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Hifi-Oldies und HiFi-Klassiker bis in die Moderne ---- Hier der technische Bereich.... => Sonstige internationale Firmen und Spezialisten => Garrard => Thema gestartet von: Jayk. am Samstag, 13.September.2008 | 23:14:35 Uhr

Titel: Garrard 401 - Legende oder Ammenmärchen???
Beitrag von: Jayk. am Samstag, 13.September.2008 | 23:14:35 Uhr
Hallo in die Runde,

wie der Titel schon sagt, möchte ich hier mal den Dingen auf den Grund gehen, und am "lebenden" Garrard 401 - Objekt herausfinden, ob dieses mehr als vierzig Jahre alte TReibrad-Ungetüm wirklich eine Legende ist, oder ob nur "Ammenmärchen" hier und im Netz die Runde machen.

Wie hier http://new-hifi-classic.de/forum/index.php?topic=2864.msg90579#msg90579 (http://new-hifi-classic.de/forum/index.php?topic=2864.msg90579#msg90579) angedeutet, habe ich mir von der Insel aus der weitläufigen Verwandschaft beim diesjährigen Besuch also mal ein Garrard 401 Laufwerk mitgebracht, viel im Netz gelesen, u.A. mit beaudiophil telefoniert und dann einfach mal einen Versuchsaufbau "gewagt".

1. Versuchsaufbau sieht dann so aus: 24-iger Birkenmultiplex-Platte - Audio Technica 1005 MKII Arm - Clearaudio Virtuoso MM System

(https://magnetofon.de/nhc/Gallery/albums/userpics/normal_401_Versuch_klein.JPG)

Voller Erwartung 'ne Scheibe, die ich gut von meinen anderen sechs Drehern kenne aufgelegt, und.....

Tja, was ist denn das für 'ne Radaukiste? Es rumpelt und pumpelt, da hätten die sieben Geisslein aber ihre Freud' gehabt - ICH NICHT!!!

Der Vorbesitzer wollte mir keinen Schrott mitgeben und hatte alles schön gereinigt, das Tellerlager und das obere Motorlager sowie das TReibradlager geölt - scheinbar mit Motorenöl, so roch es jedenfalls, als ich das Tellerlager aufgemacht habe. Ok, Tellerlager u. Achse habe ich dann sofort mit Resten aus dem sicherlich allseits bekannten "Joels-Sinterlager-Reinigungs-Kit" fit gemacht, das sah danach dann so aus:

(https://magnetofon.de/nhc/Gallery/albums/userpics/normal_401_Achse_klein.JPG)

Leider trat aber nach dieser Aktion eigentlich gar keine Besserung ein - was aber war die Ursache für das Rumpeln, das eigentlich ein Rattern war? Also Teller runter, TReibrad ausgebaut, Teller drauf, Platte auf stehenden Teller drauf, Arm/System abgesenkt, Motor an - aharrrr, da ist der Übeltäter!!! --- Und nu? ---

To be continued

Jonny - hier noch TReibrad-hörgeschädigt....
Titel: Re: Garrard 401 - Legende oder Ammenmärchen???
Beitrag von: be.audiophil am Sonntag, 14.September.2008 | 13:15:47 Uhr
Moin Jonny,

also der Motor ... den hast Du doch aber zwischenzeitlich überholt, oder?  :pleasantry:

Hast Du auch schon mal mit der Bedämpfung der Motorplatte ... also dem MPX-Brett experimentiert? Das ist mit 28 mm Dicke schon etwas leicht ... da wirst Du noch etwas mehr Masse brauchen ... der Garrard fühlt sich wohl ab ungefähr 15 kg ... meine Zarge hat inkl. Laufwerkseinheit und Tonarm so ungefähr 25 kg ... und da rumpelt nix ...  :_good_:
Titel: Re: Garrard 401 - Legende oder Ammenmärchen???
Beitrag von: Jayk. am Sonntag, 14.September.2008 | 13:29:11 Uhr
So, weiter gehts....

... und zwar hiermit: Garrard 401 - Die Motorrevision / von be.audiophil,

nachzulesen hier: http://new-hifi-classic.de/forum/index.php?topic=502.0

Rolf hat das wirklich hier und auf seiner web page gut beschrieben. Er hatte mir sogar angeboten, die Lager des Motors für mich zu reinigen, was natürlich den Ausbau desselben durch mich bedeutete....

Nachdem ich den Motor dann endlich (Vorsicht! Sprengringe! Federn!) auf dem Tisch vor mir hatte, wollte ich wissen, ob ich das nicht doch selbst kann: also neuen 2,5mm HSS-Bohrer und M3-Gewindeschneiderset (ca. 20 EUR) geholt, meine "alte" Bosch in den Bohrständer geschnallt und losgelegt. Leider brachte das Reinigen und "Abschmieren" bzw. Ölen (Joels Sinterlageröl) nicht den gewünschten Erfolg, der Motor war zwar etwas leiser, aber immer noch in leisen Musikpassagen deutlich zu hören: tieffrequente (so um die 100Hz?) Untermalung der Musik möchte ich das mal nennen. - Was tun? -

Ein Anruf in England beim "Familien Clan", die Schilderung meines Problems bewirkte, das ich 'ne Woche später einen zweiten Motor auf dem Tisch hatte. Aber O-Graus! Gleiches Problem! Irgendetwas rattert in dem Motor - also wieder das untere Lager ausgebohrt und mal dokumentiert, was da so los ist. Uns so siehts dann von Innen aus:

(https://magnetofon.de/nhc/Gallery/albums/userpics/normal_Lagerspiegel2_klein.JPG)

Deutlich erkennbar ist, wie sich die Kugel auf dem der Rotor läuft (beides geführt von einem Sinterlager) in den Lagerspiegel eingearbeitet hat.
Und so sieht dann das untere Ende des Rotors, der auf der Kugel läuft, aus:

(https://magnetofon.de/nhc/Gallery/albums/userpics/normal_Rotor_unten2.JPG)

Hier hilft Reinigen nicht weiter! Leider bekomme ich die eingepresste Lagerschale mit meinen Mitteln nicht heraus, um den Lagerspiegel zu drehen, aber mit dem Rotor konnte ich was machen: habe den Rotor in die Bohrmaschine gespannt und mit leichtem Druck auf 1500 Schleifpapier und anschliessendem Polieren mit Joels Polierblock den Rotor wieder plan bekommen, wie hier zu sehen:

(https://magnetofon.de/nhc/Gallery/albums/userpics/normal_Achse_Poliert_2.JPG)

Den gesamten Hohlraum unter der Lagerschale mit hochwertigem "Motoren- u. Maschinenfett für scnelllaufende Walz u. Gleitlager aller Art" abgeschmiert, den Filzring u. das Sinterlager mit Joels Sinterlageroel "abgefüllt und zusammengebaut, siehts dann so aus:

(https://magnetofon.de/nhc/Gallery/albums/userpics/normal_Lager_Kompl_klein.JPG)

Nach einer Nacht "einlaufen" ist mit dem "Elektriker-Stethoskop" (Schraubendrehergriff ins Ohr - AUA - Klinge am Objekt) nur noch leises, brummendes Geräusch des Eisenkerns zu hören, das Rappeln is wech - jetzt kommt der Motor wieder in den Dreher......

To be continued

Jonny
Titel: Re: Garrard 401 - Legende oder Ammenmärchen???
Beitrag von: Jayk. am Sonntag, 14.September.2008 | 13:56:31 Uhr
Zitat von: be.audiophil am Sonntag, 14.September.2008 | 13:15:47 Uhr
Moin Jonny,

also der Motor ... den hast Du doch aber zwischenzeitlich überholt, oder?  :pleasantry:

Hast Du auch schon mal mit der Bedämpfung der Motorplatte ... also dem MPX-Brett experimentiert? Das ist mit 28 mm Dicke schon etwas leicht ... da wirst Du noch etwas mehr Masse brauchen ... der Garrard fühlt sich wohl ab ungefähr 15 kg ... meine Zarge hat inkl. Laufwerkseinheit und Tonarm so ungefähr 25 kg ... und da rumpelt nix ...  :_good_:

Moin Rolf,

bevor ich mit irgendwelchen Zargen u. oder Tellerlagern "experimentiere", werde ich mich als "gelernter Analytiker" erstmal mit den grundlegenden "Baugruppen" dieser alten Maschine (Serien-Nr.: 25998) auseinander setzen, als da wären Mechanik, Mechanik u. nochmals Mechanik. Und dazu gehört das TReibrad und die ges. Führung des Selben. Obwohl schön weich, zeigt die Oberfläche mit der Lupe betrachtet feine Haarrisse - die nächste Baustelle also, die es (in Schweden?) zu beseitigen gilt....

