Autor Thema: Tandberg TCD-3004  (Gelesen 9404 mal)

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Offline deep

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Tandberg TCD-3004
« am: Thursday, 23.January.2014 | 17:23:34 Uhr »
In diesem Thread soll es um das in freier Wildbahn eher selten anzutreffende Tandberg TCD 3004 gehen und um alles was dazugehört.
Fotos, Storys, Historie, technischer Kram etc pp

Am Anfang aber steht das "WARUM ?"

Meine Frage an Radio Eriwan:
Wer soll angesichts von Webradio und 24Bit Streaming noch Geld für ein olles Cassetten Deck auslegen ?
Knappe Antwort von Radio Eriwan:
Vollkoffer !


Ok, Nachdem ich dies nun zweifelsfrei abgeklärt habe, werde ich für meine "WARUM DOCH" Erläuterung wohl etwas ausholen müssen - auch wenns wohl keineswegs hinlänglich für eine echte Legitimierung sein dürfte.
;)

Vor einigen Jahrzehntchen so Mitte der 80er als ich noch ein schmaler Strich in der Landschaft mit Null Kohle aber schon "bewaffnet" mit einem TCD-5M war, hatte ich gelegentlich mit einigen fortgeschritten jazzverrückten Kontakt.
So hat es sich ergeben, dass ich dadurch zu einer Aufnahme des World Saxophone Quartet gekommen bin, als diese noch an ähem, räusper, suboptimalen Örtlichkeiten aufgetreten waren.

Die Aufnahmequalität war bzw ist besch...den.
Nicht unbedingt nur wegen dem Equipment, sondern vor allem auch wegen der Raumakustik einer mit ca 50 Hanseln besetzten Mensa, ausgelegt für mehrere hundert hungrige Studenten.
Wer jemals Aufnahmen aus dem Publikum in vielleicht 10m Abstand versucht hat, kann sich das fürcherliche Ergebnis bestimmt lebhaft ausmalen.

Nunja, der damalige Veranstalter stand offenbar in ähnlich permanenten Geldnöten wie meinereiner.

Jedenfalls hat (wenn ich mich recht erinnere) Hamiet Bluiett bei seinem Spaziergang durchs Publikum der sound der Montarbo Piezzos wohl noch weniger gefallen als die elende Raumakustik.

So hat er noch während  des Intros  - ein damals wohl übliches Verfahren mittels aberwitzigem Gehupe aus ihren Tröten den Saal richtig "auszufegten" - gleich die Mikros zur Seite gestellt.

Ca. die Hälfte jener, welche bei der lokalen Vorgruppe noch artig geklatscht hatten, haben den Saal daraufhin so dezent wie möglich verlassen.
Der Rest des Konzertes war ein für mich bleibendes Erlebnis.


Die Moral von der G'schicht:
Wer kein Vollkoffer ist, belässt seine Cassetten-Leichen im Keller.
:)

Was hat das nun mit dem Tandberg TCD 3004 zu tun ?
Nunja, wenns da ist gibts von mir ein paar Fotos. Versprochen.
Michael

Offline kuni

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Re: Tandberg TCD-3004
« Antwort #1 am: Friday, 24.January.2014 | 11:59:56 Uhr »
Hi "Kollege",

wir hatten ja per Mail schon das Vergnügen miteinander und deswegen übernehme ich hier mal stellvertretend das "Willkommen im Forum".
Bin gespannt, was Du uns vom 3004 berichten wirst, haptisch, klanglich ....

Was mich persönlich dann dereinst brennend interessieren würde, sind Bilder von innen.
Ich würde mir gerne ein Bild machen, wie verwandt das mit dem 3104 ist.

Viel "Betrieb" wird hier vermutlich nicht sein, weil das 3004'er ja mittlerweile wohl noch seltener auf dieser Welt vertreten ist wie das 3014(A).
Dennoch hoffe ich, daß der eine oder andere mitredet.

Ich hatte mich noch gefragt, wo denn nun die Unterschiede zwischen 30014 und 3104 sind (abgesehen vom Bauzeitraum, Optik).

