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Hifi-Oldies und HiFi-Klassiker bis in die Moderne ---- Hier der technische Bereich.... => Allgemeines zu den Klassikern ---- Geräteklasseneinteilung => Cassettengeräte => Thema gestartet von: kuni am Montag, 17.Januar.2011 | 09:19:04 Uhr

Titel: Alpine AL-80
Beitrag von: kuni am Montag, 17.Januar.2011 | 09:19:04 Uhr
Moin Jungs,

es kündigt sich ein Neuzugang an  :grinser: und zwar ein Alpine AL-80, das mit dem "Lichtzeiger Gimmick"  :_good_:.

Hab's noch nicht hier, aber schon mal im Netz gesucht (und das SM gefunden).

Jetzt die Frage an Euch:

Hätte einer die BDA, bzw. einen Link auf eine ?
Hat wer Erfahrungen mit dem Teil oder besitzt irgendwelche Tests ?
Titel: Re: Alpine AL-80
Beitrag von: kuni am Donnerstag, 20.Januar.2011 | 08:52:19 Uhr
Moin Jungs,

ist das Alpine so'n Exote, daß da keiner von Euch Erfahrungen mit hat ?    .,a015

Verlinke ich mal ein paar Bilder zum Anheizen:


(http://bilder.hifi-forum.de/small/214259/alpine-al-80-front_35427.jpg) (http://bilder.hifi-forum.de/medium/214259/alpine-al-80-front_35427.jpg)


(http://bilder.hifi-forum.de/small/214259/alpine-al-80-vu-meter_35430.jpg) (http://bilder.hifi-forum.de/medium/214259/alpine-al-80-vu-meter_35430.jpg)

und hier noch eins in gaaaaanz groß:
http://www.hifi-wiki.de/images/9/9c/Alpine_AL-80.jpg (http://www.hifi-wiki.de/images/9/9c/Alpine_AL-80.jpg)
Titel: Re: Alpine AL-80
Beitrag von: Captn Difool am Donnerstag, 20.Januar.2011 | 11:10:41 Uhr
Hübsches Gerät, kenne ich leider auch nur von Fotos.
Titel: Re: Alpine AL-80
Beitrag von: kuni am Donnerstag, 20.Januar.2011 | 12:48:16 Uhr
Bin schon ganz heiß auf diese Lichtzeiger-Anzeigen - soll dem Vernehmen nach ja echt ein optischer Brüller sein.

Nichts desto trotz muß das Teil auch sonst noch was können, daß es bleiben darf.
Titel: Re: Alpine AL-80
Beitrag von: JayKuDo am Donnerstag, 20.Januar.2011 | 14:49:03 Uhr
Die Alpine/Alpage sollen klanglich ganz vorn mitspielen, wenn ich was darüber erfahren konnte dann im englischprachigem Tapeheads - Forum.

Dort wird es aber auf eine Stufe mit Nakamichi, große H/K u .... gestellt. perönlicher Eindruck zählt aber zuletzt. Hier ist es auf jeden Fall alles andere als häufig vertreten. Ich selber kannte Alpine nur als Hersteller für Musikgeräte im Auto.
Titel: Re: Alpine AL-80
Beitrag von: teax am Donnerstag, 20.Januar.2011 | 21:06:36 Uhr
...die Alpine waren schon gut, galten allerdings damals als recht anfällig. Das 80 war ein hübsches Teil, darüber gab es noch das 85 u. 90, die glaube ich aber beide eine andere Anzeige hatten. Waren immer Exoten und konnten sich -anders als im Auto-Bereich- nicht durchsetzen.

Meine Finger zuckten aber auch, als ich das Angebot sah, aber als unfähiger Bastler, der ich bin, habe ich es dann doch lieber gelassen.

Bin mal gespannt, was Du so erzählst über die klanglichen Qualitäten.
Titel: Re: Alpine AL-80
Beitrag von: hifikauz am Donnerstag, 20.Januar.2011 | 21:37:09 Uhr
Gab es denn von Alpine ppassende weitere Geräte wie z.B Verstärker, Tuner oder Receiver?

Falls nicht, ist es kein Wunder, dass sich Alpine nicht durchgesetzt hat.
Nakamichi ist ja auch eingegangen, weil der Name  nur für Casettendecks stand.
Titel: Re: Alpine AL-80
Beitrag von: teax am Freitag, 21.Januar.2011 | 06:56:51 Uhr
also mir sind keine weiteren Alpine-Geräte bekannt.

Was Nakamichi angeht, so irrst Du allerdings. Neben 2 -auch hier besprochenen- absolut genialen Plattenspielern, hat Nakamichi durchaus sehr gute Geräte gebaut. Die großen Vorstufen CA-5 + 7 sowie deren Endstufen PA-5 +7 (unter Threshold-Lizenz) und selbst der Tuner ST-7 waren allerfeinste Geräte und sind selbst heute noch jeden Euro wert. Drumherum gab es auch noch anderes. Verschlafen wurde "lediglich" der digitale Wandel...mit den bekannten Folgen.

Grüßle
Titel: Re: Alpine AL-80
Beitrag von: kuni am Freitag, 21.Januar.2011 | 07:56:56 Uhr
Moin zusammen,

Zitat von: JayKuDo am Donnerstag, 20.Januar.2011 | 14:49:03 Uhr
Die Alpine/Alpage sollen klanglich ganz vorn mitspielen, wenn ich was darüber erfahren konnte dann im englischprachigem Tapeheads - Forum.

Ist vermutlich dieser Thread (geht aber in Richtung AL-85 vs. AL-90):
http://www.tapeheads.net/showthread.php?p=113874 (http://www.tapeheads.net/showthread.php?p=113874)

Zum AL-80 ist im Netz nicht viel zu finden außer einiger eher allgemeiner Aussagen in Richtung, daß ältere Alpine Decks eher besser sind als die neueren.
Einziges Alpine das ich mal hier hatte war ein AL-300 (in verkappter Form eines Eumig FL-900).

Zitat von: teax am Donnerstag, 20.Januar.2011 | 21:06:36 Uhr
...die Alpine waren schon gut, galten allerdings damals als recht anfällig.

Das mit der heiklen Mechanik kann ich vom AL-300 bestätigen, zumindest daß das LW komplett verbaut ist.
Klanglich war es gut, aber nicht top - mMn so auf Augenhöhe eines Akai GXC-760D.

Zitat von: teax am Donnerstag, 20.Januar.2011 | 21:06:36 Uhr
Meine Finger zuckten aber auch, als ich das Angebot sah, aber als unfähiger Bastler, der ich bin, habe ich es dann doch lieber gelassen.

