Hallo Jungs,
in einem der Nachbarforen fand ich dieser Tage eine an sich interessante Fragestellung die ich Euch nicht vorenthalten will......
Gesetzt den Fall man hat ein Tandberg TCD-340 Cassettendeck, welches von Hause auch nur für folgende Bänder geeignet war......
Normalband/Ferrooxyd = Typ I; Chromdioxyd = Typ II; Ferrochrom = Typ III
..... und bekommt dann zu kleinen Konditionen einen Stapel Reineisen/Metallcassetten = Typ IV.
Kann man diese so ohne weiteres denn auf diesem Deck nutzen?
Wiedergabeseitig selbstverständlich, denn die Entzerrung (http://new-hifi-classic.de/wiki/index.php/Entzerrung) für Typ II und Typ IV Bänder ist gleich. Jeweils 70 + 3180 µs.
Somit wären auch die Vorraussetzungen gegeben.
Aber wie ist das bei der Aufnahme? Welche Schwierigkeiten habe ich da gegebenenfalls zu erwarten?
Von der Seite der Entzerrung keine, denn auch da sind sie gleich, also 70 + 3180 µs.
Aber wie sieht es mit dem Vormagnetesierungestrom aus?
Genau da müssen wir einmal näher hinsehen...... und mehr differenzieren......
will man neue Typ-IV Bänder bespielen oder schon bespielte auch überspielen.
Denn die Typ-IV Bänder haben eine andere Koerzitivfeldstärke* als Typ-II Bänder.
- (Koerzitivfeldstärke (veraltet Koerzitivkraft) Beim Magnetband der wichtigste magnetische Kennwert, da er wesentlich den => Arbeitspunkt (http://new-hifi-classic.de/wiki/index.php/Arbeitspunkt) bestimmt. Die K. von Eisenoxidbändern liegt zwischen 25 ... 29 kA/m (kilo-Ampere pro Meter), die kobaltdotierter Eisenoxid- und Chrom-dioxid-Tonbänder zwischen 36 ... 52 kA/m, Videobänder ca. 50 kA/m, Metallpigmentbänder ca. 80 kA/m. Grundsätzlich sind Magnetbänder umso besser für die Aufzeichnung kleiner Wellenlängen geeignet, je höher die K. ist.
Also vereinfacht auch gesagt je höher die Koerzitivfeldstärke ist desto höherer Lösch-/Vormagnetesierungsströme bedarf es um ein einmal aufgenommenes Signal wieder zu egalisieren, bzw. zu löschen.)
Der Löschoszilator, in diesem wird ja nicht nur der Wechselstrom für den Löschkopf erzeugt, sonderen auch der HF-Vromagnetesierungsstrom, der ja nun teilweise auch am Aufnahmekopf anliegt, bedarf da einer genaueren Untersuchung. Genauso der eigentliche Löschkopf.
Aber warum denn nur fragt sich so manch einer...... Ganz einfach, die Typ-IV Cassette benötigt einen höheren Strom damit eine schon mal bespielte Cassette auch wieder komplett gelöscht werden kann.
Und was bedeutet wieder höherer Strom, ...... ganz einfach dies muss die Schaltung des Löschoszilators erst einmal wieder hergeben können und der Löschkopf durch diesen höheren Strom nicht überhitzt werden.
Und an dieser Stelle möchte ich das Wort an Hans-Joachim übergeben der Anhand der Schaltung des TCD-330/340/440A, die beiden letztgenannten waren ja Weiterentwicklungen des TCD-330 (http://new-hifi-classic.de/wiki/index.php/TCD_330),
(https://magnetofon.de/nhc/Gallery/albums/userpics/normal_TCD_330_e.jpg) (https://magnetofon.de/nhc/Gallery/albums/userpics/TCD_330_e.jpg)
einmal sich Dankenswerter Weise genauer angesehen und seine gewonnenen Eindrücke hier wiedergeben wird.