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Anfängerfrage zum Löten

Begonnen von Senior, Freitag, 06.Mai.2011 | 09:56:41 Uhr

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Senior

Guten Morgen,

ich lese hier in vielen Threads, das kalte Lötstellen "nachgelötet" werden müssen.
Da ich im Zusammenhang mit der Instandsetzung meines Philips-Players kalte Lötstellen erwarte, möchte ich klären was genau gemeint ist.

Nachlöten hört sich, für den Laien, einfach nach reihenweisem erhitzen des vorhandenen alten Lots an - ist aber wahrscheinlich nicht so gemeint.

Wie macht man das richtig, damit ein sicherer Kontakt entsteht?
Gruß - Knud

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PeZett

#1
Hallo,

was eine sogen. "kalte Lötstelle" im Prinzip ist, wirst Du wissen.
Sie zu erkennen ist nicht ganz einfach, zumal die Ursachen dafür untersch. sein
können. Oftmals wird die "KLS" aber auch mit einer durch mechanische Beanspruchung
entstandenen schlechten Lötverbindung verwechselt. Besonders im Bereich der
Ein/Ausgangsbuchsen von Hifi-Geräten tritt letzteres gerne auf, da je nach Buchsenbefestigung
beim Ein-/ Ausstöpseln der Kabel die Lötstelle bzw. die Buchsen-Pins bewegt werden.
Letzten Endes ist es aber gleichgültig, ob "echte" oder "unechte" kalte Lötstelle - die
Auswirkungen bleiben die gleichen und die Fehlerbehebung eigentl. auch.

Erkennungsmerkmale f. eine "KLS" können sein:
- Rissbildung im Lot
-  matte Lotoberfläche
-  besonders ausgeprögte Kugelform des Lottropfens

Beseitigen:

die "Quick&Dirty"-Methode, das Lot einfach wieder zu erhitzen, folgt eigentl. nicht der
korrekten Lötmethode und taugt deshalb nicht viel.
Besser ist, das alte Lot zu entfernen (Absaugpumpe, Entlötlitze) und neu zu verlöten.
Schliesslich soll die Lötstelle erhitzt werden und nicht das Lot.


Soweit meine Ansicht zum Thema...

Gruß


Peter
Wege entstehen dadurch, dass man sie geht. (F.Kafka)

jan.s

Hallo

im Grunde ist es genau das. Gelegentlich kann es aber auch sinnvoll sein, das alte Lote mit einer Entlötsaugpumpe abzuziehen und das Bauteil mit neuem Lot zu versehen.
Eins ist aber ganz wichtig: Vergiss dabei alles was du übers bleifreie Löten gehört hast.
Unsere Klassiker sind mit bleihaltigem Lot aufgebau und werden auch mit solchem repariert.
Bleifreies Lot hat ohnehin mehr Nachteile als Vorteile. Das fängt schon  damit an, dass die Verarbeitung wesentlich gesundheitsschädlicher ist und hört damit auf, dass aus den bleifreien Loten Zinn-Nadeln rauswachsen. Darum ist es auch in der Medizintechnik und in der Luftfahrt nicht zugelassen. (Bei einigen sehr teuren Silberloten besteht das Problem mit den Zinn-Nadeln nicht. Aber die sind dann auch nicht mehr so leicht zu verarbeiten)
Gruss
jan

kuni

Im Prinzip alles schon gesagt:
Korrekt wäre, altes Lot entfernen und neu löten.
Nur erhitzen taugt mEn nicht viel, weil das Flußmittel weg ist und sich dann so doofe Lötohren mit der Kolbenspitze ziehen lassen.
Ich mache daher einen Mittelweg. D.h. ich entlöte nicht, sondern mache das alte Lot flüssig, lasse dann ein klitze klein wenig neues Lot dran und ziehe überschüssiges Lot mit der Lötspitze ab. Dabei entstehen in 90% aller Fälle wieder gute Lötstellen, die auch sauber aussehen. In den wenigen Fällen (z.B. bei sehr kleinen Pads), in denen dann zuviel Lot dran ist (also diese "Lötkugeln"), sauge ich das Lot komplett mit der Entlötpumpe ab und verlöte neu.
Gruß, Kuni
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http://kuni.bplaced.net/
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Compu-Doc

 :;aha......kleine Diskussion: Entlötpumpe vs. Entlötlitze?.....Pro~Contra.....bin auch der Seltenlöter.....bei mir läuft-fast-alles!  :_yahoo_:
En la mesa y en el juego, la educación se ve luego.

