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A-77 Halbspur Dolby sollte entsorgt werden

Begonnen von Jürgen Heiliger, Freitag, 20.März.2009 | 19:53:14 Uhr

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Jürgen Heiliger

Hallo Freunde,

ja Ihr habt richtig gelesen, dieses Kleinod sollte wirklich entsorgt werden, weil sie es nicht mehr richtig (angeblich!) tat....


..... so wie es aussieht hat sie einmal neue Köpfe bekommen...

zumindestens deute ich dies an den Lötspuren der Kopfanschlüsse.

Es fällt zumindestens auf, dass sie unter deutlichem Höhen und Pegelabfall des rechten Kanals leidet, welches durch Andrücken des Bandes im Bereich der oberen Kopfspur weitest gehend zu korrigieren ist.
Somit deutet alles auf einen verstellten Wiedergabekopf hin..... Also mal wieder sich in der Fettstiftmethode üben, danach mal ein Bezugband drauf, den Azimuth überprüfen, und dann einmal berichten..... dies wird aber eine Arbeit für die nächste Woche.

Ansonsten sind alle Funktionen vorhanden, bzw. tuen es.... Augenscheinlich.

Gruß
Jürgen

>.... liebt den guten Ton und die Musik ....<
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jan.s

Hallo Juergen
warum passiert mir sowas nicht?
Ich bekomme immer nur die troedeligen kleinen Sabas angeboten und die will ich dann auch nicht.
Fuer den Fall, dass du noch ein A77-Gehaeuse ueber hast, ich suche noch ein guenstiges :drinks:
Gruss
jan

Jürgen Heiliger

Hallo Jan,

von der Herkunft kamen noch einige Gerätschaften......

Ne TEAC A-3300S und ein Yamaha CR-1020..... erstere läuft meines Wissens auch schon an ihrem neuen Standort..... Onkel Theo wird bestimmt noch berichten....
Und zum Yamaha suche ich noch ein SM.... wenn da jemand was hat....

Leider ist dieser Koffer auch nicht mehr einwandfrei.....

aber frage mal bei *Lothar H* nach.... Lothar ahtte mal einen Koffer über... :zwinker:
Gruß
Jürgen

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m_ETUS_alem

Also, wer sich von A77 und vom "JapanMoped" trennt, der hat sie nicht verdient  :wallbash

BTW JapanMoped, schau mal ins Innenleben und vergleiche (mit was  :grinser: wohl)

.....wer schlimmes dabei denkt........

Kannst dann gleich in die AKAI-Rubrik stellen...Aufbau der Platine, Schalter Schalterkappen Pot´s und Verkabelungen sind
identisch mit AA´s.......Wer war wohl der Urheber ?????? .,a015 .,a015
Aber fein ist sie schon, wenn sie läuft :_good_:


Gewerblich

PhonoMax

Lieber Jürgen,

deine mündlichen Beschreibungen des Gerätes vorhin belegen, dass hier vor wenigen Laufstunden (aber manchem Jahr...) ein Kopftausch erfolgte, bei dem man möglicherweise handwerklich scheiterte. Dafür, dass etwas war, sprechen auf jeden Fall der offenbar neuwertige Kopfzustand und der Sicherungslack (Wachs, Nagellack?) vom Typ "errötende Jungfrau", die in Löffingen und Regensdorf eher selten gewesen sein soll.

Nachdem der Höhenverlust auf dem rechten Kanal (untere Spur) aber deutlich hörbar ist, stimmt -du sagtest das schon- vermutlich die Parallelstellung von Spiegel und Bandebene nicht. Doch muss man sich diesbezüglich vielfältig rückversichern, ehe man zu schrauben beginnt.

Also Bandlaufprüfung mit der Fettstiftmethode.
Die von dir vorhin im Telefonat angesprochenen Madenschrauben haben nach den schönen Explosionszeichnungen im Handbuch (dazu im grafish höherwertigen Scan des englischen Studer-Manuals ab Studer-Server nachsehen!) keine Konterung, so dass die befürchteten Demontagen des Kopträgers wohl unterbleiben können. Es dürfte zureichen, wenn du zum Freiräumen des Blicks auf Bandlauf und Kopfspiegel den Frontdeckel  der Maschine abnimmst. Das ist zwar auch noch lästig genug, aber allemal weniger als der Ausbau des Kopfträgers mit genazen mechanischen und elektrischen Plumpaquatsch hintendran.

Die beiden kleinen, unten angespitzten Madenschrauben bilden die Achse, über die der Kopf um die Azimut-Senkrechte gekippt werden kann, bestimmen aber auch die absolute Höhenposition des Kopfes und die bandparallele Position des Kopfspiegels, weshalb man sich sehr vorsichtig an die optimale Kombination beider Parameter heranmanövrieren muss, sofern da in der Geometrie beim Kopftausch wirklich etwas versemmelt wurde. Das aber sieht man mit der Fettstiftmethode so schön, dass danach keine Fragen zum weiteren Procedere bestehen dürften.
Sollte geometrisch nämlich nichts sein, dann ist die Elektronik zu untersuchen. Nachdem dein Bandtest von gestern vermutlich nicht mit einem Dolbyband lief, wäre diesbezüglich die Entzerrung des rechten Wiedergabekanals dran.


Revox hat bei der A77-Dolbyversion zur Vermeidung von Sättigungsproblemen auch bei 9,5 sichtlich die Aussteuerung des Bandes von den revoxgängigen 514 nWb/m auf 370 nWb/m zurückgenommen, weshalb 0 VU der Dolbyversion mit 185 nWb/m korrelieren. Falls du solch ein Band zur Einstellung benötigen solltest, so kannst du dir das mit deiner EMTEC-B67 selbst herstellen, deren Kopfträger und Verstärker bei mir waren. Für deren Justage kann ich mich verbürgen; andererseits darf seither aber auch an der Pegeljustage nichts verändert worden sein.
Ich hatte dir Kopfträger und Verstärker mit Einstellung 1,55/514 nWb/m übergeben, weshalb die Aufnahme eines 1 kHz-Tones ab Sinusgenerator mit einer B67-Eingangsspannung von 0,56 V (185 nWb/m : 514 nWb/m = 0,36; 1,55 V * 0,36 = 0,5578 V) dich in den Besitz des erhofften 185 nWb/m-Bandes bringt, das auf der A77Dolby eine Anzeige von 0 VU hervorrufen muss.
Zunächst allerdings wartet erst einmal die Klärung der Tonkopfaffäre auf dich.

Hast du eigentlich irgendeinen Lichtzeiger oder ein kleines RTW? Nachdem 'da Bua' ja auch heftiger einsteigt, bist du/seid ihr inzwischen ja auch soweit, dass  man sich die verkabelung der Anlagen über Verteilereinrichtungen durchaus ernsthaft überlegen muss, was aber eine Reihe weiterer Überlegungen und Entscheidungen (nebst Lötarbeiten) nach sich zöge, von denen die Pegelnormierung nur eine ist.

Hans-Joachim

Captn Difool

Hallo, Ihr Tonbandwissenschaftler.
Das tut einem Tonbandfreund wirklich weh, wenn wegen "Kleinigkeiten" so ein Gerät in die Kiste fliegt. Ich hoffe und wünsche Euch, das die A77 bald wieder in altem, neuen Glanz erscheint.

@Hans-Joachim
Danke, für die wertvollen Hinweise. Auch wenn ich mit Bandmaschinen nichts mache, sind Deine Ausführungen für mich immer wieder sehr interessant zu lesen. Die korrekte Einmessung einer Bandmaschine ist weit anspruchsvoller als bei einem Cassettengerät, weil hier schon vielmehr Freiheitsgrade zur Verfügung stehen. Die alle auf einen Nenner zu bekommen ist schon Tüftellei.

Jürgen Heiliger

Hallo Hans-Joachim,

Sowohl Dani als auch ich besitzen ein RTW 1206D.
Meines ist mittels selbstgelöteter Y-XLR-Kabel parallel zum Ausgang des Mischpultes geklemmt an der die M-20 zur Aufnahme steckt.

Da an der EMTEC'chen B-67 nichts verstellt wurde, kann ich diese also zur erstellung des Dolby-Pegelbandes nehmen.
Verstehe ich dies richtig? ---- Mittels Testongenerators (Stereo als HP-3300A) mit 558mV rausgehend in die B-67 eine Aufnahme mit einem 1kHz Ton machen.
Diese Aufnahme muss dann bei Wiedergabe auf der A-77 Dolby 0dB an den Aussteurungs-VUs anzeigen? ..... Muss dieses dann auch entsprechend 558mV an den Ausgängen (Regler aufgezogen) der A-77 sein? .... Ich frage deshalb zur Sicherheit nochmal nach, weil ich kenne es auch, dass VU-Meter Justierbar sind (Beispiel bei der Tandberg). Nicht dass dortens auch einer geschraubt hat. Lieber wäre mir dann eine Kontrollmöglichkeit der VU-Meter Genauigkeit.
Ich kenne um die Problematik der Dolby B/C s bei der Verwendung bei Bandaufnahmen..... durch die Verwendung externer Dolby B/C Rauschunterdrücker..... Bei diesen muss auch der Hinterbandpegel genau abgestimmt werden.

Gruß
Jürgen

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PhonoMax

Lieber André,

so unterschiedlich würde ich die Bedingungen bei Cassette und Bandgerät gar nicht einschätzen, weil man in beiden Fällen ja an den exakt selben physikalischen Strängen zieht. Die andere Ausrichtung des Käufers von bandgerät und Cassettenrecorder führte natürlich meist zu anderen Vorgangsweisen beim Cassettenrecorderanbieter. Oder: Wenn man einen Cassettenrecorder mit demselben Aufwand konstruiert wie eine Bandmaschine (oberhalb des A77-Niveaus!), sind die betrieblichen Umgangsweisen dieselben wie bei einer Bandmaschine. Außerdem: Die Grenzen des Schoenmakerschen Cassettenaufnahmeverfahrens, die uns schon der 1944, also vor Tau und Tag verstorbene Vater des Hf-Magnetofons, Dr. Walter Weber, hätte beschreiben können, treten dann sehr scharf hervor. Das ist ja letztlich das Porblem von den Nakamichi, ASC und Revox-Cassettenrecordern. Wobei die letzgenannten B710 ja im Aufwand nicht hinter einer B67 zurückstehen...