Einen kleinen Überblick habe ich von hier:
http://www.thevintageknob.org/tandberg-TCD_3004.html

Im Wesentlichen scheint das zu sein:
  • Keine getrennt "speicherbare" Einmeßmöglichkeit für alle 3 Bandsorten
    (einmeßbar ja, aber beim Wechseln der Bandsorte muß neu eingemessen werden, was aber von außen geht und auch das 3004 bringt die Generatoren gleich mit)
  • Kein Dolby C
  • Spulgeschwindigkeit einstellbar (weiß jemand wozu das gut sein soll ?)
  • Eigenes Instrument für die Einmessung
  • Wozu ist der "Indicator" gut ?

Sonstige Features scheinen identisch zu sein, wobei es sicher Unterschiede in der Schaltung geben dürfte....

BTW:
Auf den Trichter mit "Tandberg" bin ich über folgenden Thread gekommen:
http://new-hifi-classic.de/forum/index.php?topic=5072.5

In meinem 3014 Thread (http://new-hifi-classic.de/forum/index.php?topic=6869.0) habe ich vergeblich nach einer Klangbeschreibung gesucht - nicht gefunden.
Sollte ich das damals in der Euphorie ausgelassen haben  .,a015

Ich kann mich auf jeden Fall erinnern, daß ich bei der Reparatur des Naka ZX-9 dazu was geschrieben hatte.
Wenn's interessiert:
http://new-hifi-classic.de/forum/index.php?topic=7191.msg155738#msg155738
Gruß, Kuni
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Offline Jürgen Heiliger

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Re: Tandberg TCD-3004
« Antwort #2 am: Friday, 24.January.2014 | 21:09:43 Uhr »
Hallo Matthias,

das BDA und SM des 3004er bei uns auf dem Server liegen hast Du aber schon gesehen?

Gruß
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Offline kuni

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Re: Tandberg TCD-3004
« Antwort #3 am: Saturday, 25.January.2014 | 17:29:22 Uhr »
Hi Jürgen,

ja, wußte ich - aber den Beitrag habe ich von unterwegs verfasst - ohne FTP  :_55_:
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Offline deep

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Re: Tandberg TCD-3004
« Antwort #4 am: Tuesday, 04.February.2014 | 00:07:34 Uhr »
sooo, der Sound-Überflieger mit dem Charme eines Skyscrapers aus den 80ern ist eingelangt und hat sich mutig dem Fotoshooting gestellt

 .,70

Je nach Lichteinfall und Blickwinkel hat die Front einen Schimmer ins grünliche Antrazith - recht hübsch, vor allem da ich helles Silber eigentlich nicht gar so mag.
Leider ist es mir nicht gelungen diesen speziellen Glanz einzufangen, ich hoffe aber, man sieht auf den Bildern trotzdem, wie das Tandberg TCD 3004 rüberkommt.

Die Seitenteile sind optional, bei mir sie aus sehr dunklem Rauchglas.

Es gibt auch noch die Acrylabdeckung für die Kassette und für meine  Bequemlichkeit als bekennende CouchPotato, hat der Herr Schmidt mir freundlicher Weise eine Kabelfernbedieung angepasst (das Infrarotdingens wollte ich nicht)   

Naja das mit dem Album anlegen klappt irgendwie nicht (kein button fürs Anlegen einer Gallerie vorhanden), dann also halt auf die Direkte.

« Letzte Änderung: Tuesday, 04.February.2014 | 00:10:55 Uhr von deep »
Michael

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Re: Tandberg TCD-3004
« Antwort #5 am: Tuesday, 04.February.2014 | 00:27:33 Uhr »

Die Bedienung ist traumhaft leichtgängig mit gutem Druckpunkt - ein haptischer Genuss.
Direktes springen ins Umspulen, Richtungswechsel, Bandende etc läuft alles wunderschön smooth und bandschonend.


Michael

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Re: Tandberg TCD-3004
« Antwort #6 am: Tuesday, 04.February.2014 | 00:44:14 Uhr »
Aussen so unscheinbar, aber innen - oho !

