-Effekt" gab.
Im Vorfeld hatte ich ja dazu schon mal in einem eigenen Thread "Step-Down-Trafo - geht's auch billig ?" (http://new-hifi-classic.de/forum/index.php?topic=5796.0) gefragt.
Habe dann die Finger von diesen Spartrafos gelassen und einen hochwertigen 50VA Vorschalttrafo "Made in Germany" gebraucht und günstig in der Bucht bekommen.

Es blieb das mulmige Gefühl so'n dauernd unter Spannung stehendes Ding hinter dem Schrank im Kinderzimmer zu versenken.
Also habe ich mal gemessen, was der denn an Ruhestrom aufnimmt, wenn das angeschlossene Gerät abgeschalten ist - und siehe da, es sind ganze 50mA.
Das entspricht ganzen 11W (!!!!!) und damit grob 20€ Stromkosten pro Jahr = inakzeptabel.

Ich war dann schon drauf und dran, die Stromversorgung mit dem Gerät so umzubauen, daß der Trafo primärseitig über den Netzschalter des Decks hätte geschalten werden sollen.
Das hätte irre Arbeit nach sich gezogen:
- Trafo irgendwie hinten am Gerät fest mit dem Gehäuse verbinden.
- Ziemlicher Verdarhtungsaufwand ins Gerät rein und wieder raus.
- Umbau von 1-poligem auf 2-poligen Netzschalter und vor allem erst mal einen bautechnisch passenden 2-poligen Netzschalter finden.
- Ggf. Schutzerdung des Geräts

Seit gestern früh alles Makulatur. Ein Kollege brachte mich auf den Trichter mit einer Master/Slave Steckdosenleiste - die gibt's aktuell bei Conrad im Angebot für schlappe 15€.
Der schon vorhanden Receiver kommt dann in die Master-Dose und schaltet bei seinem eigenen Einschalten dann über die Slave-Dosen alle anderen Quellengeräte ein.

Von diesen Leisten werde ich mir gleich mal ein paar holen, um dann auch gleich das leidige Stand-By Problem unserer Sat-Receiver (in Abhängigkeit eines eingeschaltenen TV's) zu lösen.

Bilder:
Zu guter Letzt noch ein paar Bilder des fertigen Zustands:







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So. Wurde mal wieder etwas länger (wie so oft bei mir), aber ich hoffe ich kann dem einen oder anderen eine Anregung und Tips geben.
In diesem Sinne: See you in the next project.....
Gruß, Kuni
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Re: Akai GXC-75D im Tapedeck-Himmel...
« Antwort #50 am: Thursday, 27.January.2011 | 20:50:31 Uhr »
Meinen Glückwunsch, Matthias  :beer:

Dafür das das Akai eigentlich schon "Tonne" war, hast Du es doch mit viel "Geduld und Spucke" zumindest so wieder hinbekommen, das Du damit zufrieden bist.  Ich wünsche vor allem Deiner Tochter viel Spaß mit dem historischen Teil  :_good_:

Die Spurlage ist wohl ein eine etwas problematisch behaftete Konstruktion des "Schiebekopfes" welches ich so auch noch nicht gesehen habe. Ein echter Vierspurkopf ist immer noch am besten, muß aber sehr präzise gefertigt sein und genau der Anspruch stand meist diametral gegen die Verkaufspreiskalkulation der Marketingmanager.