Nachdem uns heute qualitative Alternativen zur Verfügung stehen, die technische Entwicklung analoger Schallspeicher abgeschlossen ist, kann man all das ja sehr ruhig revue passieren lassen, und darüber sinnvoll zu Qualität, Möglichkeiten und Grenzen ohne Besserwissereien nachdenken. Wir haben das (und dazu gehört auch ein gerüttelt Maß an kultureller Selbstkritik!) heute mehr als nur nötig. So zumindest sehe ich meine Auftritte (nebst meinen Zielen) hier (und woanders).


Lieber Jürgen,

du verstehst das praktisch durchgängig richtig.
Wenn die B67 nicht intern 'verbogen' oder inzwischen als Blumenkasten herhalten musste, kannst du dir auf ihr dein Dolbyband zur Justage der A77 herstellen. Das ist nicht nur mit dem HP-Generator zu machen, sondern durchaus auch mit den sorgfältig abgeglichenen 361-Cat22-Dolbys. Dies hätte insofern einen Vorteil, als die abgeglichenen Dolbys nur angestöpselt werden müssten und den charakteristischen Dolbyton abgeben, auf den man ja aufmerksam wird:

Nachdem der Magnetisierungspegel dieses selbst erstellten Testbandes dann 185 nWb/m beträgt, also hierzulande etwas aus der Reihe tanzt, sehe ich im Falle eines 'normal klingenden' 1-kHz-Pegels (185 nWb/m) innerhalb deines bandverseuchten Hauses schon irgendjemanden bei einer europäischen Standardeinmessung genau dieses -natürlich unbeschriftete- 185-nWb/m-Band als Pegelnormal verwenden ("Kann nur 257 nWb/m sein!") und danach irgendwelche VUs pegelmäßig falsch einstellen. Insofern sollten wir wirklich ernsthaft überlegen, ob du nicht 'einfach' die abgeglichenen 361-Dolbys an die B67 anschließt und den "Dolby-Warble-Tone" (so heißt der tatsächlich: 'wabbelnder Dolby-Ton') aufnimmst. Man weiß dann, wann immer man in dieses Band hineinhört, wo der Kram einzuordnen ist. Nachdem die Frequenz des Dolby-Tons auch knapp 1 kHz beträgt, braucht uns die unterschiedliche Entzerrung der B67 (CCIR 70 bzw. 35 µs) und der A77Dolby (NAB) nicht zu stören. Das kommt alles soweit hin.

Natürlich ist das kein 'Bezugsband'; der Kollege Johann D., der nicht nur bei AGFA-BASF-EMTEC zuletzt (über gut 20 Jahre) die Bezugsbänder fertigte, sondern neulich mit uns auch Paul Zwicky und Ed Gämperle 'examinierte', dürfte angesichts meiner kaltschnäuzigen Empfehlungen graue Haare bekommen. Für die Zwecke des potenziellen Abgleichs oder einer Abgleichüberprüfung der A77Dolby reicht es allemal. Die Abgleichüberprüfung ist angesichts des Vorlebens deiner A77Dolby außerhalb deines Einflussbereiches aber mehr als nur sinnvoll.

Dieses Band liefert dafür das "Ampex-Operating-Level" (= 185 nWb/m), von dem in der A77-Service-Anleitung die Rede ist und bei deiner A77Dolby mit 0 VU korrelieren sollte. Dies bedeutet nach Studer-A77-Konvention (VU-Meter-Lead seit A77-Tagen = 6 dB), dass ein Band unter Musikmodulation bis 370 nWb/m, also niedriger als sonst ausgesteuert wird.

Der Ausgangspegel der A77 ist ja amateurszenentypisch nicht normiert (Volume-Pot!), so dass man sich angesichts der begrenzten Aussteuerbarkeit der Line-Out-Stufe überlegen sollte, welchem Pegel man die 185 nWb/m zuordnet. Egal, was das Service-Handbuch sagt. Bei 19 cm/s kommt ein LPR35-artiger Bandtyp (1 kHz, 3% Klirrfaktor) bis etwa 6 dB über die 370 nWb/m der Amerikaner. Diese 740 nWb/m sollte man vielleicht noch zuverlässig mitnehmen, ohne das Volume-Pot der Wiedergabesektion zurückdrehen zu müssen. Das führte dazu, dass diese Grenze (740 nWb/m) auf etwa 3,1 V käme, womit die 370 nWb/m 1,5 Volt und die 185 nWb/m 0,775 V ausgäben.

Doch das diskutieren wir vielleicht dann, wenn die Tonkopfsache aus der Welt geschafft ist.


Zum 1206:
Hatte dat Dingen eigentlich eine LED- oder eine Fluoreszenzanzeige?  Auf welchem VA-Pegel stehen die Messgeräte bei dir?

Hans-Joachim

Jürgen Heiliger

Hallo Hans-Joachim,

dat 1206D hat Gasentladungsröhren...... und entspricht dem 1106er von RTW bis auf dass es den Trafo (Versorgungsspannung) von Hause mitbringt und halt zusätzlich noch einen 775mV Eingang (Unsymetrisch) hat, der dann eine Umschaltung auch in der Aussteuerung (Cinch-Eingang = 0 dB = 775mV) bewirkt.
Beim XLR-Eingang sind 0 dB = 1,55V, so wie in der Studiotechnik üblich.

Gruß
Jürgen

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PhonoMax

Lieber Jürgen,

der folgende Text gehört zwar eigentlich in den Dolby-361-Thread. Nachdem aber nun hier die1206-Sache angesprochen ist, lasse ich ihn dennoch hier stehen:

Unter den von dir oben beschriebenen 1206-Umständen ist die Justage der 361er-Wendelpots ein Kinderspiel. Voraussetzung ist, dass die 1,55 V am symmetrischen Eingang der 1206 auf jeden Fall zur Anzeige von 0 dB, also 'Vollaussteuerung' führen. Hast du das mit Tongenerator und Millivoltmeter schon einmal überprüft? Ein halbes dB hin oder her spielt keine Rolle, zwei dB aber schon. Und damit muss man ja immer rechnen, seitdem uns von der Geräteindustrie auch der ameriakscihe +4-dB-Standard aufs Auge gedrückt wurde.

Man schließt nun einfach den Ausgang beider 361er (das ist -wie im anderen Thread schon gesagt- wahrscheinlich "Monitor out") an das 1206 an, drückt die beiden roten Knöpfe "REC" und beide Dolby-Ton-Taster bzw. -Schalter ein. Dann sollte der Dolby-Ton am Ausgang anstehen. Dessen Pegel justiert man mit den Ausgangswendelpots der 361 auf eine Anzeige von -8,9 dB der 1206. Dann verwendet man einen der beiden 361 als Generator und schließt seinen Ausgang an den Eingang des anderen 361 an.

Die Eingangspots der 361 werden daraufhin -wie neulich im Rauschmindererthread beschrieben- unter Verwendung des jeweils anderen Einschubs als Generatoren geeicht. Wichtig ist dabei lediglich, dass für jede Art von Messung an Dolby-A-Einschüben "NR OUT" (klarer Knopf dunkel und herausstehend) gewählt bleibt. Auch hier wurde in klassischer Zeit vielfältig gesündigt. Übrigens auch bei Justagen, die ich beim Rundfunk bzw. Fernsehen erlebte. Das macht zwar nur etwa 1 dB aus; dieses Dezibel kann aber dasjenige sein, das zuviel ist. Ansonsten wird beim Drücken der Dolbyton-Taste der Prozessor intern zwar auf "NR OUT" gezwungen; das geschieht aber natürlich nicht, wenn man einen Dolbyeichton vom Band bekommt, dem entsprechend eine Wiedergabeapparatur geeicht werden muss.
Dass die sauber geeichten Dolbys an der B67 perfekten Dienst tun können, gilt natürlich nach wie vor.

Wichtig ist bei Dolbydekodierungen, dass der auf einem Band grundsätzlich in einem Eichprogramm vorzusehende Dolbyton bei der Wiedergabe im Bereich des Dolbypunktes im Profilmesswerk steht. Dolbysierte Bänder, die ohne Eichton kommen, sind mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht ordentlich wiederzugeben.

Eines fällt mir noch ein: Wenn ein 361 den Dolbyton fortlaufend (also auch ohne gedrückten Dolbyton-Knopf) ausgibt, ist die Serienschaltung zweier Tantals durch, die Dolby über den Dolbyton-Tasterkontakten als Knackschutzangeordnet hat. Man kann diese Tantals dann ohne Ärger entweder ersatzlos entfernen oder ersetzen; ganz wie es einem gefällt. Es knackt lediglich ein wenig, wenn die Kondensatoren fehlen.

Hans-Joachim

Udo (DL 8 WP)

Hallo Hans-Joachim und Jürgen,

anbei sende ich Dir erst mal ein Folto der Anschussdrähte der Köpfe meiner A 77 MK 4 Dolby B (2- Spur - NAB, 9,5 / 19 cm / s).
Damit solltest Du in der Lage sein zu checken, ob bei Dir beim Kopfwechsel etwas falsch angeschlossen wurde.

Weiterhin solltest Du Deine A 77 aus der "Kiste" befreien. Dann siehst Du an der Vorderseite die im Foto 2 dargstellten Regler.
Sind diese noch geschlossen (d. h. das Papier des Aufklebers nicht durchstochen), ist dien Wahrscheinlickeit hoch, dass die Einstellungen (u.a. der VU Meter) noch Original sind. Trotzdem macht es Sinn sämtliche Pegel zu checken, nach einer so langen Zeit. Es stellt sich mir die Frage ob bei Dir nach dem Kopfwechsel die Maschine neu eingemessen wurde (was mit andern Köpfen unbedingt gemacht werden müsste). Ansonsten wird das Gerät nur sehr suboptimal funktionieren...   

@ Hans Joachim:

Die Dolby Platinen der A 77 Dolby B ethalten ja auch diverse Trimmpotis. Macht es Sinn diese Einstellungen zu kontrollieren ?
Was braucht man dazu an Messgeräten ?
Was soll man von den Elkos auf dieser Platine nach so langer Zeit halten ?

Mir ist klar, dass, wenn ich anfange hier Dinge auszuwechseln, ich ggf. diese Dolby Einheit (selber gemacht, ohne die richtigen Referenzen) nie mehr richtig justiert bekommen. (Thema Spiegelsymmetrien Preemphasis / Deemphasis)
Daher wäre ich sehr Froh über einen kurzen Kommentar von Dir zu diesem Thema.