Da wurde wohl alles verbaut was sich über die Jahre bewährt hatte, plus das eine oder ander zusätzliche Schmankerl der damaligen Zeit
 :shok:
Ok, bei uns hatte FM Dolby wohl nicht Fuss gefasst - zum guten Glück, ( aus meiner Sicht )


Michael

Offline deep

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Re: Tandberg TCD-3004
« Antwort #7 am: Tuesday, 04.February.2014 | 00:47:58 Uhr »
pipifeine Mechanik, die Köpfe wie neu

  :_good_:

Michael

Offline deep

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Re: Tandberg TCD-3004
« Antwort #8 am: Tuesday, 04.February.2014 | 06:10:13 Uhr »
Hi "Kollege",

wir hatten ja per Mail schon das Vergnügen miteinander und deswegen übernehme ich hier mal stellvertretend das "Willkommen im Forum".
Bin gespannt, was Du uns vom 3004 berichten wirst, haptisch, klanglich ....


Danke für den freundlichen Empfang !
Ja bin selber gespannt, was mich auf meiner nostalgischen Welle erwartet.

Aussehen ist mir glücklicherweise nicht so entscheidend. Wenn ein Kistchen gut geht, dann dürfte es "wetterseitig sogar mit Lochblech geschindelt" sein.

Dafür - also um den Klang zu erfahren - muss ich mich erst noch ein wenig mehr damit beschäftigen. Auch möchte ich ein paar Aufnahmen machen und dafür sind noch Kassetten im Zulauf.

Was mich persönlich dann dereinst brennend interessieren würde, sind Bilder von innen.
Ich würde mir gerne ein Bild machen, wie verwandt das mit dem 3104 ist.

Viel "Betrieb" wird hier vermutlich nicht sein, weil das 3004'er ja mittlerweile wohl noch seltener auf dieser Welt vertreten ist wie das 3014(A).
Dennoch hoffe ich, daß der eine oder andere mitredet.


Ich hatte das 3004 ja auch überhaupt nicht auf dem Schirm, wollte eigentlich was in der Gegend von einem 330er.
Im Netz ist praktisch nichts über das TCD 3004 zu finden, jedenfalls ich konnte keinen einzigen etwas ausführlicheren Beitrag eines tatsächlichen Besitzers aufstöbern. Das fand ich dann doch extrem erstaunlich.
Allzuviele davon dürfte Tandberg kaum verkauft haben oder sie sind alle in Norwegen verblieben oder von eifersüchtigen Japanern aufgekauft und eingestampft worden.
 :;aha

Die erhältlichen Rackwinkel deuten darauf hin dass es auch für Studiobetrieb angedacht war, da hat dann wohl die TCD 910/ 911 Kombi rasch übernommen, und für die Homeanwender war wohl das 3014 rasch darauf erschienen - mit deutlich annehmbarerem WAF Faktor, was die Bauhöhe anbelangt.


Ich hatte mich noch gefragt, wo denn nun die Unterschiede zwischen 30014 und 3104 sind (abgesehen vom Bauzeitraum, Optik).

Einen kleinen Überblick habe ich von hier:
http://www.thevintageknob.org/tandberg-TCD_3004.html

Im Wesentlichen scheint das zu sein:
  • Keine getrennt "speicherbare" Einmeßmöglichkeit für alle 3 Bandsorten
    (einmeßbar ja, aber beim Wechseln der Bandsorte muß neu eingemessen werden, was aber von außen geht und auch das 3004 bringt die Generatoren gleich mit)
  • Kein Dolby C
  • Spulgeschwindigkeit einstellbar (weiß jemand wozu das gut sein soll ?)
  • Eigenes Instrument für die Einmessung
  • Wozu ist der "Indicator" gut ?

Sonstige Features scheinen identisch zu sein, wobei es sicher Unterschiede in der Schaltung geben dürfte....

Danke für die Zusammenstellung, soweit habe ich mich noch nicht eingearbeitet.
Noch nicht mal wie das mit dem Einmessen vor sich geht und  wieviel das konkret bringt, habe dazu einfach noch keine Zeit gehabt.




