Autor Thema: Hilfe bei der Wartung einer Telefunken M5  (Gelesen 24843 mal)

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Offline asurion

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Hilfe bei der Wartung einer Telefunken M5
« am: Sunday, 13.February.2011 | 17:49:49 Uhr »
Guten Tag,

ich bräuchte etwas Unterstützung bei der Wartung meiner M5.
Es handelt sich um eine STEREO Maschine BJ56 mit 19/38/76 cm/s mit 2 Technikebenen+
Laufwerk on Top.

Die Maschine läuft an, hat aber viele kleine und größere Baustellen, die ich nach und nach
beheben möchte. Zu der M5 kam ein Serviceheft, welches aber zu der Mono-
Koffervariante gehört. Das Heft ist leider sehr allgemein gehalten und richtet sich eher an
den einfachen Servicetechniker. Einige Informationen sind sicher recht nützlich, gehen
aber nicht zu sehr in die Tiefe. Kopien dieses Heftes stelle ich natürlich gern zur Verfügung.

Meine erste Frage: Hat jemand hier im Forum Stromlaufpläne der M5?

Ich selber bin Ing. Elektrotechnik und habe einige Röhrenprojekte umgesetzt.
Mechanisch - na ja.. Vielleicht brauche ich da am meisten Hilfe.

Hier eine kleine Liste der Macken und Baustellen:

- Die Maschine stinkt zur Hölle! Ich habe die MP Kondensatoren im Verdacht und würde
gerne den gesamten Satz MP's und Siebelkos tauschen. Kann man für einige MP's Folien einsetzen??
- Die Maschine Stand 10 Jahre und bei der Lagerung ist der Gewindebolzen für die rechte AEG Troli Aufnahme
abgebrochen. Gucken, wie man das wieder fest bekommt.
Dann sollte die M5 schon einsatzbereit sein, aber:
- Der rechte Wickelteller läuft im Abspielbetrieb kurz an und stoppt dann. Danach gibt es
Bandsalat. Es sei denn, man benutzt den Trick, Play und Spulen auf langsamer Fahrt gleichzeitig
zu drücken ; ) Ich tippe auf ein elektrisches Problem, da der Teller im Spulbetrieb läuft.
- Alle Riemen sind rissig und sollten getauscht werden.
- Die Maschine macht Krach! Alle Lager sollten wohl zumindest geoilt werden. Welches Oil?

Gibt es für die M5 einen Zerlegeplan? Hat den jemand für mich?

Viel Arbeit, aber mir währe es das Wert, denn die M5 ist einfach eine wahnsinns Maschine,
von der ich mehr als begeistert bin.
In einem anderen Forum habe ich den Verweis auf einen Servicetechniker aus Hamburg bekommen.
Vielen Dank! Mir geht es aber auch um den Spaß des Instandsetzens. Also keine Option.

So, das war viel Text und ich hoffe ich habe euch damit nicht überrannt.

Viele Grüße und danke für's lesen,
Kim (asurion)

Offline Jürgen Heiliger

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Re: Hilfe bei der Wartung einer Telefunken M5
« Antwort #1 am: Sunday, 13.February.2011 | 18:37:21 Uhr »
Hallo Kim,

mir scheint bei Dir ist der gar nicht so selten anzutreffende Fall dass Du eines der miteinander kombinierten M 5 er besitzt.
Soll heißen Dein Laufwerk ist dies einer der M-5A und der wahrscheinlich vorhandene Kartensatz ist der einer M-5B.

Weil, die M-5B/C besaß von Hause aus nur zwei Geschwindigkeiten, entweder 19/38 oder 38/76.

Bitte schau doch einmal nach welche Transitortypen sind bei Dir verbaut, Germanium-Transistoren, dann ist es eine B oder doch gar die moderneren Transistoren (also der Kartensatz, wie er auch in einer M-15, der großen Schwester, verbaut ist), dann ist es eine M-5C mit A-Laufwerk, habe ich auch schon gehabt.

Erst wenn wir wissen welche Karten denn nun verbaut sind bei Dir kann ich Dir mit SLPs dienen. Diese habe ich als PDF vorliegen und noch mehr. Aber das die Datenmenge größer als normal ist, bitte sehe erst einmal genau nach was bei Dir verbaut ist.

Gruß
Jürgen

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Offline asurion

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Re: Hilfe bei der Wartung einer Telefunken M5
« Antwort #2 am: Sunday, 13.February.2011 | 19:03:53 Uhr »
Hallo Jürgen,

vielen Dank für die schnelle Antwort.
Die Maschine stammt wohl aus einem Ü-Wagen des NWDR's.

Verbaut sind u.a. die "Vakuum-Transistoren" ECC85 und EF804.
Will sagen, das Ding ist eine Vollröhre :   )
Irgendwie auch das, was den Charm dieser M5 ausmacht.
Die Maschine ist noch sehr nah bei der AEG T9, also eine M5A??

Inzwischen habe ich die Stromlauspläne für Sprech- und Aufnahmekopf gefunden.
http://forum2.magnetofon.de/bildupload/M5_19j55_2.jpg

Die wirklichen Knackpunkte sind aber in der Motorsteuerung.
Währe klasse, wenn Du da Schaltpläne hättest.

Danke und Grüße,
Kim

Offline Jürgen Heiliger

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Re: Hilfe bei der Wartung einer Telefunken M5
« Antwort #3 am: Sunday, 13.February.2011 | 19:10:51 Uhr »
Hi Kim,

ich kann Dir nur dies zur Verfügung stellen was mir von Hans-Joachim überlassen wurde..... soweit ich ihn aber kenne dürfte dies komplett sein an Unterlagen.... besitzt er doch selber eine M-5 Doppelstock, so wie sie Landläufig genannt wurde....

Du bekommst nachher, wenn die Datei im Netz ist eine PN mit den Zugangsdaten...... also bitte etwas Gedult.
« Letzte Änderung: Sunday, 13.February.2011 | 19:17:08 Uhr von Jürgen Heiliger »
Gruß
Jürgen

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Offline asurion

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Re: Hilfe bei der Wartung einer Telefunken M5
« Antwort #4 am: Sunday, 13.February.2011 | 19:30:09 Uhr »
Hallo Jürgen,

vielen Dank für die Hilfe.
Ich bin gespannt!

Kannst Du mir sagen, ob ich die MP Kondensatoren bedenkenlos durch Folien ersetzen kann?
Die jetzigen MP's (Bosch 1 - 20µF) stinken und die Ausdünstungen sind nach ersten Recherchen sehr giftig!
Im Moment ist die M5 hermetisch in Folie verpackt. Wenn der Sondermüll raus ist, könnte
ich entspannter an dem Gerät arbeiten :  )

Grüße,
Kim


Offline Jürgen Heiliger

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Re: Hilfe bei der Wartung einer Telefunken M5
« Antwort #5 am: Sunday, 13.February.2011 | 20:22:39 Uhr »
Hi Kim Du hast eine PN...... darin das Handbuch der M-5, wie ich es von Hans-Joachim erhalten habe, der sich auch noch eventuell zu Wort melden wird (wenn seine Hilfe benötigt sein sollte...)

die kleinen MPs kannst Du ohne "Gefahr" gegen Folien tauschen..... achte nur auf gleiche Werte in der Kapazität, Spannung eventuell, wenn nicht gleichwertig zu bekommen, höher wählen, spricht nächste Spannungsfestigkeit......

Stichwort Öl.... da Telefunken immer entsprechendes angegeben, falls mal nichts angegeben ist, hat bei mir immer Klüber PD-65 gute Dienste erwiesen (habe aber fast nur M-5B und 5C hier im Hause.)