Senior

#5
Hallo zusammen,

danke für die Antworten - nehmt Ihr gar kein Lötfett auf die Lötspitze? Fließt dann überhaupt das alte Lot?

@Robert
Du vertust Dich, das hier ist nicht mein Comedy-Thread.
Gruß - Knud

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kuni

Knud,

blos kein Lötfett in der Elektronik nehmen - Das Zeug ist/kann leitfähig sein.
Ich habe da vor Jahrzehnten meine Erfahrungen (aus Unwissenheit) gemacht und den Fehler laaaaaaaaaaaaaange gesucht.
Im Elektroniklot ist als Seele (=Flußmittel) deswegen was anderes (Kolophonium ?) drin.
Nach erkalten ist das wie Harz und isoliert.

@Robert:
Meine Erfahrungen zu Entlötpumpe/Entlötlitze:
Die Entlötstationen sind das Beste was man zu dem Thema bekommen kann, aber auch vglw. teuer.
Diese händischen Entlötpumpen ("Schloz"-Pumpe) taugen meiner Erfahrung nach ganz gut, wenn man nicht die aller billigste nimmt.
Ich entlöte fast nur damit. Wenn's viel ist, wird einem halt manchmal der Daumen vor lauter Drücken lahm.
Zudem öfter mal aufmachen und das Lotgebrösele rausholen, weil sonst fällt das manchmal aus der Pumpe raus in die Schaltung und kann dort (wenn es dort bleibt) böse Kurzschlüße machen).

Mit Entlötlitze stehe ich etwas auf Kriegsfuß, weil die meißt zu grob ist um bei feineren Strukturen gezielt an den Entlötpunkt zu kommen.
Zudem braucht's da ein paar Sekunden länger, weil die Litze ja auch erst heiß werden muß. Da bekomme ich bei Halbleitern immer Bauchweh, wegen der vglw. langen Erhitzungszeiten.

Wo Litz super ist, wenn man z.B. Lot aus Ritzen rausbekommen muß, z.B. bei solchen Blechabschirmungen im Tunerteil.
Gruß, Kuni
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jan.s

Hallo
ja, für Ritzen ist die Entlötlitze klasse. Ich verwende sie auch beim SMD-Löten. Erst alles mit ner dicken Lötspitze anlöten und dann das überschüssige Lötzinn mit der Litze wegziehen. Klappt prima.
Obwohl ich an meinem Laborplatz eine elektrische Entlötsaugpumpe von Ersa stehen habe, verwende ich lieber die kleinen Kolben-Teile. Die verstopfen immerhin nicht und funktionieren super. Ich habe sogar eine Kolbenpumpe mit elektrischer Heizung. Die Heuzung ist aber nicht so stark, dass man damit schnell arbeiten kann. Da nehme ich dann zum aufheizen immer den guten Weller mit seinen 80W. Das geht dann flotter.

Kleiner Tip für die (Ent-)Löt-Anfänger:
Auch beim entlöten ein wenig frisches Lötzinn auf die Lötspitze geben. Dadurch wird die Wärmeleitung erheblich verbessert und das Flussmittel hilft auch .,111
Gruss
jan

Compu-Doc

@ Kuni & Jan:  :drinks: best answers, merci! @ Knut: auf einen mehr, oder weniger kommt es doch nicht drauf an!  :smile

.........oder wie mein Schwippschwager mütterlicher seits immer zu singen pflegte:"ist der Zirkus noch so klein, einer muss der August sein."  .,a095 prost mein Juuster.
En la mesa y en el juego, la educación se ve luego.