Also erstmal die Ursachen für Rumpeln u. Pumpeln beseitigen - dann "feinabstimmen"...

Schönen Sonntag noch - muss jetzt "basteln" :)

Jonny
Titel: Re: Garrard 401 - Legende oder Ammenmärchen???
Beitrag von: be.audiophil am Sonntag, 14.September.2008 | 15:34:13 Uhr
Moin Jonny,

Zitat von: Jayk. am Sonntag, 14.September.2008 | 13:29:11 Uhr
Deutlich erkennbar ist, wie sich die Kugel auf dem der Rotor läuft (beides geführt von einem Sinterlager) in den Lagerspiegel eingearbeitet hat.

... hupps ...  :shok: ... argh ...  ;0006 ... Grr[{\§$%&mpf ... dieser Motor ist aber verdammt lange ohne Schmierung gelaufen ... der Arme ... so sehen übrigens nicht alle Garrard-Motoren aus ... :cray:

.. ich hatte bisher insgesamt so ungefähr acht bis 10 Vertreter - auch aus den verschiedenen Serien - von Freunden und Bekannten sozusagen zum Service hier ...

... aber so deutlichen Verschleiß an der unteren Rotorachse und eine so deutlich eingearbeitete Lagerkugel auf dem Lagerspiegel hatte ich imho noch nicht ...

... den deutlichsten Verschleiß konnte ich an dieser Stelle bei einem Serie 2 Gerät mit relativ hoher Seriennummer feststellen ... dort war die Kugel im unteren Motorlager  mit einem Durchmesser um die 2,5 mm deutlich kleiner, als bei den Vorgängern und Nachfolgern, bei denen die Kugel nicht durch die Lagerhülse paßt ...

... bei einem Serie 3 Gerät im optischen Zustand Mint und angeblich mehr oder weniger NOS ... also ungenutzt ... hatte ich das Phänomen, daß das dort original eingebrachte Fett derart verharzt war, daß der kleine Tropfen selbst nach drei Tagen Einweichen in Waschbenzin noch sehr widerspenstig und hart war ... aber dort hatte die Kugel bei den Probeläufen nur eine kleine Vertiefung in das verharzte Fett gearbeitet und sowohl Rotorachse als auch Lagerspiegel waren eher neuwertig ...

Bei meinem Serie 1 Garrard hatte ich leichten Verschleiß an dieser Stelle, der wie von Dir beschrieben mittels Politur und Abziehstein o.ä. ohne weiteres weg zu bekommen ist ... die Einarbeitung im Lagerspiegel scheint hierbei deutlich weniger relevant zu sein,  wie eine Beschädigung der Rotorachse ...

Zitat von: Jayk. am Sonntag, 14.September.2008 | 13:29:11 Uhr
Nach einer Nacht "einlaufen" ist mit dem "Elektriker-Stethoskop" (Schraubendrehergriff ins Ohr - AUA - Klinge am Objekt) nur noch leises, brummendes Geräusch des Eisenkerns zu hören, das Rappeln is wech - jetzt kommt der Motor wieder in den Dreher......

... das Restgeräusch kannst Du über die Spannung zwischen oberem und unterem Motordeckel nochmals reduzieren ... also einfach nur die unteren beiden Schrauben ... die von den Gewindestangen ... entweder etwas lösen oder anziehen ... aber ganz ganz leichtes Restbrummen des Motors ist eher normal ... ganz weg kriegt man das also nicht ...

... es läßt sich z.B. über einen Vorschalttrafo oder einen Stelltrafo nochmals reduzieren ... die zu wählende Spannung ist auch von Garrard zu Garrard unterschiedlich ... in diesem Zusammenhang werden Spannungen zwischen 165 und 215 Volt als praktikabel berichtet ... bei meinem Serie 1 höre und fühle ich zwischen 185 und ca. 205 Volt z.B. keine Veränderung, darunter und darüber allerdings schon ... teilweise sogar auch sehr deutlich ...

Übrigens ... ich habe mir da noch etwas bzgl. des unteren Motorlagers einfallen lassen ... ein Komplettumbau ... ich brauch da nur irgendwann noch mal einen Ersatzmotor, an dem ich das ausprobieren und von dem ich dann auch einem Maschinenmeister nur das Unterteil in die Hand drücken kann, damit er die gefertigten Teile wenigstens mal auf Maßhaltigkeit prüfen kann ...

Ich werde dann auf jeden Fall darüber berichten ... wird aber garantiert noch etwas dauern ...

Zitat von: Jayk. am Sonntag, 14.September.2008 | 13:29:11 Uhr
Garrard 401 - Legende oder Ammenmärchen???

... sehr provokant ...  :_aggressive: :0keule

Aber ... unüberholt und erst recht aus mehr oder weniger bekannter Quelle ... eine Legende und ein Märchen ...

... komplett überholt und leicht modifiziert, in der richtigen Zarge und mit dem wirklich passenden Tonarm ... kann ich mich nur Hartmut anschließen ...

ZitatThe Kokomo adds qualities eleminating a lot of severe shortcomings, and transforms the Garrard into an even more balanced package. I will keep an eye on the Garrard modification scene. At the time being, the Garrard plus Kokomo combo just grabs at the entry level of the superdecks, and when a further mods are available addressing the remaining issues, maybe I will sell my Yorke again some day. Stay tuned.
:_good_:
Titel: Re: Garrard 401 - Legende oder Ammenmärchen???
Beitrag von: Jayk. am Sonntag, 14.September.2008 | 17:00:14 Uhr
Moin Rolf,

nachdem ich einigermassen entsetzt über das klangliche Ergebnis eines seit über vierzig Jahren in einem englischen Haushalt betriebenen Garrard 401 war, habe ich bewusst den Titel so gewählt, um anderen Interessierten mal aufzuzeigen, was man erwarten kann und womit zu rechnen ist, wenn man sich auf so ein Abendteuer einlässt.

Der blau angelaufene Lagerspiegel deutet schonmal auf Überhitzung durch fehlende Schmierung hin. Und der Motor wird ob seines Konstruktionsprinzips mehr als nur "handwarm". Hier ist seit 'ner halben Stunde das ausgebaute Spulen/Eisenpaket (je Spule 182 Ohm, für 240V in Reihe geschaltet - Netzspannung hier 235V) offen unter Strom: das Teil ist so heiss, dass es nicht möglich ist, es anzufassen....

In dem mir vorliegenden Garrard Handbuch zum 401 wird nur davon gesprochen, das obere Motorlager hin und wieder zu ölen, wie auch das Tellerlager. Ein Hinweiss auf das untere Motorlager fehlt. Es hat wohl niemand bei Garrard damit gerechnet, dass Blödies wie wir dieses Teil nach 40 Jahren immer noch betreiben wollen...

Die von Dir angegebenen Quellen über Garrards hab ich mitlerweile alle "inhaliert", nachvollziehen kann ich bisher nix...

Deshalb:
ZitatAlso erstmal die Ursachen für Rumpeln u. Pumpeln beseitigen - dann "feinabstimmen"...

Schaun-mer-mal...

Jonny

[edit] Ich vergass zu erwähnen: hier im Norden heisst es - Einen geschenkten Barsch guckt man nicht hinter die Kiemen! :)

Titel: Re: Garrard 401 - Legende oder Ammenmärchen???
Beitrag von: Morfeus am Dienstag, 16.September.2008 | 14:55:51 Uhr
Moin Jayk,

Zitat von: Jayk. am Sonntag, 14.September.2008 | 17:00:14 Uhr
das Teil ist so heiss, dass es nicht möglich ist, es anzufassen....

das ist mit Sicherheit nicht normal. Heiß ja, aber gut anfassen sollte man den Motor können.

Meiner wird auch heiß, aber ich kann selbst nach 2-3 Stunden Spielzeit die Hand auf dem Motor lassen, ohne mir die Finger zu verbrennen.
Der Motor läuft bei mir nahezu geräuschlos. Überholt habe ich ihn noch nicht, nur die Lager frisch geölt.

Gruß,
Heinz
Titel: Re: Garrard 401 - Legende oder Ammenmärchen???
Beitrag von: Jayk. am Dienstag, 16.September.2008 | 20:53:39 Uhr
Zitat von: Morfeus am Dienstag, 16.September.2008 | 14:55:51 Uhr
Moin Jayk,

das ist mit Sicherheit nicht normal. Heiß ja, aber gut anfassen sollte man den Motor können.

