Autor Thema: Zargenbau Holz und Farbwahl  (Gelesen 5883 mal)

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Offline Phonohengst

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Zargenbau Holz und Farbwahl
« am: Monday, 13.September.2010 | 01:16:27 Uhr »
Hallo!

Ich habe noch ein Dual Chassis ohne Zarge und dafür möchte ich mir eine Zarge bauen.Welches Holz wäre da am besten,es sollte keine "Astgabeln" sichtbar sein und wenn möglich rötliches Holz sein so in die Richtung:

http://pub.ne.jp/mitumine/image/user/1223052409.jpg

Kennt jemand einen Händler wo man sowas günstig kaufen kann nach Maß ?

Meine andere Frage wäre welche Lasur braucht man um diesen Farbton hinzubekommen ?
Ich habe zwar einige bei mir rumstehen (Mahagoni,Teak,Nußbaum) aber in so einem Rotton ist nichts zu finden nichtmal im Baumarkt.
Danke für eure Tips im Vorraus.

Offline hifikauz

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Re: Zargenbau Holz und Farbwahl
« Antwort #1 am: Monday, 13.September.2010 | 17:32:17 Uhr »
Zargen solltest Du aus z.B. Multiplex bauen uns dies dann furnieren.
Viele Grüße,

Käuzchen

Offline juergen1

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Re: Zargenbau Holz und Farbwahl
« Antwort #2 am: Monday, 13.September.2010 | 18:18:23 Uhr »
Hallo!

Ich habe noch ein Dual Chassis ohne Zarge und dafür möchte ich mir eine Zarge bauen.Welches Holz wäre da am besten,es sollte keine "Astgabeln" sichtbar sein und wenn möglich rötliches Holz sein so in die Richtung:

http://pub.ne.jp/mitumine/image/user/1223052409.jpg

Kennt jemand einen Händler wo man sowas günstig kaufen kann nach Maß ?


Hallo,
das auf dem Bild könnte Palisander sein..? Kraftiger Farbton und ausgeprägte Maserung mit dunklen Anteilen.
Rötlich wäre auch noch Kirsche, etwas heller, etwas mehr Richtung Orange.
Eines unserer schönsten Hölzer ist Birne. Aber noch etwas heller. Keine ausgeprägte Maserung. Sehr schwer, hart und glatt zu schleifen. Sehr edel.

Farbige Lasur würde ich nicht aufbringen. Nix ist schöner, als der natürliche Holzfarbton. Und mit zunehmendem Alter wird es durch die Patina immer schöner.
Aus akustischer Sicht ist Massivholz grundsätzlich nachteilig. Aber bei entsprechender Materialstärke dürfte das egal sein.

Gruß
Jürgen

Offline Jürgen Heiliger

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Re: Zargenbau Holz und Farbwahl
« Antwort #3 am: Monday, 13.September.2010 | 20:11:21 Uhr »
Hi,

als astlose Holzarten eignen sich folgende.....
Buche, Teakholz und Meranti
..... zum Zargenbau.

Hersteller/Schreiner muss ich nachsehen.

Natürlich bekommt man solche Rottöne auch im Baumarkt..... sehe dort mal nach Pulverbeizen von Clou, und Dir wird geholfen.


=> Jürgen,

dies ist weder Kirsch- noch Palisanderholz......
dies ist profane Buche die mit einer der Farbbeizen aus dem obigen Programm "befeuert" (so nennt dies der Schreiner) wurde.
Gruß
Jürgen

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Offline m_ETUS_alem

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Re: Zargenbau Holz und Farbwahl
« Antwort #4 am: Monday, 13.September.2010 | 20:47:23 Uhr »
Sieht trotzdem recht nett aus...hat was von Chinalackdöschen.

@Phonohengst:
Wenn Du Dir selbst was baust, bin ich (wir) immer arg dankbar für Baubericht mit Viiiiele Bilderchen :)

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Offline Phonohengst

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Re: Zargenbau Holz und Farbwahl
« Antwort #5 am: Monday, 13.September.2010 | 21:43:31 Uhr »
Hallo!

Ging ja schnell mit euren Tips...stimmt es gibt ja noch diese Pulverbeutel daran habe ich gar nicht mehr gedacht.
Ich habe heute jemanden angeschrieben der hat noch Wenge-Bretter von hochwertigen Möbeln,mal sehen ob der was abgibt.
Achso als Chassis habe ich ein Dual 1229.
Habe heute nachmittag aber ein neues "Sorgenkind" bekommen --->  Dual CV4
http://www.dual-plattenspieler.de/galerie/audiogeraete/verstaerker-cv/fruehe-60er/cv4.html
in einem ramponierten Zustand.
Habe das Gehäuse erstmal gereinigt und mit Nassschleifpapier angeschliffen.Leider ist etwas rausgebrochen wo der Blechdeckel (Gitter) reingeschoben wird.Habs gleich geklebt und nun steht es im Flur zum aushärten.
Furnier muß ich irgendwie aufarbeiten.
« Letzte Änderung: Monday, 13.September.2010 | 21:46:03 Uhr von Phonohengst »