Bekommt man in der Bucht bei *pievox* auch in Kleinmengen, Klüber verkauft es nur ab 1 Ltr. und der Preis ist nicht gerade Ohne. :zwinker:

Gruß
Jürgen

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Offline PhonoMax

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Re: Hilfe bei der Wartung einer Telefunken M5
« Antwort #6 am: Sunday, 13.February.2011 | 20:39:39 Uhr »
Lieber Kim,

Jürgen verwies mich gerade auf deine Anfrage.
Auch ich besitze eine auch in ihrem zweiten bzw. dritten Leben nicht ganz unprominente Röhren-M5stereo, die aus dem Besitz meines Kollegen Andreas Spreer stammt. Er war ihrer überdrüssig geworden, weil ihr Gleichlauf Wünsche offen ließ und zusätzlich ein Wiedergabekanal Aussetzer aufwies. Mit den Gleichlaufproblem lebe ich (als Organist und Cembalist...), die Aussetzer betrafen einen Tonkopfanpassübertrager, der einen  internen CuL-Bruch an so ungünstiger Stelle aufwies, dass nur der Tausch half. Das Problem ist getilgt. Meine Gurke ist auf diversen Bildern in einschlägigen Kreisen gemeinsam mit seinem damaligen Besitzer noch heute im Net zu sehen.


Besagte M5 (Nr. 109) war aber zunächst offenbar monofon und wurde vom Erstbesitzer (Deutsche Grammophon) schon kurz nach dem Erwerb 1957 oder 1958 durch das damals erhältliche Zusatzkit auf Stereofonie umgerüstet. Dabei jedoch bediente man sich nicht des etwas abenteuerlichen, aus Wedel gebürtigen, engen Sandwich-Z-Verfahrens, sondern ordnete die beiden Elektronik-Chassis mit 30 cm Abstand übereinander und völlig offen an, weshalb die Maschine wohl über ihr gesamtes stereofones Leben hin keinen M5-Koffer mehr von innen gesehen hat. Die Z-Anordnung ist bei der Einmessung ein für die Hände des Einmessenden bzw. den Kopf des ins gerät zu Reparaturzwecken einschlüpfenden Techniker ein denkbar gefährliches Pflaster. Es soll dies Hände und Köpfe gekostet haben. Nun, bei meiner Version sollte man auch nicht überall hinfassen...


Die Unterlagen, die ich mein Eigen nenne und die knuffig vergilbt oder als Lichtpausen ab bereits bestehender Lichtpause über den Scanner gingen, wurden von mir entweder gemeinsam mit der Maschine von Andreas Spreer übernommen oder auf anderem Wege aus dem Kollegenkreis beigezogen. Ein Teil der Originale war so schlecht, dass keine lesbaren Scans mehr zu erstellen waren. Dennoch dürfte alles für die Stereomaschine relevante Material bis in technische Zeichnungen hinein vorliegen. Großformatige Schaltzeichnungen, die lediglich in kleinen DinA4-Einzelblättern kopiert waren, wurden von mir wieder zu den bekannten Telefunken-Quadratmeterlappen zusammengefügt, so dass der Umgang mit ihnen zu Reparaturzwecken möglich sein sollte. Vieles allerdings ist bis heute im Rohzustand verblieben.

Die Stereo-Version wurde von ganz wenigen nicht uncharakteristischen Details (z. B. 'Zwangssnychronisation' der beiden, gefährlicher- und historisch verwunderlicherweise separat angelegten Hf-Oszillatoren) abgesehen schon in Wedel lediglich monofon gezeichnet, so dass eine Mono-Version eigentlich genausoweit hilft wie die stereofone, die in meinem Falle auch noch als 60-Hz-Version bezeichnet ist, den DGG-Zustand meines Gerätes also auch nicht völlig zutreffend wiedergibt.

Meine MP-Kondensatoren sind bis heute 'soweit' o.k., besondere Geruchsverirrungen des Gerätes konnte ich bis heute nicht konstatieren. Einfach so, ohne eindeutige Indikatoren, würde ich keinen Bauteiltausch durchführen.
Der Anlaufbandzug des Wickelmotors ist seitens der Motorsteuerung erhöht, aber einstellbar. Hier könnte bei dir etwas im Argen liegen, sofern nicht die Rutschkupplungen der Überarbeitung bedürften, was bei der M5 eigene Probleme anzeigen dürfte, weil die Ersatzteilsituation sehr eng ist. Die zu verwendenden Öle und Fette sind in der mir vorliegenden "Einstellvorschrift" angegeben, heute aber mit Sicherheit nicht mehr erhältlich (Esso Caloria 150 und Beacon M 285). Den Lärm würde ich eher dem "mechanisch teuflischen" Reibradlaufwerk zur Last legen, doch fehlen mir für wirklich solide Aussagen genauere Hinweise zum vorliegenden Störgeräuschspektrum.

Nachdem die M5 der Zeit vor Friedrich Krones' ab etwa 1963 vitalem Anschieben der "Delta-10-kHz-Praxis" für die VM-Einstellung angehört, wird man die einschlägigen Passagen in der "Einstellanweisung" nur mit historischem Interesse studieren, ansonsten aber die Werte nach den (Rundfunk-) Datenblättern beispielsweise des 528 -die Spaltweiten der Köpfe sind noch groß, weil auf der M5 Frequenzlinearität nur bis 15 kHz gefragt ist- festlegen.

Übrigens verdankt die Maschine ihr Zustandekommen wie ihr Überleben der Abnahme durch die Zentraltechnik des NWDR (als Zentralamt Vorläufer des IRT) wohl mehr symptomatischen Zufällen als einer intendierten Qualität: Der Gleichlauf der M5 war nämlich immer ein Kapitel für sich, weshalb sie die Deutsche Grammophon auch sicher nicht für Helmut Walchas zweites (nun stereofones) Großprojekt mit dem Orgelwerk Bachs in Alkmaar unter Erich Thienhaus' Ohren verwendet, sondern ihr die Reiseapparaturen mit T9 leidenschaftlich vorgezogen haben wird. Elektronisch sind die Verwandtschaften der Elektroniken im Hause Telefunken allerdings und bis in die Transistorzeit hinein frappierend, aber auch erklärlich, denn über Kompatibilitäten wachten das IRT bzw. seine Vorläufer eisern.

Hans-Joachim

Offline Jürgen Heiliger

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Re: Hilfe bei der Wartung einer Telefunken M5
« Antwort #7 am: Sunday, 13.February.2011 | 21:11:46 Uhr »
Hallo Hans-Joachim,

vielen Dank für Deinen mal wieder sehr interessant zu lesenden, mit viel Hintergrundinformationen gespickten, Beitrag.

=> Kim, dem Tip von Hans-Joachim würde ich persönlich auch einmal nachgehen und den Gummi des Reibrades dringend auf Risse und Standschäden (Dellen) kontrollieren, damit zumindest die Gründe, die zu einer erhöhten Geräuschentwicklung führen können, auch abschließend ausgrenzen zu können / oder auch eben nicht..... weil es zu wechseln ist.

Gruß
Jürgen

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Offline asurion

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Re: Hilfe bei der Wartung einer Telefunken M5
« Antwort #8 am: Monday, 14.February.2011 | 19:19:57 Uhr »
Hallo Hans-Joachim, hallo Jürgen!

Vielen Dank für so viel und umfangreiches Feedback!
Die M5, die ich hier habe ist wohl so wie sie ist original und kein Koffergerät.
Seriennummer: 004 (!) Ich bin ja selber erstaunt.
Koffergeräte hatten Wir im Verein auch. Und 2 M10 Mono, die ich vom Laufwerk
Noch etwas lieber mag. Zu „Sichern“ fehlte aber der Platz.

Vor 10 Jahren habe ich die Maschine sehr viel im Einsatz gehabt.
Damals haben wir für einen Verein alte Bänder archiviert.
Daher stammt meine M5.