BTW:
Auf den Trichter mit "Tandberg" bin ich über folgenden Thread gekommen:
http://new-hifi-classic.de/forum/index.php?topic=5072.5

In meinem 3014 Thread (http://new-hifi-classic.de/forum/index.php?topic=6869.0) habe ich vergeblich nach einer Klangbeschreibung gesucht - nicht gefunden.
Sollte ich das damals in der Euphorie ausgelassen haben  .,a015

Ich kann mich auf jeden Fall erinnern, daß ich bei der Reparatur des Naka ZX-9 dazu was geschrieben hatte.
Wenn's interessiert:
http://new-hifi-classic.de/forum/index.php?topic=7191.msg155738#msg155738

Auf deine Threads bin ich gestossen. Die waren für mich recht aufschlussreich.
Wahnsinn, was es damals für ein riesiges Angebot an Decks gab.
Wenn ich den Sound der Revox besser in Erinnerung gehabt hätte wärs wohl ein solches geworden, aber die haben mir damals nicht getaugt.
Die Naka hab ich mir nicht überlegt, weil die irgendwie zu "egozentrisch" am Weg waren und ich ja hauptsächlich meine eigenen alten  Aufnahmen bestmöglich wiedergeben möchte.

Das Eumig hab' ich verschlafen, keine Ahnung wie mir der "Sternenstaub"- Sound gefallen würde.
Michael

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Re: Tandberg TCD-3004
« Antwort #9 am: Tuesday, 04.February.2014 | 07:45:07 Uhr »
Hi Michael,

Gratulation zum Deck. Das sieht schon imposant aus. Schöne Bilder übrigens auch.
Soweit ich das aus dem einen Bild oben erkennen kann ist das LW mit dem 3014 identisch.
Innen sind 3004 und 3014 komplett anders aufgebaut. Das 3004 scheint ja einen Steckkartenaufbau à la Revox zu haben, beim 3014 ist das eher das Prinzip "liegende Hauptplatine".
Gruß, Kuni
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Offline deep

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Re: Tandberg TCD-3004
« Antwort #10 am: Thursday, 06.February.2014 | 05:52:54 Uhr »
Danke. Die Schummer-Beleuchtung auch nur einigermasssen so hinzudeichseln, dass die Anzeigen des Tandberg halbwegs gut rauskommen war eigentlich die meisste "Arbeit".

Ich merke, dass ich mich langsam an das übergrosse Format des TCD 3004  gewöhne.
Seit ich auch weiss, dass da nicht nur Luft drin ist, sonden im Gegenteil, der gesamte Innenraum dicht vollgepackt mit Elektronik ist, kommt auch ein bisschen  (unsinniger) Stolz hinzu.
 :shok:

Laut dieser Page hier
http://sportsbil.com/decks/tandberg.htm
werden solche Decks offensichtlich zum Kilo-Preis und nach dem Motto "was wiegt das kost'" gehandelt :

TCD-3004
12.2kg / 2,800 $    

TCD-910
9.9kg / $ 1,495 $

TCD-3014
9.8kg / 1,395 $

TCD-3034
6.8kg / 549 $


:_55_:

Könntest du ein Bild vom Innenleben des 3014 zum Vergleich beisteuern ?
« Letzte Änderung: Thursday, 06.February.2014 | 06:16:08 Uhr von deep »
Michael

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Re: Tandberg TCD-3004
« Antwort #11 am: Thursday, 06.February.2014 | 08:05:33 Uhr »
Hi Michael,

werden solche Decks offensichtlich zum Kilo-Preis und nach dem Motto "was wiegt das kost'" gehandelt :

Na ja, was immer uns Njord Noatun mit "Price MSRP" sagen möchte und auf was sich die beziehen  :flööt:

Könntest du ein Bild vom Innenleben des 3014 zum Vergleich beisteuern ?

So viele habe ich damals nicht gemacht, aber doch ein bischen was:

Innen links:


Innen rechts:


Hier mal ein Link zur Galerie:
https://magnetofon.de/nhc/Gallery/thumbnails.php?album=1036
Gruß, Kuni
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Offline astroklaus