Senior

#9
Gibt es denn keine Flussmittel, die für Elektronik uneingeschränkt geeignet sind?
Es ist doch offensichtlich das Problem der KLS, dass das Lot nicht richtig geflossen ist und keine gute Verbindung mit der Leiterbahn zustande gekommen ist.
Grund dafür dürfte in erster Linie vorzeitige Oxidation der Leiterbahn sein. Das zu verhindern ist Aufgabe von Flussmitteln.

Schließlich kann man seit 1969 zum Mond fliegen?!
Gruß - Knud

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jan.s

Hallo

natürlich gibt es das. In "modernem" Elektroniklot ist sowas drin. Dabei ist es erst mal egal ob man bleifreies oder bleihaltiges Lot nimmt. Beim bleihaltigen Lot ist im Innern eine Kolofonium-Seele, die genau diesen Zweck hat. Ist die Löttemperatur aber zu hoch, verbrennt das Kolofonium bevor es seine Arbeit macht und es bleiben Schlacken zurück die eher kalte Lötstellen begünstigen. Darum sollte man den Lötkolben von der Lötstelle nehmen so wie das Zinn zerflossen ist und nicht noch lange nachheizen.
Gruss
jan

Senior

Hi Jan -

ich will Dich nicht verärgern, aber das war nicht meine Frage. Das mit der Kolofonium-Seele im Lot habe ich schon verstanden.

Warum soll man sich mit Lot behelfen, wenn man nur einen Oxidationsschutz braucht. Sowas muss es doch geben.
Gruß - Knud

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kuni

Zitat von: Senior am Freitag, 06.Mai.2011 | 19:05:31 Uhr
Es ist doch offensichtlich das Problem der KLS, dass das Lot nicht richtig geflossen ist und keine gute Verbindung mit der Leiterbahn zustande gekommen ist.

Daß das Lot bei der Produktion nicht richtig verflossen ist, ist nur ein Grund für KLS (ich nehm mal Dein neu eingeführtes Kürzel und hoffe, daß das nun alle anderen auch verstehen  :grinser:).
Ein anderer kann sein, daß es Erschütterungen während der Erstarrung gab, oder die Lotlegierung nicht wie gewohnt war und und und....

Zitat von: Senior am Freitag, 06.Mai.2011 | 21:08:51 Uhr
Warum soll man sich mit Lot behelfen, wenn man nur einen Oxidationsschutz braucht. Sowas muss es doch geben.
Einen "Oxidationsschutz" braucht man mMn nicht, wenn der Lötprozess korrekt stattgefunden hat.
Das Problem bei KLS sind ja nicht oberflächliche Oxidationen, sondern die Oxidationen die in den kleinen Rissen stattfinden, dort wo die KLS praktisch die "Poren" geöffnet hat. Hat der Lötprozess aber funktioniert, dann haben die zu verlötenden Teile eine dauerhafte und rißfreie Verbindung und es kommt im Inneren der Verbindung nicht zu Oxidation oder anderweitig schlechten Kontakten.

Daß der Lötprozess korrekt abläuft, davon geht man erst mal in der Produktion aus. Daß es nicht so ist, stellt sich eben im Rahmen einer Qualitätskontrolle evtl. heraus.
Ich habe mal in der Elektronikfertigung bei HP (ehem. Meßgerätefertigung) gearbeitet. Dort gab's eine Gruppe, die sich nur mit dem Lötprozeß befaßt hat und deren genaue Parameter festgelegt hat. Wurde der Prozeß dann so eingestellt, dann gab's da auch keine Probleme mit dem Lötergebnis.

Eine zusätzliche Oberflächenversiegelung könnte man vlt. machen, aber ich denke daß es Kostengründe gab im Konsumerbereich sowas nicht zu machen.
Selbst wenn, würde das auch nicht alle Probleme beheben. Wenn nämlich die KLS unter der Versiegelung so bricht, daß einfach kein Kontakt mehr da ist (jetzt mal ohne Oxidationsprozesse) dann hätte das alles auch nicht geholfen.
Gruß, Kuni
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hal-9.000

Bzgl. Kalte Lötstelle gibts ua. hier ganz ordentliche Fotos als Beispiel: http://de.wikipedia.org/wiki/L%C3%B6ten#Kalte_L.C3.B6tstelle



Grüße
Mario

Senior

#14
Hallo Kuni,

schön, dass Du Dich durch Nachfragen nicht angegriffen fühlst. Das ist ja auch nicht meine Absicht. Ich wills ja nur verstehen.