Zu der Zeit hatte die Maschine auch schon ihre Macken, war recht laut
und konnte nur durch den Trick mit der Spultaste und langsamen Vorlauf
betrieben werden. Schon damals hat es mich in den Fingern gejuckt, das
Gerät vollständig in Stand zu setzen. Dann kam aber erst mal das Diplom,
die Jobsuche und das Einleben in Job, Beziehungen usw. Man kennt das Ja.

Vor ein paar Wochen hat sich ein guter Freund eine B77 gekauft und ich habe
wieder von der Nagra 4.2 geträumt. Da kam dann der Ruck, die M5 in
betrieb zu nehmen. Als das Maschinchen vor ca. 6 Jahren zu mir kam habe
ich Stunden davor verbracht und nur diese genial solide Technik von allen
Seiten angeguckt :  ) Ein Paar Dinge sind etwas "von hinten durch die Brust
ins Auge" gelöst und bringen einen doch zum schmunzeln..
Ich mag dieses Urviech einfach!

Gestern ist jetz die Bestellung aller Ersatz C's raus gegangen.
Voelkner - war hoffentlich eine gute Adresse.
Die M5 Stinkt! Und man bekommt Kopfschmerzen davon. Habt ihr den
Wikipedia Artikel über MP's und PCB gelesen? Dass ist reinstes Gift!

Seid dem ersten Betrieb sind ja auch ein Paar Jahre ins Land gegangen.
Ich habe EL84 Endstufen gebaut. Incl. aller Trafos und Drosseln.
Das Dicki Mannovski Pärchen läuft ,diverse Vorverstärker sind gebaut
und LS und TB's eingemessen.
Mit der Praxis traue ich mir inzwischen zu, auch die M5 zu erneuern.
Sie ist dann leider nicht mehr so original, aber benutzbar. Und genau
das habe ich vor! Vor dem ersten Aufklappen habe ich etwas Respekt.
Mit viel Vorsicht sollte das wohl gehen, oder?

Über Gleichlaufschwankungen kann ich übrigens nicht klagen.
Habe mir eben noch mal die DAT's angehört. Da ist alles im Rahmen.

Jürgen, vielen Dank für den Hinweis mit dem Reibrad. Das könnte
wirklich die Geräuschkulisse fabrizieren. Die Bandführungsrollen rauschen
zumindest beim Spulen ganz schön. Ich werde einfach mal alles Oilen,
wo man gut drankommt.
Gibt es eine gute Adresse für die Keilriemen?

Hans- Joachim, die Unterlagen zu der M5 sind toll und lassen kaum Fragen offen!

Zu dem Bandzug: Die Maschine Spult. Vor und zurück. Beim Anlauf quietscht sie ein wenig.
Aber wenn sie spult, sollte auch der Bandwickel funktionieren, oder? Ich tippe zu 90%
auf ein elektrisches Problem...
..und hoffe, denn das währe einfacher zu lösen.

OK Ihr Beiden, vielen vielen Dank für den Support und die Geschichten!
Bilder folgen, sobald an der Maschine gearbeitet wird.

Viele Grüße,
Kim

Offline Jürgen Heiliger

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Re: Hilfe bei der Wartung einer Telefunken M5
« Antwort #9 am: Tuesday, 15.February.2011 | 13:20:35 Uhr »
Hallo Kim,

Keilriemen ist schon was schwieriger zu bekommen, aber versuchen würde ich es hier....
http://www.h-ue.de/shop/index.html  =>Antriebsriemen=>kantig
oder hier.....
http://www.elektro-ersatzteile.eu/Einzel-Riemen-4-kant/

Ansonsten mal den User *firstthird* mal per PN fragen, der ist im Besitz mehrerer M-5, vielleicht weiß dieser etwas....

Thema Aufstellen der M-5, sind bei Deiner die "Aufstellhilfen" dabei? ---- Ansonsten Sicherungsstangen machen lassen, die genau in die Einrastungen passen. Wichtig!
Gruß
Jürgen

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Offline asurion

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Re: Hilfe bei der Wartung einer Telefunken M5
« Antwort #10 am: Tuesday, 15.February.2011 | 23:49:14 Uhr »
Hallo Jürgen,

danke für die Links. Da werden sich wohl passende Riemen finden!
Was meinst Du mit Aufstellhilfen? Die Stangen, die die M5 im Servicefall
aufgeklappt halten? Ich denke mindestens Eine ist dabei.
Das ist die Stange in der unteren Ebene, die vorne in zwei haltern steckt und
zunächst mechanisch keinen Sinn zu machen scheint?
Mal gucken, wo die hinkommt... Ist das das Prinzip Motorhaube?


...OK, ich habe mich getraut :  )
Die M5 ist ja ein richtiges Wartungswunder!
WOW! So einfach bin ich bei wenigen Geräten an die Technik gekommen!
Super!

Danke und Grüße,
Kim

Offline perceval9

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Re: Hilfe bei der Wartung einer Telefunken M5
« Antwort #11 am: Wednesday, 16.February.2011 | 18:00:58 Uhr »
Hallo Kim,

ich habe so einiges an M5 Unterlagen, einschließlich großformatiger Stromlaufpläne. Wenn hier noch Bedarf bestünde...
Außerdem kann ich einzelne Teile anbieten: ich habe vor Jahren ´mal einen Karton mit Teilen für verschiedene TFK-Maschinen gekauft.
Um die M5 habe ich in der Vergangenheit einen Bogen gemacht, nicht zuletzt wegen des störanfälligen Laufwerks: zum einen wegen der noch einfachen (im Vergleich zu M5A/B/C) Kupplungen unter den Spulentellern, zum anderen wegen des indirekten Antriebs des Capstan mit seinen gummibelegten Rädern, die, wie oben erwähnt, rissig werden können und verschleißen. Deswegen habe ich bisher auch nur 2 besessen, deren eine aber bereits geschlachtet ist, weil sie in einem nicht mehr sinnvoll zu renovierenden Zustand war, die andere ist eingelagert.
 Ich weiß also nicht wirklich, welche Teile für M5 dabei sind. Im Zweifelsfall Anfrage mit Foto...

Zu Deinem Problem mit dem Spulenteller, der stehen bleibt: ist die rechte Bremse richtig eingestellt?? Setze sie doch einfach probeweise außer Betrieb, indem Du den rechten Fühlhebel mit der Hand ganz nach links drückst. Dazu, daß der Spulmotor einfach stehenbleiben soll, fällt mir nichts ein.

Was verstehst Du unter "Zerlegeplan"? Eine Explosionszeichnung? So etwas habe ich nie gesehen. Allerdings gibt es eine Ersatzteilliste, in der auch Pläne der Teile enthalten sind.

Was verstehst Du unter "AEG-Trolli": die Befestigung der Bobbies? So etwas habe ich sicher noch rumliegen:

Zu den Riemen: im Original waren 4-Kantriemen mit einem trapezförmigen Querschnitt eingebaut. In den meisten Maschinen findet man heute allerdings Rundriemen, die auch funktionieren. Und die sollten die üblichen Verdächtigen liefern können.

Was den Geräuschpegel betrifft: zum Tonmotorgetriebe kann ich nichts sagen. Aber natürlich sind auch alle anderen Lager mögliche Lärmquellen. Die Umlenkrollen und die Achsen der Wickeltellerantriebe sind kugelgelagert: Umlenkrollen 625-2Z und Wickeltellerantriebe 608 2Z, und davon  2 Stück pro Lager. Ölen wird da nix bringen....

