Dann ist die Höhenjustage von den Köpfen daneben. Dein Testband kann nur die Senkrechtstellung der Köpfe messbar machen. Testen kann man das Wiedergabe seitig mit ner Trennspuraufzeichnung.
Danke für die schnelle Antwort aber das verstehe ich jetzt so nicht.
Warum messe ich unterschiedliche Spannung während ich den Tonkopf in der Höhe justiere? Wenn es eine vollspuraufzeichnung wäre dann muss doch auf dem gesamten Band von oben nach unten die gleiche Spannung zu messen sein. Aber ich habe deutliches Maximum und im schlimmsten Fall keine Spannung.
Hallo Vitus,
zunächst zwei Links auf Beiträge von mir im BMF zu Trennspuraufzeichnungen für Halb- und Viertelspurlage, die möglicherweise einige Fragen beantworten (und neue eröffnen) helfen:
http://forum2.magnetofon.de/board2-tonbandger%C3%A4te/board20-tipps-und-erkenntnisse/19120-magnetspuren-sichtbar-machen-zur-kopfjustage/
http://forum2.magnetofon.de/board2-tonbandger%C3%A4te/board20-tipps-und-erkenntnisse/19262-neues-messband-zur-tonkopf-h%C3%B6henjustage/
Zitat von: Vitus am Samstag, 31.März.2018 | 23:55:04 UhrWarum messe ich unterschiedliche Spannung während ich den Tonkopf in der Höhe justiere? Wenn es eine Vollspuraufzeichnung wäre, dann muss doch auf dem gesamten Band von oben nach unten die gleiche Spannung zu messen sein. Aber ich habe deutliches Maximum und im schlimmsten Fall keine Spannung.
Bei einer Vollspuraufzeichnung würde sich ein Spannungsabfall nur im linken Kanal (äußere Spur) ergeben, wenn der Kopf so grob dejustiert wird, dass sein äußeres Kopfsystem (linker Kanal) über die Bandkante hinausragt. Bei 0,1 mm Überstand beispielsweise würde sich ein Pegelverlust von ca. 1 dB ergeben.
Anders liegt die Sache bei Eigenaufnahme. Sind AK und/oder WK dejustiert, wird die aufgezeichnete Spurbreite
beider Kanäle nur zum Teil abgetastet. Landet man bei der Höhenverstellung mit den WK-Kopfsystemen in den unbespielten Zwischenräumen (Trennspuren oder Rasen genannt), wird die Ausgangsspannung der zugehörigen Nutzspuren immer geringer, und die Gegenspur wird immer deutlicher hörbar. Am geringsten wird dieses ,,Gegenspurübersprechen", wenn alle drei Trennspuren gleiche Breite aufweisen, wenn also alle Nutzspuren gleich weit – und so weit wie möglich – voneinander entfernt liegen.
Vor ein paar Wochen hatte ich zufälligerweise eine GX 635 auf dem Tisch, deren Justage laut anwesendem Erstbesitzer noch im Werkszustand war, die Einstellschrauben sahen dementsprechend unberührt aus. Bei den Wiedergabeköpfen zeigte sich ein Höhenversatz von 0,1 mm für Vorwärts und 0,15 mm (!) für Reverse, und zwar in unterschiedliche Richtungen: der erste Kopf lag relativ zur Bandkante zu weit ,,innen", der zweite zu weit ,,außen". Mit den Aufnahmeköpfen verhielt es sich genau umgekehrt, das heißt bei diesem Maschinenexemplar war bei offenbar tolerierten – und durchaus nicht selten vorkommenden – Einzelabweichungen durch Addition der maximal mögliche Spurenversatz entstanden.
Ein Konstruktionsdetail hat mich bei der GX 635 verwundert: Die Köpfe sind zwar auf einer Brücke befestigt, die Führungen für den Bandlauf aber direkt auf dem Chassis. Schon ein relativ leichter Druck auf die Kopfbrücke (mit einer Materialstärke von knapp 3 mm, wenn mein Gedächtnis mich nicht im Stich lässt) ließ daher sowohl den Azimut als auch die Kopfhöhenjustage zu einer Art Lotterie werden, denn da die Justierschrauben Kreuzschlitzköpfe haben und etwas schwergängig sind, braucht es einen gewissen Druck auf den Schraubendreher, was bedeutet, dass man die Köpfe eine Spur zu weit nach ,,unten" justieren muss, damit die Einstellung stimmt, wenn der Druck wegfällt.
Mit der Trennspuraufzeichnung in der Viertelspurversion aus dem ersten verlinkten BMF Beitrag wird grundsätzlich auf minimale Ausgangspannung des jeweils innen liegenden (der rechten Stereospur zugeordneten) Kopfsystems justiert, denn wegen der Spurenanordnung ist nur für die Innenspur ein klares Spannungsminimum einstellbar. Diese Methode liefert eine Einstellgenauigkeit <1/50 mm, was für die praktische Anwendung regelmäßig ausreicht.
Prinzipiell lässt sich ein Aufnahmekopf mit derselben Methode justieren, doch muss dieser dazu als Wiedergabekopf geschaltet sein (allgemein ,,Sync"- oder ,,Taktspur"wiedergabe genannt), wozu die GX 635 aber keine Möglichkeit bietet.
Nur dem erfahrenen Bastler würde ich in diesem Moment vorschlagen, die AK vorübergehend an die Eingänge der Wiedergabeverstärker zu legen, zumal das Risiko einer Überhitzung der Kopfanschlüsse beim Umlöten nicht gering ist. Außerdem liefert ein AK aufgrund seiner Konstruktion 15-20 dB weniger Ausgangsspannung als ein WK, eine Einstellung auf Signalminimum könnte daher durch das Verschwinden des Signals im Rauschen des Wiedergabezuges mehr oder weniger beeinträchtigt werden. Zudem benötigt die genaue Bestimmung so geringer Signale ein entsprechend empfindliches Messgerät, ein ,,normales" PPM (oder gar VU Meter) gerät hier schnell an seine Grenzen.
Zur AK-Justage der erwähnten Akai habe ich daher – wie in meinen BMF-Beiträgen beschrieben – ihre Eigenaufzeichnung per Magnetspurendispersion sichtbar gemacht. Für beide AK brauchte die Annäherung an die Idealposition etwa 15 Minuten, bei jeweils drei bis vier Durchgängen mit Aufzeichnung vorwärts/rückwärts, Sichtbarmachung, Korrektur und Kontrollaufzeichnung. Am Ende waren alle Höhen- und Neigungs-Justierschrauben zwischen einer Achtel- bis Viertelumdrehung gegenüber der zuvor markierten Werkseinstellung verändert, was das Gegenspurübersprechen bis aufs unvermeidliche Maß (<80 Hz bei 19 cm/s) minimierte.
Grüße, Peter
Zitat von: Vitus am Sonntag, 01.April.2018 | 17:44:54 Uhr
ich glaube verstanden zu haben was ich falsch gemacht habe, das Referenzband ist eine Vollspuraufnahme, und ein Blick auf das Bild mit den verschiedenen Spuren macht das sehr gut verständlich, also habe das glänze wiederholt und das Band wird gerade aufgenommen, jetzt bin ich zuversichtlich.
Hallo Vitus,
konntest du das Problem lösen? und wenn ja, was war denn das Problem.
Ich habe ein ähnlich gelagertes Problem....
Gruß
Torsten
Ist ja schon etwas älter der Faden.... .,a015