Im Zeitalter der Plagiate möchte ich noch darauf hinweisen, das ich die Abkürzung KLS nicht kreiert habe, sondern Peter, am Anfang des Threads.
Ich bitte meinen Zitierfehler zu entschuldigen. Zu keiner Zeit wollte ich mich absichtlich mit fremden Federn schmücken.
Offensichtlich bin ich an der Doppelbelastung - ebay und new-hifi-classic-Forum - gescheitert. Dafür übernehme ich die volle Verantwortung
und biete die Rückgabe meines Titels - HiFi-Jüngling - an ;)

Danke Mario,

das ist ein interessanter link. Wenn man weis wie es aussieht ist das schon hilfreich.
Ich habe noch einen Fadenzähler mit 10-facher Vergrößerung, aus meiner Fotolaborzeit, der könnte hier sehr hilfreich sein.
(Fadenzähler = Standlupe mit festem Abstandhalter in Schärfeebene)
Gruß - Knud

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dcmaster

Moin Knud,

alles, was bisher gesagt wurde ist schon genug Hilfe für Dich. Am schluss hast Du aber noch die Versiegelung wegen dem Schutz der Lötstellen erwähnt. Dazu gibt es eine wunderbare Lösung. Nachdem Du alle Lötstellen sauber und mit bestem Gewissen fertig gestellt hast, kannst Du am Schluss noch einen "Lötlack" drüber geben, der dann das Ganze incl. der Lötstellen versiegelt.

Bei ganz neuen, noch nicht bestückten Platinen kann man den auch schon vorher auftragen, weil dieser spezielle Lack auch "lötbar" ist. D.h. wenn der Lack beim Löten erhitzt wird, verflüssigt er sich "punktuell" und nach dem Erkalten versiegelt er selbstständig wieder die Lötstelle. Ich habe das früher bei allen Platinen so gemacht und nie Probleme damit bekommen. Es sieht sehr sauber aus und versiegelt offensichtlich wirklich gut. Bis heute gab es nicht eine kalte Lötstelle oder Kontaktprobleme.

Die Bilder von der Wiki sind ja auch ein sehr schönes Anschauungsmaterial und sagen mehr als tausend Worte. Allerdings ist dort auch deutlich zu sehen, dass es wohl eine mechanische Belastung gab, weshalb ein Lötbein samt Zinn von der Platine "Abstand" genommen hat. Hier wäre es wohl gut gewesen, die Bauteile mechanisch mit Kleber etc. besser zu sichern.

Klausi
Wer Musik mag, sollte sie nicht nur hören sondern besser noch genießen - und ich genieße sie sehr.

Die aufrichtigste Form der Anerkennung ist - Neid

Senior

Hallo Klaus,

da fühle ich mich jetzt falsch zitiert. Ich habe Versiegelungen mit keinem Wort erwähnt  .,70


@all

Ich glaube das wars jetzt auch - danke für alle Infos.
Gruß - Knud

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dcmaster

Zitat von: Senior am Samstag, 07.Mai.2011 | 10:32:51 Uhr
Hallo Klaus,

da fühle ich mich jetzt falsch zitiert. Ich habe Versiegelungen mit keinem Wort erwähnt  .,70


@all

Ich glaube das wars jetzt auch - danke für alle Infos.
Oh,
ich hatte das hieraus abgeleitet:

Zitat: Warum soll man sich mit Lot behelfen, wenn man nur einen Oxidationsschutz braucht. Sowas muss es doch geben.

Wie hast Du das denn gemeint? Der von mir zitierte Lötlack hat doch genau diese Eigenschaften.
Wer Musik mag, sollte sie nicht nur hören sondern besser noch genießen - und ich genieße sie sehr.