Das im HF ?
In Ebay hat die Tage auch einer versucht eins loszuwerden (Sofortkauf um die 120€) - ging aber nicht weg und lief auch nur ganz kurz.

Zitat von: teax am Donnerstag, 20.Januar.2011 | 21:06:36 Uhr
Bin mal gespannt, was Du so erzählst über die klanglichen Qualitäten.

Logo, werde an dieser Stelle berichten.
Titel: Re: Alpine AL-80
Beitrag von: kuni am Montag, 24.Januar.2011 | 09:14:05 Uhr
Hi zusammen,

das AL-80 kam am WoE an. Also hier mal ein erster Eindruck.

Direkt nach Ankunft ging erst mal gar nichts, war auch komplett durchgefroren.

Einen Tag später also nochmal getestet:
Vorspulen geht kräftig, quitscht aber. Rückspulen geht nur mit halber Kraft. Also vrmtl. der/die Idler-Gummi(s) hart.
Antrieb geht gar nicht, weil der Riemen nur noch lustlos über dem Pulley hängt.
Kopfschlitten fährt nicht hoch - liegt vlt. am nicht funktionierenden Antrieb (hoffe ich).

Eine LED ist ausgefallen und einige Taster lassen sich nur betätigen, wenn man sie mit dem Fingernagel ganz nach unten drückt.
Ich denke da wurde schlicht die Frontplatte mal abgenommen und nicht wieder richtig angeschaubt.

Mehr war erst mal nicht testbar, weil ja der Antrieb nicht geht.

Alles in Allem war das genau das, was der VK auch schon beschrieben hatte.
Zunächst braucht's hier also eine komplette Gummi-Kur.

Zum Gesamteindruck:
Das LW ist weit weniger verbaut als beim AL-300. Scheint mir so, als würde man nicht groß Kabel abmachen müssen um da dran zu kommen.
Schön ist auch, daß im Gehäuse hinter dem LW Platz ist um das LW da rausnehmen zu können. Sieht also deutlich servicefreundlicher aus.
Das LW scheint dennoch einfacher gestrickt zu sein. Ich kann nur einen Motor erkennen und auch nur einen Capstan.

Ausstattungstechnisch hat's einige nette Features:
- Zeitanzeige (ob und wie gut die funktioniert weiß ich noch nicht)
- Testoszillator
- Auto-Play nach Rückspulen, Auto-Rewind am Bandende

Insgesamt macht es von der Verarbeitung einen durchschnittlichen Eindruck. Hat zwar eine Metallfront und eine gedämpfte Klappe, aber die Schalterchen sind aus Kunststoff und sind recht labbelig.

Man wird sehen müssen, was es dereinst an inneren Werten noch offenbart. Eigentlich sollte es wegen seiner speziellen Lichtzeigeranzeige mein Akai GXC-760D ersetzen, aber ob's das schaffen wird, wird wie gesagt von den inneren Werten abhängen. Rein verarbeitungstechnisch kann's mit dem 760 nicht mithalten - das ist ja ein rechter Schwermetallpanzer.
Titel: Re: Alpine AL-80
Beitrag von: kuni am Dienstag, 25.Januar.2011 | 10:45:37 Uhr
Moin Jungs,

habe mir gestern mal das SM des Decks durchgelesen um zu wissen was da auf mich zukommt.

Bei der Geschwindigkeitseinstellung ist im SM lapidar beschrieben:
"See FL Cassette Deck of ALPAGE TECHNICAL GUIDE"

Ein solches Dokument, ebenso wie ein x-beliebiges SM eines der Decks aus der FL Serie, konnte ich im Netz nicht finden.

Das Deck hat einen DC Motor, nur hat der kein Loch für ein Geschw.einstellpoti.
Im Schaltplan ist auch kein Poti vorgesehen (der Motor wird direkt über einen Treiber ein-/ausgeschaltet).

Also habe ich mir mal alle möglichen Alpine/Alpage SM's gezogen (alles Decks der AL Serie) und mal geschaut wie's dort gemacht wird:
Zu 90% über ein Poti im Motor und einige haben ein Poti auf der Platine.
Ähnlichkeiten zu diesem AL-80 konnte ich aber keine entdecken.

Also, was meint Ihr wie da die Geschw. eingestellt wird ?
Müßte man da evtl. den rückwärtigen Deckel des Motors abnehmen um darunter evtl. an ein Poti zu kommen ?
Titel: Re: Alpine AL-80
Beitrag von: JayKuDo am Dienstag, 25.Januar.2011 | 12:19:31 Uhr
Wenn der Deckel nur eingepresst ist, würde ich dort auf jeden Fall erst mal nachsehen.
Titel: Re: Alpine AL-80
Beitrag von: kuni am Mittwoch, 02.Februar.2011 | 09:20:57 Uhr
Hi zusammen,

habe mich gestern mal etwas um das Deck gekümmert:

Zitat von: kuni am Montag, 24.Januar.2011 | 09:14:05 Uhr
Vorspulen geht kräftig, quitscht aber. Rückspulen geht nur mit halber Kraft. Also vrmtl. der/die Idler-Gummi(s) hart.
Fehlanzeige. Bei diesem Deck ist das Zwischenrad nur zum Antrieb des rechten Wickels im Play-Betrieb zuständig und dessen Gummi ist iO.
Der Spulbetrieb wird über Zahnräder gemacht. Da scheint es in den Lagern etwas an Öl zu fehlen, deswegen quitscht es.

Zitat von: kuni am Montag, 24.Januar.2011 | 09:14:05 Uhr
Antrieb geht gar nicht, weil der Riemen nur noch lustlos über dem Pulley hängt.
Kopfschlitten fährt nicht hoch - liegt vlt. am nicht funktionierenden Antrieb (hoffe ich).
Antriebsriemen habe ich gestern provisorisch mal aus meinem "Altriemenbestand" ersetzt, damit läuft das Deck wieder.
Die Sache mit dem Kopfschlitten hing mit dem nicht funktionierenden Antrieb zusammen.

Übrigens hat das verbaute LW absolut rein gar nichts mit dem verbauten Ding aus dem AL-300 zu tun.
Am AL-80 ist hinten nur ein Blech mit dem Gegenlager des Capstans - mit einer Schraube fest gemacht.
Macht man die Schraube raus, dann kann man das Blech auf der anderen Seite aushängen und kommt prima an den Riemen dran. Eine Sache von 'ner halben Stunde.

Danach lief das Deck erst mal und soweit funktioniert auch alles.

Zur Drehzahleinstellung:

Zitat von: JayKuDo am Dienstag, 25.Januar.2011 | 12:19:31 Uhr
Wenn der Deckel nur eingepresst ist, würde ich dort auf jeden Fall erst mal nachsehen.