Besten Dank und Gruss,

Udo (DL 8 WP)

         

PhonoMax

#11
Líeber Udo,
(lieber Jürgen,)

die bestehenden Probleme hast du sehr zielsicher angesprochen. Ich meine wirklich sehr genau zu wissen, was Ray Dolby da im (geschätzten) 65er Jahr aufgekocht hat, bin nun aber alles andere als ein A77Dolby-Fachmann. Andererseits wird im Service-Handbuch der Abgleich des noch diskret aufgebauten A77-Dolby-B sehr genau beschrieben. Soweit ich sehe, setzt man da keinerlei besonderes Messgerät voraus. Das höchste der Gefühle ist ein Tongenerator, ein "Röhrenvoltmeter", das man heute zumeist durch ein hochohmiges Transistormillivoltmeter ersetzen wird, und eine Klirrfaktormessbrücke, mit der man aber nicht dynamisch misst, weshalb dieses im Zusammenhang mit einem falsch justierten Dolbyprozessor eher wenig Überraschungen bereiten dürfte.

Ich plane, mir die Zielrichtung der im Handbuch beschriebenen Grundkalibrierung des A77-Dolbys zu durchdenken, sobald Jürgen der Sache mit dem Bandlauf/Frequenzgang beigekommen ist. Die Maschine muss zunächst einmal (und mit diesen Köpfen auf jeden Fall) dolbyfrei ordentlich arbeiten, um dann die Kalibrierung bzw. ihre Überprüfung angehen zu können. Ein Durchdenken des Kalibrierungsprocederes halte ich deshalb für sinnvoll, weil ich lieber etwas kapiere und mir daraufhin Arbeit spare, als 'sicherheitshalber' an diversen Orten sinnfrei zu schrauben, um dann hinterher geschlagene Scharten mühselig auszuwetzen. Mein Nervenkostüm hielt das nie gut aus und verträgt es heute erst recht nicht. Ich möchte also möglichst viele der beschriebenen Schritte vermeiden, ohne dass die Genauigkeit der Justage leidet. Einmla abgesehen davon, dass ein Großteil der beschriebenen sowieso Standardprüfungen sind, die lediglich sicher stellen, dass die A77 zunächst einmal ohne Dolby tadellos läuft.

Die immense Verbreitung von Dolby B suggeriert uns eine Problemlosigkeit des Verfahrens, die ich nun als alter (und ziemlich 'pinseliger') Dolby-Nutzer in der A-Ecke absolut nicht erkennen kann. Mit dieser Situation weiter Verbreitung und der Reduktion der B-Dolby-Verwendung im Grunde auf einen einzigen Ein-Aus-Schalter geht auch ein beachtliches Maß an Disziplinlosigkeit seitens der Nutzer einher, die mit der Qualitätsebene der A77 oder vor allem auch dem Profi-Dolby nicht vereinbar ist. Mich wundert daher durchaus, dass die us-amerikanische Szene so geradlinig am Dolby A festhielt, obgleich es fachlich allerhand Ansprüche an den Nutzer stellt. Der Normalamerikaner -ich kenne 'my fellow Americans' nicht aus der Warte von "Marriott" oder "Best Western", sondern ausschließlich durch den familiären Umgang- goutiert solche Komplexitäten nicht eben gern.
Eine Dolby-Verwendung landet ohne Nutzer-Disziplin aber im Graben.


Grundsätzlich kann der Revox-Abgleich nicht unüberwindlich schwierig sein, sofern man -wieder einmal- weiß, was man tut. Als heikel empfinde ich eigentlich nur die Vorspannungsjustage für die Regel-Fets. Der Rest ist letztlich so wie beim Profi-Dolby. An den Filtern wird beim Arbeiten des Dolbys ja nichts verändert, die besagten Regel-Fets bestimmen lediglich, wieviel vom Pegelbestand des unbeeinflussten Signales auch noch über den Filterpfad geleitet und bei Aufnahme zum Regulärsignal addiert und bei Wiedergabe subtrahiert wird.

Bei der A77 kommt hinzu, dass man die internen Messeinrichtungen, also den Oszillator und das VU-Meter pegelrichtig zu justieren hat, damit sie ihren universellen Prüfaufgaben nachkommen können. Elkos würde ich auch hier erst dann ersetzen, wenn sie wirklich fällig sind.


Dein Hinweis auf die Trimmpotsiegel ist hilfreich; daran dachte ich bisher gar nicht. Sollten da in Jürgens Gerät keine Bearbeitungsspuren zu erkennen sein, dürfte der Kopftausch ziemlich wahrscheinlich bis heute auf seinen Abschluss warten, sofern man für die Einstellarbeiten die Alu-Frontplatte des Laufwerks nicht entfernt hatte.

Hans-Joachim

Udo (DL 8 WP)

Hallo HAns Joachim,

vielen Dank für deinen ausführlichen Beitrag !

Ich habe mir meine A 77 Dolby bisher noch nicht so richtig vorgenommen, außer einer gründlichen Kopfreinigung / Bandführungen / Anfdruckrolle und Entmagnetisierung (die Köpfe waren wohl von altem schon hydrolisierten Band gründlcihst verschmiert, das war eine ziemliche Sauerei -> Einweichen mit Q Tips + Alkohol und dann mit Ledestäbschen - jetzt ist da erst mal wieder Sauberkeit eingekehrt), sowie neuem Riemen für das Zählwerk und Zahnriemen hierzu. Die Rechte (feste Alu-) Bandführung habe ich so verdreht, dass ich im Bandlauf ein einwandfreies Stück Alu habe, das nicht eingelaufen ist. Das Linke Baführungslager hatte ich auch draußen, gesäubert (das Kugellager läuft  noch leise) und die entsprechenden Scheiben sind nach Vorschrift vorhanden. Kopfspiegel sind ~ 2 - 3 mm abgeschliffen, also noch sehr gut. 

Ich habe ein paar Bänder wiedergegeben, das hörte sich eigentlich gar nicht schlecht an.

Ich habe auch keine Band - Kopf Probleme (wie Jürgen), keine hörbaren Dropouts und das Vor und Rückspulen klappt ohne Schlaufen.

Bandzug - mit dem Finger gecheckt - (Tentallometer habe ich leider nicht) ist so wie bei meinen andern A 77 Geräten und Versteller "große/ kleine Spulen" ist auch funktionsfähig.     

Ich habe noch nicht das Kalibrierband (f. Azimuth und Wiedergabe Frequenzgang habe da auch ein Original BASF Band mit NAB Entzerrung) laufen lassen. Ich denke die Höhenwiedergabe lässt sich danach noch wieter verbessern wenn der Azimuth ganz genau stimmt, schauen wir mal.
Mit einem 31 Kanal Behringe RTA Analyzer den ich auch habe weiss man recht schnell was Sache ist.

Testaufnahmen verliefen im Original - Zustand erst mal ernüchternd, da ich Revox 601 Band verwendet habe (davon habe ich noch "ein Ladung"  Original versiegelte Bänder bekommen) und das Gerät ist auf PEM 468 eingemessen, da stimmt natürlich der Arbeitspunkt und ei Vormagnetisierung nicht, somit habe ich Vor- Hinterband einen enormen Pegelsprung.

Die Dolby Einheit lässt sich nach Vorschrift mit den beiden kleinen Potis einpegeln, das ist schon mal gut.   
Gehörmäßig wir das Bandrauschen auch vemindert ohne dass bei der Wiedergane hinterband höhen fehlen.

Als nächstes werde das Gerät schön einmessen (ohne die Dolby Einheit anzugreifen) und dann werde ich einmal den Frequenzgang, die Fremdspannung, Klirrfaktor (k3) messen und sehen, ob ich überhaupt anfangen soll und Elkos (im Standard Teil der MAschine) auswechseln.

Messgeräte habe ich - (ein SennheiserNF Millivoltmeter UPM 550,ein Grundig MV 5-O, mit Klirrfaktoermessbrücke aus der Grundig Serie (nach Studio Norm KM5)  mit K3 Messung, ein Altes Sennheiser RV 55 mit Bewertungsfiliter und Klirrbrücke (K ges bei verschiedenen Frequenzen) sowie einen Wolke Tonhöhenschwankungsmesser. Ferner gibt es noch eine 2 Kanal Oszillografen und eine ordentlichen Tongenerator, eine 150 Mhz Frequenzzähler sowie diverse analoge und digitle Voltmeter (mit hohem und niedrigen R i). Damit konnte ich bisher jedes meiner Tonbadgeräte zu-friedenstellend einmessen.     

Erst dann, wenn der konventionelle Teil richtig eingemessen ist, werde ich mal sehen was die Dolby Einheit macht und ein paar Versuche mit verschiedenen Musikaufnahmen, Tonbursts -  mal sehen ob das Ding pumpt - mein "Qulitätscheck" für Dolby Systeme ist die Aufnahme eines Wellensittichs...

Deine Aussage istja beruhigend, dass man auch für die Dolby Einheit keine besonderen Messgeräte / Messnormale braucht .


Beste Grüße,

Udo (Dl 8 WP) 
   

PhonoMax

#13
Lieber Jürgen,
lieber Udo,

der Monologe ist kein Ende:
Ich habe mir die Schussrichtung Guido Besimos(?) beim Abgleich seiner A77Dolby angesehen und weiß jetzt, was er wie warum macht.

Mehr als Generator, Tonfrequenzmillivoltmeter und das interne VU-Meter nebst dem zugehörigen internen 800-Hz-Generator sind definitiv nicht nötig. Spaltsenkrechtstellungen, Vormagnetisierung und Frequenzgang werden als ohne Dolby tadellos eingerichtet vorausgesetzt. Die Absolutpegel interessieren hierbei noch nicht, weil sie im Zuge der der Dolbyjustage eingestellt werden.

Nachdem Revox sehr viel mit den geräteinternen Messmöglichkeiten 'Generator und VU-Meter' erledigt, bietet sich hier eine recht solide Überprüfungsmöglichkeit an, die einen namentlich gemeinsam mit der (A77-)dolby-üblichen Prüfungen über Band darauf hinweisen kann, wenn etwas neben der Kappe steht. Das nützen wir für unsere überschlägige Kontrolle und prüfen also letztlich die geräteeigenen Prüfeinrichtungen:

Gerät aus der Kiste nehmen, aber mit den entsprechenden Vorsichtsmaßnahmen betriebsfähig einrichten.
Dolby aus.
Ab externem Sinusgenerator einen vernünftigen Pegel 800 Hz an Aux-Eingang li und re legen.
Maschine (Spurwahlschalter auf Stereobetrieb) am Tape/Input/Calibrate-Schalter auf "Input" schalten.
Pegelanzeige mit Eingangsreglern auf 0 VU bringen.
An Recordprozessorsteckfassung mit Millivoltmeter Nf-Spannung auf den Kontakten 2 (linker Kanal) und Kontakt 12 (rechter Kanal) messen. Dort sollten etwa (±1 dB) 100 mV (800 Hz) anstehen.