Wenn´s um Teile geht sind Hilpert und Schleicher meist überfordert. Ansprechbar ist aber Horst Andrä in Hamburg:
andrae-h-e(ät)t-onlin(dot)de

Viele Grüße
Frank

Offline asurion

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Re: Hilfe bei der Wartung einer Telefunken M5
« Antwort #12 am: Wednesday, 16.February.2011 | 20:08:55 Uhr »
Hallo Frank,

danke für die ganzen Tips!
Natürlich meinte ich die Bobbies :  )
bei dem rechten Teller ist am Mittelstift unten das M4er Gewinde gebrochen.
Den habe ich gestern gegen eine M4 Schraube geeigneter Länge ersetzt.
Geht :  ) Wenn Du den original Stift noch hast, sag, was Du dafür haben magst.
Vielleicht kommen wir auch mit den anderen Teilen ins Geschäft. Gott sei dank ist
an meinem Gerät aber nicht viel kaputt. Nur wartungsbedürftig..

Der Tip mit den Lagern ist viel Wert. Die Umlenkrollen kommen als Erste dran!
Gestern hatte ich die Maschine auf, habe mir vieles angesehen. WOW!
Diese "Bronchialtechnik" gefällt mir immer besser :  ))
Der Cabstan/Tonmotor macht wohl am meisten Krach. Das untere Lager hat einen
Katzstein. Hoffentlich hat der nix abbekommen! Einen Katzstein habe ich mal an
einem Beogram 3000 ersetzt. Hölle!
Die restlichen Lager zu tauschen, sollte möglich sein.

Beim drücken der Play Taste läuft der rechte Teller kurz an und trudelt dann
aus. Beim Spulen funktioniert er aber. Die Bremse ist OK.
Nach Durchsicht des Schaltplans tippe ichauf den 16µF MP. Morgen sollten die ganzen Kondis kommen. Dann werden wir ja sehen..
Leider fehlt in der Kopie des Schaltplans (M5 Doppelstock 76/38/19) das eine Blatt für den
Antrieb. Erst mal arbeite ich analog des Mono 38/19/9,5 Schaltplans. Wenn Du die "obere
linke Ecke" für mein Gerät hättest, währe toll!

Die M5 hat übrigens 4220 h auf der Uhr. Ist das viel? Davon gingen wohl 200 vor 10 Jahren auf mein Konto.
Was mich fasziniert: Die Maschine macht Krach! Sie stinkt! Aber mit Trick läuft sie rund und
klingt total gut! Die Technik macht auf jeden fall einen robusten Eindruck.

Wie nimmst Du eigentlich mit Deiner M5 auf? Mischpult? Mir fehlt irgendwie das VU Meter.
OK, und die Symetrische Quelle. Deshalb habe ich die Funktion noch nicht getestet.

Und noch was fiel gestern auf. In den Plänen ist die Rede von einer ECC82 für die Vormagnetisierung.
Habe ich nicht gefunden! Da gibt es nur ECC85 (3X) und EF804 (2X) pro Ebene.
Eine ECC85 wird wohl für den Oszillator zuständig sein. Weshalb gibt es 2 Oszyllatoren, aber nur einen
Löschkopf für die gesamte Bandfläche? Muß man das verstehen??

OK, noch mal Danke für die Tips und viele Grüße,
Kim

Offline Jürgen Heiliger

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Re: Hilfe bei der Wartung einer Telefunken M5
« Antwort #13 am: Wednesday, 16.February.2011 | 22:09:09 Uhr »
Hi Kim,

ich möchte nur an dieses hier erinnern.....
Zitat von: Phonomax
Die Stereo-Version wurde von ganz wenigen nicht uncharakteristischen Details (z. B. 'Zwangssnychronisation' der beiden, gefährlicher- und historisch verwunderlicherweise separat angelegten Hf-Oszillatoren) abgesehen schon in Wedel lediglich monofon gezeichnet, so dass eine Mono-Version eigentlich genausoweit hilft wie die stereofone.....

Thema Aufnahme....
Kim, Du kannst dazu jeden regelbaren Ausgang nutzen, auch den eines Vorverstäkers, wenn Du in diese Leitung z.B. ein RTW 1206D einkopplest mit dem Du die Aussteuerung kontrollieren kannst.
Ich selber habe dies auch Jahrelang so gemacht mit meinen Studiobandmaschinen, bis ich ein Symetrisches Mischpult bekam. Dazu habe ich mir einen Accuphase C-202 Vorverstäker an Land gezogen der über einen zweiten, regelbaren, symetrischen Ausgang verfügt.
hier mal ein Bild meines damaligen 1206D...

auf meinem vorherigen Vorverstäker (DBX CX-2) liegend.

Dort findest Du mein erstes Mischpult.....
http://new-hifi-classic.de/forum/index.php?topic=5606.0
falls Du also etwas suchst...... .,70

Mittlerweile ist es hiervon abgelöst....
http://new-hifi-classic.de/forum/index.php?topic=5073.0
Gruß
Jürgen

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Re: Hilfe bei der Wartung einer Telefunken M5
« Antwort #14 am: Wednesday, 16.February.2011 | 23:16:21 Uhr »
Hallo Kim,

wenn Du mir Deine Adresse per p.n. mailst, schicke ich Dir ein eine Kopie des Stromlaufplanes des Laufwerks. Das ist DIN A2 und schlecht zu scannen.
Da könnte ich auch die Schraube dazulegen.

Die beiden Verstärkerchassis sollten eigentlich gleich sein. Du schreibst, Deine Maschine habe eine Seriennummer von 004.
Bei den Maschinen, die ich kenne, tragen Laufwerk und Verstärkerchassis unterschiedliche Nummern, z.B. Laufwerk: Typ M5, Fb Nr.xxxx, und das Verstärkerchassis:
M5 Nr.xxxx. Außerdem trugen die Verstärker ebenfalls Seriennummern.
Meine Frage: ist 004 die Nummer des Laufwerks? Tragen die Verstärkerchassis (hinten neben dem Netzanschluß) die gleiche Nummer??
Wie ist Deine M5 lackiert: grün/Struktur oder grau/Hammerschlag?

Du hast eine relativ seltene Maschine: stereo-Ausführungen waren sehr selten zu jener Zeit. Die stereo-Auführung der M5 sei auch einer der Gründe gewesen, daß M5 und M5A eine zeitlang parallel angeboten wurden: M5A hat es meines Wissens nie in einer stereo-Ausführung gegeben.. Einer, der es wissen sollte, hat mir gesagt, daß die Relaisumschaltung der Entzerrung für die Geschwindigkeiten, wie sie in M5A realisiert wurde, nicht mit 2 Stockwerken von Verstärkern machbar gewesen sei. Bei M5 greift ja eine Nase am Geschwindigkeitsumschalter des Laufwerks in eine Scheibe am Verstärker ein, mit der die Entzerrung umgeschaltet wird.
Dieses Gestänge konnte man durch das obere Chassis nach unten verlängern. Stereo gab´s offenbar bei den direkt angetriebenen M5x erst ab M5B.

Übrigens haben alle M5B ein Laufwerk, das mit M5A bezeichnet ist: das Laufwerk wurde also zu M5B nicht geändert, nur die Verstärker (es heißt immer, die M5B habe Germanium-Transistoren gehabt. Ich finde aber nur Silizium (was aber an mir liegen kann). Kann mich jemand aufkären?)
Erst M5C bekam in "neues" und dann auch als M5c bezeichnetes Laufwerk. Und natürlich die V396/V397 Transistorverstärker , die auch in der M10A und später in er M15 (nicht M15A) eingesetzt wurden.

Welche Köpfe hat Deine Maschine?? Sind das schon Vacodur-Köpfe??