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Re: Tandberg TCD-3004
« Antwort #12 am: Wednesday, 26.February.2014 | 10:51:09 Uhr »
Guten Morgen allerseits!
Jetzt habe ich mich noch nicht vorgestellt, werde mich erst einmal outen: bei mir steht auch so ein 3004 und läuft nach einer Überholungskur durch Herrn Schmidt wieder sehr gut (das ist nun auch schon wieder eine Weile her).
Gekauft habe ich ihn gebraucht irgendwann in den 80ern, lief und klang sehr gut - bis dann auf einmal der Mikroprozessor die Grätsche machte. Damit ist dann natürlich das ganze feine Laufwerk nichts mehr wert - und ich kannte Herrn Schmidt noch nicht. Ein guter Bekannter meines Vaters (Tonmeister mit eigenem Studio) hat ihn komplett zerlegt, konnte aber mangels Schaltplan und passendem Spezialchip nichts machen. Ich habe von ihm für günstiges Geld einen Studer A710 bekommen, der dafür in die Bresche springen mußte - der 3004 lag so lange weiter zerlegt im Karton.
Dann habe ich von Herrn Schmidt erfahren und ihm den "Bausatz" gebracht. Er ist zwar etwas zusammengezuckt, hat das Schätzchen aber wieder sehr sauber aufgebaut.
Gelegentlich gibt es einen Wackelkontakt auf der ersten Stelle des Zählwerks - das ist aber ähnlich blöd zu beheben wie eine defekte Beleuchtungslampe, man muß fast alles herausnehmen, um einigermaßen dranzukommen.
Einen direkten Klangvergleich mit dem Studer habe ich noch nicht gemacht, aber beide kommen auch mit alten abgenudelten Kassetten sehr gut zurecht. Das ist übrigens eine Gelegenheit, wo ich bisweilen die Umspulgeschwindigkeit herunterdrehe, um sie zu schonen. Der Tandberg reduziert zwar die Bandgeschwindigkeit gegen Ende zu, hat dann aber einen harten Stopp. Der Studer läuft mit voller Geschwindigkeit durch, erkennt das Bandende aber mit einer Lichtschranke, die auf den Vorlauf reagiert und schaltet den Motor somit früher ab.

Offline deep

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Re: Tandberg TCD-3004
« Antwort #13 am: Wednesday, 26.February.2014 | 20:54:53 Uhr »
Hi Michael,

Na ja, was immer uns Njord Noatun mit "Price MSRP" sagen möchte und auf was sich die beziehen  :flööt:

So viele habe ich damals nicht gemacht, aber doch ein bischen was:


Das scheint schon mal ein deutlicher Unterschied im Aufbau der Elektronik zwischen dem 3014 und dem 3004 zu bestehen.

muss mal einen nähern Blick auf die schaltpläne werfen !
Michael

Offline deep

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Re: Tandberg TCD-3004
« Antwort #14 am: Wednesday, 26.February.2014 | 21:08:25 Uhr »
Guten Morgen allerseits!
Jetzt habe ich mich noch nicht vorgestellt, werde mich erst einmal outen: bei mir steht auch so ein 3004 und läuft nach einer Überholungskur durch Herrn Schmidt wieder sehr gut (das ist nun auch schon wieder eine Weile her).
Gekauft habe ich ihn gebraucht irgendwann in den 80ern, lief und klang sehr gut - bis dann auf einmal der Mikroprozessor die Grätsche machte. Damit ist dann natürlich das ganze feine Laufwerk nichts mehr wert - und ich kannte Herrn Schmidt noch nicht. Ein guter Bekannter meines Vaters (Tonmeister mit eigenem Studio) hat ihn komplett zerlegt, konnte aber mangels Schaltplan und passendem Spezialchip nichts machen. Ich habe von ihm für günstiges Geld einen Studer A710 bekommen, der dafür in die Bresche springen mußte - der 3004 lag so lange weiter zerlegt im Karton.


Hallo Klaus
schön dass du hier schreibst , willkommen !

Ich hätte schon den Eindruck gewonnen dass es gar keine anderen TCD 3004er mehr gibt
Hoffe du hast noch viel Spaß damit

Falls du mal mit dem Studer vergleichst würde mich deine Erkenntnisse natürlich interessieren
Michael

Offline deep

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Re: Tandberg TCD-3004
« Antwort #15 am: Friday, 28.February.2014 | 22:43:18 Uhr »
...werde mich erst einmal outen: bei mir steht auch so ein 3004 und läuft nach einer Überholungskur durch Herrn Schmidt wieder sehr gut (das ist nun auch schon wieder eine Weile her).