Offline juergen1

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Re: Zargenbau Holz und Farbwahl
« Antwort #6 am: Tuesday, 14.September.2010 | 00:11:46 Uhr »
=> Jürgen,

dies ist weder Kirsch- noch Palisanderholz......
dies ist profane Buche die mit einer der Farbbeizen aus dem obigen Programm "befeuert" (so nennt dies der Schreiner) wurde.
Kirsche ist es keine, das ist schon klar.
Obs gebeizte Buche ist (Du meintest wahrscheinlich "angefeuert"?), kann ich nicht erkennen. Kann schon sein. Jedenfalls hätte Palisander schon einen Farbton, der annähernd in diese Richtung geht.

Ist wohl letztendlich eine Kostenfrage, ob er nach Holz mit einem passenden Naturfarbton sucht, oder einfache Buche entsprechend beizt.
Gruß
Jürgen


Offline Captn Difool

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Re: Zargenbau Holz und Farbwahl
« Antwort #7 am: Tuesday, 14.September.2010 | 09:21:26 Uhr »
Die Naturtöne der Hölzer sind zumeist eher zurückhaltend, kräftigere Farben kommen immer erst mit Beize. "Angefeuert" verstehte ich als hervorgeholtes Farbenspiel.

Offline Jürgen Heiliger

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Re: Zargenbau Holz und Farbwahl
« Antwort #8 am: Tuesday, 14.September.2010 | 12:36:22 Uhr »
Hi André,

unter "anfeuern" versteht der Schreiner das Behandeln mit Positiv-Beizen, also Beizen die den Charakter des Holzes (also das Wechselspiel Hart- ud Weichholz --- durch die Jahreszeiten) unterstützen, und somit verstärken. Dabei bleiben die Hartholzanteile dunkler, so wie es auch ohne Beize wäre.

Das Gegenteil wäre das Bearbeiten mit Negativ-Beizen oder Lasuren....... hier nimmt der Weichholzanteil wesentlich mehr der Farbpigmente auf als der Hartholzanteil und kehrt daher das natürliche Wechselspiel (Weichholz = heller / Hartholz = dunkel) um. Soll heißen das Weichholz wird dunkler als das Hartholz.
Gruß
Jürgen

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Offline Phonohengst

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Re: Zargenbau Holz und Farbwahl
« Antwort #9 am: Tuesday, 14.September.2010 | 16:55:31 Uhr »
bekommt man so einen kräftigen Rotton auch als "normal Sterblicher" hin oder ist das was für Fachleute ?

Offline Jürgen Heiliger

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Re: Zargenbau Holz und Farbwahl
« Antwort #10 am: Tuesday, 14.September.2010 | 18:16:52 Uhr »
Hi,

das Problem wird sein, ......Du schreibst oben von /Furnier nass geschliffen..... dass man Beize nur auf rohem unbehandeltem Furnier / Massivholz benutzen kannst.
Daher bin ich momentan etwas am schleudern......

Geht es aber um unbehandeltes/rohes Holz/Furnier kann ich Dir genau sagen, wie Du vor zu gehen hast, damit Du ein gutes Ergebnis bekommst......

Das unbehandelte Furnier/Holz zuerst einmal wässern, soll heißen mit einem nassen Schwamm mehrmals abreiben und danach 24 Std. trocknen lassen. Dadurch richten sich die Holzfasern auf, was für den anschließenden Schliff (120-150er Schleifpapier) gnstig ist. Achte darauf dass der Schliff immer in Holzmaserrichtung erfolgen muss. Ein jeder Querschleifkratzer ist nachher grausam gut zu sehen! Also wirklich Vorsicht walten lassen.
Die Beize mittels eines Flachpinsels aus reiner Chinaborste (ohne Blechzwinge/Metallbund) in Maserrichtung satt auftragen, am besten dazu einen Beizpinsel kaufen / oder einen Schleifmodler verwenden. (Schleifmodler sind Pinsel mit nur etwa 1,5 cm langen Bosten.) Mit diesen bekommt man die Beize besser in das Holz einmassiert. Nach etwa 2-3 min. die überschüssige Beize mit einem Baumwolltuch "ab-/aufnehmen", d.h. abwischen das Holzstück. Ich nehme dazu immer alte weiße Feinrippunterhemden, saugen sehr gut und flusen nicht mehr.

24 Std. Trockenzeit beachten.
Zwischenschliff anschließend mit Stahlwolle (0000) oder besser mit einer Messingbürste, wenn vorhanden.

Und nun kommt drauf an, welches Ergebnis Du erziehlen willst..... beschreibe mal.
Gruß
Jürgen

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