Externen Generator abstecken, Eingangssteller schließen.
Gerät auf "Calibrate" schalten. Der interne 800-Generator läuft also. Die VU-Meter jedoch können dabei nichts anzeigen.
Spannung an den schon bekannten Orten der Recordprozessorsteckfassung (Kontakte 2 und 12) nachmessen, wo auch jetzt etwa 100 mV (800 Hz) anstehen sollten.


Wenn sich diese Messwerte erfolgreich nachweisen und der Pegelabgleich nach Betriebsanleitung durchführen lassen, ist die Wahrscheinlichkeit schon recht gering, dass die B-Dolbys der A77 nicht vernünftig arbeiten.
Um den Magnetisierungspegel über Band zu kontrollieren, kann man als Fleißaufgabe dann noch auf einer als intakt bekannten A/B77 (514 nWb/m) einen 1 kHz-Ton (Pegel -2,8 VU) aufnehmen und das Band auf die Dolby-A77 (Dolby aus, Wiedergabebetrieb "Tape") legen. Dort sollten dann je nach Sorgfalt der Grundeinstellungen von Standard- und Dolby-A77 "0 VU" angezeigt werden. Dabei muss man bedenken, dass nun bereits zwei Fehlerquellen im Spiel sind. Die Anzeigen sollten daher nicht überbewertet werden.

Der nächste Schritt wäre nun bereits der Abgleich gemäß Service-Handbuch, wo man sich primär um die Schritte 7-18 kümmern sollte, nicht ohne die stabilisierte Audio-Betriebsspannung (21 V) kontrolliert zu haben.
Dabei weise ich auf einen Druckfehler der Einstellungsprozedurbeschreibung sowohl in der deutschen als auch der englischen Serviceanleitung hin: Unter Punkt 8 wird die Gleichvorspannung des Regel-FETs im Wiedergabezweig eingestellt und dafür das "P 101 r" angegeben. Dies ist falsch, es muss hier (Punkt 8.) heißen: "P 101 p".


Hans-Joachim



Jürgen Heiliger

#14
Hallo Hans-Joachim, Udo,

endlich geht es weiter mit der A-77 nachdem diese Woche einiges passierte, was dringender war zu erledigen.

Zunächst einmal der Wiedergabekopf war komplett daneben ..... es bedurfte zweier Umdrehungen an der Schraube für die Kippneigung vorne (mittlere Schraube Wiedergabekopf) um diesen nach der Fettstiftmethode gerade zu stellen..... doch seht erst mal dieses Ergebnis....



Nun meine Fragen dazu ..... wie seht Ihr den Löschkopf? ..... wie die Kopfhöhe im Bandpfad?
..... bevor ich wieder Nagellack zur Schraubensicherung anbringe.

Gruß
Jürgen

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PhonoMax

Das Ergebnis,
lieber Jürgen spricht für sich. Wenn dann auch noch das Band oben und unten in denselben Relationen zur Einfräsung steht, die horizontale Trennfolienlinie zwischen den Spurpaketen von Wiedergabe-, Aufnahmekopf mit der Mitte der Spurtrennzone des Löschkopfes fluchtet (das kann man mit einem davor gehaltenen Faden feinen, weißen Nähgarns kontrollieren) stehen die Köpfe definitiv optimal. Wenn man die Vergrößerungen examiniert, sieht man, dass das verwendete Band in den Randbereichen  oben und unten wohl minimal gedehnt sein muss .... Also, Hut ab, da haste mit Lust und Leidenschaft ordentlich 'hingepopelt'.
Beim Wiedergabekopf schließe ich nicht aus, dass man vielleicht ein Häuchlein (und bitte absolut parallel) weiter nach oben könnte, doch wird dies so wenig sein, dass es den Aufwand eigentlich fast nicht lohnt, zumal dein Gerät keine Viertelspurvariante ist. Übrigens sollen die Einfräsungen oberhalb und unterhalb der bandberührten Spiegel bei Studer dafür da sein, die Unregelmäßigkeiten im bandbedingten Bandlauf aus den Kopfspiegeleigenschaften herauszuhalten. Die Einfräsungen können daher als Positionierungsmerkmal der Kopf- zur Bandhöhe herangezogen werden.

Studer veweist in seiner Serviceanleitung zur Sache sonst ja auf fast nichts, außer, dass man, wenn denn eine Höheneinstellung erforderlich sei, die vordere und die hintere Madenschraube im selben Maße verdrehen müsse. Nachdem da aber vor deiner Zeit heftig und hilflos gemurkst wurde, war (bis auf weiteres...) der von dir diagnostizierte, mäßige Höhenfrequenzgang eines Kanals absolut kein Wunder. Hoffen wir einmal, dass sich das jetzt gibt und nicht etwa doch ein Mangel an einem der -neuwertigen- Köpfe vorliegt, den man vor deiner Zeit durch wildes Schrauben zu kompensieren versuchte.

Der Löschkopf -das ist letztlich ein brutales Ding- sieht so im Rahmen der Gegebenheiten auch tadellos aus, da würde ich mir keine Sorgen machen. Justagen sind beim Löschkopf unüblich gewesen. Wenn also die obige Fadenmethode funktioniert (ein geeignetes Haarlineal ginge auch, ist aber meist nicht da), so ist deine Arbeitsbasis jetzt mechanisch so solide, dass man guten Gewissens weitermachen können sollte. Bedenke in diesem Zusammenhang meinen obigen Hinweis zur Bandbeschaffenheit, die beim am Einlauf befindlichen Löschkopf natürlich noch stärker zugreift bei den dahinter kommenden Audioköpfen.

Eine Kleinigkeit stört mich dabei: Es ist an der Bandführung zwischen Tonwelle und Andruckrolle leider gedreht worden, was man schlicht im Auge behalten sollte. Nicht, um unsererseits von neuem dran zu drehen, sondern um mögliche Bandlaufmängel gegenbenenfalls dem zuweisen zu können und sich in Ruhe zu überlegen, ob man hier auch eingreifen muss. Das sollte aber sehr zurückhaltend durchdacht werden, weil genau diese Bandführung gemeinsam mit den deutlich weiteren Umlenkeinrichtungen links und rechts (Bandeinlauf und -auslauf) über die -bemerkenswerten(!)- Kopfträgerqualitäten der A77 entscheidet.

Ach ja:
Wenn du in deinen Vorspannbandbeständen über Klarband verfügst, kannst du dieses auf eine Spule aufwickeln, die du einmal auf der Maschine hin- und herspulst, um danach zu schauen (wieder zur Bandmitte vorspulen), wie das Klarband an den Köpfen abläuft. Dafür klappt man am Wiedergabekopf die 50-Hz-Sperre einfach ab. Diese Übung ist für unsere gealterten Augen zwar bereits ein rechtes 'Pulver', aber vielleicht doch auch noch eine gewisse, absichernde Hilfe.

Hans-Joachim

Jürgen Heiliger

Hallo Hans-Joachim,

btw. der Höheneinstellung des Wiedergabekopfes..... hab' mich da mal ran getraut....


mehr bekommt man nicht hin.... :_hi_hi_:

jetzt mach ich mich erst mal ans Saubermachen....
Gruß
Jürgen

>.... liebt den guten Ton und die Musik ....<
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PhonoMax

#17
Lieber Jürgen,

auch ich würde jetzt sagen, dass die Putzarbeit mehr für sich hat. Außerdem siehst du nun wirklich dreidimensional auf die Sache, während ich mich mit zwei Dimensionen zufriedengeben muss.
Wenn auch Klarband (so möglich) und Fadenkontrolle zu sauberen Ergebnissen führen, ist alles erreichbare erreicht.


Zum "Dummy Load", also der vorhin im Telefonat behandelten Löschkopfersatzspule, ist anzumerken, dass sie die Belastung des Hf-Oszillators im Stereo- wie im Monobetrieb durch die Löschkopfspurpakete konstant halten soll, damit der Oszialltor seine Arbeitsfrequenz zwischen mono und stereo bzw. zwischen  mono (Kanal 1) und mono (Kanal 2) nicht allzudeutlich verändert.
Studer schreibt vor, dass im Stereobetrieb 120 kHz ± 5 kHz eingehalten werden sollen. Diese misst man zunächst in stereo mit einem hinreichend genauen Frequenzzähler (Prüfspitze am Löschkopflitzenanschluss orange bzw. blau) gegen Gerätemasse. Bei Bedarf, also gröberen Abweichungen stellt man die Arbeitsfrequenz am Hf-Trafo ein.

Dann schaltet man auf mono (Kanal 1) um (Spurwahlschalter II auslösen), misst am Löschkopfkontakt der blauen Litze und stellt das "Dummy Load" vorsichtig mit metallfreiem Werkzeug auf dieselbe Frequenz ein wie bei stereo. Dann drückt man den Spurwahlschalter II ein, löst den des Kanals I aus und misst am Löschkopfkontakt mit der orangen Litze. Unter Umständen muss die Dummy-Load-Einstellung etwas korrigiert werden. Man führt diese Einstellungen solange fort, bis die Abweichungen von der Stereo-Arbeitsfrequenz beim Monobetrieb beider Einzelkanäle jeweils gleich sind.

Hans-Joachim

Zitat von: PhonoMax am Montag, 30.März.2009 | 15:16:30 Uhr
Lieber Jürgen,
Oben im Post 127049 oben (120-kHz-Frage) habe ich wieder ein "k" vergessen und das auch beim Korrekturlesen im Gegensatz zu jetzt gerade nicht bemerkt. Die von Studer akzeptierte Ungenauigkeit der Hf-Frequenz beträgt nicht 5 Hz, sondern 5 kHz. Könntest du das bitte nachtragen, weil man meinen Quatsch oben so nicht sehen lassen sollte. Unsereiner hat schon genug Legenden in diese Welt gesetzt... Ich komme aber nicht mehr dran.

Hans-Joachim
Wunsch von Hans-Joachim entsprochen
Jürgen

Jürgen Heiliger

Hallo Hans-Joachim, Udo,

gewienert und geputzt ist sie nun, die B-67 zeichnet ihr gerade ein "Dolby-Band" auf mit folgenden Frequenzen 400 + 1000 Hz bei 19 cm/s mit 185 nWb/m = -8,9 dB bezogen auf 1,55 V = 0 dB = 514 nWb/m ......

Dann werd' ich heute noch die A-77 "bernsteinisieren", soll heißen entmagnetisieren und das Werkzeug für morgen auch.....



Ich werde berichten....
Gruß
Jürgen

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Jürgen Heiliger

Nun hat's mir doch keine Ruhe gelassen und weitergemacht wurde auch......