Meiner wird auch heiß, aber ich kann selbst nach 2-3 Stunden Spielzeit die Hand auf dem Motor lassen, ohne mir die Finger zu verbrennen.
Der Motor läuft bei mir nahezu geräuschlos. Überholt habe ich ihn noch nicht, nur die Lager frisch geölt.

Gruß,
Heinz
Moin Heinz,

tja, was ist schon normal, vorallem weil wir nicht wissen, wie das im Neuzustand war...

Allerdings - jetzt geht's wieder weiter:
ZitatHier ist seit 'ner halben Stunde das ausgebaute Spulen/Eisenpaket (je Spule 182 Ohm, für 240V in Reihe geschaltet - Netzspannung hier 235V) offen unter Strom: das Teil ist so heiss, dass es nicht möglich ist, es anzufassen....

Hier mal 'ne Analyse der gemessenen Temperatur dieses Teils ohne Kühlung durch das "fette" Gussgehäuse. Deutlich zu erkennen, das hier vier!! Kurzschlusswicklungen (die roten Teile!) in diesem Spaltmotor zu finden sind - kein Wunder, dass das hier so heiss wird - induzierte Wirbelstöme heizen nunmal kräftig! - Aber seht selbst: immerhin 91°C nach einer Stunde unter Strom!!!!

(https://magnetofon.de/nhc/Gallery/albums/userpics/normal_Stator_s.JPG)

(https://magnetofon.de/nhc/Gallery/albums/userpics/normal_Stator_Temp_s.jpg)

Im zusammengebauten und eingeschaltetem Zustand habe ich den Messfühler mal in die Bohrung für die Schraube zur Befestigung der Pertinax-Trägerplatte gesteckt und die Daten halbstündlich notiert:

0,5 h - 35°C / 1,0 h - 48°C / 1,5 h - 54°C / 2,0 h - 55°C

Weiterer Temperaturanstieg ist nicht zu beobachten.

Weil der Motor nach der Aktion vorgestern (siehe oben) immer noch deutlich in Leerrillen und in leisen Musikpassagen durchzuhören war, bin ich nochmal aktiv geworden und habe heute den oben zusehenden, blau angelaufenen und von der Stahlkugel "eingearbeiteten Lagerspiegel sowie die Sinterlager poliert. Hier mal ein Bild des Lagerspiegels nach der Politur:

(https://magnetofon.de/nhc/Gallery/albums/userpics/normal_Thrustplate_polished_s.JPG)

Übrigens sieht die 5mm Stahlkugel in 28-igfacher Vergrösserung aus wie der "gute, alte Mond" - Krater an Krater - Ersatz muss also her!!

Jetzt läuft sich der Motor erstmal ausserhalb des Dreher warm...

To be continued

Jonny
Titel: Re: Garrard 401 - Legende oder Ammenmärchen???
Beitrag von: Kappa8.2i am Dienstag, 16.September.2008 | 21:01:58 Uhr
sehr interessant  :_good_:
Titel: Re: Garrard 401 - Legende oder Ammenmärchen???
Beitrag von: Captn Difool am Mittwoch, 17.September.2008 | 10:07:00 Uhr
Ich denke, der Motor ist der Schwachpunkt beim Garrard. Selbst wenn der geräuschlos läuft, hat er doch eine vernehmliche Brummeinstreuung wie auch hohe Leistungsaufnahme (= Wärme), wie ich kürzlich beim Besuch eines anderen HiFi-Freundes feststellen durfte.

Na ja, einen Garrard tweaken ist für alle, denen der Thorens zu einfach geworden ist ...  :_55_:
Titel: Re: Garrard 401 - Legende oder Ammenmärchen???
Beitrag von: Kappa8.2i am Mittwoch, 17.September.2008 | 10:09:44 Uhr
"tweaken" ???
Titel: Re: Garrard 401 - Legende oder Ammenmärchen???
Beitrag von: Captn Difool am Mittwoch, 17.September.2008 | 10:10:11 Uhr
Zitat von: Kappa8.2i am Mittwoch, 17.September.2008 | 10:09:44 Uhr
"tweaken" ???

= tunen / verbessern
Titel: Re: Garrard 401 - Legende oder Ammenmärchen???
Beitrag von: be.audiophil am Dienstag, 23.September.2008 | 09:50:10 Uhr
Moin Jonny,

wir haben am vergangenen Wochenende mal ein wenig mit einem Thorens Rumpelmeßkoppler gespielt und dabei in einem ersten Schritt den Test gefahren, den TW seinen Kunden in seinem Vorführraum kredenzt.

Hierbei wird der Rumpelmeßkoppler

(http://www.theanalogdept.com/images/spp6_pics/Thor_Data/Thorens_History/Rumpelmesskoppler_trans.gif)
Copyright ? gefunden bei www.theanalogdept.com

auf die Tellerachse geschraubt, die Nadel auf dessen Auflagefläche gesetzt und der Teller normal in Betrieb genommen; das Signal geht über die normale Phono-, Line- und Endstufe an die Lautsprecher und man dreht den Pegelsteller solange auf, bis man das Rumpeln in den Lautsprechern hören kann ...

... nach Aussage von Personen, die diese "Vorführung" bereits bei TW genießen konnten, kann TW seinen Pegelsteller auf die Position 13 Uhr drehen, bis man das Rumepln des Tellerlagers hören kann ...

... tja ...  .,a015 ... wie sage ich es dem Kinde ...  raucher01 .,70 ...

... in unserem SetUp (D I Y LCR-RIAA mit EC8020, SRPP-Linestufe, 300B Monos an Karlson Koppler mit JBL K140, TAD PM-100 mit Altec 806A und Coral H-24a sowie meinem modifizierten Garrard 401 mit Ultra Craft AC-400 MKII und FR-1MK3F) konnten wir bis zur 17:30 Uhr Stellung aufdrehen, ohne ein Rumpelgeräusch des mit dem Kokomo-Kit ausgerüsteten Tellerlagers ausmachen zu können ... das Eigenrauschen der Röhren war deutlich höher als ein etwaiges Rumpelgeräusch des Garrard  :flööt:  :_yahoo_: :_good_: ... also ...  :flööt: ... es geht noch was  .,a020 :_55_:
Titel: Re: Garrard 401 - Legende oder Ammenmärchen???
Beitrag von: Jayk. am Dienstag, 23.September.2008 | 11:02:58 Uhr
Moin Rolf,

die ermittelten Hörerlebnisse habt ihr auf welchem Dreher gehabt? Übrigens: 13-Uhr etc. ist mir nicht präzise genug, hier fehlen mir Bezugspegel. So'n Messkoppler steht mir natürlich nicht zur Verfügung - hab mir deshalb selbst einen "konstruiert", der mir trotz seiner Unzulänglichkeiten den Radau vom 401-er Motor alleine (-30db *) sowie Motor mit Treibradkonstrukt (-20dB *) über das Chassis (!nicht vom drehendem Teller) zu Gehör brachte. Über drehendenTeller mit Platte (**) haben diese Störgeräusche mehr als nur deutlich  die Rillen- u. Abtastgeräusche (mit AT OC-9 MLII) überlagert.

Sowat stört dann natürlich im "praktischen" Betrieb mit entsprechenden "Nutzsignalen" - sprich "Mucke"  :_thumbdown_:

Gruss

Jonny


(*) 0dB Bezugspegel, Dauerton (Sinus) 400Hz - Auslenkung 38µm
(**) Teller mit zwei "Ringen" bedämpft - die "fette" Thorens Gummimatte zus. aufm Teller: Nichtmodulierte Leerrille, Störgerauschetest (Audio Testplatte)
Titel: Re: Garrard 401 - Legende oder Ammenmärchen???
Beitrag von: be.audiophil am Dienstag, 23.September.2008 | 12:53:52 Uhr
Moin Jonny,

einem technisch versierten alten Hasen wie Dir, brauche ich selbstverständlich nicht mit derlei "Messvorführungen" ohne Bezugspunkt kommen  :pleasantry: ... war mir schon klar ... :flööt:

Also der Garrard war der Meinige ... genaue Ergebnisse wird´s erst nach der richtigen Messung mittels Meßkoppler und Wechselspannungsmillivoltmeter geben ... dann Testplatte mit wahlweise 400 Hz oder einem anderen festen Ton ... und zuerst die von der Schallplattenabtastung produzierte Ausgangsspannung am TA messen und danach mit auf dem Meßkoppler abgelegter Nadelspitze ... das Verhältnis ist dann der Rumpelwert für ... Tellerlager und Schallplatte gemeinsam ...