Den Motor konnte ich mal genauer untersuchen - Scheint ein Mabuchi zu sein.
Hatte gestern zufällig auch noch ein Dual CS-804 auf dem Tisch und beide Motoren sind zumindest optisch identisch.
Im Manual des Dual steht dazu, man können die Geschw. am "Steller Motor" einstellen. Wo sich jedoch dieser befindet, darüber schweigt sich das SM aus  ;0003

Bin also nicht weiter. Der Deckel hinten scheint wirklich nur eingepreßt zu sein, aber abbekommen habe ich ihn nicht. Man kommt da nur an einer Stelle (dort wo die Kabel rauskommen) mit dem Schraubenzieher ran. Wirklich hebeln ist da aber nicht, weil man sonst womöglich die Kabel abquetscht.
Sonst sind keine irgendwie gearteten Nuten o.ä. zu erkennen, wo man anhebeln könnte.

Das Ding sieht so aus, als auf diesem Bild:
http://www.oddmix.com/spec/px/spe_au_casstrans-dual.jpg (http://www.oddmix.com/spec/px/spe_au_casstrans-dual.jpg)

Wenn da jemand 'nen Trick weiß ?

Titel: Re: Alpine AL-80
Beitrag von: JayKuDo am Mittwoch, 02.Februar.2011 | 10:42:07 Uhr
Ich hab die immer mit einem feinen Schraubendreher heruntergehebelt. Motor mit der Hand fest umfassen und den Handrücken als Widerlager genutzt.
Wenns zu unsicher ist, einfach die Kabel erst ablöten, dort müsste eigentlich ein Stück Platine zum Anlöten der Kabel herausschauen.
Titel: Re: Alpine AL-80
Beitrag von: Araso am Mittwoch, 02.Februar.2011 | 12:38:42 Uhr
Moin, moin.

Nee, ablöten ist wohl nicht.

Auf dem Bild kann ich leider nicht wirklich viel sehen.
Es scheinen mir aber 4 Kabel rauszukommen. Dann ist das ein Servo-Motor.
Was steht denn auf dem Aufkleber? DC-Motor, oder DC-Servo?

Wenn es ein Servo-Motor ist, findest du auf einer Platine in der Nähe den Einsteller. Verfolge mal die Kabel.

Bevor man durch Aufhebeln entweder den Deckel oder Schraubendreher unnötig leiden läßt, erstmal gucken, denken, gucken, denken.

Ich habe noch kein Deck in Händen gehabt, wo es nötig war, Motore zu zerlegen, um die Geschwindigkeit zu justieren. Sowas hätte die Produktionsabteilung schon im Werk den Entwicklern um die Ohren gehauen.

Viel Erfolg, Arnulf.
Titel: Re: Alpine AL-80
Beitrag von: kuni am Mittwoch, 02.Februar.2011 | 12:48:59 Uhr
Hi Ho,

der auf dem Bild ist nur von der Bauform der Gleiche.
In meinem Alpine hat der Motor 2 Drähte.
Potis auf der Platine sind zumindest lt. SM keine vorhanden.
Was drauf steht müßte ich die Tage mal nachschauen, im Moment ist das Deck wieder zu.
Titel: Re: Alpine AL-80
Beitrag von: Araso am Mittwoch, 02.Februar.2011 | 13:33:48 Uhr
Hmmh.

Wenn nur 2 Kabel rauskommen, wird´s ein normaler DC-Motor sein, der seine Regelung auf der innenliegenden Platine haben sollte.
Kein Loch kann ich aber trotzdem nicht glauben. Fühl mal mit sanftem Fingerdruck den Aufkleber ab, ob der nicht über das Loch geklebt ist. Da müßtest du dann durchstoßen zum Einstellen.
Sowas ist mir schon öfters begegnet.

Viele Grüße, Arnulf.
Titel: Re: Alpine AL-80
Beitrag von: kuni am Mittwoch, 02.Februar.2011 | 13:39:27 Uhr
Tja, da ist halt nur seitlich ein Aufkleber, aber nicht hinten auf dem Deckel  ;0003
Titel: Re: Alpine AL-80
Beitrag von: JayKuDo am Mittwoch, 02.Februar.2011 | 18:24:26 Uhr
ich hab schon Recorder gehabt, bei denen die Geschwindigkeit nur am Motor selbst abgestimmt wurde. Unter dem Deckel ist meistens eine Platine die das Signal für den Motor erzeugt.
Ich habe noch kein Deck mit einem einfachen DC-Motor in der Hand gehabt. Ich gehe eher von einem 3-Phasen Synchronmoter aus. Häufig haben diese Motoren auf der Rückseite eine Möglichkeit dann die Geschwindigkeit zu regeln. Jedoch hatte ich schon einige in der Hand, bei denen ich nur durch das aufhebeln justieren konnte.
Titel: Re: Alpine AL-80
Beitrag von: Araso am Mittwoch, 02.Februar.2011 | 22:19:01 Uhr
Interessant.

Da betritt man tatsächlich im unteren Keller nochmal Neuland. Nun bin ich ja erst richtig gespannt.

Da du ihn ja nun aufmachen mußt, empfehle ich dir am Rand in der Höhe wo der Deckel in den Topf geht, gegenüber liegend 2 kleine 1mm Bohrungen mit der Hand (Stiftenkloben) anzubringen. Dann kannst du gefühlvoll über die Topfkante hebeln.
Wenn ein Schritt geschäft ist, kannst du z.B. eine Centmünze unterlegen und so weiter. Würgeaktionen habe ich gelernt zu vermeiden.

Das mit DC-Motor, oder DC-Servo sind die üblichen Bezeichnungen, die man bei den Japanern aus der Zeit auf dem Aufkleber vorfindet.

Gute Nacht, Arnulf.
Titel: Re: Alpine AL-80
Beitrag von: JayKuDo am Donnerstag, 03.Februar.2011 | 08:43:36 Uhr
ich bin heute noch mal in meinem kleinen Lager, ein Alpine/Alpage hab ich zwar nicht. Jedoch diverse Harman/Kardon, Technics, Sony und Denon.

Da schau ich mal und mache Aufnahmen.  .,a095
Titel: Re: Alpine AL-80
Beitrag von: kuni am Samstag, 12.Februar.2011 | 16:25:15 Uhr
Hi Leute,

bin etwas ratlos mit dem Alpine.

Es macht im warmen Zustand immer wieder einen Jauler, d.h. es jault nicht ständig und gar nicht wenn es kalt ist.
Wärmt es sich auf, dann bricht die Geschwindigkeit immer mal wieder etwas ein, manchmal verringert sie sich auch für ca. 3-6s um dann wieder auf normale Geschwindigkeit zu kommen.