Also zuerst mal das Bezugsband drauf (19H von Agfa / NAB entzerrt; 320 nWb/m = 0 dB)

Zuerst den Azimut (bei 10 kHz und -10 dB) kontrolliert, ich war ja mehr als neugierig ob die Kopfeinstellung geklappt hat.....

Und was soll ich sagen, es war wesenlich besser geworden..... seht selber.... (Achtung: Spreizung *5 zur besseren Sichtbarmachung)


Und nun einmal an den Wiedergabefrequenzgang...... dazu beide Kanäle auf den Oszi mit einem ½ Kästchen Abstand um die Phase nochmals zu kontrollieren.....
Pegel bei -20 dB unter Vollaussteuerung (siehe oben)
40 Hz
1 kHz
10 kHz
16 kHz
18 kHz

.... ich denke, da brauche ich nicht mehr ran, oder Hans-Joachim?

Gruß
Jürgen

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PhonoMax

#20
Lieber Jürgen,

gemessen an dem, was war, ist die Verbesserung im Frequenzgang dramatisch. Daran lag es also; irgendeinen Kopfschaden können wir daher ausschließen. Mir fällt ein Stein vom Herzen, da in letzter Zeit mehrfach Kopfschäden auftauchten, die auf Wicklungsschlüsse zurückzuführen waren. Mein M5-Übertragertheater gehörte ja seinerzeit auch in diese Kiste. Andererseits sind die visuellen Genauigkeiten beim Oszilloskop vergleichsweise gering. Daher würde ich die Einmessung auch mit dem Millivoltmeter nochmals kontrollieren, zumal die Ansprüche des Dolbys an die Frequenzganglinearität im Höhenbereich groß sind. Übrigens kann man problemlos Oszilloskop und Millivoltmeter parallel auf den Bandgeräteausgang legen.

Auch die Spaltsenkrechtstellung sieht recht gut aus, wobei das Schirmbild ziemlich zappeln dürfte/sollte/müsste. Mit etwas Erahrung kann man das visuell so optimieren, dass die Lissajous-Ellipse symmetrisch um die Strichform pendelt. Das zu sehen erfordert allerdings einige Erfahrung.

Ansonsten: Dein Oskar ist doch ein Zweikanaler (wenn ich das richtig in Erinnerung habe), bei dem man im X/Y-Betrieb die Empfindlichkeit beider Kanäle mit den Stufen-Abschwächern einstellen kann. Ich erwähne das deshalb, weil mein nun auch schon betagter Hameg 605 beim Herausziehen der Feinsteller (5-fache-Zusatzverstärkung) sowohl im Gleichspannungsoffset als auch in der Phasenlage zwischen beiden Kanälen Unterschiede offeriert, auf die ich (der ich das Ding so alle zwei Jahre auf minimalen Gleichspannungsoffset einstelle....) ganz gerne verzichte. Ich drehe bei meinem Oskar einfach die Empfindlichkeit beider Abschwächer hoch, da der 605 das benannte Feature einer identischen Einstellung von X- und Y-Richtung mit den beiden Empfindlichkeitsschaltern besitzt. Ich meine mich halt daran zu erinnern, dass das bei deinem Oskar genauso ist.


Also:
Wiedergabeprüfung mit Bezugsband NAB (und ohne Dolby natürlich).

Nochmals Spaltprüfung: Oskar auf identische Empfindlichkeit von X- und Y-Verstärker kontrollieren. Tongenerator auf X/Y-Eingang parallel auflegen.)

Zunächst 1 kHz Vollpegelton vom Bezugsband. Bei relativ geringem Verdrehen der Azimuteinstellschraube (von oben gesehen große Schlitzschraube hinter den Köpfen rechts, vgl. Servicemanual) muss der Wiedergabepegel nach beiden Drehrichtungen und auf beiden Kanälen auf jeden Fall absinken.

Dann 10 kHz-Wiedergabe. Dabei gilt dasselbe, man muss aber nurmehr ganz, ganz wenig drehen, um mit dem massiven Absinken des Pegels konfrontiert zu sein. Nach beiden Drehrichtungen und auf beiden Kanälen muss beim Dejustieren ein eindeutiger Spannungsabfall erfolgen. Sorgfältigstes Aufsuchen des Spannungsmaximums, Einstellung nach Lissajous-Figur. Ellipse so schmal wie möglich. Da sie pendelt, möglichst um den Strich pendeln lassen.

Nun Aufnahmeseite:
Wir hoffen, dass die aktuelle (vom Vorbesitzer überkommene) Einmessung halbwegs funktioniert.

1 kHz und 10 kHz - 10 VU über Band (ohne Dolby!). Hier muss man ggflls etwas gegen die in der A77 vagabundierende Hf tun, weil die einem die Anzeige auf dem Oskar durch erhebliche Unschärfen versemmelt. Sollte bei dir da nichts auftreten (die A77-Dolby-Version hat intern zusätzliche Tiefpässe), kannst du gleich messen. Also:

1 kHz ab Tongenerator an den Eingang, Oskar am Ausgang.
Einstellung des Aufnahmekopfes wie oben: Zunächst leichte Verstellung nach beiden Seiten (Schraube am gleichen Ort wie oben, jetzt nur an der Trägerplatte des Aufnahmekopfes), zur Kontrolle, ob man kein "Nebenmaximum" erwischt hat, man also in der Mitte zwischen den Pegelabnahmen sitzt. Dann:

10 kHz: Sehr feinfühlig an der Spalteinstellungsschraube (hinten rechts) hin- und herjustierend kontrollieren, ob man wirklich auf dem Hauptmaximum sitzt, das in beiden Schraubendrehrichtungen gleichermaßen abnimmt. Wenn ja, präzise Einstellung des Aufnahmekopfes via Oskars Lissajous. Wie oben, aber an der Aufnahmekopfschraube.

Wenn das alles sitzt, solltest du die offizielle Einmessung angehen, die angesichts des bei deinem Gerät vermutlich nie ordentlich vollendeten Kopftausches wahrscheinlich zwei, drei Male nacheinander durchgeführt werden muss, wobei du wahrscheinlich immer auch die aufnahmeseitige Spaltsenkrechtstellung im Auge behalten musst, weil die effektiv mit Oskar messbare Phasendifferenz zwischen linkem und rechtem kanal immer auch ein wenig von der Hf abhängig ist. Sobald die Einmessung wirklich o.k. ist, muss man das Dolby einstellen, was nicht mit dem zwischen uns diskutierten Hilfsband allein möglich ist. Dazu durchschaue ich aber inzwischen Studers Abgleichanweisung ausreichend, so dass ich dir sagen kann, was du wie wo zu messen hast.


Zu dem komischen Brumm bei der B67:
Steht die B67 nach wie vor in Verbindung mit dem Verstärker im Büro? Ist an diesem Verstärker immer noch der mir erinnerliche Tuner (Regal/Wandschrank) angeschlossen? Liegt der Tuner per Koax-Kabel an einem Dachantennen- oder Breitbandkabelverstärker? Wie ist von euch die ausgangsseitige Desymmetrierung der B67 von XLR auf Cinch gelöst worden? (Bitte Skizze, wenn möglich) Läuft der Schirm von B67 auf den Verstärker durch?


Oben im Post 127049 oben (120-kHz-Frage) habe ich wieder ein "k" vergessen und das auch beim Korrekturlesen im Gegensatz zu jetzt gerade nicht bemerkt. Die von Studer akzeptierte Ungenauigkeit der Hf-Frequenz beträgt nicht 5 Hz, sondern 5 kHz. Könntest du das bitte nachtragen, weil man meinen Quatsch oben so nicht sehen lassen sollte. Unsereiner hat schon genug Legenden in diese Welt gesetzt... Ich komme aber nicht mehr dran.

Hans-Joachim

Jürgen Heiliger

Hallo Hans-Joachim,

wie in einem anderen Thread hier im Forum schon mal geschrieben haben wir den Oszi schon mal betreffs einer Verschiebung Phasenlage bei der Anzeigespreizung überprüft. Ergebnis, es gibt keine beanstandungen in dieser Beziehung. Habe dies soeben aber auch noch mal mittels des im Oszi vorhandenen Messnormals (-ton) überprüft.

Nun nochmals eine Frage zur Messung der A-77.....
dort steht im Sm beschrieben mittels dem Bezugsband 19H von Agfa (ist auch genauso erwähnt) die Ausgangsspannung, bei komplett hochgedrehten Volumensteller (außen), mittels der Reproduce Level Potis auf 2 Volt einzustellen.....
Ich brauch also erst einmal in dieser Beziehung auch nichts umzurechnen, oder?......

Werde also nochmals die komplette Messung, ohne die Einstellung an den Messgeräten zu ändern, machen und auch entsprechend dokumentieren.

Übrigens pendelte die Lissajous Elipse wie von Dir angesprochen, das gezeigte Bild war schon fast das Maximum in der Bauchigkeit..... in der Länge war es das Maximum, wie von Dir angesprochen.... War viel Fummel, aber hin zu bekommen....





Gruß
Jürgen

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Udo (DL 8 WP)

#22
Hallo Jürgen und Hans-Joachim,

eine sehr schöne Dokumentation habt Ihr da gemacht !

Jürgen, da Hast Du aber eine Menge Zeit reingesteckt...

Mir fällt da noch folgendes ein:

Hast Du das kleine Lager links an der Bandführung ausgebaut und allen Dreck rausgeholt ? 

Hast Du die Aluminiumhülse der rechten Bandführung auf einwandfreie Oberfläche kontrolliert ?

Bei mir war die genau an der Stelle mit Bandkontakt richtig angegammelt, die kann man aber weitedrehen, so dass man wieder ein einwandfreies

Segmant im Bandlauf hat. Nachdem Du das aber gemacht hast, solltest Du noch mal den Azimuth kontrollieren.

Ich habe inzwischen auch eine neue Andruckrolle (Dank Jonny) hier, so dass ich an meiner jetzt auch loslegen kann.

Ach ja Hans-Joachim, sollte ich in das Lager der neuen Andruckrolle ein bisschen Sinterlageröl einbringen ?

(Habe einen Uher Schmiermittelsatz und da ist sowas dabei drin) 


Edit:

Hans- Joachn hat weiter oben geschrieben:

Quote

Nun Aufnahmeseite:
Wir hoffen, dass die aktuelle (vom Vorbesitzer überkommene) Einmessung halbwegs funktioniert.