Die aufrichtigste Form der Anerkennung ist - Neid

kuni

Hi Knud,

Zitat von: Senior am Samstag, 07.Mai.2011 | 09:09:13 Uhr
schön, dass Du Dich durch Nachfragen nicht angegriffen fühlst. Das ist ja auch nicht meine Absicht. Ich wills ja nur verstehen.
Solange die Sache konstruktiv bleibt, habe ich absolut kein Problem damit, wenn man mich in Frage stellen sollte oder mich berichtigt  :__y_e_s:.
Ist doch Sinn eines Forums, daß man solche Sachen klärt  :_good_:

Zitat von: Senior am Samstag, 07.Mai.2011 | 09:09:13 Uhr
das ist ein interessanter link. Wenn man weis wie es aussieht ist das schon hilfreich.
Ich muß da noch zu sagen, daß die Beispiele schon Extreme darstellen. Wenn sich alle KLS so outen würden, dann wäre es leicht sie zu finden.
Das Problem ist in der Realität, daß diese Risse oft so fein sind, daß man sie selbst mit Lupe praktisch nicht erkennen kann.
Da hilft dann kein partielles Nachlöten der betroffenen Stellen sondern nur der Rundumschlag.
Gerade das 2. Bild oben zeigt, daß hier zu dem Fakt KLS noch erhebliche mech. Belastungen hinzugekommen sein müssen, um die LS soweit aufzureißen.
Gruß, Kuni
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http://kuni.bplaced.net/
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Senior

#19
Hi Klaus-

der Zusammenhang ist folgender: Als es um das Nachlöten von "altem" Lot ging, wurde mir dringend abgeraten Lötfett als Flussmittel zu benutzen, weil es leitend sein kann.
Stattdessen wurde empfohlen etwas neues Lot auf die Spitze zu nehmen, weil es Kolofonium als Flussmittel = Oxidationsverhinderer enthält (nicht leitend).

Da es bei Flussmitteln in erster Linie immer um Oxidationsverhinderung geht, wollte ich wissen, ob es da ein geignetes Produkt gibt, das nicht leitfähig ist.
Wäre ja praktischer, weil das Lot ja schon vorhanden ist.

Der Gedanke wurde bei mir ausgelöst, weil ich, durch meinen ehemaligen Beruf, Erfahrungen mit feinstem Hartlöten habe. Da hing die Güte einer Lötung
im wesentlichen von einem perfekten Oxidationsschutz, durch ein hochwertiges Flussmittel, ab.
Gruß - Knud

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dcmaster

Hi Knud,

ja genau das ist es. Ich habe anfänglich mit dem Lötfewtt auch sehr schlechte Erfahrungen gemacht und mich seit dem davon fern gehalten. Bei mir hat es sogar die Lötspitze dermaßen angegriffen, dass ich diese mehrmals wechslen musste. Das kann man sich sparen. Das einzige Argument für dieses Lötfett ist, wenn man auf Eisen oder Zink eine Lötung machen muss. Da hilft das säuerhaltige Fett tatsächlich.

Die Sache mit dem Kolofonium ist tatsächlich sehr vorteilhaft. Dieses Material ist nach dem Aushärten tatsächlich nicht leitfähig und versiegelt zumindest punktuell die Lötstelle. Die komplette Lötlackversiegelung macht da eher den Rundschlag und erledigt alles auf einmal. Für mich ganz ehrlich eine sehr praktische Sache. Damit wird nichtmal mehr der Lötstoplack erforderlich. Was will man mehr?

Klausi
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Die aufrichtigste Form der Anerkennung ist - Neid

frank1391

#21
Nach langer Zeit und erstmaligem Lesen:

Zu #19 (Senior)

Wikipedia:
"Ein Flussmittel bezeichnet im Bereich von fügetechnischen Fertigungsverfahren wie dem Weich- und Hartlöten verschiedene chemische Stoffe, welche dem metallischen Lot und den zu verlötenden Teilen das Eingehen einer festen metallischen Verbindung ermöglichen. Dazu entfernen sie an den zu verbindenden Oberflächen aufliegende Oxide durch chemische Reaktionen. Gleiches gilt für Oxide, die unter dem Einfluss von Luftsauerstoff und Wärme erst während des Lötvorgangs entstehen."