... es wird also auch darauf ankommen, wie bzw. in welcher Position die Schallplatte auf den Teller gelegt wird und ob dieses Auflegen der Schallplatte bei mehreren Messungen an verschiedenen Drehern überhaupt reproduzierbar sein wird ...

... aber wir lassen uns mal überraschen  :_hi_hi_: :-handshake:

Auf der anderen Seite ist dieser erste Test aber nichts anderes, daß derlei Vorführungen keinerlei Aussagekraft über die wirkliche/ tatsächliche Größe des Rumpelns besitzen ... :flööt:
Titel: Re: Garrard 401 - Legende oder Ammenmärchen???
Beitrag von: Jayk. am Dienstag, 23.September.2008 | 13:10:37 Uhr
Moin Rolf,

mir gehts ja auch nicht darum Messergebnisse zu produzieren, ich will mit dem 401-er einfach nur Mucke ohne Störgeraüsche wie mit meinen anderen sechs Drehern hören können - da bin ich allerdings noch nicht...

HAbe zwischenzeitlich den Motor ruhig bekommen - nu ist das Treibrad-Gedöhhhhhns drann....
Wenns hier wieder mit den Bildern klappt, kommt 'ne Fortsetzung....

Jonny
Titel: Re: Garrard 401 - Legende oder Ammenmärchen???
Beitrag von: be.audiophil am Dienstag, 23.September.2008 | 13:47:42 Uhr
Moin Jonny,

Zitat von: Jayk. am Dienstag, 23.September.2008 | 13:10:37 Uhr
mir gehts ja auch nicht darum Messergebnisse zu produzieren, ich will mit dem 401-er einfach nur Mucke ohne Störgeraüsche wie mit meinen anderen sechs Drehern hören können - da bin ich allerdings noch nicht...

... isch weiß ... und da paßt der Text Deiner Signatur so schln dazu ... Musik wird oft nicht schön empfunden, Weil sie stets mit Geräusch verbunden ... raucher01

Zitat von: Jayk. am Dienstag, 23.September.2008 | 13:10:37 Uhr
HAbe zwischenzeitlich den Motor ruhig bekommen - nu ist das Treibrad-Gedöhhhhhns drann....
Wenns hier wieder mit den Bildern klappt, kommt 'ne Fortsetzung....

... ich bin gespannt auf Deine Fortsetzung ... :_hi_hi_:
Titel: Re: Garrard 401 - Legende oder Ammenmärchen???
Beitrag von: Jayk. am Dienstag, 23.September.2008 | 22:26:58 Uhr
Sodele - weiter gehts...

Nachdem der Motor jetzt nur noch schwach vibriert und dieses Rappeln weg ist, kommt nun das Treibrad-Gedöhhhhhns drann....

Warum? - Macht eben auch Radau. - Seht selbst:

(https://magnetofon.de/nhc/Gallery/albums/userpics/normal_Achse_s.JPG)

Die Gelenkachse des Treibradhalters ist scheinbar beschichtet. Diese Beschichtung sieht aus wie "angefressen" bzw. "abgeblättert". Die Sinterbuchse sieht dadurch auch sehr mitgenommen aus, starke Riefen sind hier zu erkennen. Ausserdem zeigt der genietete Lagerspiegel unter dem unteren Sinterlager welches das Treibrad führt, eine deutliche Kuhle - hier findet also auch erhöhte Reibung statt

(https://magnetofon.de/nhc/Gallery/albums/userpics/normal_Buchse_s.JPG)

Ausserdem zeigt das Treibrad feine Haarrisse auf der Lauffläche und läuft ganz leicht unrund - müsste also abgedreht oder neu beschichtet werden...

Im AAA-Forum schreibt "leberwurst" von genau diesem Problem bei einem 301-er und wie der das gelöst hat:

http://www.analog-forum.de/wbboard/index.php?page=Thread&postID=590315#post590315 (http://www.analog-forum.de/wbboard/index.php?page=Thread&postID=590315#post590315)

Aber hier streikt meine Ausrüstung und ich muss mich um Unterstützung kümmern...

Zwischenzeitlich kann ich aber doch schon recht ordentlich mit dem 401-er hören. Der Audio Technica AT 1005 MKII (20g eff. Masse) hat jetzt ein Audio Technica OC-9 MLII mit Audio Technica AT-LH18 Headshell erhalten. Wer auch immer Euch erzählt, dieses System könne keinen Bass, hat es noch nie am passenden Arm und am 401-er gehört. Jedenfalls scheint hier eine Synergie Dreher/Arm/System zu bestehen: es ist alles da - nix unter- oder überbeleuchtet - Bässe gehen direkt in den Bauch - jeder Ton steht einzeln da und geht nicht in den nächsten über - Rhytmik nennt man das wohl. Habe gerade Little Feet - Time loves a hero - gehört. Das OC-9 MLII ist eigentlich ein fein zeichnendes System, hochauflösend, mit feinen akzentuirten Bässen - in dieser Kombination spielt es "Rocket In My Pocket" so, als stünde ich daneben und könnte es sehen: She had one foot on the platform - and the other on the train....  :shok: Übrigens drehe ich ständig lauter....

Wenn bloss nicht dieses tieffrequente Untermalung in den leisen Passagen zu hören wäre....

To be continued

Jonny




Titel: Re: Garrard 401 - Legende oder Ammenmärchen???
Beitrag von: be.audiophil am Donnerstag, 02.Oktober.2008 | 02:59:47 Uhr
Moin,

Zitat von: Captn Difool am Mittwoch, 17.September.2008 | 10:07:00 Uhr
Ich denke, der Motor ist der Schwachpunkt beim Garrard. Selbst wenn der geräuschlos läuft, hat er doch eine vernehmliche Brummeinstreuung wie auch hohe Leistungsaufnahme (= Wärme), wie ich kürzlich beim Besuch eines anderen HiFi-Freundes feststellen durfte.

... .,a015 ... da heute aktuell und genau gemessen ...  .,111

... Brumm des Motors, nach allen angewandten Modifikationen ... 23 dB ...

... Rumpelfremdspannungsabstand mit Kokomo-Lagerkit ... 46 dB (mit DIN-Messschallplatte unbewertet)

... von beidem ist also während des Betriebes nix zu hören ... und Deine Einschätzung/ Vermutung leider für vernünftig und mit Sachverstand überholte Garrards falsch ... für den üblichen eBay-Schnapp kann das allerdings immer häufiger die traurige Realität darstellen ... .,a020

Zitat von: Captn Difool am Mittwoch, 17.September.2008 | 10:07:00 Uhr
Na ja, einen Garrard tweaken ist für alle, denen der Thorens zu einfach geworden ist ...  :_55_:

... och ... :flööt: ... es gibt auch durchaus anspruchsvolle Thorens ... wie z.B. einen TD-124 oder TD-121 ... ;0008
Titel: Re: Garrard 401 - Legende oder Ammenmärchen???
Beitrag von: be.audiophil am Donnerstag, 02.Oktober.2008 | 03:08:42 Uhr
Moin Jonny,

Zitat von: Jayk. am Dienstag, 23.September.2008 | 22:26:58 Uhr
... es ist alles da - nix unter- oder überbeleuchtet - Bässe gehen direkt in den Bauch - jeder Ton steht einzeln da und geht nicht in den nächsten über - Rhytmik nennt man das wohl. Habe gerade Little Feet - Time loves a hero - gehört. Das OC-9 MLII ist eigentlich ein fein zeichnendes System, hochauflösend, mit feinen akzentuirten Bässen - in dieser Kombination spielt es "Rocket In My Pocket" so, als stünde ich daneben und könnte es sehen: She had one foot on the platform - and the other on the train....  :shok: Übrigens drehe ich ständig lauter....

... the Garrad caught yourself  :flööt: :_rofl_:  :_good_:
Titel: Re: Garrard 401 - Legende oder Ammenmärchen???
Beitrag von: Jürgen Heiliger am Donnerstag, 02.Oktober.2008 | 03:15:35 Uhr
Entschuldige Rolf,

aber habt ihr heute nur gemessen oder auch Musik gehört..... ;0008 :flööt:
Titel: Re: Garrard 401 - Legende oder Ammenmärchen???
Beitrag von: be.audiophil am Donnerstag, 02.Oktober.2008 | 03:32:01 Uhr
Zitat von: Jürgen Heiliger am Donnerstag, 02.Oktober.2008 | 03:15:35 Uhr
aber habt ihr heute nur gemessen oder auch Musik gehört..... ;0008 :flööt:

... beides ... also Musik gehört, gemessen ... und eingekauft, gewastelt, geklönt, rumgeräumt, eingerichtet ... jetzt ist das VMC fast fertig ausstaffiert und die Gäste können morgen kommen ...  :_good_:
Titel: Re: Garrard 401 - Legende oder Ammenmärchen???
Beitrag von: Udo (DL 8 WP) am Donnerstag, 02.Oktober.2008 | 20:20:25 Uhr
Hallo zusammen,

Jonny, das ist mal wieder ein SUPER Beitrag von Dir !