Neue Riemen hat es schon und auch eine neue Andruckrolle.
Capstan hat keine Oberflächenspuren.
Auf-/Abwickelmoment und Anpreßdruck zwischen Rolle und Capstan sind ok.
Bandpfad sieht ok aus und Band läuft gut durch.
Die Spg. am Motor beträgt auch bei Beobachten des Jaulers konstant 11,63V.
Spg.mäßig sehe ich also keine Einbrüche. Gehe also davon aus, daß es nicht aus der Elektrik kommt.

Ideen sind da nun gerne willkommen ?

Der alte Antriebsriemen war vorhanden aber verhärtet und hatte ausgebaut U=220mm.
Der neue mit -9% hat nun U=201mm.
Sollte mMn ok sein, oder meint Ihr der könnte doch noch zu locker sein ?
Titel: Re: Alpine AL-80
Beitrag von: Captn Difool am Samstag, 12.Februar.2011 | 18:12:20 Uhr
Dem Symptomen nach scheint es sich dem Fall hier (http://new-hifi-classic.de/forum/index.php?topic=4473.msg141912#msg141912) zu ähneln.  .,a015 Mein KX-670 jaulte gerne, wenn es etwas wärmer wurde...  :flööt:
Titel: Re: Alpine AL-80
Beitrag von: kuni am Samstag, 12.Februar.2011 | 19:01:55 Uhr
Hi André,

hab' den Thread nicht komplett gelesen, aber nach Stichwort "jaulen" durchsucht. Sieht tatsächlich ähnlich aus.
Bei mir sind das wie gesagt keine kurzen Schwankungen, sondern so im 1s Bereich.
Manchmal geht die Geschwindigkeit aber auch um 4% (nach W&F Meter) runter, bleibt dort und nach einigen Sekunden beschleunigt das Deck wieder.

Werd' ich also mal den Motor ausbauen und schauen wie ich den Deckel runter bekomme - war ja auch noch nicht klar - aber bei der Gelegenheit werd' ich's feststellen  :smile
Titel: Re: Alpine AL-80
Beitrag von: kuni am Sonntag, 13.Februar.2011 | 12:08:15 Uhr
So, Übeltäter gefunden:
(https://magnetofon.de/nhc/Gallery/albums/userpics/normal_01_Alpine_AL80_Motor.jpg) (https://magnetofon.de/nhc/Gallery/albums/userpics/01_Alpine_AL80_Motor.jpg)

Nur leider ist dieser Widerstand derart verkohlt, daß da nichts mehr zu erkennen ist.
Gemessen habe ich ihn mit 4,8 Ohm.

Gibt's Chancen raus zu bekommen, wie groß der sein sollte ?
Titel: Re: Alpine AL-80
Beitrag von: Captn Difool am Sonntag, 13.Februar.2011 | 14:56:37 Uhr
Müßte jemand anders seinen baugleichen Motor knacken...
Titel: Re: Alpine AL-80
Beitrag von: kuni am Sonntag, 13.Februar.2011 | 16:49:10 Uhr
Meint Ihr 10€ für einen Ersatzmotor wäre ok ?
Titel: Re: Alpine AL-80
Beitrag von: hifikauz am Sonntag, 13.Februar.2011 | 17:02:44 Uhr
Für ein Alpine, welches danach wieder funktioniert?

Warum nicht?
Titel: Re: Alpine AL-80
Beitrag von: kuni am Dienstag, 15.Februar.2011 | 08:00:14 Uhr
So. Ein NOS Motor ist auf dem Weg...

to be continued
Titel: Re: Alpine AL-80
Beitrag von: Captn Difool am Dienstag, 15.Februar.2011 | 08:40:06 Uhr
Dann kannst Du ja den Widerstandswert ablesen und den alten als Ersatz lagern.   :_good_:
Titel: Re: Alpine AL-80
Beitrag von: JayKuDo am Mittwoch, 16.Februar.2011 | 00:28:21 Uhr
Lese ich das richtig? bei 12V Gleichspannung soll der Motor mit 2400 Upm laufen? .,045
Titel: Re: Alpine AL-80
Beitrag von: kuni am Mittwoch, 16.Februar.2011 | 09:48:34 Uhr
Jou, so soll das wohl sein.
Titel: Re: Alpine AL-80
Beitrag von: JayKuDo am Mittwoch, 16.Februar.2011 | 12:36:00 Uhr
Wenn Du nun statt des Festwiderstandes ein Poti einsetzt und dann den Widerstandswert über Tonhöhe ermittelst? so hab ich mir auch schon beholfen, ich hatte meine Widerstandskaskade verlegt (bis heut nicht wiedergefunden).
Nur falls man in der Wartezeit noch etwas ermitteln möchte ....
Titel: Re: Alpine AL-80
Beitrag von: kuni am Mittwoch, 16.Februar.2011 | 12:52:03 Uhr
Ich denke so einfach wird's nicht sein, in diesem Fall.
Der Motor hatte ja so wie er war, also mit dem abgerauchten R, seine Drehzahl absolut gesehen bei -1% Abweichung gehalten.
D.h. die Umdrehungszahl war iO, nur hatte er bei Erwärmung sporadische Drehzahlschwankungen.
Hab' zwar keine Ahnung was sich hinter der Schaltungsmimik verbirgt, aber ich würde meinen, daß es nicht nur die Drehzahleinstellung per Poti ist, sondern eben auch noch eine Regelung bzgl. Temperatur- und Versorgungspsnnungsänderungen. Zu genau letzterem Teil würde ich den Widerstand zählen.
Hinzu kommt, daß es ja einen Grund gegeben haben muß, daß der Widerstand abgeraucht ist. Da wird wohl der Treiber T auch noch einen Schuß haben.

Wie auch immer. Wenn der neue Motor da ist, wird er aufgemacht und der alte wieder gerichtet. Dann habe ich zwei funktionierenden in petto.
2400 U/min ist ja standard, da werde ich den Ersatzmotor schon mal wieder brauchen können.
Titel: Re: Alpine AL-80
Beitrag von: kuni am Freitag, 18.Februar.2011 | 08:15:33 Uhr
Japaner haben doch auch den Servicegedanken verinnerlicht  :grinser:, also hatte ich Mabuchi mal direkt angeschrieben und angefragt, ob es einen Ersatzmotor gäbe, bzw. ob Unterlagen/Schaltpläne zu dem Motor Typ "EG" vorhanden sind.