Es geht in erster Linie nicht um die Verhinderung späterer Korrosion/ Oxidation, sondern um die erstmalige Reinigung und Verbindung der Lötstelle.

Frank


m_ETUS_alem

und....der Kohäsion...
Das Löten ohne FLUX an SMD´s wäre sonst eine Quälerei und verhindert auch langes "braten" an den SMD-Pin´s eines
Flatpack´s (die das eh nicht so gerne mögen).

Trotzdem entferne ich nach dem Löten mit Flußmittel danach das ausgetrocknete und/verbrannte Flux, da dadurch immernoch Fremdkapazitäten (gerade auch später, wenn Staub und Schmutz daran kleben bleibt) entstehen können.

Dies ist natürlich im Bereich der Audiotechnik unwesentlich.
Nur in der HF-Technik (ein Teil meiner Entwicklungen) werden die Boards "gewaschen".

Und das habe ich auch bei meinen Reparaturen von Klassikern beibehalten....es siht auch gepflegter aus,
als ein total verbratenes Board...gelle  :__y_e_s:


Gewerblich

carawu

Moin,

lange Rede, kurzer Sinn gerade für Filipz-Player der x04 Serie empfehle ich Durchkontaktierungen zu reparieren ala:    http://nanocamp.de/?servo_masse
ok, in früheren Versionen dieser Page waren m.W. hilfreichere Hinweise verfügbar. Nur finde ich diese aktuell nicht ... daher verweise ich auf die Suchfunktion unter:    http://www.archive.org/

Ferner sind Basics wie dieser Löt-Comic lesenswert:    http://www.holgerbarske.com/wp-content/uploads/2011/09/DE_SolderComic.pdf
oder
http%3A%2F%2Fmightyohm.com%2Ffiles%2Fsoldercomic%2Ftranslations%2FDE_SolderComic.pdf&ei=mB5ZT5jZBYr4sgbmxPCIDA&usg=AFQjCNE4di16bVobwn1OopDX7I_uSVAFVg
LG Carsten

Es gibt Menschen und Foren, die man einfach meiden sollte, bis sie in sich selbst zusammenfallen, verpuffen und keiner sie vermisst.

andeejark


Hallo !

Mein Problem: Eine doppelseitige Platine,die Elkos stehen extrem eng nebeneinander, sind von oben und von unten verlötet. Zuerst mit dem Weller auf der Leilterbahnseite gelötet, ewig Krümmel an der Spitze kann man vergessen. Dann hatte Ich solche 8 Watt Lötnadel.... auch Käse. Hatte noch eine regelbare Lötstation bis 450 Grad, aber egal wie heiß Ich die Leiterbahnen auf der Unterseite mache, das Lötzin fließt meist nicht durch. Hab die Elkos dann von oben gelötet, aber das kann es nicht sein, man kommt kaum dran. wie ist der Trick dabei ? Die Originalelkos saßen ohne Abstand auf der Platine, die müssen das von einer Seite gelötet haben. Es gibt ja auch temperaturempfindliche Bauteile wie werden die im Reparaturfall eingelötet ?

Ich hab das hinbekommen, sieht sogar relativ sauber aus, aber frag nicht wie lange Ich gebraucht habe

SonyFreak

Ein Foto von der Sache wäre hilfreich ...

UBV

Hallo,

da gehört sicher etwas Übung dazu bei durchkontaktierten Platinen Bauteile zu wechseln ohne die Platine zu zerstören. Das Problem ist weniger das einlöten ,sondern das auslöten. Ganz wichtig ist auch die Verwendung keines Bleifreien Lötzinns.
Gruß Bertram

andeejark

Hab da etwa 2 Stunden für 8 Elkos gebracuht. Immer wieder mit uhrmacherlupe kontrolliert, Zeit war egal, Hauptsache sauber gelötet