Viele Grüße
Frank
    

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Re: Hilfe bei der Wartung einer Telefunken M5
« Antwort #15 am: Saturday, 19.February.2011 | 17:10:37 Uhr »
Hallo Frank, Hallo Jürgen,

ich bin je recht neu in der Forenwelt und langsam muß ich mal die Sache mit dem Bilder Einbinden probieren..
Noch ist der Stinker ja eingepackt. Die Kondis sind aber heute angekommen :  )

Hier ein paar erste Impressionen:






Frank, Du hast Recht. Die Verstärker tragen Nummern um die 1100 oder so.
Ich hab's mir leider nicht aufgeschrieben und bin grad unterwegs.
Mehr dazu nächste Woche, wenn die M5 noch mal aufgeklappt wird.
Der Lack ist grau.  Und meine M5 ist also ein seltenes Exemplar?
Gut, dann werden wir sie mal hegen und pflegen :  )
Ich hoffe auf den Bildern ist zu erkennen, welche Art Köpfe das sind.
Sind Vacodur-Köpfe besser? Hört sich langlebiger an!

Das Gestänge zum Umschalten der Entzerrungen klemmt übrigens!
Die Geschwindigkeiten lassen sich fast nicht umschalten.
Im aufgeklappten Zustand ging das Schalten des Getriebes schön
leicht. Schon wieder eine Baustelle...

Zu Deinen Germanium Transistoren: Hat sich Telefunken immer an seine Schaltpläne gehalten?
Ich finde ja auch keine ECC82. Die wurde dreist durch die ECC85 ersetzt! Für einen Oszillator
vielleicht nicht ganz so dramatisch..
Nun ist das mit Transistoren sicher nicht so einfach möglich.
Was wurde denn in Deiner M5 denn verbaut? Was gab es für Transistoren? BC108?

Jürgen, danke für die Tips zur Aufnahme. Du würdest asymmetrisch in die M5 gehen?
Da streube ich mich noch ein wenig. Wenn das Gerät schon Symmetrisch aufgebaut ist...
Leider komme ich auf dem Home HiFi bereich und habe bislang nur Asymmetrische Technik.
Beim Tapedeck oder Heimtonband ist man es ja gewohnt, daß ein kleines Mischpult drin
ist.
Ein Studiomischpult ist mir zu groß. Vielleicht gucke ich, ob man irgendwo ein paar Kanäle
her bekommt, die man in ein kleines Gehäuse baut. 'n Mixer währe doch auch mal ein
schönes Projekt :  ) Zeit? Hat jemand etwas Zeit für mich übrig? *g*
Der Link zu Deinem alten Pult hat leider nicht funktioniert.


Früher hing die M5 übrigens an einem großen ANT Pult mit wunderschönen parametrischen EQs.
Daran zu arbeiten hat richtig Spaß gemacht!
Dann wurde das ganze aufgelöst.

Das mit dem Oszillator habe ich gelesen, aber nicht geglaubt..
Wer macht denn so was! Aber OK, wenn es funktioniert. Never touch a running System..
Neidisch bin ich auf Deine Level Meter! Die Plasma's fand ich schon als Kind Cool!
Vielleicht investiere ich da demnächst auch mal.
Erst wird aber die M5 Tip Top auf Stand gebracht!

OK ihr Beiden, super tips und Infos. Frank Du krigst noch 'ne PN.
Mal gucken, wie die M5 Storry weiter geht :  )

Viele Grüße,
Kim


Offline perceval9

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Re: Hilfe bei der Wartung einer Telefunken M5
« Antwort #16 am: Tuesday, 22.February.2011 | 20:47:30 Uhr »
Hallo Kim,

es hat mich überrascht, daß die Verstärkerchassis Deiner Maschine nur ein Fb-Nr. tragen.
Diese niedrige Nummer in Verbindung mit dem grüngrauen Strukturlack spricht für ein sehr frühes Exemplar.
Diese Vermutung wird bestätigt durch Deine Angabe der beiden ECC 85: mir liegt ein Stromlaufplan vor, der wohl aus 1956 stammt, und der eben solche ECC 85 an Stellen vorsieht (mit auch sonst leicht abgeänderter Schaltung, z.B. VM Trafo 100 kHz statt 80), in der in späteren, ab 1960 gestempelten Plänen, die ECC 82 auftauchen.

Tatsächlich wurden die M5 im Laufe ihrer Bauzeit mehrfach modifiziert. Nicht zuletzt wurde die Schaltung des Aufnahmeverstärkers geändert beim Wechsel zu LL(long-life)-Vacodur-Köpfen. Darüber liegt mir auch ein Brief  von TFK an den Süddeutschen Rundfunk vor vom 16.02.1965.

Deine Maschine hat übrigens einen Ringkern-Löschkopf und 2 Vacodur Aufnahme bzw. Wiedergabeköpfe, wenn ich das richtig sehe...

Was die Einbindung in eine unsymmetrische Umgebung betrifft: für den Anfang würde ich ein kleines analoges Yamaha oder Mackie Pult empfehlen: unsymmetrisch ins Pult, damit den Pegel anpassen, dann  (leider nur elektronisch symmetriert) in die M5, von dort unsymmetrisch in einen Verstärker.
Die Pegelanzeige dieser Teile ist zwar weniger als das, was Hans-Joachim als "Schätzeisen" bezeichnen würde. Aber der Appetit kommt oft beim Essen, und die Teile sind so billig, daß man nicht viel Geld kaputt macht (Mein Mackie habe ich vor vielen Jahren für so 900 DM(!) neu gekauft, das sollte aber inzwischen in ebay soviel kosten wie mein Yamaha MG10/2, das ich so um die 50 bis 80 Euros aus der Bucht geholt habe
Ich habe mir inzwischen ein kleines Studer A779 geleistet. Die Mikrofoneingänge sollen zwar nicht so gut sein, aber erstens benütze ich es als Line-Mischer, und zweitens find ich es einfach schnuckelig. Und drittens kann man es (im Gegensatz zum Brüderchen aus dem Hause Revox) mit einem 2.Pult koppeln.
Dazu gibt´s noch ein altes ABE-Pult, das ich vor Jahren vom Schrott eines Rundfunkstudios geholt habe. Und als Schätzeisen findet inzwischen ein NTP 177-400 Verwendung...

Viele Grüße
Frank

Offline asurion

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Re: Hilfe bei der Wartung einer Telefunken M5
« Antwort #17 am: Tuesday, 15.March.2011 | 19:23:53 Uhr »
Hallo Frank,

vielen Dank für die Tipps mit den Mischpulten! Mackie ist mir zunächst vielleicht eine Nummer zu kostspielig.
Erst mal wird das Yamaha probiert. Das gibt es in der Bucht tatsächlich für einen geringen Einsatz.
Vielen vielen Dank auch für Deine Unterlagen. Die bilden meine M5 wirklich recht gut ab!
Als Schätzeisen habe ich inzwischen aus einem anderen Projekt zwei 19" LED Level Meter.
Nicht ganz das NTP 177-400, aber für's Erste sollte das tun.

Bevor ich mich an die Aufnahmen mache, muß an der M5 mechanisch noch einiges geschehen.
Der Tonmotor macht ziemlich starke Geräusche. Mal gucken, wie leicht das untere Lager zu warten
ist. Die Geschwindigkeitsumschaltung lässt sich nur mit viel Kraft und Gefühl umschalten.
Hier klemmen die Schalter für die Entzerrung der Verstärker.
Die MP's sind fast alle draußen. Die M5 läuft wie vorher. Stinkt aber auch wie vorher :  (
Beim Austausch der MPs im Laufwerk fiel auf, daß das Gerät schon mal repariert wurde.
Ein MP war nicht von Bosch und der SelenGleichrichter in dem Block war abgeklemmt und
wurde durch ein moderneres Modell ersetzt. Das macht mich etwas Skeptisch und ist vielleicht
auch die Ursache für den Ausfall des Wicklmotors im Abspielbetrieb. Wie viel Ahnung hatte der
Reparierende??