Darf man nach der Seriennummer deines TCD 3004 fragen ?
Könntest du vielleicht auch noch ein paar Bilder beisteuern und ev Tips/ Erfahrungen zur Bedienung und insbesondere zum Prozedere beim Einmessen geben ?
Michael

Offline astroklaus

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Re: Tandberg TCD-3004
« Antwort #16 am: Thursday, 27.March.2014 | 10:47:48 Uhr »
Hallo Michael,

Details kommen noch  - ich müßte noch ein paar Unterlagen zum 3004 haben (aber wo....  .,a015)

So als Kurzversion (Cliffhanger...) zur Einmeß-Prozedur:  .,73
Man kann wie bereits gesagt nichts speichern, aber andererseits ist das Ganze recht fix erledigt. Es gibt einen Wahlschalter für die verschiedenen Meßparameter und ein spezielles Anzeigeinstrument (ganz rechts).
Man schaltet nun am Wahlschalter der Reihe nach durch (Azimuth, Bias, Rec L, Rec R). Bei jeder Stellung geht am entsprechenden Einstellknopf ein Lämpchen an, damit man weiß, wo man drehen muß.
Azimuth: der Justierknopf ist links und verstellt den Winkel des Aufnahmekopfes zur Bandrichtung; das ist z.B. durch unterschiedliche Kassettengehäuse beeinflußt. Wenn der genau 90° ist, ist das Signal am stärksten - man dreht also vorsichtig am Knopf, hin und her, bis der Zeiger den maximalen Ausschlag hat.
Bias: hierzu werden in Folge abwechselnd zwei verschiedene Töne erzeugt, ein hoher und ein tiefer. Mit dem Bias-Knopf oben justiert man den Wert so, daß der Zeiger nicht mehr je nach Tonhöhe hin- und herspringt, sondern möglichst ruhig stehen bleibt.
Aufnahmepegel (diese Einstellung gilt nur für die Aufnahmeelektronik, man kann unabhängig davon die Eingänge noch separat einpegeln mit den Knöpfen unten): hierfür erzeugt der Tongenerator einen kontinuierlichen Ton und man justiert die Einstellung so, daß die Nadel für beide Seiten gleich bei dem "R" steht.
Das ganze dauert mit etwas Übung und Fingerspitzengefühl keine halbe Minute - aber nicht vergessen, danach den Wahlschalter wieder auf "Off" zu stellen! Sonst wird die Aufnahme nix! :wallbash
Wenn man es ganz genau machen möchte, kann man den Azimuth nach dem Umdrehen der Kassette neu justieren, der Rest kann selbstverständlich bleiben.
 :_good_:

Viel Spaß damit!
 :_hi_hi_:

Offline deep

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Re: Tandberg TCD-3004
« Antwort #17 am: Thursday, 27.March.2014 | 19:35:49 Uhr »
Ok, danke für deine ausführliche Einmess-Anleitung !

Derzeit hadere ich mit dem Klang des 3004 beim abspielen der Altkassetten und komme dz gar nicht dazu aufzunehmen.

Verglichen zB mit dem sehr viel einfacher gestrickten TCD-310 aber vor allem verglichen mit dem Eumig FL-1000 kommen meine alten Kassettenaufnahmen einfach nicht so intensiv rüber, wie ich mir das wünschen würde.
Muss ich mal sehen was sich hier noch tut. 

Wie empfindest du die klanglichen Stärken und Schwächen zwischen deinen Schweizer/ Norwegischen tape decks im Vergleich ?
Michael

Offline astroklaus

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Re: Tandberg TCD-3004
« Antwort #18 am: Friday, 04.April.2014 | 12:47:39 Uhr »
Hm - vielleicht ist da ja etwas in der Wiedergabeschiene dejustiert oder falsch eingestellt? Die Einmesserei bezieht sich ja nur auf die Aufnahme.
Einen unmittelbar offensichtlichen Klangunterschied zwischen dem Studer und dem TCD habe ich nicht, ich nehme aber den Tandberg deswegen lieber für alte Kassetten, da er mit ausgeleierten Gehäusen besser zurechtkommt. Beim Studer jault es dann schon mal, wenn die ablaufende Spule zu sehr klemmt (aber vielleicht sollte ich auch einfach mal die Andruckrollen putzen bzw. tauschen  :grinser: )