Leider kann ich die Bilder in Deinen ersten Beiträgen nicht sehen, sind die eventuell nach dem Server Umzug "verschütt" gegengen ?

Zum Thema "Temperatur" Deines Motors:

Ich habe hier eine Freund in Mannheim, einen pensionierten Radar Ingenieur, der hat für meine Begriffe "so einiges auf dem Kasten"  und der hat (u.a.) einen TD 124-II. 
Bei dem hat er die Wirbelstrombremse ausser Betrieb gesetzt und betreibt den Motor über einen kleinen Stelltrafo.
Er sagt bei ~ 120 Volt wird der Motor nicht mehr heiss ,aber die Glimmlampe des Stroboskops brennt dann eben auch nicht mehr .   
Es ist bei diesem Thorens (für mich) absolut keine Rumpeln / Störgeräusch zu hören.
Er sagt das Asserbetriebsetzen der Wirbelstrombremse habe viel gebracht im Punkto Geräuschentwicklung.
Auch bei Jürgen Heiliger habe ich einen "gut geölten" TD 124 gehört (praktisch ohne Geräusche). Ich denke Du solltest die gefressenen Lager vom Reibrad auch noch überholen. Wenn Du eine Drehbank brauchst, habe ich einen guten Kontakt.
Ich habe letztens einen Braun PS 500 geschenkt bekommen, ein Braun Sammler sagte mir, ich solle das Reibrad ein paar Wochen in dünnes Maschinenöl oder Ballistol einlegen, dann würde es wieder weich. Hat damit jemand Erfahrung ?

Muss jetzt erst mal meinen Camper ausräumen, da erst gestern Nacht aus dem Urlaub zurück gekommen.

Beste Grüße in die Runde.,

Udo (DL 8 WP)     

     




   



 

 
Titel: Re: Garrard 401 - Legende oder Ammenmärchen???
Beitrag von: Jürgen Heiliger am Donnerstag, 02.Oktober.2008 | 21:38:19 Uhr
HI Udo,

schön Dich auch mal wieder zu lesen.....

Du würdest aber meinen TD-124 nach der Tom S. Kur nicht wieder erkennen mit dem SME-3012..... .,70
Titel: Re: Garrard 401 - Legende oder Ammenmärchen???
Beitrag von: Jayk. am Donnerstag, 02.Oktober.2008 | 22:41:40 Uhr
Danke für die nette Anerkennung, Udo! Schön, Dich wieder im Lande zu wissen! Die fehlenden Bilder schicke ich Dir gerne per mail.

So, kurzer Zwischenbericht.

Der Motor ist ohne "Neukonstruktion" des unteren Lagers nicht weiter zu verbessern. Werde ihn aber mal nach 2-3 Monaten Betrieb wieder öffnen und kontrollieren. Befürchte nämlich, dass der blau angelaufene Lagerspiegel und die Rotorachse "weich" geworden sind, und ev. wieder einlaufen...

Teil des hässlichen Untergrundgeräusches scheint 'ne mechanische Rückkopplung in meinem Testsetup gewesen zu sein. Gelöst bekommen habe ich das durch diese Jumbo-Räke-Pucks:

(https://magnetofon.de/nhc/Gallery/albums/userpics/normal_R%C3%A4cke_Pucks.jpg)

Darauf stehen nun die Säulen dieses "Bohrplatform"-ähnlichen Gebildes, hier mal 'n Eindruck "von unten" (lichte Höhe ca. 12cm!):

(https://magnetofon.de/nhc/Gallery/albums/userpics/normal_Bohrinsel_s.JPG)

Und mit diesem System geht es jetzt wirklich fast ohne "accustical background":

(https://magnetofon.de/nhc/Gallery/albums/userpics/normal_ATOC9_s.JPG)

Bei Brand-X / Unorthodox Behaivier - spiele ich das Phil Collins Schlagzeug unwillkürlich mit - leider bin ich zu lansam...
Bei Paul Kuhn and the best / Young at Heart - singt Gretje Kauffeld einfach nur schööööön.
Und gerade haucht Al Jarreau sein "Glow" fingerschnippend in den Raum.

... geht also doch schon ganz "ok" - trotzdem geht das Treibrad-Gedöhhhhhns nächste Woche auf Reise zur Überholung...

To be continued

Jonny
Titel: Re: Garrard 401 - Legende oder Ammenmärchen???
Beitrag von: Udo (DL 8 WP) am Montag, 06.Oktober.2008 | 20:57:57 Uhr
Hallo Jonny,

Deine Bilder habe ich bekommen, vielen herzlichen Dank !

Das ist ja ein wirklich interessantes Projekt ...

Hmm, ob ich da auch mal auf die Suche gehen müsste ?

Hast Du die Suche nach einem EMT 929 inzwischen aufgegeben oder suchst DU noch langfristig weiter ?

@ Jürgen:

Dass Dein TD 124 nicht mehr im Originalzustand von damals ist, habe ich fast "befürchtet"....   Kann er schon fliegen oder nur fast   :__y_e_s:  ?



Inzwischen hat mich der zweite Arbeitstag wieder gefangen und heute Abend musste ich erst mal zum Zahnarzt ....

Ein Stück Schneidezahn war ausgebrochen und unter einer Krone fängt es leicht an zu ziehen... muss am Mittwoch Abend wieder kommen...

Besten Grüße in die Runde,

Udo (DL 8 WP)





Titel: Re: Garrard 401 - Legende oder Ammenmärchen???
Beitrag von: Jayk. am Mittwoch, 08.Oktober.2008 | 19:27:08 Uhr
Kurzer Zwischenbericht: habe mal 'ne Aktion in 3-2-1 gestarted, indem ich Fragen bez. des Motors an die 401-Verkäufer stelle:

1. Fall:

Meine Frage:
ZitatHello,
when you look down on to the motor through the middle hole of the transit bracket (which has to be fastened before shipping!), can you spot any bluish metal shining trough the hole in the bottom of the motor?

Thank you

Hier die ehrliche Antwort vom Verkäufer:
ZitatHi,
Yes, It's a dark Blue/Purple, so let me in on the secret, is it something important I should know?
Regards

Meine Antwort:
ZitatHello XXX,
Sorry to say, but I've got bad news for you: the motor is damaged. What you have seen is the thrust plate, which got blue in colour because the lower motor bearing run dry and overheated. Due to this, the ball bearing digged pits into it and into the rotor axel, which results in to much vibration and much to much noise. I've just had opened such a motor and found that damage. I can proofe this with pictures, if you like. Problem is, one can't service the motor on the bottom bearing from outsite...
Jonny

Darauf kam Folgendes:
ZitatHello Johny,
Thank you for the tip,it's very simple logic and make sense, I never thought of it, and never really looked out for these signs, and I have been in the business for over 30 years, I am proud to say that it's never to late to learn.
Many thanks

Bleibt die offene Frage, wie er jetzt das "gelernte" umsetzt - werde beobachten...

To be continued

Jonny

Titel: Re: Garrard 401 - Legende oder Ammenmärchen???
Beitrag von: Jayk. am Mittwoch, 08.Oktober.2008 | 19:54:22 Uhr
Und hier schon die nächste Antwort eines weiteren 3-2-1-Verkäufers:

ZitatHi,
I've tightened the transit bolts already! No, there's no blue metal visible, it's silver. This is a very nice 401, I've seen about 30 in the last 2 years and it's in the top 5.
Regards, XXX

Ok, also den könnte man kaufen, sieht auch sonst gut aus - läuft noch vier Tage - steht jetzt schon bei > 270 € ...

To be continued

Jonny
Titel: Re: Garrard 401 - Legende oder Ammenmärchen???
Beitrag von: Lothar H. am Mittwoch, 08.Oktober.2008 | 20:31:07 Uhr
Zitat von: Udo (DL 8 WP) am Donnerstag, 02.Oktober.2008 | 20:20:25 Uhr
Hallo zusammen,

........ ich solle das Reibrad ein paar Wochen in dünnes Maschinenöl oder Ballistol einlegen, dann würde es wieder weich. Hat damit jemand Erfahrung ?