OK, die Storry geht weiter.

Vielen Dank für die Unterstützung und Grüße,
Kim


Offline asurion

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Re: Hilfe bei der Wartung einer Telefunken M5
« Antwort #18 am: Tuesday, 15.March.2011 | 20:51:18 Uhr »
Hallo Leute,

ich brauche noch mal einen kleinen Tipp.
Wie trennt man das Laufwerk von den übrigen Ebenen?
Die elektrischen Kontakte sind ja einfach zu lösen.
Aufklappen lässt sich das Genze auch leicht.
Gibt es eine schlauere Metohde, außer die vier
Schrauben der Gelenke zu lösen?
Kann man das Laufwerk irgendwie aushängen?

Danke und Gruß,
Kim

Offline perceval9

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Re: Hilfe bei der Wartung einer Telefunken M5
« Antwort #19 am: Tuesday, 15.March.2011 | 23:07:29 Uhr »
Hallo Kim,

meins Wissens gibt es keine andere Möglichkeit als die Scharniere abzuschrauben. Das wurde bereits zu M5A geändert: ab dieser Bauart kann das Laufwerkschassis nach Lockern der beiden Inbusschrauben und lösen von 2 Bolzen rechts vorne und hinten abgehoben werden (nachdem man die Messerleiste getrennt und die Verbindung zum Tonkopfträger gelöst hat)

Viele Grüße
Frank

Offline cavemaen

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Re: Hilfe bei der Wartung einer Telefunken M5
« Antwort #20 am: Saturday, 14.May.2011 | 19:20:04 Uhr »
Ich hatte auch mal eine M5 als Röhren-Doppeldecker, eine M5a mit Papstmotor und eine M5c mit V396/97 identisch mit der M10A und M15.

Mit Unterlagen und Reparaturerfahrung kann ich dienen, habe aber außer Tonköpfe keine Teile mehr.

Rudy

Offline cavemaen

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Re: Hilfe bei der Wartung einer Telefunken M5
« Antwort #21 am: Saturday, 21.May.2011 | 16:36:05 Uhr »
... und einen Pilottonkopfträger in Mono habe ich noch da.

Offline cavemaen

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Re: Hilfe bei der Wartung einer Telefunken M5
« Antwort #22 am: Saturday, 21.May.2011 | 16:50:49 Uhr »
Habe auch ein Handbuch (Manual) über M5, M10, M10A, M15, M15A + Mehrspur.

Nur die von der M21 konnte ich noch nicht scannen; fast alles in A3 incl. der Abnahmevorschriften, welche ich in Konstanz ernten konnte.

Wenn Du eine CD haben möchtest, dann...

Rudy

Offline asurion

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Re: Hilfe bei der Wartung einer Telefunken M5
« Antwort #23 am: Sunday, 17.July.2011 | 17:08:05 Uhr »
Hallo Leute,

vielen Dank für die ganze Unterstützung!
Dank eurer Hilfe habe ich inzwischen so
ziemlich alles, was für die Reparatur dieser
tollen Maschine nötig ist!

Allerdings ruht das Projekt die letzten Monate.
Zeitmangel, wer kennt das nicht. Dann hatten
andere Dinge eine höhere Prio.

Der Stand bis jetzt: Die MP's sind größtenteils
getauscht. Die Elkos in der Siebung sind komplett
ersetzt. Ergebnis: DEUTLICH weniger Geruchsbelästigung :  ))
Je 50µF wurden durch 100µF ersetzt, was der
Performance nicht schaden sollte;  )

Ich denke gen Herbst wird das Projekt fortgesetzt
und im Frühjahr möchte ich eine vollständig laufende
M5 haben und die ersten Aufnahmesessions starten.
Wir werden sehen..

Viele Grüße,
Kim

Offline Micha49497

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Re: Hilfe bei der Wartung einer Telefunken M5
« Antwort #24 am: Wednesday, 14.December.2011 | 21:03:32 Uhr »
...ich würd´ gern mal eine völlig unqualifizierte Frage stellen:

Und zwar nach dem Frequenzgang und dem Dynamikumfang einer solchen Rarität.

Ich könnte zwar jetzt stundenlang im Web rumsuchen...denke aber, dass Ihr mir diesen Daten quasi "aus dem Gedächtnis" liefern könnt.

Wenn ich das alles so lese...man o man...war mir zwar klar, dass dieses Forum u.U. Begierden weckt...:  Ich will auch ´ne Bandmaschine !

Allerdings würde so´n  Gerät eindeutig den "WAF" überschreiten, aber eine Tandberg, Akai, Revox...die würd´ da schon noch auf das Rack passen.

LG

Micha

...was lange gärt wird endlich Wut !

Offline asurion

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Re: Hilfe bei der Wartung einer Telefunken M5
« Antwort #25 am: Friday, 23.December.2011 | 19:28:47 Uhr »
Hallo Micha,

die M5 wir angegeben mit:

40 - 15.000 Hz +-2 dB bei 38 u. 76 cm/s
40 - 12.000 Hz +-2 dB bei 19 cm/s

Dynamik: um die 60 dB

Alles nicht zu spektakuläre Werte.
Aber Du musst sie einfach hören!
Bei einer guten Aufnahme schmeißt
Du jedes Kassettendeck weg!
..und den CD Player gleich hinterher.
Die Aufnahmen haben eine Presenz, die
Du mit Home HiFi nicht hin bekommst.

Meine läuft seid heute übrigens wieder :  ))))
Die Mechanik ist noch recht laut. Die Gummirollen
vom Reibradgetriebe sind hart :  (
Aber das was vorhin mir einem alten
Studioband aus den JBL C1 kam, hat einfach
mal meine recht aufwendige Anlage im
Wohnzimmer abgehängt! Gnadenlos!
Nun weiß ich auch nicht, wie damals die
Messtechnik so beschaffen war.
Vielleicht sind die Werte ober etwas untertrieben?
Nächste Woche wird mal der alte 486er mit
der ATB Karte angeschmissen und nachgemessen.
Dann wissen wir mehr.

Viele Grüße,
Kim

Offline asurion

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Re: Hilfe bei der Wartung einer Telefunken M5
« Antwort #26 am: Friday, 23.December.2011 | 22:48:16 Uhr »
Kleiner Nachtrag:

ich habe eben Industriekeilriemen für die M5 bestellt.
Mit Versendern von "HiFi Antriebstechnik" kommt man
da nicht weiter.

Der Erste auf dieser Seite sollte passen:
http://www.hug-technik.com/shop/index.php?cat=c14_Keilriemen-Profil-5-6-8.html

Mehr, wenn ich die Dinger habe. Bin gespannt!

Dann noch etwas.
Kennt jemand dieses Problem?:

http://forum2.magnetofon.de/showtopic.php?threadid=5196

Das hat meine M5 auch.
Leider wurde es wohl in diesem Thread nicht gelöst.
Das Relais am Kapstan Motor zieht kurz an, der Wickelteller
läuft an, das Relais fällt nach 1s wieder ab, der Wickelteller
stoppt und es gibt Bandsalat :  (

Ich verwende noch den "Kassettenrecorder Trick"
Spulen und Play Taste gleichzeitig drücken und die M5
dabei auf "Langsame Fahrt" stellen.
Erfordert ein Bisschen Übung, aber wenigstens werden
die Bänder aufgewickelt.
Eine Dauerlösung kann das aber nicht sein, denn ein
korrekter Bandzug beim Betrieb ist ja sehr wichtig.
Also wenn jemand eine Idee hat, die die Fehlersuche
erleichtert bin ich sehr dankbar.

OK, das war es von mir.
Im Januar kommen die ersten richtigen Aufnahmen.

