NEW HiFi-Classic

Hifi-Oldies und HiFi-Klassiker bis in die Moderne ---- Hier der technische Bereich.... => Allgemeines zu den Klassikern ---- Geräteklasseneinteilung => Lautsprecher & Kopfhörer => Thema gestartet von: Payntor am Dienstag, 06.April.2010 | 17:44:23 Uhr

Titel: Schaumstoff
Beitrag von: Payntor am Dienstag, 06.April.2010 | 17:44:23 Uhr
Hallo,
bei alten Kopfhören löst sich häufig der Schaumstoff in den Hörmuscheln auf.
Gibt es spezielle Schaumstoffe zum reparieren oder einfach aus Schaumstoff-Fachgeschäft passend zuschneiden.

Gruß
Payntor
Titel: Re: Schaumstoff
Beitrag von: Captn Difool am Dienstag, 06.April.2010 | 18:06:00 Uhr
Sofern das Geschäft was parat hat, ginge das, allerdings ist das Schneiden der Form nicht ohne. Bei den Herstellern werden die Ohrmuscheln direkt in eine Form gespritzt. Auch muß der Schaumstoff entsprechend weich sein. Ob ein Kopfhörer damit gut sitzt, merkt man erst so nach 10-15min.
Titel: Re: Schaumstoff
Beitrag von: Payntor am Dienstag, 06.April.2010 | 18:15:01 Uhr
Das Zuschneiden stell ich mir nicht besonders schwierig vor. Die Seiten des  Schaumstoffs werden durch die Ohrpolster verdeckt. ( Pioneer SE-305,  Sennheiser 545 Referenz).

Gruß
Mario
Titel: Re: Schaumstoff
Beitrag von: Captn Difool am Dienstag, 06.April.2010 | 20:30:02 Uhr
Runde "Würste" schneiden? Na dann viel Erfolg...  :flööt:
Titel: Re: Schaumstoff
Beitrag von: Kappa8.2i am Dienstag, 06.April.2010 | 20:39:05 Uhr
Es gibt viele KH wo der Schaumstoff auch gleichzeitig den Abschluss bildet und demzufolge meist mit integriertem Gummiband über die Muschel gezogen wird.
Stelle ich mir schwierig vor das nachzubilden.
Titel: Re: Schaumstoff
Beitrag von: Payntor am Dienstag, 06.April.2010 | 21:46:09 Uhr
Nein,nein, der Schaumstoff liegt über den Chasiss. Den Abschluß bilden die Ohrpolster und verdecken die Schnittkanten. Deshalb der Hinweiß auf die KH-Modelle.


Gruß
Mario
Titel: Re: Schaumstoff
Beitrag von: Captn Difool am Dienstag, 06.April.2010 | 21:58:36 Uhr
Dann mag das gehen. Ich hatte mir auch mal grob welche für einen kleinen Sonyhörer geschnitzt, war aber nicht mehr als ein Notbehelf.
Titel: Re: Schaumstoff
Beitrag von: nix1euro am Dienstag, 06.April.2010 | 23:21:46 Uhr
Moin !

Beim Deko-Spezi " Modulor " in Bärlin gibt es sehr kleine Styroporkügelchen in einem Sack, die in anderer Form industriell zur " Schalldämmung per Einblasen-in-Hohlräume " verwendet werden.

Wäre das eine Alternative ?

MfG,
n1e
Titel: Re: Schaumstoff
Beitrag von: JayKuDo am Mittwoch, 07.April.2010 | 09:16:00 Uhr
 .,045

Guten Morgen,

bei dem Verwies auf die Sennheisermodelle kann ich nur meine Erfahrungen mal schildern. Meine Sennheiser haben unter dem Ohrpolster noch eine Schaumstoffscheibe, die nur die Schalleinheit schützen soll. Hier habe ich dünnen Schaumstoff aus der Computerteile Verpackung verwendet.

Schaumstoffe werden in unterschiedlicher Dichte hergestellt und wenn das Material zu Dicht ist beeinflusst es den Klang nachhaltig. Damit habe ich dann eine Bedämpfung der Höhen hergestellt.

Gruß Jürgen
Titel: Re: Schaumstoff
Beitrag von: Dynacophil am Mittwoch, 07.April.2010 | 12:41:01 Uhr
was sind denn das für exotische KH? Ich hab bisher immer noch alles vom Hersteller bekommen (Sennheiser, Beyer...)
Titel: Re: Schaumstoff
Beitrag von: JayKuDo am Mittwoch, 07.April.2010 | 12:51:05 Uhr
 .,045

Ich habe 2 Sennheiser, für Die hat der Hersteller nichts mehr an Polstern. Der Unipolar2000 steht mit dem HD420 nicht allein da. lediglich für den HD430 bekomme ich noch vom Hersteller meine Ersatzpolster.

Das liegt vielleicht an Auflagemenge und Produktionsdauer.

Gruß
Jürgen
Titel: Re: Schaumstoff
Beitrag von: JayKuDo am Mittwoch, 07.April.2010 | 15:55:55 Uhr
 :drinks:

Ich hab da noch was zum Sennheiser HD 420 gefunden.

http://www.elmulab.de/Sennheiser+HD+420/ (http://www.elmulab.de/Sennheiser+HD+420/)

:_hi_hi_:

Gruß
Jürgen
Titel: Re: Schaumstoff
Beitrag von: lyticale am Donnerstag, 08.April.2010 | 10:44:12 Uhr
Schaumstoff bekommt man auch in kleinen, gut sortierten Stoffläden. Und in Polstereien.
Und klar - sie können die Akustik beeinflussen. Wenn sie aber nicht vorhanden sind, umso mehr ...  .,a020

Die kleinen Schaumstoffstücke/platten, die in Verpackungen mitunter zu finden sind, knistern meist schon beim Berühren.