Immerhin habe ich gestern eine Antwort erhalten - ist ja schon mal was  :flööt:
Die EG Motoren wurde wohl bis 2003 gefertigt, Ersatz gäbe es keinen und mit Unterlagen könne man nicht dienen.
Ich solle mich an den Hersteller "Alpine" des Decks wenden  .,35.
Das hätte ich eh bleiben lassen, weil: Die wissen dem Vernehmen aus den div. Foren nach ja noch nicht mal mehr, daß sie mal Kassettendecks gebaut haben....  .,a020

Well, die Antwort ist ziemlicher Kappes:
Auf irgendeiner amerikanischen Seite habe ich nämlich sehr wohl einen Ersatzmotor ausfindig machen können.
Der hätte die gleichen Daten, auch eine eingebaute Regelung und gleichen Wellen-Durchmesser. Lediglich das Gehäuse wäre kürzer und evtl. mit anderen Löchern. Hätte man also durchaus verwenden können. Falls es interessiert, kann ich den Typ + Link noch einstellen.

Egal, heute kam der NOS Motor den ich mir aus der Bucht geangelt habe.
Den werde ich also mal zerlegen und dann den alten wieder in Gang bringen - ist ja schließlich alles diskret auf der Platine.
Titel: Re: Alpine AL-80
Beitrag von: JayKuDo am Freitag, 18.Februar.2011 | 15:49:45 Uhr
Wenn der Bandlauf zu schwergängig wird, dann wird der Stromfluss ziemlich steigen und damit auch die Steuerelektronik thermisch belasten. Das bedeutet für mich, der angetriebene Teil muss gereinigt und geschmiert werden.
Irgendwann kann die Elektronik im Motor dann auch nicht mehr die benötigte Leistung bereitstellen.
Titel: Re: Alpine AL-80
Beitrag von: kuni am Samstag, 19.Februar.2011 | 16:45:59 Uhr
So, neuer Motor ist göffnet:

(https://magnetofon.de/nhc/Gallery/albums/userpics/normal_03_Alpine_AL80_Motorplatine_neu.jpg) (https://magnetofon.de/nhc/Gallery/albums/userpics/03_Alpine_AL80_Motorplatine_neu.jpg)

hier die alte Platine zum Vergleich:

(https://magnetofon.de/nhc/Gallery/albums/userpics/normal_02_Alpine_AL80_Motorplatine_alt.jpg) (https://magnetofon.de/nhc/Gallery/albums/userpics/02_Alpine_AL80_Motorplatine_alt.jpg)

Der abgerauchte Widerstand ist also tatsächlich ein 4,7 Ohm, aber was noch lustiger ist:
Auf dem alten fehlte ein Widerstand, nämlich der daneben liegende mit 150 Ohm  :shok:
Titel: Re: Alpine AL-80
Beitrag von: Captn Difool am Samstag, 19.Februar.2011 | 19:13:24 Uhr
Komisch, vielleicht mal den Schaltplan abnehmen, dann kann man sich einen Schädel machen, ob der 150er Sinn macht oder nicht. Bis ein Widerstand nicht mehr messbar ist, muß er praktisch schon zerfallen. Ist auch meine Erfahrung. Bei der Schaltung meines damaligen TD320 ist der Widerstand aber tatsächlich derart verschmokt gewesen, das er nur noch "unendlich" Ohm hatte... :smile
Titel: Re: Alpine AL-80
Beitrag von: JayKuDo am Sonntag, 20.Februar.2011 | 12:47:47 Uhr
Aber auch der Widerstand,der an dem großen Lötzinntropfen liegt (neben dem 5609) hat schon Temperaturspuren.
Titel: Re: Alpine AL-80
Beitrag von: kuni am Sonntag, 20.Februar.2011 | 18:15:57 Uhr
Zitat von: Captn Difool am Samstag, 19.Februar.2011 | 19:13:24 Uhr
Komisch, vielleicht mal den Schaltplan abnehmen
Bin dabei  .,045

Soweit ich das bisher "re-engineeren" konnte, liegen der 4,7 und der 150Ohm Widerstand parallel. Wird wohl so 'ne Art Anpassung an den Motor (Wicklungswiderstand) osä. sein.

Zitat von: JayKuDo am Sonntag, 20.Februar.2011 | 12:47:47 Uhr
Aber auch der Widerstand,der an dem großen Lötzinntropfen liegt (neben dem 5609) hat schon Temperaturspuren.

Die sind von mir  :flööt:
An dem großen Lötklops drüber kommt eine Lötfahne vom Motor hoch. Ich hatte die Platine ab, um das Layout abzuzeichnen.
Danach alles wieder verlötet und weil's da ziemlich eng ist, kam ich dem 5609 und 910Ohm Widerstand recht nahe  raucher01
Titel: Re: Alpine AL-80
Beitrag von: kuni am Montag, 21.Februar.2011 | 20:41:51 Uhr
Hi Leute,

habe diesen abgerauchten 4,7 Ohm Widerstand ersetzt und nun auch jenen 150 Ohm Widerstand in den alten Motor eingebaut.
Zudem noch die ganze Platine nachgelötet und die beiden Transistoren getestet (waren iO).
Deck läuft jetzt schon seit 2h ohne Jauler. Scheint also die Ursache gewesen zu sein - Klopf auf Holz ( .,35)

Der alte 4,7 Ohm Widerstand hatte ja noch seinen Wert, aber ich vermute jetzt mal, daß er doch 'ne Macke hatte und sich bei Wärme irgendwas auf der Motorplatine verzogen hat und dabei der Widerstand (oder sonst was) Murks gemacht hat.

Hier mal die Schaltung, soweit ich sie "re-engineeren" konnte (hoffe da sind keine Fehler drauf):
(https://magnetofon.de/nhc/Gallery/albums/userpics/normal_04_Alpine_AL80_Motortreiber_Schematic.jpg) (https://magnetofon.de/nhc/Gallery/albums/userpics/04_Alpine_AL80_Motortreiber_Schematic.jpg)

Wie man sieht, scheint der 150 Ohm R irgendeine Anpassung zu machen. Im Effekt erniedrigt diese Parallelschaltung mit den 4,7 Ohm ja auf 4,56 Ohm, also Minimal. Ich folgere, daß der 150Ohm R nicht sooooo wichtig sein kann.

Was mich aber wundert:
Ich hätte auf dem Motortreiber (neben der Geschwindigkeitseinstellung) eigentlich noch sowas wie eine Spg.-Stabilisierung (Schutz gegen schwankende Versorgung) und evtl. eine Art Temperaturkompensation erwartet. Letzteres sehe ich in der Schaltung gar nicht und eine Spg. Stabi kann ich auch nicht s richtig sehen.