VG,
Kim

Offline asurion

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Re: Hilfe bei der Wartung einer Telefunken M5
« Antwort #27 am: Sunday, 25.March.2012 | 21:30:56 Uhr »
Hallo Leute,

auch wenn ich hier einen kleinen Monolog führe, schreibe ich den thread mal weiter.
Vielleicht ganz gut zum Nachlesen..

Die Riemen aus dem letzten EIntrag kann man auch auf die Maschine bekommen.
Das ist aber sau umständlich und nicht wirklich zielführend.. Sorry.
Sehr gute Erfahrungen habe ich inzwischen mit O-Ringen (Rundriemen) gemacht.
Im Moment läuft die M5 auf 160 x 4 mm Riemen. Die sind etwas lang, was sich
durch Zeitweiliges Durchrutschen bei großen Wickeln und maximaler Umschpulgeschw.
bemerkbar macht. Die nächsten Wochen besorge ich mal 155 x 4 er. Das sollte das
Problem beheben.

Es gibt noch recht viele kleine Baustellen. Die Geschwindigkeit muß öfter
nachgestellt werden, was wohl auf einen verschlissene Filzbremse zurückzuführen
ist. Da kommt man wirklich schlecht ran! Vielleicht etwas für den nächsten Winter..
Dann Fällt immernoch das Zugrelais für den Wickelteller kurz nach dem Start ab
und die Maschine geht in den Papierkorb Berieb..
ich habe mich langsam an den Workaround, die Wiedergabe- (Aufnahme) Taste
zusammen mit der Spultaste bei langsamster Fahrt zu drücken, gewöhnt...
Die Lösung ist vielleicht auch was für den nächsten Winter..

Soweit von mir.

ps: Grüße an Bill, der in einem anderen Thread zwei M5 wieder zum Laufen bringt.

Offline cavemaen

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Re: Hilfe bei der Wartung einer Telefunken M5
« Antwort #28 am: Wednesday, 13.March.2013 | 12:29:40 Uhr »
Erfahrungsgemäß sind alle Labyrinthlager verharzt, wobei man den gesamten Antriebsblock überholen sollte.

Die Zwischenräder müssen neu, dann läuft die wieder.

ELKOs raus und man ist auf der sicheren Seite.

Ab der M5A wurde ein Papstmotor mit modernisierter Röhrenelektronik verbaut, die M5B hatte eine Serie übler Transistortechnik und fast alle wurden später auf M5C umgebaut mit V396/97-Karten, wie sie problemlos in der M10A und M15 laufen.

Wenn die neuen Riemen passen, ist wieder jahrelang Ruhe.

Der Gummiandruckmagnet bekommt erst einen hohen Anzugsstrom und fällt danach ab in einen schwächeren Haltestrom, damit der Magnet nicht heiß wird.

Schaltung kann ich schicken.

Gruß,

Rudy

Offline asurion

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Re: Hilfe bei der Wartung einer Telefunken M5
« Antwort #29 am: Saturday, 16.March.2013 | 12:08:04 Uhr »
Hallo Rudi,

das sine wetvolle Tips, die Du da gibst!
Meine M5 Läuft, ist auf 19 und 38 eingemessen
und ich habe bestimmt schon 100 18er Bänder
damit aufgenommen.
Das Gerät macht einfach nur Spaß!
Ein paar Mackne gibt es dennoch.
 - Sie ist laut! Vielleicht doch mal Getriebe raus und entharzen? Kannst Du mir Tips geben, wenn ich da dran bin?
 - Der Papstmotor für den Kapstan springt nicht mehr von alleine an. Wenn man die Maschine aufklappt und
   an den Kühlrippen einen leichten Schups gibt, macht es "klack" und alles ist wieder i.O. Der Anlaufkondensator
   ist es nicht. den habe ich grade getauscht.
 - Dann raucht der Widerstand für den dauer Bandzug ab. Ich habe die defekte Stelle mit einem Leistungswiderstand
   überbrückt. Stank recht warm, war warm und hat nur ein paar Tage gehalten.. Das kann nicht normal sein! Hast Du ideen?
 - Die Andruckrollen im Getriebe sind hart. Das Läuft, macht aber Geräusche. Hat Du einen Tip für Ersatz?

Ja ich weiß, wieder mal viele Fragen.
Aber wie schön wäre das, wenn die M5 irgendwann mal völlig und ganz funktioniert :  )))

Danke und viele Grüße,
KIm

ps: Schaltpläne habe ich. Kondensatoren sind weitestgehend getauscht. ( Elkos und MPs)



Offline cavemaen

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Re: Hilfe bei der Wartung einer Telefunken M5
« Antwort #30 am: Saturday, 16.March.2013 | 20:06:35 Uhr »
Hallo Kim!

Was ist laut an der Maschine?

Wenn der Vorwiderstand abraucht, ist etwas zu schwergängig. Diese "Getriebe-M5" hat noch keinen Papstmotor, der kam erst ab der M5A, erkennbar an nur 2 Geschwindigkeiten und neuerer Röhrenverstärker.

Zerlege das Getriebe und ersetze die Zwischenräder! Die Gummianmdruckrolle wird in iiBäh angeboten, aber lass die Finger weg von den hellen, die sind knochenhart!

Den gesamte Antriebsblock kann man leicht ausbauen. Einfacher ist es, den Block zu tauschen. Den gibt es immer wieder mal.

Schwachpunkt der M5-Baureihe ist der Umspulmotor mit Richtungskupplung. Ich denke, dass der zuviel Strom zieht.

Klemm mal bitte ein Amperemeter an die Zuleitung vom

- Gummiandruckmagnet (Zug + Haltespannung)
- Tonmotor und
- Wickelmotor.

So kannst Du den Stromkreis ermitteln, welcher zuviel Strom zieht.

Meine Zeit der M5 war rasch vorbei, hatte nach M10 und T9 rasch A810, M21 und M15A.

Habe gerade mehrere M12 und M12B zur Überholung.

Rudy

Offline asurion

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Re: Hilfe bei der Wartung einer Telefunken M5
« Antwort #31 am: Sunday, 17.March.2013 | 12:03:49 Uhr »
Hallo Rudi,

vielen Dank für die ganzen Informationen!
Ja, ich werde den Strom mal messen..

Die M5 ist mir vor nun fast 15 Jahren ans Herz gewachsen.
Habe ein halbes Archiv damit überspielt und mag dieses
kleine Monster irgendwie.

Ein zweites Getriebe habe ich. Im Keller steht noch eine
Mono - koffer M5 als Schlachtgerät.

Was kann denn an dem Wickelmotor zu viel Strom ziehen?
ist der dann mit einer falschen Kapazität abgeglichen?
Sollte ich das Lagerspiel überprüfen? Wenn man den Motor
von Hand bewegt, fühlt sich das eigenrlich ganz normal an.
OK, die Strommessung wird es ans Licht bringen.

Die Zwischenrollen habe ich bei eBay bislang nicht gefunden.
Hatte schon überlegt, nach Ersatz zu suchen.
Der exakte Durchmesser sollte für die Rollen nicht wichtig
sein, da sie ja nur die Kraft übertragen und am Übersetzungs
verhältnis nicht beteiligt sind.

Ja, dann hast Du mir erst mal richtig weiter geholfen! Danke!

Viele Grüße,
Kim

ps: im Wohnzimmer läuft grade eine M28.
Viel einfachere Technik! Echt erfrischend!
..aber die M5 hat eben was ;  )

Zum Schluss noch ein paar Bilder:
Der Motor wurde mir als Pabst vorgestellt.
Ist er? Ist er nicht?