1 kHz und 10 kHz - 10 VU über Band (ohne Dolby!). Hier muss man ggflls etwas gegen die in der A77 vagabundierende Hf tun, weil die einem die Anzeige auf dem Oskar durch erhebliche Unschärfen versemmelt.

Unquote

Dafür gibts ja eigentlich auch Bewertungsfilter in besseren NF mV Metern.

Zweckmäßig wäre hier ein Filter der Kurve 2 (DIN Fremdspannungsfilter). Damit bleibt die vagabundierende HF draußen, wenn man den Oszillographen am den Zusatz Ausgang des NF mV Meters anschließt und man hat somit zu diesem Thema Ruhe.


Beste Grüße,

Udo (DL 8 WP)




PhonoMax

#23
Lieber Jürgen,

der Ausgangs der A77 hat lediglich eine Grenze, und das ist seine mangelhafte Aussteuerbarkeit. Ein fester Bezug zwischen einer Bandmagnetisierung und der am Ausgang anstehenden Spannung besteht nicht, weil ja externe Eingangs-, Ausgangspegel- und Balance-Pots vorhanden sind. Bei einer A77 mit 19 cm/s muss man sich deshalb überlegen, ob man die vom Line-Ausgangsverstärker gerade noch verzerrungsfrei lieferbaren 3,2 V

I)
bei voll geöffnetem Ausgangspot mit dem 3%-Klirrfaktorwert des Bandes zusammenlegen möchte,

II)
die Klirrfaktorgrenze des Bandes (ca. 740 nWb/m bei neuzeitlichem Langspielband wie LPR 35) vielleicht doch auf 3 dB unter jene 3,2 V, also auf 2,2 V verschieben möchte, oder schließlich einfach

III)
das Ausgangspot herunterdrehen möchte, wenn es klirrt.


Das sicherste Verfahren -es muss bei Wiedergaben nichts überlegt werden- ist der 'klirrfreie Betrieb' mit voll geöffnetem Volume-Pot, bei dem der Klirrfaktor durch das Band und nicht durch den Verstärker bestimmt wird.

Die Lösung I) führt unter dieser Voraussetzung zu folgenden Ergebnissen:

185 nWb/m von Dolby-Ampex-NAB zu 0,775 V
370 nWb/m VA (= + 6VU einer tadellos eingemessenen A77Dolby) zu 1,55 V
320 nWb/m DIN (mono) zu 1,34 V
514 nWb/m DIN-Stereo zu 2,15 V
740 nWb/m zu 3,1 V. (Steigert man die Magnetisierung um 1 dB, klippt der Verstärker.)

Die Lösung II) führt zu Ausgangsspannungswerten, die 3 dB niedriger liegen:

185 nWb/m zu 0,55 V
370 nWb/m zu 1,1 V
320 nWb/m zu 0,95
514 nWb/m zu 1,52
740 nWb/m zu 2,2 V

Zum Klippingeinsatz des Revox-Ausgangsverstärkers käme es hier (Lösung II) dann bei einem auf geringfügig über 1045 nWb/m magnetisierten Band. Die werden vom Band durchaus verdaut und liegen noch unter den Werten, die so mancher Sättigungsfanatiker anstrebt.

Man muss sich überlegen, was man mit dem Bandgerät und vielleicht auch seinem Pegelverhalten nach außen machen will, um sich danach in die Revox-Klipperei und das Magnetisierungs- und Pegeltheater hineinzufinden. So will einer bei voll aufgedrehtem Ausgangsvolume-Pot die 370 nWb/m einem +4-dB-Pegel zuordnen, ein anderer sagt, er wolle bei 514 nWb/m ohne Dolby 1,55 V sehen, ein dritter bezieht sich auf gewisse neuere Aussteuerungswerte der Amerikaner, ein vierter möchte ohne Einschränkungen durch die Ausgangsstufe aufs Band braten, was draufgeht.

Auch wenn der unsymmetrisch klippende Ausgang der A77 Wünsche offen lässt, so ist er doch einigermaßen niederohmig, weshalb die Einbindung in professionelle Peripherien immerhin möglich ist. Wenn man für solche Verhältnisse dann auf einfachem Wege entsprechend definierte Pegelverhältnisse herstellen kann, tut man sich leichter, muss dafür aber wissen, was man braucht. Dementsprechend sind dann die Entscheidungen besser zu fällen, als den Hinweisen im Service-Manual blind zu folgen.

Mit dem internen Dolby und dessen Einmessung hat das zunächst einmal gar nichts zu tun.

Den Studer-Serviceanleitungsumweg mit dem 19S-Bezugsband deute ich als Hilfe für diejenigen Einmessenden, die kein NAB-Band haben. Daher auch die Frequenzgangkorrekturangaben. Die A77-Dolby-B ist ein ausschließliches NAB-Gerät, weshalb man zunächst einmal NAB-Bezugsbänder verwenden und die Pegelverhältnisse berücksichtigen möge, die mit dem Dolby nach des Ray und Willi Wünschen einhergehen: "Magnetisierungspegelachse" 185 nWb/m. natürlich geht's auch anders, die Klippen werden aber mehr.




Lieber Udo,

die Bewertungsfilter bzw. "besseren" Millivoltmeter muss man haben. Bei mir herrscht da eher Schmalhans. Es gibt zwar etwas (Sennheiser RV/FO/KB55-Kombi, H&B/Grundig KM 5A mit MV5-O und MV40 und 60 sowie MV1000); das ist aber sämtlich nicht zweikanalig vorhanden... Daran müssen wir nämlich auch denken. Wenn wir zwei verschiedene Bewertungsfilter verwenden müssen (Oszi-Anzeige soll ja im X- und Y-Kanal Hf-frei bleiben), besteht Gefahr, dass sich die immer etwas unterschiedlichen Filterschaltungskonzepte zweier Hersteller in abweichenden Gruppenlaufzeiten (unteschiedlichem "Phasenverhalten") niederschlagen, womit unser X-/Y-Messverfahren ad absurdum geführt ist. Man muss sehr aufpassen, sich dabei nicht zu verlaufen.

Ich habe mir deshalb in meiner Sturm- und Drangzeit immer eigene RC-Simpelfilter gelötet; ein C 560 pf nach Masse und ein Serien-R 10 bis 15 k davor reichen meist hin. Wer universell sein will, teilt die Serien-15k in einen 10 k-Festwiderstand und ein 5-k-Trimmerle auf (Vorsicht Phasendrehung!). Dann hat man auf den beiden Kanälen weitgehend identische Hf-Dämpfungsverhältnisse, ohne gleich mit neuen Messgeräten büßen zu müssen.
Übrigens habe ich bisher noch kein Oszilloskop der (für mich) erschwinglichen Klasse gesehen, das mit geeigneten Tiefpässen beschaltete Eingänge aufwartete. Zweikanalige Millivoltmeter (ich besitzee davon zwei) mit Filtern haben Messverstärker, die zwar durchaus linear sind, aber auch meist -gemessen- deftige Klirrfaktoren andienen. Vorschalten kann man diese mit Messausgängen versehenen Geräte daher einem Oszilloskop auch nicht ohne Strafen.
Ruhe lässt sich ganz gut mit digitalen Mischpulten schaffen, weil sie prinzipbedingt aggressiv das Aliasing unterdrücken und damit auch unserer Hf den Garaus machen. Der sehr niedrige Klirrfaktor solcher Geräte (zumindest bei meinen Yamahas ist das so) erlaubt dann auch teilweise sehr schöne Messungen und prädestiniert die Pulte damit als sehr aufwändige Soundkarten, so das die heimische Peripherie zulässt. Man muss nur noch kalibrieren...

Hans-Joachim

PhonoMax

Nochmal -oder schon wieder- ich...
Manchmal sieht man aber den Baum vor lauter Wäldern nicht.

Nachdem bei Jürgens Gurke ohne Zugriff auf das Innerste nicht an den Feind zu kommen ist, bietet sich doch die Gelegenheit, den beiden Ausgangsverstärkerles von dem bekannten Aussteuerbarkeitsproblem herunterzuhelfen. Dafür reicht es nämlich aus, den R818 der beiden "Reproduce Amplifiers" (10 kOhm) auf 15 kOhm hinaufzusetzen, um die maximale Ausgangsamplitude auf knapp 6,4 V zu bekommen. Das Klipping ist dann zwar noch immer nicht hundertprozentig symmetrisch, aber so nah am Ideal, dass wir darüber nicht mehr streiten müssen. Klirrfaktor und Frequenzgang bleiben bei meiner A77ORF gleich ("Balance" natürlich in Mittelstellung), was letztendlich auch zu erwarten ist, weil nämlich die B77 diesen 'Kunstkniff' ihrerseits anwendet. Die nun erreichbaren 6,4 V sind im Grunde das, was aus der zur Verfügung stehenden Betriebsgleichspannung von 21 V herauszuziehen ist.

Insoweit empfehle ich Jürgen (oder Dani, von dem hat man schon länger nichts gehört...), den Lötknecht anzuheizen und beide R 818 zu ersetzen. Dank der Steckkartentechnik der A77 ist die Arbeit ja in wenigen Minuten getan. Die Überlegung, wie man nun diesen Ausgang nützt, bleibt einem aber dennoch nicht erspart.

Hans-Joachim

P.Nieratschker

#25
Inspiriert durch das Thema "Schaltknackse" (das ich übrigens beinahe nicht wiedergefunden hätte, die Suchfunktion in diesem board ist unter aller Sau) eine kurze Ergänzung in Sachen Knackse bei der A-77.

Beim Betätigen des Betriebsartenwahlschalters STEREO/CHI/CHII/MONO träten auf einem Kanal sporadisch Knackser und Teilaussetzer auf, hieß die fernmündlich übermittelte Fehlererscheinung. Die Platinen (konkret: Reproduce/Playback-Amplifier) seien sowohl gegeneinander als auch gegen einen zweiten Satz getauscht worden, gleiches Fehlerbild.

Der gute Mann war schon daran, den Switch auszubauen und zu öffnen, doch es kam alles ganz anders. Auf die Nachfrage, ob denn in der Maschine die berüchtigten weißen FRAKO-Schiffchen noch drin seien, meinte er: ja, schon, aber das könne ja wohl nicht sein, da auch andere Platinen... etc. etc..

Langer Rede, kurzer Sinn: Er rief mich nach ein paar Stunden an und teilte freudig mit, daß die Knackse der Vergangenheit angehören (ohne Sprühwäsche oder Demontage), eine weitere Wiedergabeplatine OHNE Schiffchen (und mit offenbar anderen Tantals) spielt einwandfrei und geräuschlos.