.....
Udo (DL 8 WP) 


Tach Udo,

für diese Zwecke nehme ich Multi- Spray Plus 7 von Liqui Moly. Hat zB bei meinem Lenco bestens funktioniert. Ältere Antriebsriemen freuen sich ebenfalls über eine Behandlung.
Pflegt Gummi, steht in der Beschreibung.


Tüsss
Lothar

QuoteTags repariert
Jürgen
Titel: Re: Garrard 401 - Legende oder Ammenmärchen???
Beitrag von: Jayk. am Mittwoch, 08.Oktober.2008 | 20:36:49 Uhr
Moin Lodda,

macht Dein "Mittelchen" auch eckige Treibräder wieder rund, und/oder beseitigt es Micro-Haarrisse von der Lauffläche?   .,a015

Gruss

Jonny
Titel: Re: Garrard 401 - Legende oder Ammenmärchen???
Beitrag von: Lothar H. am Mittwoch, 08.Oktober.2008 | 20:54:56 Uhr
Zitat von: Jayk. am Mittwoch, 08.Oktober.2008 | 20:36:49 Uhr
Moin Lodda,

macht Dein "Mittelchen" auch eckige Treibräder wieder rund, und/oder beseitigt es Micro-Haarrisse von der Lauffläche?   .,a015

Gruss

Jonny


Tach Jonny,

getz willze dat ame Grubenpony aber foppen. .,c045 :cray:

Allerdings hatte ich die Lauffläche des Rades vor der Behandlung mit Schleifpapier behandelt. Somit war die Rundheit ausreichend wieder Hergestellt.
Bei Rissen würde ich .....spachteln!  :_55_:


Tüsss
Lothar
Titel: Re: Garrard 401 - Legende oder Ammenmärchen???
Beitrag von: Jayk. am Mittwoch, 08.Oktober.2008 | 22:00:47 Uhr
Zitat von: Lothar H. am Mittwoch, 08.Oktober.2008 | 20:54:56 Uhr
Tach Jonny,
getz willze dat ame Grubenpony aber foppen. .,c045 :cray:

Hähä....  :-handshake:

Zitat von: Lothar H. am Mittwoch, 08.Oktober.2008 | 20:54:56 Uhr
... Bei Rissen würde ich .....spachteln!  :_55_:


Tüsss
Lothar
... also in Rissen (bei Hamburg) kann man(n) herrlich spachteln ( z.B. Fisch mit/ohne Messer u. Gabel)  :_yahoo_:

Gruss vom Fischkopp  :_hi_hi_:
Titel: Re: Garrard 401 - Legende oder Ammenmärchen???
Beitrag von: Jayk. am Mittwoch, 08.Oktober.2008 | 22:10:37 Uhr
Fall #3  - Antwort:

ZitatHi,
I can't see anything bluish metal.
I have attached a picture for you.

Regards from England

Hier das Bild:

(https://magnetofon.de/nhc/Gallery/albums/userpics/normal_MVC-604F.JPG)

So soll's sein - hier könnte man auch zuschlagen, steht z.Z. aber schon bei knapp 500 €....

To be continued

Jonny
Titel: Re: Garrard 401 - Legende oder Ammenmärchen???
Beitrag von: Jayk. am Freitag, 10.Oktober.2008 | 21:37:14 Uhr
... und weiter gehts mit den news zum Motor:

(https://magnetofon.de/nhc/Gallery/albums/userpics/normal_Mot_401_new.JPG)

So sieht ein kompletter NOS-Motor vom 401-er aus, der demnächst hier eintrifft und dann erstmal als Referenz zu meiner Überholung dient...

To be continued

Jonny
Titel: Re: Garrard 401 - Legende oder Ammenmärchen???
Beitrag von: Jayk. am Samstag, 18.Oktober.2008 | 20:28:49 Uhr
Der "neue" Motor ist eingetroffen. Hat unbenutzt über 30 Jahre in 'ner Schublade gelegen - aber Oh-Graus - der rappelt ganz fürchterlich.

Also erstmal zerlegt, das gute Stück - hier die Einzelteile:

(https://magnetofon.de/nhc/Gallery/albums/userpics/normal_401_mot_parts.JPG) (https://magnetofon.de/nhc/Gallery/albums/userpics/401_mot_parts.JPG)

Gut zu erkennen im Bild rechts oben die blaue Einfärbung des unteren Lagerspiegels, allerdings ohne Einlauf-Spuren der Kugel. Es scheint diese blaue Einfärbung also "ab Werk" gegeben zu haben und nicht durch Überhitzung hervorgerufen zu sein. Auch zeigt die untere Rotorachse keinerlei Spuren der Kugel oder der Sinterlager. Allerdings sind die Öl-Filzringe knochentrocken. In beide Guss-Gehäuse habe ich schon M3-Gewinde für die M3 / 10mm Edelstahlschrauben geschnitten, die statt der Nieten die Sinterlager in Position halten werden. Jetzt werde ich die weiter oben beschriebene Prozedur "Reinigen u. Fetten/Ölen" durchführen....

To be continued

Jonny

Bild anklickbar gemacht
Jürgen
Titel: Re: Garrard 401 - Legende oder Ammenmärchen???
Beitrag von: Captn Difool am Sonntag, 19.Oktober.2008 | 13:45:58 Uhr
Die blaue Einfärbung kann vom "Anlassen" kommen, einem Härtungsprozess. (Glühen und abschrecken, anschließend nachtemperieren).
Titel: Re: Garrard 401 - Legende oder Ammenmärchen???
Beitrag von: Jayk. am Sonntag, 19.Oktober.2008 | 14:27:07 Uhr
Zitat von: Captn Difool am Sonntag, 19.Oktober.2008 | 13:45:58 Uhr
Die blaue Einfärbung kann vom "Anlassen" kommen, einem Härtungsprozess. (Glühen und abschrecken, anschließend nachtemperieren).

... sehe ich ähnlich, dann muss es aber zwei Ausführungen des Lagerspiegels gegeben haben - siehe weiter oben. Jedenfalls sind auf den von mir in drei Motoren vorgefundenen "blauen" Lagerspiegeln mit blossem Auge deutliche Längsriefen der Herstellung zu sehen.

Hier nochmal zum Vergleich ein "blauer" Lagerspiegel vor und nach dem Polieren:

(https://magnetofon.de/nhc/Gallery/albums/userpics/normal_Thrustplate_bad_s.JPG)  (https://magnetofon.de/nhc/Gallery/albums/userpics/normal_Thrustplate_polished_s.JPG)

Deutlich zu erkennen ist, wie sich die Stahl-Lagerkugel hier eingearbeitet hat. Habe mir bei Joel jetzt polierte Hartmetall-Lagerspiegel zum Aufkleben bestellt. Mal schauen, ob damit der Motor noch ruhiger laufen wird...

To be continued

Jonny
Titel: Re: Garrard 401 - Legende oder Ammenmärchen???
Beitrag von: Captn Difool am Sonntag, 19.Oktober.2008 | 15:34:03 Uhr
Ich konnte das auf dem andere Bild nicht so gut erkennen. Nein, das ist keine Anlaßfarbe, die ist eher blass/graublau. Ein solch intensives Blau sieht mir eher nach Markierlasur aus. Womöglich wird Joels Scheibe länger halten.
Titel: Re: Garrard 401 - Legende oder Ammenmärchen???
Beitrag von: Jayk. am Sonntag, 19.Oktober.2008 | 16:15:39 Uhr
ZitatEin solch intensives Blau sieht mir eher nach Markierlasur aus.

Das wäre natürlich die Erklärung - nur weiss natürlich niemand, warum hier etwas markiert werden sollte. Somit ist meine weiter oben gemachte Aussage falsch:

ZitatWhat you have seen is the thrust plate, which got blue in colour because the lower motor bearing run dry and overheated.

Allerdings bleibt das Problem des Trockenlaufens und somit die Beschädigungen an Lagerspiegel und Rotoraxe des unteren Lagers bestehen, weil ohne Demontage des Motors das Ölen/Schmieren nicht möglich ist. Und das wird kaum Jemand gemacht haben, auch gibt die Garrard Bedienungsanleitung nichts dazu her: nur das Ölen des oberen Motorlagers und des Tellerlagers (andere Baustelle!) wird empfohlen.