Hier mal eine Simulation:
(https://magnetofon.de/nhc/Gallery/albums/userpics/normal_05_Alpine_AL80_Motortreiber_Simulation%7E0.jpg) (https://magnetofon.de/nhc/Gallery/albums/userpics/05_Alpine_AL80_Motortreiber_Simulation%7E0.jpg)

grün = Eingangsspannung
blau = Spg. über dem Motor
rot = Strom durch den Motor

Würde mich noch interessieren, wie die Schaltung genau funktioniert ?
Wenn da also jemand was besser als ich rauslesen kann, dann her damit  :give_rose:
Titel: Re: Alpine AL-80
Beitrag von: Captn Difool am Montag, 21.Februar.2011 | 21:37:29 Uhr
Wo liegt den die Versorgung (+) an? Oben?
Titel: Re: Alpine AL-80
Beitrag von: kuni am Dienstag, 22.Februar.2011 | 08:20:43 Uhr
Jepp  :_good_:
Titel: Re: Alpine AL-80
Beitrag von: kuni am Dienstag, 22.Februar.2011 | 10:13:35 Uhr
Noch 'ne kleine Erkenntnis, weil ich mit der Simulation noch etwas gespielt habe:

Die Schaltung oben ist etwas "mißverständlich" gezeichnet. Der Hauptlaststrom fließt nämlich nicht über R4/Q2, sondern über R3.

Soweit ich die Schaltung jetzt verstanden habe, ist das nicht mehr und nicht weniger als ein Drehzahlsteller (mit etwas Peripherie: Verpolschutz, Überspannungsschutz und Schutz gegen rückgespeiste Störungen über L1).

Auch wenn ich beim Festhalten der Motorwelle merke, daß sich der Motor gegen "Last wehrt", also lastabhängig gegengesteuert wird, sehe ich im Moment den zugehörigen Regelungsteil in der Schaltung noch nicht  .,a015.

Auch bzgl. schwankender Versorgung, bzw. Temp.kompensation gibt die Schaltung mMn nichts her.
Titel: Re: Alpine AL-80
Beitrag von: Captn Difool am Dienstag, 22.Februar.2011 | 11:33:03 Uhr
Die Spule und die Dioden dienen wohl der Funkentstörung. Q1 ist der Treiber, der Q2 ansteuert. R4/5 dienen der Strombegrenzung durch setzen des Arbeitspunktes von Q2. Kann schon mal passieren, das sie durch Alterung abschmoken. Die Motorschaltungen dienen hauptsächlich der Geschwindigkeitsjustage. Gleichstrommotoren haben von Haus aus ein hohes Drehmoment und die Schaltungen dienen dann zu Strombegrenzung. Spätere Schaltungen mit intergrierten Lastregler können Belastungen etwas besser ausregeln. Teils konnten sie auch ein wenig die Temperaturdrift ausregeln.
Titel: Re: Alpine AL-80
Beitrag von: kuni am Mittwoch, 23.Februar.2011 | 13:56:54 Uhr
Gecheckt  :_good_:

Habe mich per Simulation noch etwas in die Schaltung "rein verkrochen".

Meine gestrige Feststellung "Der Hauptlaststrom fließt nämlich nicht über R4/Q2, sondern über R3" ist natürlich vollkommener Käse  .,35.
Ich hatte bei der Werteeingabe in LTSpice als Dezimaltrenner Kommas anstatt Punkte angegeben. Das hat das Programm mit einer "schrägen" Berechnung quittiert, die mich zu o.g. Behauptung bzgl. des Hauptlaststroms hingerissen hat.

Ich habe die Schaltung also nun nochmal simulationstechnisch näher beleuchtet und - so meine ich - des Pudels Kern bzgl. des abgerauchten R4 gefunden:

Funktion:
- Die Lastregelung ist eine "Eigenschaft" von DC Motoren (bei Last steigt die Stromaufnahme um die Nenndrehzahl zu halten).
- Der Hauptlaststrom fließt im Normalbetrieb über R4/R5.
- Q2 (Typ 5609) hat einen max. Ic = 800mA
- Steigt (z.B. lastbedingt) der Motorstrom und damit Ic(Q2) auf > 614mA, dann setigt auch V(n010).
- Q1 sperrt dann, wodurch Vbe(Q2) kleiner wird und auch Q2 in Folge sperrt.
- Der Hauptlaststrom fließt dann nicht mehr über R4/R5, sondern wird über R3 limitiert.

Problem:
- Im Normalbetrieb liegt die Leistung an R4, bei 216mW.
- Steigt aber der Motorstrom unter Last auf bis zu 614mA (bis zur Strombegrenzungsschwelle), dann fallen an R4 bis zu 1.6W (!!!) ab.
- Ist also der Motor blockiert und der Motorstrom ist dauerhaft hoch, dann kann das zur therm. Zerstörung von R4 führen.

Fazit:
Die Schaltung ist mMn buggy, weil R4 als 1/4W zwar für den Normalbetrieb ausreichend dimensioniert ist, aber im Defektfall (Motor gehemmt oder blockiert und damit höherer Motorstrom) kaputt geht, zumindest wenn der höhere Motorstrom über längere Zeit fließt und noch niedrig genug ist, um die Strombegrenzungsschwelle noch nicht überschritten zu haben.

Klar ist natürlich auch, daß ein 2W Widerstand in dem kleinen Gehäuse gar keinen Platz gehabt hätte.

Summa Summarum, lag "JayKuDo" mit seiner Defektursache

Zitat von: JayKuDo am Freitag, 18.Februar.2011 | 15:49:45 Uhr
Wenn der Bandlauf zu schwergängig wird, dann wird der Stromfluss ziemlich steigen und damit auch die Steuerelektronik thermisch belasten. Das bedeutet für mich, der angetriebene Teil muss gereinigt und geschmiert werden.
Irgendwann kann die Elektronik im Motor dann auch nicht mehr die benötigte Leistung bereitstellen.

also vollkommen richtig.
Allerdings habe ich das Deck (schon) in einem Zustand bekommen, bei dem diese "Schwergängigkeit" wohl schon nicht mehr vorhanden war.
Titel: Re: Alpine AL-80
Beitrag von: JayKuDo am Mittwoch, 23.Februar.2011 | 16:00:19 Uhr
Hallo Kuni,

es freut mich dein Deck wieder Laufend zu wissen. Berichte doch bitte mal, wie es sich klanglich behauptet zu evtl. vorhandenen Vergleichskandidaten.  :drinks:
Titel: Re: Alpine AL-80
Beitrag von: kuni am Mittwoch, 23.Februar.2011 | 19:50:26 Uhr
Hi JayKuDo,

klar werde ich bzgl. Klang noch berichten. Jetzt war halt erst mal wichtig, daß die Mechanik tut, weil sonst ist nix mit einstellen.
Das wird dann auch der nächste Punkt sein und dann kommt die spannende Frage "wie klingt's ?".
Titel: Re: Alpine AL-80
Beitrag von: kuni am Montag, 18.April.2011 | 10:14:06 Uhr
Hi zusammen,

so, mal ein kleiner Zwischenbericht von der "AL-80" Front:
In den letzten Tagen war ich mal dran, das Deck lt. SM abzugleichen. Alles in Allem eine recht "schräge" Angelegenheit.