Offline asurion

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Re: Hilfe bei der Wartung einer Telefunken M5
« Antwort #32 am: Sunday, 17.March.2013 | 12:12:03 Uhr »
ps: und diesen Widerstand meinte ich:

Durch einen 33R an der Fehlstelle überbrückt und nach ein paar Tagen wieder an anderer Stelle unterbrochen.. :  (

Offline asurion

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Re: Hilfe bei der Wartung einer Telefunken M5
« Antwort #33 am: Sunday, 17.March.2013 | 12:29:13 Uhr »
...und es ist eindeutig die Zwischenrolle im Getriebe, die den ganzen Krach macht!
Zieht man die vom Getriebe weg, ist alles Muxmäuschen still! WOW!
Muss man die Lagerung vielleicht auch mal fetten?

Offline cavemaen

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Re: Hilfe bei der Wartung einer Telefunken M5
« Antwort #34 am: Sunday, 17.March.2013 | 14:10:30 Uhr »
Gut, dann kommt der Lärm (Laufgeräusche) eindeutig von einer Fläche eines der Zwischenräder.

Dafür ist übrigens die Taste vorgesehen, mit der man die Kupplung ausschaltet - wird wohl man jemand über längere Zeit eingeschaltet gelassen haben!

Die Zwischenräder bekommt man in iiBäh nicht, sind zu selten.

Ölen und Fetten bringt nicht, das Zwischenrad ist Schrott. Falls Du das Getriebe zerlegst, wasche alle Wellen, Bolzen und Labyrinthlager gut aus, trocknen lassen oder ggf. mit Druckluft ausblasen und mit wenig harzfreiem Feinmechanikeröl wieder verbauen.

Achte  darauf, dass kein Öl oder Fett mit dem Kunststoff in Berührung kommt, sonst löst sich der Belag auf!

Die Umschaltwelle kann etwas Fett vertragen bis runter in die Verstärker, wo die Arretierung der Schaltstufen sitzt, denn danach geht diese wieder leichter.

Der Tonmotor kann ein Motor "System Papst" sein (Außenläufer), denn erst ab der M5A wurde der zugekauft, wie auch bei der M10A.
AEG baute selbst Motoren und bis zur M15A waren die Wickelmotoren aus eigenem Hause.

Der kleine Siemens Capstanmotor der M15 hatte folgende Vorteile;

- nur 15W statt 75W
- keine Wärmeabgabe mehr und
- absolute Netzfrequenzunabhängigkeit

aufgrund Mischung der Hallfrequenzen des bürstenlosen DC-Motores mit den Frequenzen der Tonwelle.

Jede moderne Studer mag keine Schwankungen im Stromnetz, Telefunken M15 + M15A machen Spannungen von +160V bis 270V klaglos mit und sind in tropischen Ländern daher bevorzugt.

Nur die allerletzte Bauserie 4 hat Probleme mit den grünen Tantals und Netztrafos, diese Maschinen haben die Werksnummern oberhalb 4800 und heißen AEG M15A.

Diese wurden aus Resten bei Studer in Regensdorf gebaut, wie auch die letzten AEG M20 und M21.

Das nur mal so am Rande.

Die größere Gefahr sehe ich künftig im Betrieb an 240V. Die T9-Motoren werden sehr warm und sind wicklungstechnisch nicht dauerhaft für Spannungen über 235V isoliert.

Das kann bei der M5 jetzt auch passieren, dass ein ELKO oder eine Wicklung jetzt niederohmig wird und der Vorwiderstand abraucht!

Mein Tipp:

Messe und vergleiche die Stromaufnahme des Wickelmotores beider Maschinen incl. den Haltestrom vom Gummiandruckmagnet.

Rudy

Offline asurion

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Re: Hilfe bei der Wartung einer Telefunken M5
« Antwort #35 am: Sunday, 17.March.2013 | 21:42:55 Uhr »
Hallo Rudi!

Die Taste mit der man die Kupplung ausschaltet??? Wo ist denn die??
Die habe ich noch nicht gefunden. Wäre aber interessant!
Die Trafos der M5 habe ich gleich zu Anfang auf 240V umgeklemmt.
Somit sehe ich da keine Gefahr.
Ein Außenläufer, wie bei der M28 ist das fedinitiv nicht. Somit wohl auch
kein Pabst.. und der Motor zieht 75W?? Wozu denn das?
Dann wundert mich auch nicht, daß der Widerstand aufraucht!
Habe im Netz schon mal vom selben Problem gelesen. Leider hatte da
niemand eine Lösung.
Als der Widerstand kurz funktionierte, war zwar das Arbeiten angenehmer,
da man nicht immer die Aufnahme und Umspultaste gleichzeitig drücken musste
und auch nicht aufpassen, daß der Umspulschalter in der richtigen Stellung ist.
Es stank aber bestialisch nach zu warmen Bauteil!
Bei der anderen Machine kann ich leider nicht gegenmessen, da wesentliche
Teile fehlen. Unter anderem die Netztrafos... Das klappt aber auch so.
Man kann ja messen und rechnen, was für Verlustleistungen man hätte.
Kann man den Motor irgendwie im Wirkungsgrad pimpen? Ich hatte für den
Aufnahme und Wiedergabebetrieb mal über Phasenanschnitt nachgedacht..
Kann man den nicht einfach über eine Kapazität statt über einen Widerstand
in seiner Leistung reduzieren?
So warm wird der Wickelmotor übrigens nicht.

Um das Getriebe habe ich mich ja sehr lange gedrückt!
Ich werde wohl erst mal das des Ersatzteilspenders ausbauen und mir alles
genau angucken. Vielleicht sind da die Zwischenrollen noch gut.

Danke für die ganzen Tips!

Grüße,
Kim

Offline cavemaen

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Re: Hilfe bei der Wartung einer Telefunken M5
« Antwort #36 am: Thursday, 21.March.2013 | 11:24:52 Uhr »
Bei der Konstruktion von "Tonmotoren" hatte man gemäß eines mir bekannten Telefunken-Ing. das Problem, dass der Motorläufer (Anker) unruhig lief.

Die Magnete werden ins Feld des Stators gezogen und verlassen den wieder ruckartig. Daher soll es noch bis in die 1960er Jahre Motoren mit 76cm gegeben haben.

Man behalf sich mit einem Trick: der Motorläufer wurde mit einer Magnetbremse abgebremst, so dass er unter Last laufen mußte und daher viel ruhiger lief!

Deine M5 wird übrigens mit der rechten Taste abgeschaltet und der Anzugmagnet der Zwischenräder fällt ab.


Offline cavemaen

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Re: Hilfe bei der Wartung einer Telefunken M5
« Antwort #37 am: Thursday, 21.March.2013 | 11:27:04 Uhr »
Hier der Papst-Motor der M5C und in der M10A verbaut:


Offline cavemaen

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Re: Hilfe bei der Wartung einer Telefunken M5
« Antwort #38 am: Thursday, 21.March.2013 | 11:29:46 Uhr »
Dieser Papstmotor kam in die M5A und M5B:


Offline asurion

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Re: Hilfe bei der Wartung einer Telefunken M5
« Antwort #39 am: Tuesday, 26.March.2013 | 21:18:24 Uhr »
Hallo Rudy,

danke für die ganzen Antworten.
Ja, ich habe eindeutig KEINEN Papst Motor!
Aber der Eingebaute läuft ruhig.
OK, ich habe zusammen mit einem
Wekzeugmechaniker auch das untere
Lager entharzt und neu geoilt.

Den AUS-Schalter kenne ich ;  )
Dachte nur, es gibt noch einen speziellen
Hebel für's Getriebe.

Mal gucken, hoffentlich ist über Ostern ein
Bisschen Zeit für die M5. Dann geht es
ein Stück weiter und die Maschine
wird vielleicht wieder ein Stück besser.
In diesem Fall laufruhiger.

Vielen Dank und Grüße,
Kim