Jonny
Titel: Re: Garrard 401 - Legende oder Ammenmärchen???
Beitrag von: Captn Difool am Sonntag, 19.Oktober.2008 | 16:30:46 Uhr
Ja, das ist eine Schwachstelle. Aber jetzt weißt Du ja darum. Also immer gut schmieren.
Titel: Re: Garrard 401 - Legende oder Ammenmärchen???
Beitrag von: NKA am Montag, 20.Oktober.2008 | 19:27:26 Uhr
Hallo,

ich bin neu hier ........ komme aus Mainhattan und hoffe, irgendwann auch mal mit einem 401 hören zu können!

Dieser Thread ist super interessant hier, ich hab nämlich die gleichen Arbeiten noch vor mir. Mein 401 schläft seit einigen Wochen hier (mangels Zarge etc) und wartet auf Überholung. Optisch sieht er gut aus und laufen tut er auch - ohne mit dem Ohr hörbare Geräusche. Ich hab ein Lager-Kit für die Achse bestellt und mir nach der super guten Anleitung hier vorgenommen, die Überholung von Motor und Lager selbst zu machen. Das Motor-Lager ist von außen übrigens nicht blau.

Habt ihr irgendwelche Tips für den Ausbau/Zerlegen, die nicht in der Anleitung stehen? Wenn ich nicht weiterkomme, werd ich halt fragen..... ;0009 und hoffen, dass ihr mir helft  .,d040 ...

liebe Grüße

Norbert
Titel: Re: Garrard 401 - Legende oder Ammenmärchen???
Beitrag von: Jürgen Heiliger am Montag, 20.Oktober.2008 | 19:33:23 Uhr
Hallo Norbert,

ich denke unsere beiden 401er Spezis werden Dir bestimmt helfen....

Herzlich Willkommen hier....
Titel: Re: Garrard 401 - Legende oder Ammenmärchen???
Beitrag von: Jayk. am Montag, 20.Oktober.2008 | 21:20:11 Uhr
Hallo Norbert,

Stichwort Zarge - solltest Du ganz nach hinten stellen. Würde erstmal mit 'nem Montagebrett, auf das Du auch 'nen Arm befestigen kannst, anfangen, Falls Du es nicht selbst machen kannst, für kleines Geld bekommst Du hier eines:

http://www.ebelholztechnik.de/galerien/garrard/garrard_401_einbaurahmen_mpx/

Da "nagelst" Du dann erstmal 10cm lange Füsse drunter, nimmst das Teil in Betrieb und hörst/testest, ob und wo die Probleme liegen...

Für mich ist die Reihenfolge einer Überholung des 401-er: 

Motor / Treibrad u. Aufhängung / Tellerlager. Erst wenn das in der Reihenfolge optimiert ist, würde ich mir über Zarge/Optik Gedanken machen.

Welche Serien-Nummer hat Dein 401-er, welches Lager-Kit haste Dir bestellt, und wo/wie haste den ergattert?

Der letzte Teil meiner Frage ziehlt auf den zu erwartenden Verschleiss ab. Meiner kommt nämlich, wie sich nach langer Recherche herauskristallisiert hat, aus einem BBC-Studio. Wenn die 401-er dort nicht mehr einwandfrei liefen, wurden sie nicht repariert, sondern einfach komplett ausgewechselt und wanderten dann so wie sie waren in z.B. Privatbesitz. Viele dieser z.T. sehr abgenudelten Exponate tauchen z.Z. aufgrund des Hypes bei 3-2-1 wieder auf - und zwar zu abenteuerlichen Preisen, so zwischen 350-750+ Teuros....

Wenn Jürgen es denn nun endlich schafft, die Gallerie wieder ingang zu bringen, kannste auch die Bilder zu meinen Texten sehen...  :_tease:

Gruss

Jonny




Titel: Re: Garrard 401 - Legende oder Ammenmärchen???
Beitrag von: NKA am Dienstag, 21.Oktober.2008 | 08:34:31 Uhr
Hallo Jayk,
hallo Jürgen,

vielen Dank für die nette Begrüßung!

Mein 401 hat die SN 8710, ist also einer der ganz frühen. Er kommt zum Glück nicht aus einem Sendestudio sondern hatte nur 2 Vorbesitzer und war die letzten 20 Jahre eingestaubt in einem Musikschrank. Der Besitzer hat noch einen 301, den er benutzt hat. Hab ihn durch Zufall in GB gefunden.

Das Teller-Lager hab ich bei Analog Tube Audio bestellt. Eine einfache Zarge kann ich von einem Freund bekommen, der sie nicht mehr braucht - trotzdem danke für den Tip mit ebelholztechnik.

Ok, dann werd ich demnächst mal mit dem Motor anfangen. Ist beim Zerlegen des Motors irgendetwas besonderes zu beachten? Ich habe gehört, dass man aufpassen soll, dass man das Blechpaket wieder richtig montiert, da sonst die Achse nicht gerade sitzt?? Verstanden hab ich es aber nicht. Ich werd halt einfach mal anfangen, kann nicht so schwer sein.

Was habt ihr zum Polieren der Rotorachse genommen? Einen Lappen mit etwas feiner Polierpaste? Welche eignet sich dafür? Ich hab noch eine ganz feine Polierpaste für Autolack - geht sowas?

viele Grüße

Norbert



PS: ich hab im Fred gelesen, dass Du die Motorwicklungen in zerlegtem Zustand ans Netz angeschlossen hast - wenn ich es richtig verstanden habe mit Blechpaket aber ohne Rotor. Hab sowas ähnliches auch mal gemacht ...... die Wicklungen haben nach kurzer Zeit gequalmt (so wie er hier:  raucher01) und ich hatte einen Wicklungsschluss  .,a015 ....... Heute ist mir klar, warum das passiert ist: ohne Rotor oder noch schlimmer ohne Blechpaket ist die Induktivität der Anordnung viel geringer. Damit auch der Wechselstromwiderstand, es fließt mehr Strom..... und das Unheil nimmt (wie bei mir) seinen Lauf.....
Titel: Re: Garrard 401 - Legende oder Ammenmärchen???
Beitrag von: Morfeus am Dienstag, 21.Oktober.2008 | 09:05:46 Uhr
Hallo Norbert,

ZitatWas habt ihr zum Polieren der Rotorachse genommen? Einen Lappen mit etwas feiner Polierpaste? Welche eignet sich dafür? Ich hab noch eine ganz feine Polierpaste für Autolack - geht sowas?

wegen der Poliermittel und der verschiedenen Öle würde ich Joel kontaktieren. Er ist ehemaliger Thorens Mitarbeiter und kann Dir ein komplettes Polier- und Öl-Set zu einem fairen Preis verkaufen.

Kontakt am besten über das Röhren-und-Hören Forum http://www.roehren-und-hoeren.de/phpBB/viewforum.php?f=85 (http://www.roehren-und-hoeren.de/phpBB/viewforum.php?f=85), da hat er "Sprechstunde".

Lieben Gruß und viel Erfolg,
Heinz
Titel: Re: Garrard 401 - Legende oder Ammenmärchen???
Beitrag von: Lothar H. am Dienstag, 21.Oktober.2008 | 10:35:06 Uhr
Zitat von: NKA am Dienstag, 21.Oktober.2008 | 08:34:31 Uhr
..... Ich hab noch eine ganz feine Polierpaste für Autolack - geht sowas?

viele Grüße

Norbert


Tach Norbert,

Poliermittel für (Auto) Lacke sind a.G. der Beschaffenheit des eingelagerten Schleifmittels nicht geeignet. Das Schleifmittel wird bei Metallen (gehärtet?) keine Wirkung zeigen.
Es gibt zum Polieren von Metallen, genauso wie für Autolacke Produkte, die sich bei Anwendung immer weiter in der Körnung verfeinern.

Danach solltest Du Dich einmal erkundigen.


Tüsss
Lothar
Titel: Re: Garrard 401 - Legende oder Ammenmärchen???
Beitrag von: Friedensreich am Dienstag, 21.Oktober.2008 | 10:47:58 Uhr
Die stellen sehr gute Produkte her...sind aber glaube ich, nicht ganz leicht zu bekommen.
http://www.dr-tillwich.com/
Titel: Re: Garrard 401 - Legende oder Ammenmärchen???
Beitrag von: Jayk. am Dienstag, 21.Oktober.2008 | 11:21:35 Uhr
Zitat von: NKA am Dienstag, 21.Oktober.2008 | 08:34:31 Uhr
Hallo Jayk,
hallo Jürgen,

vielen Dank für die nette Begrüßung! ....

Das Teller-Lager hab ich bei Analog Tube Audio bestellt....