Da werden alle Einstellungen samt und sonders (auch REC) bei 400Hz gemacht. Gemessen wird nicht am Line-Out, sondern an irgendwelchen Testpunkten, an denen auf der Bestückungsseite der Platine "Haken" eingelötet sind um die Messpitzen anzuklipsen. Der eigentlichen Gag des REC Abgleichs kommt dann ziemlich zum Schluß der Abgleichanleitung und ist in der Fußnote (Figure 17) recht unscheinbar, aber elementar wichtig (wie mir scheint) erklärt.

Es geht darum den Hinterband-Frequenzgang "einzuebnen", bei -25dB (=17mV) Eingangssignal.
Im Prinzip gibt es dort 3 Frequenzen, an denen das Deck Abgleichmöglichkeiten bietet, um den Überband-Frequenzgang ab 10khz gerade zu biegen:
(1) um 10kHz per "Rec-EQ" Poti
(2) um 14kHz per "BIAS" Poti
(3) um 23kHz per "Rec-Peak-Adjustment" Spule

Frei übersetzt lautet die Beschreibung mehr oder weniger so, daß man sozusagen im Bereich 10kHz-20kHz über diese 3 Stützstellen (mit den jeweiligen Einstellern) den FG so "hintrickst", daß er innerhalb +/- 3dB liegt, bezogen auf den Pegel bei 400Hz/-25dB. Das gelingt lustiger Weise sogar. Allerdings bekomme ich auf einem Kanal, bei allen Bandsorten einen dramatischen Pegelabfall oberhalb 14kHz.

Ob das vor meinem Abgleichversuch auch schon so war, kann ich nicht sagen (habe vorher keine Messungen gemacht). Jedenfalls müßte entsprechend der Angaben der Punkt "Rec-Peak-Adjustment" dafür verantwortlich sein. Dieser geht über je eine veränderbare Spule pro Kanal mit verdrehbarem Ferritkern (lt. SM 3,3mH). Diese beiden Spulen gibt es nicht gesondert für jede Bandsorte. Nun ist mir beim Versuch dort was einzustellen, der drehbaren Ferritkerne in der Spule verbröselt. Vorsichtshalber habe ich dann auf dem anderen (iO) Kanal nicht weiter probiert um dort nicht auch noch den Ferritkern kaputt zu machen.

Diese veränderbaren Spulen scheint es aber nicht als Ersatz zu geben, zumindest habe ich bei den einschlägigen Shops nichts derartiges gefunden.
Meint Ihr es gäbe eine "Alternative", einen "Work-Around" oder was Ähnliches ?
Irgendwelche Ferritkerne zum "mal reinstecken" habe ich leider keine. Etwas unorthodox, aber sollte ich den alten Ferritbrösel da mal raus holen und einfach mal einen Nagel reinstecken ?
Titel: Re: Alpine AL-80
Beitrag von: JayKuDo am Montag, 18.April.2011 | 11:41:40 Uhr
diese Ferritkerndrosseln? kenne ich noch aus dem CB-Funkbereich. Im Hifi-Bereich hab ich soweit mich damit noch nie beschäftigen müssen.

- 3,3mh - welche Abmessungen in mm hast Du, dann fragt ich mal den CB-Mann im Nachbarort. Falls der welche hat, dann bekomme ich Sie und kann Sie dir schicken.

lg
Jürgen
Titel: Re: Alpine AL-80
Beitrag von: kuni am Montag, 18.April.2011 | 12:40:40 Uhr
Hi Jürgen,

genau, das ist so'ne Drossel in einem quadratischen Metallbecher (ca. 8x8mm). Oben mit Loch um den Ferritkern drehen zu können.
Das ist im Prinzip das Gleiche Dingens wie's auch in Tunerteilen zu finden ist.

Bin mir ja noch nicht sicher, ob dieser Pegelabfall überhaupt von dieser Drossel kommt. Ich werde morgen mal das mit dem Nagel probieren. Ist vlt. nichts endgültiges, aber man müßte schon mal sehen können, ob das einen Effekt macht. Wenn ja, dann liegt's wahrscheinlich doch an der Drossel.

Ich müßte noch dazu sagen, daß der Kern dieser Drossel noch nicht zu 100% verbröselt ist, sondern nur das obere Drittel. Allerdings sieht's mir so aus, als ob der ganze Ferritkern einen Riß hat. Das macht ja ggf. auch schon einen nicht unerheblichen Effekt.
Titel: Re: Alpine AL-80
Beitrag von: kuni am Montag, 18.April.2011 | 17:07:43 Uhr
So. Gerade mal ausprobiert, was die Zeigerchen machen, wenn man in die Spule einen dünnen Schraubenzieher rein hällt:
-> Absolut nigges  .,a015
Titel: Re: Alpine AL-80
Beitrag von: kuni am Mittwoch, 20.April.2011 | 10:28:06 Uhr
Hi zusammen,

irgendwie habe ich nun den ganzen REC Abgleich mit den vielfältigen Einstellmöglichkeiten doch noch "hintricksen" können, daß man das lassen kann.
Aufnahme hat bei mir eh nur untergeordnete Priorität, weil ich neue Aufnahmen ausnahmslos entweder auf dem Eumig FL-1000 oder auf dem Revox B215 mache und daher alle anderen Decks "lediglich" der Wiedergabe dienen.

Die diversen Frequenzgangschriebe spare ich mir an dieser Stelle, die sehen nicht weiter spektakulär aus. Zudem mußte ich ja damals im Rahmen meiner Einstellarbeiten am Revox B710 auch feststellen, daß FG-Schriebe nur bedingt eine Aussage über den Klang zulassen.

Zur Erinnerung:
Die Frequenzgänge des B710 waren deutlich welliger als die des B215, ohne daß das B710 aber deswegen hörbar schlechter geklungen hätte. Bei etlichen anderen Decks die nachfolgten, habe ich ähnliche Erfahrungen gemacht. Zunächst stellte sich ein Schock ein, ob der Messungen und
später dann das Aha-Erlebnis, daß die Dinger bei Weitem nicht so miserabel geklungen hätten, als man das vom FG hätte eigentlich vermuten müssen.

Gut. Jürgen (ich meine "JayKuDo"), Du hattest noch nach einer Einschätzung gefragt.
Das Deck steht seit gestern im Regal und ich konnte es gestern mal probehören im Vergleich zum B710 und dann auch im Vergleich zu einem Deck einer ähnlicheren Klasse (Onkyo TA-2040).