Ich hoffe, eine der kopfzerbrechen machenden Platinen demnächst hier auf dem Tisch zu haben, denn ich will es ganz genau wissen. Die Grundregel: erst mal alle Schifferl versenken und die gelben Rundlinge entsorgen sollte jeder A-77 Revidierer sich so tief einprägen, daß er gar nicht mehr drüber nachdenken muß. Spart viel Ärger, äährlisch...

Pit

PS: ein ganz hervorragender Revisionsbeitrag befindet sich übrigens u.a. auch im BMF [BandMaschinenForum]



Jürgen Heiliger

Hallo Hans-Joachim, Pit,

endlich ist wieder etwas zu berichten in Sachen A-77....... leider komme ich nicht immer dazu so weiter zu machen, wie ich es gerne möchte..... entschuldigt bitte.

Nachdem es zu einigen, für mich nicht direkt erkennbaren, Problemen kam bei der Erstellung des 185 nWb/m Testbandes ist dieses nun endlich fertig.
Folgender Aufbau wurde für das Erstellen des Testbandes gemacht/getroffen.
NF-Generator (1kHz) über das Mischpult (PAN-POT auf Mitte eingestellt) an meiner Telefunken M-20 TC angeschlossen und über das RTW 1206D auf -8,9 dB ausgesteuert. Das zweite RTW am Ausgang der M-20 angeschlossen. Da die M-20 bei ihrer damaligen Einmessung (Eingang) auf 1,55V=514 nWb/m=0dB=1,55V im Ausgang eingemessen wurde musste also auch bei einer Aussteuerung von -8,9 dB am Ausgang -8,9 dB anliegen......
Bei den ersten Aufnahmen war dies auch bei einem Kanal der Fall, beim anderen waren aber Abweichungen/Schwankungen von ± 3,5 dB zu bemerken. Dies konnte also so nicht richtig sein. Es stellete sich heraus dass dieses Band ursprünglich einmal mittels 2,75mm breiten Halbspurköpfen bespielt worden war (die M-20 hat 2,00mm breite Halbspurköpfe Aufgrund dessen sie in der Mitte noch eine Timecodespur aufzeichnet.) Genau diese "Altaufzeichnung" bereitete, wie sich herausstellte das Problem dar.
Denn nachdem wir beide zu erstellenden Bänder auf Danis MCI mit deren VollspurLöschkopf übergelöscht hatten, waren auch die Abweichungen so nicht mehr vorhanden.

Die nun hergestellten Bänder haben nun folgende "Abweichung"...... bei der Aussteuerung auf -8,9 dB war auf Hinterband ein Pegel von -9,0-9,1 dB auf dem RTW abzulesen, soll heißen das nächste Aussteuerungssegment, welches die -9,0 dB anzeigt, leuchtete nicht ganz stabil.... also mal heller, mal weniger hell.

Hans-Joachim, ich denke dies ist zu verschmerzen, oder?

Wenn ich Dich nun richtig verstanden habe, muss ich nun die Wiedergabe-Verstärker so einstellen, dass ich Ausgangsseitig auch auf -8,9/9,0 dB komme.
Richtig?

Wenn ja, welches Band würdes Du von den folgenden zur Verfügung stehenden empfehlen.......
Emtec PER-528 / SM-468 / BASF DPR-26

Ich dachte einmal an DPR-26 für die 9,5 cm/s und an das SM-468 für die 19 cm/s......
Gruß
Jürgen

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P.Nieratschker

#27
Moin nach Rheinbach,

na, so ganz einverstanden bin ich mit Deiner Pegeleinschätzung noch nicht. Ich greife auf aus post #26:

Zitat von: Jürgen Heiliger
Wenn ich Dich nun richtig verstanden habe, muss ich nun die Wiedergabe-Verstärker so einstellen, dass ich Ausgangsseitig auch auf -8,9/9,0 dB komme.
Richtig?

Das ist so nicht richtig. Wenn Du H.-J.s posting #23 ansiehst, dort die Entscheidung für Variante I) triffst und ggf. noch die angesagte Modifikation des R818 aus #24 durchführst, dann muß Dein 185nWb/m - Bandschnipsel 0,775 V am Ausgang erzeugen (nunmehr mit Clippingreserve, wg. R818 Änderung), aber am VU Meter (der A-77) gehört hierzu der 0dBVU-Ausschlag. Nachzulesen übrigens in der Abgleichanleitung, Pos. 12. Dafür hast Du ja das 185nWb/m Band überhaupt erst hergestellt, damit diese Einstellung ohne Umrechnerei möglich ist.

Diese 0VU müssen übrigens, siehe Pos. 9. der ReVox-Abgleichanleitung, mit den Dolby-internen 100mV korrespondieren! Alles klar?

Wie man mit einem Bezugsband, das einen anderen Bezugspegel anbietet, dennoch (mit Hilfe von Millivoltmeter, "RTW" oder Wurzelziehen beim Oskar-Meßfestifal) zu denselben Ergebnissen kommt, das behandeln wir, wenn Deine A-77 soweit fit & fertig ist.

Auch die angefragte Erläuterung zur überbreiten Meßbandspur in MONO (Thema: Azimuteinstellung, Phasenreferenz) verschiebe ich auf Ende Mai , zumal ich den Vinyl-thread nicht finden kann und ich das Thema als nicht so spannend ansehe. Vorabaussage: Man macht das so, weil es sich so etabliert hat und sinnvoll ist, Punkt.

Pit

Verlinkung auf Wunsch von Pit nachgetragen
Jürgen

Jayk.

Hallo Jürgen,

noch 'n Wort zu den RTW's: wie sind die den kalibriert? Und sind sie beide auf den gleichen Pegel kalibriert?

Warum ich das frage: zwei von mir kürzlich erworbene RTW 1206D zeigten bei Parallel-Betrieb sowohl am XLR- als auch am RCA-Eingang unterschiedlich an. Habe sie dann neu kalibriert, für XLR: 1kHz/0dB = 1,55V; für RCA: 1kHz/0dB = 0,775V.

Hast Du Deine RTW's mal daraufhin überprüft? Weil wer misst, ja bekanntlich Mist misst...  :_hi_hi_:

Jonny
Zitat von Wilhelm Busch [1832-1908]: > Musik wird oft nicht schön empfunden, Weil sie stets mit Geräusch verbunden. ...Dideldum! <

Jürgen Heiliger

Hi Jonny,

war mir klar die Frage..... es steht zwar nicht in diesem Thread, sondern an anderer Stelle im Forum, sie sind aber beide per Messnormalton aus dem NF-Millivoltmeter (Philips PM-2454B) sauber abgeglichen. Und beide zeigen 100% gleich an.

Gruß
Jürgen

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Jürgen Heiliger

Zitat von: P.Nieratschker am Sonntag, 19.April.2009 | 07:38:24 Uhr
Moin nach Rheinbach,
.......

Auch die angefragte Erläuterung zur überbreiten Meßbandspur in MONO (Thema: Azimuteinstellung, Phasenreferenz) verschiebe ich auf Ende Mai , zumal ich den Vinyl-thread nicht finden kann und ich das Thema als nicht so spannend ansehe. Vorabaussage: Man macht das so, weil es sich so etabliert hat und sinnvoll ist, Punkt.

Pit

Moin Pit,

dieses ab hier ist gemeint....
http://new-hifi-classic.de/forum/index.php?topic=2353.msg127821#msg127821
Gruß
Jürgen

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Jürgen Heiliger

Jungs,

sie ist fast fertig....... die 9,5 cm/s sind fertig eingemessen.... die 19 cm/s kommen morgen dran......

doch erst mal Schritt für Schritt......

So weit so gut, ich hatte ja die Wiedergabe-Kopfeinstellung mittels meines 19er Bezugsbandes in NAB (Agfa 19H) abgeschlossen und mich daran gemacht mir ein 185 nWb/m Band mittels einer anderen Maschine zu erstellen.....
Nachdem dies nun letztendlich fertig war kam ich heute nun dazu das Ganze mal auf die A-77 zu schmeißen...... und nun kommts..... was zeigten meine VU in der A-77 an..... natürlich nicht das, was sie sollten.....
Anzeigen müssten sie 0dB, aber sie zeigten -5 dB (L) und -3 dB (R).......

also gings weiter ans Eingemachte..... ich dachte die dann über die VU-Meter Calibration pegeln zu können ..... aber das war doch was..... ja richtig, die beiden VU-Meter Calibration Potis der normalen A-77 sind bei der Dolby Version außer Kraft gesetzt, diese müssen nun auf beiden Dolby-Prints calibriert werden.....
Nun also das Messgerät mittels Tastspitze an die entsprechenden Prüfpunkte.....

Punkt 1 und 15 sind es, an denen jeweils 100 mV anliegen müssen gegen Masse gemessen......

es lagen aber nur 45 mV, bzw. 43 mV an den Prüfpunkten an......
somit also an den Trimmern der Wiedergabeverstärker die Pegel für beide Kanäle auf 100 mV angehoben..... und was machten meine VU-Meter.... diese zeigen nun +2 / +3 dB an ...... also die Trimmer für die VU-meter suchen.....

hier die beiden Platinen der Dolby-Prozessoren......
direkt Links, die benötigten Potis.....


hier die VU-Meter nach dem erfolgten Abgleich......

Damit war der Wiedergabe-Abgleich der Dolby-Einheit abgehandelt...... nun kommt aber noch der Aufnahme-Abgleich zunächst noch ohne Aufnahme, also Vorband.....
Dazu ist der Vor-Hinterband Schalter auf CAL zu stellen mit komplett aufgezogenen Aufnahmereglern und an den Prüfpunkten 2 und 12 müssen 100 mV anliegen...... daher nochmals dieses Bild....

(es zeigt übrigens den Befestigungsplatine mit den Aufnahmesteckern der beiden Dolbyplatinen von der Lötseite her)
Dazu ist an dem Regler P-103r der Abgleich vorzunehmen, der quasi als ein Balance-Regler fungiert.....

(der Regler oberhalb der VU-Meter Calaibrations Potis)
Nun aber das Ergebnis....... auf dem Millivoltmeter.....
Linker Kanal Vorband an Prüfpunkt 2Rechter Kanal Vorband an Prüfpunkt 12
Nun aber mittels Aufnahme über Band gemessen......
Linker Kanal Hinterband an Prüfpunkt 1Rechter Kanal Hinterband an Prüfpunkt 15

eventuelle Unterschiede Vor-Hinterband werden mittels den Record-Calibrationregler (hinter der Klappe der Köpfe) ausgeglichen..... die zugehörigen Prüfpunkt sind der 3 und 5 am Befestigungsprint der Dolbykarten.....