In deinem Fall kannst du die Schaumstoffscheiben von Beyerdynamic nehmen:

Bei Beyerdynamic (http://www.beyerdynamic.de/n_c/home/ersatzteilshop/warenkorb.html?backPID=1198&tt_products=1607&ttp_extvars=%3B%3B%3B%3B) oder Thomann (http://www.thomann.de/de/beyerdynamic_schaumstoffscheibe.htm) (Mindestbestellwert von 25 EUR beachten; vielleicht brauchst du eh noch etwas)

Die Schaumstoffscheiben haben 85 mm Durchmesser und sind ~2,5 mm dick. Wenn du 4 Stück nimmst, kommst du den Maßen vom Original recht nahe. Das exakt runde Loch der 305 wirst du mit Schneiden schwer hinbekommen. Bastel dir nen Lochkreis - schärfen - gut fixieren - stanzen. Am besten vorher mit altem Stoff oder Leder üben.

Mein SE-305 hat noch sehr elastische originale Schaumstoffeinlagen ...  :smile

Titel: Re: Schaumstoff
Beitrag von: KalleWirsch am Donnerstag, 08.April.2010 | 17:15:56 Uhr
Für Anwendungen im akustischen Bereich wird offenporiger Schaum benötigt.
Früher stellte man den als Knallschaum her:
Das Material PU wird in flüssiger Phase mit Knallgas aufgeschäumt und dann in geschlossener druchkfester Form gezündet.
Die vorher entstandenen autarken Bläschen platzen an den Verbindungspunkten zueinander auf.
Durch diesen Prozeß, der natürlich nicht am Fließband stattfindet, sind die doch recht einfach aussehenden Mikrowindschutze auch so teuer.

Normales (Matratzen-) Schaumgummi hat diese Eigenschaft nicht und dämpft speziell die Höhen besonders stark ab.



Noch was:
Solche Teile, egal ob Mikro- oder Kopfhörerschaumgummi bearbeitet der ambitionierte Profi-Dilettant auf der Drehbank.
Natürlich erst, nachdem der Rohling mit Wasser getränkt im Gefrierfach übernachtet hat...

Karl
Titel: Re: Schaumstoff
Beitrag von: lyticale am Donnerstag, 08.April.2010 | 21:41:35 Uhr
Hast du diese Prozedur mit dem hartgefrorenen Schaumstoff schon erfolgreich umsetzen können? Klingt vielversprechend.
Ich hätte da so einen Kandidaten für diese Prozedur ...

Titel: Re: Schaumstoff
Beitrag von: Captn Difool am Donnerstag, 08.April.2010 | 21:50:26 Uhr
...geht aber nur für Kreisrunde Ohrpolster, bei ovalen stelle ich mir das recht schwierig vor.
Titel: Re: Schaumstoff
Beitrag von: KalleWirsch am Donnerstag, 08.April.2010 | 22:56:40 Uhr
Zitat von: lyticale am Donnerstag, 08.April.2010 | 21:41:35 Uhr
Hast du diese Prozedur mit dem hartgefrorenen Schaumstoff schon erfolgreich umsetzen können?

Ja,
bei Mikrofonwindschützern und auch Moosgummigriffen, die ich aus einer dicken Platte zu Motorradgriffen verarbeitet habe.
Ein ins Schälchen (runder Magarinebecher geht gut) zentrisch mit hineingestelltes Stückchen Besenstiel dient als Aufnahme fürs Drehfutter.
Das Eis selbst schmilzt bei Kontakt mit dem viel wärmeren Metall sehr schnell und rutscht immer wieder raus.

Das man trotzdem gut vorbereitet sein und dabei auch noch wie ein Hase arbeiten muß, brauche ich wohl nicht extra erwähnen.
Es sei denn, man macht das im Winter in einer ungeheizten Werkstatt.


Oval auf der Bank geht natürlich nicht.
Aber dafür gibts ja Fräsen, für die dasselbe Verfahren gehen sollte.



In flüssigen Stickstoff getauchtes Gummi läßt sich ebenfalls so bearbeiten.
Gut für die Herstellung von Bandandruckrollen.
Allerdings gibts da andere, größere Probleme, die ziemliche Erfahrung beim Abkühlen und der Materialwahl voraussetzen.


Kalle
Titel: Re: Schaumstoff
Beitrag von: nix1euro am Freitag, 09.April.2010 | 01:00:46 Uhr
Moin !

Im preussischen Urstromtal gibt es einen Spezi: http://www.weissbach24.de/ (http://www.weissbach24.de/) , der seit Jahrzehnten überlebt und richtig kompetent ist.

@ Karl:

Kann man nicht für andere Formen das Pedikür-Set der LAP mißbrauchen oder irgendwas aus der Dremel-Ecke nehmen , wenn die Drehzahl regulierbar wäre ?

MfG,
n1e
Titel: Re: Schaumstoff
Beitrag von: KalleWirsch am Freitag, 09.April.2010 | 09:17:21 Uhr
Habe ich jetzt nicht probiert.

Es sollten aber Werkzeuge mit einer großen möglichen Spantiefe eingesetzt werden.
Also Fräser oder Raspeln.
Schleifsteine werden da wohl nicht taugen, weil die Erwärmung da viel größer ist.
Die wegfliegenden Spänne befördern ja einen guten Teil der Abwärme mit.
Man schneidet den Schaumgummi im Eis wie das Putenfleisch in Aspik.
Ist das Eis partiell abgetaut und Schaumgummi sieht hervor, gibts nur noch Fetzen.
Schwierige Werkstücke muß man dann immer wieder mal für ein paar Stunden in der Truhe zwischenlagern.

Sicher nicht besonders rationell, geht aber.