Zunächst aber mal ein paar allgemeine Sachen:

Allgemeiner Eindruck / Ausstattung:
Über Optik läßt sich streiten. Ich finde, daß das AL-80 mal ein anderes Design hat, mit seinen von oben zu bedienenden Druckschalterchen.
Es ist ein Kind der 80'er, also darf man hier keinen "Metallpanzer" mehr erwarten. Front ist aus Alu, aber alle Knöpfe aus Plastik und auch recht wackelig - was der Funktion an dieser Stelle ja keinen Abbruch tut.

Es bringt einen integrierten 400Hz Pegeltogenerator mit, womit der REC-Level manuell auf die Bandsorte einstellbar ist. Funktioniert soweit auch ganz ordentlich.

Für mich ganz nützliche Feature: Auto-Rückspulen am Kassettenende, bzw. Auto-Play nach erfolgtem Rückspulen.

Ansonsten das Übliche. Zu erwähnen wären vlt. noch Dolby B+C (für mich irrelevant, ich nehme 100% ohne NR auf) und 4 Bandsorten (Norm, FeCr, Cr, Metall) + BIAS Feinsteller an der Front.

Absolutes optisches Highlight ist die Aussteuerungsanzeige (Peak) per Lichtzeiger. Ob das Sinn macht sei dahin gestellt, aber es ist definitiv was für's Auge - so gaaaaanz anders eben und hübsch türkisfarben beleuchtet.

Laufwerk:
Ein Motor, Single-Capstan, 3 Köpfe, laufwerkstechnisch also eher "Stangenware".
Gleichklaufschwankungen habe ich (nach Ausbau, Reinigung, Ölen des Capstans + neuer Andruckrolle + neuer Riemen) mit 0,1% (DIN bewertet) gemessen. Nach SM sollte es bei 0,05% WRMS liegen, hällt also seine Spec. nicht mehr, wobei m.E.n. 0,1% bei dieser Art Laufwerk gar nicht schlecht sind (ich höre da nichts mehr raus). Man darf das laufwerkstechnisch also sicher vergleichen mit den vielen Decks, in denen diese Sankyo Standard-LW'e verbaut sind. Einfach, recht solide und bzgl. Gleichlauf keine Burner, aber absolut ausreichend.

Der Kopf-Azimut ließ sich problemlos einstellen und zeigt gute Reproduzierbarkeit. Das spricht m.E.n. für eine gelungene Kopf/Brücken Konstruktion.
Erfreulich ist, daß die Köpfe nicht per Hubmagnet, sondern per Kurvenscheibe (über den Hauptantrieb) vglw. "soft" hoch/runter gefahren werden.

Aufbau / Abgleich:
Das LW bekommt man recht gut raus (kein Vergleich zum Alpine AL-300, alias Eumig FL-900). Riemenwechsel ist gut zu machen.
An die Hauptplatine kommt man von oben und unten gut zu Servicezwecken ran, aber die anderen Platinchen sind mitunter recht verbaut.
Lediglich die vielen Schalterchen hinter der Front sind schlecht zu erreichen. Aber man muß die ja auch nicht jeden Tag sauber machen.

Super ist, daß es auf der Bestückungsseite an den jeweiligen Testpunkten "Haken" gibt, um die Messpitzen einhängen zu können.
Der Abgleich nach SM ist irgendwie "schräg", weil fast sämtliche Einstellungen bei 400Hz gemacht werden, auch so Sachen wie BIAS.
Alpine wird sich aber schon was bei gedacht haben und das Ergebnis scheint mir soweit auch iO. Alle Einstellungen gingen übrigens weitestgehend problemlos vonstatten, bis auf o.g. Trickserei um den Überband-FG zu begradigen. Übrigens wird keine einzige Einstellung am Line-Out gemessen.

Wer ein Deck sucht um es zu pimpen ist hier genau richtig. Sogar die Wiedergabe-EQ ließe sich pro Bandsorte mit (fest eingelöteten) R's und C's tunen. Aufnahmeseitig gibt es zig Potis um am FG zu "biegen". Ist übrigens auch alles im SM beschrieben, wie man wo welches Bauteil verändern müßte um einen bestimmten Frequenzgangeffekt zu bekommen.

Preise:
AL-80 sind ungewartet (!) in der Bucht um die 60€ zu bekommen. In letzter Zeit gab's immer wieder welche.

Klang & Fazit:
Wiedergabetechnisch (Fremdwiedergabe) muß sich das AL-80 erstaunlicherweise überhaupt nicht hinter einem Revox B710 verstecken. Das Revox klingt insgesamt etwas ausgeglichener, während das Alpine vlt. einen kleinen Tick zu "spitz" ist (das sind Nuancen !). Insgesamt ist das Alpine aber sehr dynamisch mit schöner und transparenter Höhenwiedergabe und klang bei keiner Aufnahme irgendwie muffig oder verhangen. Im Baßbereich meine ich sogar, daß es etwas druckvoller kommt als das B710.

Im Vergleich zum auch wirklich sehr guten Onkyo TA-2040 oder auch Pioneer CT-F650 hat das Alpine leicht die Nase vorn. Da ist es einfach hörbar dynamischer und transparenter, zumal der Antrieb leiser ist.

Bei Eigenwiedergabe werden die Unterschiede zum B710 aber dann doch deutlich. Hier ist das Alpine zwar immer noch sehr gut, aber schon nicht mehr ganz so frisch im Klang. Bei genauem Hinhören in hochtonreichen Passagen merkt man dann doch, daß da so'n leichter "Vorhang" davor ist.

Vergleiche mit Dolby habe ich aus o.g. Gründen nicht gemacht.

Als Fazit bleibt mir - und da bin ich wirklich erstaunt - daß das AL-80 für diesen Preis m.M.n. ein echter Geheimtip sein dürfte.
Mein Akai GXC-760D hatte lang nicht diese klangliche Dynamik und der klangliche Abstand zu den "Großen" (hier namentlich das B710) ist nicht groß, der preisliche Abstand aber erheblich.

Wer minimal wenig ausgeben will, dem sei z.B. ein Onkyo TA-2040 empfohlen (um 1€ in der Bucht zu bekommen), in der 50€ Region ist das AL-80 aber das beste Deck, was mir bisher in die Finger gekommen ist.

Da mein ASC 3001 noch nicht da ist, sähe mein persönliches Ranking aktuell daher wie folgt aus:

(1) Eumig FL-1000 / Revox B215
(2) Revox B710
(3) Alpine AL-80
(4) Onkyo TA-2040 / Pioneer CT-F650