Es war vollbracht, die Dolbysektion stimmt schon mal........

Nun also DP-26 auf die A-77 Dolby um die maschine auf 9,5 cm/s einzumessen.....
Doch halt der Azimut des Aufnahmekopfes ist noch nicht überprüft......
also die A-77 wieder auf 19 cm/s umgestellt und einen 10 kHz Ton (-20 dB unter Vollaussteuerung) eingespeist und per Hinterband und Lissajous-Figur den Azimut überprüft....

Eingestellt auf Maximum Pegel und kleinste Phasendrehungen....

Ich denke dies sieht mehr als passabel aus.....

Nun die A-77 wieder auf 9,5 cm/s umgestellt, den NF-Generator auf 6,3 kHz nach Einmessvorschrift umgestellt, Eingangspegel -20 dB unter Vollaussteuerung 0 dB=775 mV, dann nach Delta 10 kHz Methode den Bias auf höchste Spannung gedreht und den Poti weiter aufgezogen bis der Pegel wieder um 4,5 dB abgefallen ist.....
Somit ist die Vormagnetesierung für das DP-26 korekt eingestellt..... nun noch mittels 1kHz und 16 kHz Sinuston den Frequenzverlauf mittels des REC-EQ-Levelpotis auf möglichst glatten Frequenzgang getrimmt...... somit ist die A-77 bei 9,5 cm/s sauber auf EMTEC DP-26 eingemessen.
Gruß
Jürgen

>.... liebt den guten Ton und die Musik ....<
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Captn Difool

Mensch, ick hab doch nua een Bier jesöffelt und seh schon wieder UFOs..... :smile

Tolle Arbeit, Jürgen  :_good_:

P.Nieratschker

Jürgen,

noch kurz ein Tip vor'm Schlafengehen: wirf auch mal ein 'echtes' Bezugsband drauf und mache die Gegenprobe, daß beide Wiedergabekanäle auch wirklich pegelgleich sind (da ja mit einem improvisierten Eigenband eingestellt). Wenn Du einen schönen 'Gleichlauf' der Pegelwerte hast, kannst Du getrost an die 19cm/s gehen. Der absolute Wert ist nicht so wichtig, er wird halt 320/185=1,72 fach höher liegen, also etwa 20*log 1,72=4,75 dB höher... Aber Du hast ein Meßnormal fast ohne Unbekannte...

Gruß Pit

Jürgen Heiliger

Hallo Pit,

werde ich morgen noch machen...... Das lässt meinem Schlaf auch keine rechte Ruhe..... Du hast Recht, sicher ist Sicher.
Gruß
Jürgen

>.... liebt den guten Ton und die Musik ....<
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P.Nieratschker

#35
Nochwas. Auf diesem Photo:



glaube ich zwei von diesen weißen "Frako-Piratenschiffchen" (siehe post #25) zu erkennen. Ich rate Dir, diese ungemessen zu versenken, die im Vordergrund (links) zu sehenden stehenden Gelblinge und ihre verborgenen Brüder ebenso. Sei aber vorsichtig mit dem Verstellen der diversen alten Trimmer, ansonsten blüht Dir ein Dolby-B Abgleich, das ist nicht so lustig wie die bisherige Wiederinbetriebnahme der Entsorgungsmaschine...

Erst nach der "Elko-Kur" also mit der Einmessung weitermachen, dann bleibt die bisherige Erfolgssträhne auch weiterhin eine...

Pit

Jürgen Heiliger

Hi Pit,

der Tip kam reichlich spät...... einer meinte schon sein Bein anheben zu müssen..... :_thumbdown_:

Also gehe ich erst mal Ersatz beschaffen..... raucher01 Nein, Nebenan gibt es diesen Ersatz nicht in ausreichender Menge..... aber Bewegung hält jung, oder wie war das.... .,d040
Gruß
Jürgen

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PhonoMax

#37
Lieber Jürgen,
liebe Mitlesergemeinde

wenn die Abbildung der Phasendifferenz zwischen li und re oben etwas größer wäre (man kann die Empfindlichkeit beider Kanäle deines Oskars im X/Y-Betrieb per "Volts/Div."-Schalter anheben), sähe man vielleicht noch mehr. Bei 9,5 aber ist ein 10 kHz-Signal ab Band schon sehr, sehr unruhig, befinden wir uns doch mit fliegenden Fahnen bereits auf dem Weg zum Cassettenrecorder. Also lassen wir das mal dabei. Ich messe lieber bei der höchst möglichen Bandgeschwindigkeit. Die Unschärfe der Ellipse rührt natürlich von Hf, die überall im Gerät herumvagbundiert. Man kann sie in der A77 minimieren, was aber jetzt nicht unser Thema ist.


Die von dir, lieber Jürgen, oben angesprochene Sache mit den -8,9 dB hat nichts mit der A77Dolby zu tun, sondern dient allein der Herstellung eines 185 nWb/m-Einstellbandes mit Heimwerkermitteln auf einer professionellen 514-nWb/m- Bandmaschine, die man im Heiligenhause am Bache Rhein ja in mehrfacher Ausführung findet. Das setzt aber natürlich voraus, dass auf dieser alles wirklich sauber justiert ist:
514 nWb/m - 8,9 dB = 185 nWb/m
(8,9 dB = 1 / 2,8 = 0,36-fach)

Pits Hinweis zum Einsatz eines traditionellen Bezugsbandes (320 nWb/m) zielt daher in die völlig korrekte, genauigkeitssteigernde Richtung, weshalb wir (Jürgen und ich) dieses Verfahren heute Morgen auch fernmündlich erfolgreich -und mit von Jürgens gestrigen Unternehmungen etwas abweichenden Werten- durchgezogen wurde.


Da Jürgen zunächst die Minus-10 dB-Sektion seines 320-nWb/m-Bezugsbandes verwendet hatte, mussten folgende Pegel auf der Pegelmessschiene in der A77Dolby nachweisbar sein:

320 nWb/m - 10dB = 101,2 nWb/m
101,2 nWb/m : 185 nWb/m = 0,547-fach

185 nWb/m entsprechen in der A77Dolby auf der internen Pegelmessschiene aufgrund einer willkürlichen Revox-Festlegung 0VU und zusätzlich 100 mV.

101,2 nWb/m ergeben dann auf der Pegelmessschiene: 100 mV x 0,547 = 54,7 mV.

Das ließe sich eigentlich auch mit den in Jürgens Maschine inzwischen an sich bereits geeichten VU-Metern kontrollieren, die bei 101 nWb/m im Rahmen der Genauigkeit der Revox-Schießeisen mit Rotpunkt einen Pegel von -5,24 VU (20 log 0,547 = -5,24 dB) anzeigen müssten. Das war aber in Rheinbach nicht so, weshalb -einfachste Lösung- wohl das Selbstbau-Einstellband-185 nWb/m Jürgens nicht ganz korrekt war.

Pits Vorschlag, auch hier mit 320 nWb/m-Vollpegeltönen zu messen, ist von ihm oben exakt zutreffend mit Zahlen unterfüttert worden, was wieder einmal zeigt, dass angemessenes Rechnen doch allerhand für sich hat; man bekommt nämlich Zahlenwerte, an die man sich sicher anlehnen kann, ohne einen Sturz mit blutiger Nase beenden zu müssen.

Daran haben wir uns auch noch heute morgen gleich gehalten (noch vor meiner von der Telekom für mehrere Stunden erzwungenen Netferne) und den Spannungswert auf der Pegelmessschiene der A77Dolby bei 320 nWb/m vom Band kontrolliert:

320 nWb/m : 185 nWb/m = 1,73
20 log 1,73 = 4,76 dB

Der Pegel auf der A77Dolby-Messschiene liegt also bei vom Band kommenden 320 nWb/m um 4,76 dB höher als bei 185 nWb/m; oder eben in Millivolt:
100 mV x 1,73 = 173 mV. Das ist ein Idealwert; ± 1 dB Abweichung ließe ich zu (also Bereich 155 bis 195 mV).

Dabei liegen natürlich die VU-Meter auf Anschlag, wenn auch nicht so hart wie bei den sonst mitunter üblichen Untersuchungen, bei denen die Zeiger mit 6 dB Lead anschlagen (257 vs. 514 nWb/m). Man sieht also zu, dass man zügig voran kommt.


Ich denke, es ist eigentlich an der Zeit, hier im Zusammenhang mit Jürgens A77 einmal das Blockschaltbild ("Function Diagram") der A77Dolby abzubilden, damit der einer A77Dolby doch normalerweise eher ferne Mitleser verfolgen kann, wie wir vor Ort über den Wassern (bzw. Untiefen) schweben.
Die A77 besitzt ja ein diskretes Dolby B, das in eine bestehende Konstruktion eingeflickt ist, was ja auch nicht uninteressante technische Lösungen erzwingt. Umso mehr, als die beim Dolby eigentlich bitter nötigen Pegelabgleiche bei Cassettenrecorder-Dolby-B-Anlagen sonst eher nicht üblich, hier aber mit einigem Aufwand Teil des Konzepters sind.


Die von Pit oben angeregte und von mir in diversen Zusammenhängen empfohlene, minimale Änderung des Linien-Ausgangsverstärkers hinter dem Volumesteller, um dessen Aussteuerbarkeit den prinzipiellen Möglichkeiten anzunähern, sollte man gerade bei der A77Dolby im Auge behalten, weil sie ja einen niedrigeren Vollaussteuerungspegel von Revox mit auf den Weg bekam, aber bei 19,05 cm/s sicher auch einmal 514er-Bänder wiedergeben soll. Wenn der allerletzte Ausgangsverstärker das dann auch problemlos kann, ohne dass man als Nutzer ständig an eine begrenzte Aussteuerbarkeit der Line-Ausgangsstufe denken muss, so ist das im Sinne des Erfinders; meine ich. Od'r?

Hans-Joachim

Jürgen Heiliger

Und hier mit Hans-Joachims Hilfe das Blockschaltbild der A-77 Dolby

Gruß
Jürgen

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TB-Dani

Hallo Classiker,

auf Pits Ratschlag hin habe ich nun alle verbauten Frako gemarkten Elektrolykondensatoren auf den beiden Dolby Processingboards (oder so...) ausgetauscht- sieben an der Zahl, mit gemessenermassen sehr interessanten Abweichungen. Von 20pF bis über 80µF war alles dabei, bei den 47µ/50V Elkos. So langsam verstehe ich die allgemeine Antipathie gegen diese Teile... :flööt:

Bilder kommen jeden Augenblich von Jürgen,

LG
Dani
I won´t be sending postcards from Paraguay.