Das Tellerlager wäre für mich als Leztes drann - allerdings gibt es eine andere Lösung für das Tellerlager zu 1/5 des ATA-Preises: Phosphorbronzekugeln. Werde ich ausprobieren. Wichtig ist, ob Stahl- oder Sinterbronze in Deinem Tellerlager verbaut sind, und wie die Achse insgesammt aussieht. Dazu später mehr...

Zitat von: NKA am Dienstag, 21.Oktober.2008 | 08:34:31 Uhr
Eine einfache Zarge kann ich von einem Freund bekommen, der sie nicht mehr braucht - trotzdem danke für den Tip mit ebelholztechnik....

Gerne..

Zitat von: NKA am Dienstag, 21.Oktober.2008 | 08:34:31 Uhr
Ok, dann werd ich demnächst mal mit dem Motor anfangen. Ist beim Zerlegen des Motors irgendetwas besonderes zu beachten? Ich habe gehört, dass man aufpassen soll, dass man das Blechpaket wieder richtig montiert, da sonst die Achse nicht gerade sitzt?? Verstanden hab ich es aber nicht. Ich werd halt einfach mal anfangen, kann nicht so schwer sein.....

Der Stator mit Blechpacket/Spulen etc. ist ein Teil - da ist nichts auseinander zu nehmen... Siehe mein Bild der Einzelteile des Motors.

Zitat von: NKA am Dienstag, 21.Oktober.2008 | 08:34:31 Uhr
Was habt ihr zum Polieren der Rotorachse genommen? Einen Lappen mit etwas feiner Polierpaste? Welche eignet sich dafür? Ich hab noch eine ganz feine Polierpaste für Autolack - geht sowas?.....

Lies doch bitte meine Texte genau durch, hab ich ganz zu Anfang versucht zu beschreiben:

ZitatHier hilft Reinigen nicht weiter! Leider bekomme ich die eingepresste Lagerschale mit meinen Mitteln nicht heraus, um den Lagerspiegel zu drehen, aber mit dem Rotor konnte ich was machen: habe den Rotor in die Bohrmaschine gespannt und mit leichtem Druck auf 1500 Schleifpapier und anschliessendem Polieren mit Joels Polierblock den Rotor wieder plan bekommen, wie hier zu sehen:

Leider fehlt das Bild...

Zu Joel: Du bekommst eine PN mit seiner email-addi..

Muss jetzt los.

Gruss

Jonny
Titel: Re: Garrard 401 - Legende oder Ammenmärchen???
Beitrag von: NKA am Donnerstag, 23.Oktober.2008 | 00:12:37 Uhr
erst mal danke für die guten tips und pn! werd mal ein bißchen telefonieren.....     ;0009

melde mich wieder, wenn ich angefangen hab     


liebe grüße    ;0009

norbert
Titel: Re: Garrard 401 - Legende oder Ammenmärchen???
Beitrag von: Jayk. am Montag, 27.Oktober.2008 | 18:54:28 Uhr
@ Norbert,

eröffne bitte bei weiteren Fragen etc. bitte Deinen eigenen threat.

Danke
Jonny



So, weiter gehts, jetzt zum Treibrad und seiner Führung...

Die TReibradführung ist in dem Gelenk etwas "ausgeschlagen", bzw. die Achse zeigt Fehler in der Oberfläche (siehe Bildere weiter oben). Daraus resultiert, dass dass Treibrad nicht sauber an der Innenseite des Tellers geführt wird. Übertrieben formuliert: es ist so, als wenn ein Auto mit eingeschlagenen Rädern geradeaus gezogen wird... Es rubbelt im Teller, anstatt gerade aus zu laufen. Drückt man von Hand das Gelenk in die entsprechende Richting läuft es gerade und alles ist mucksmäuschen still... Dadurch verschleisst das Treibrad sicherlich auch noch schneller....

So sieht das alte, originale Treibrad aus:

(https://magnetofon.de/nhc/Gallery/albums/userpics/normal_TRad_alt_2s.JPG)

...und so die Lauffläche:

(https://magnetofon.de/nhc/Gallery/albums/userpics/normal_TRad_alt_1s.JPG)

Schön zu erkennen die Risse im Gummi - das kann also nur rumpeln - erst Recht, wenns wie oben beschrieben nicht 100% parallel im Teller läuft.
Tonhöhenschwankungen sind dadurch allerdings nicht hörbar, wohl aber Laufgeräusche des Rades...

Bei 3-2-1 habe ich in USA für 45 EURO einen neues, nachgebautes Treibrad gefunden, das sieht dann so aus:

(https://magnetofon.de/nhc/Gallery/albums/userpics/normal_Trad_neu_2s.JPG)

Es passt 100%, und die Lauffläche sieht nach zwei Tagen Dauerlauf in 78 rpm entsprechend aus:

(https://magnetofon.de/nhc/Gallery/albums/userpics/normal_Trad_neu_1s.JPG)

Der Teller hat schon Spuren hinterlassen. Obwohl schon fast "absolute" Ruhe herrscht, wird die Achse der Treibradführung demnächst überholt.

To be continued

Jonny






Titel: Re: Garrard 401 - Legende oder Ammenmärchen???
Beitrag von: Captn Difool am Montag, 27.Oktober.2008 | 19:01:38 Uhr
Hallo Jonny,
ich denke, das Treibrad muß penibelst eingestellt werden, das macht sicher eine Menge aus.
Titel: Re: Garrard 401 - Legende oder Ammenmärchen???
Beitrag von: Jayk. am Montag, 27.Oktober.2008 | 19:13:17 Uhr
... leider is da nix zum Einstellen, Andre.... Entweder es passt - oder auch nicht...
Titel: Re: Garrard 401 - Legende oder Ammenmärchen???
Beitrag von: Captn Difool am Montag, 27.Oktober.2008 | 22:19:15 Uhr
Geht da nicht was in dem man die Montageposition etwas beeinlfusst?
Titel: Re: Garrard 401 - Legende oder Ammenmärchen???
Beitrag von: wattkieker am Montag, 27.Oktober.2008 | 23:41:41 Uhr
Ich mach hier mal kurz dicht und spiel kurz Verschiebebahnhof

Die OT - Beiträge sind gleich in der Endlosschleife wiederzufinden, hier ist wieder offen.
Titel: Re: Garrard 401 - Legende oder Ammenmärchen???
Beitrag von: Captn Difool am Montag, 27.Oktober.2008 | 23:51:18 Uhr
..ich meine vielleicht ein bißchen was verkanten oder verbiegen? Wird schwierig sein, ist ja alles recht robust und "kloppfest" gebaut.  ;0003
Titel: Re: Garrard 401 - Legende oder Ammenmärchen???
Beitrag von: Jayk. am Dienstag, 28.Oktober.2008 | 11:38:28 Uhr
Moin,

das ist wirklich sehr "stabil" gebaut, allerdings ist die Achse / das Lager "wackelig", schau mal:

(https://magnetofon.de/nhc/Gallery/albums/userpics/normal_Treibrad.JPG)

Und hier mal mit "ohne" Treibrad:

(https://magnetofon.de/nhc/Gallery/albums/userpics/normal_TR_halter.JPG)

Aber das wird noch von einem netten AAA-Kollegen, der das gleiche Problem am 301-er hatte, "beseitigt"...

Momentan macht der Garrard 401 jetzt zu 98% das, was es soll, nämlich Musik ohne eigenes Zutun wie Rumpeln und Pumpeln wiedergeben.

To be continued

Jonny

Titel: Re: Garrard 401 - Legende oder Ammenmärchen???
Beitrag von: Morfeus am Dienstag, 28.Oktober.2008 | 14:50:31 Uhr
Hallo Jonny,

könntest Du vielleicht den ebay Namen des Verkäufers nennen, von dem Du das Treibrad ersteigert hast?

Es soll ja durchaus auch ganz miserable Nachbauten geben und wenn Du zufrieden bist, wäre das eine nützliche Information.

Übrigends finde ich es klasse, was Du alles mit dem Garrard anstellst, irgendwann muss ich auch noch intensiver an  meinen 301 und 401 ran.

Dank + Gruß,
Heinz
Titel: Re: Garrard 401 - Legende oder Ammenmärchen???
Beitrag von: Jayk. am Dienstag, 28.Oktober.2008 | 16:19:25 Uhr
Hallo Heinz,

3-2-1 Verkäufer ist sq38s aus Huntington Beach, California, Vereinigte Staaten von Amerika.
Unter Artikelnummer: 350116594718 läuft auch gerade eine Versteigerung.

ZitatThis is superbly crafted replacement idler wheel for classic Garrad 301 and 401 turntables. Performance and reliability of this part are second to none. These idler wheels are custom made in Europe, by the skilled craftsman, and nothing comes close in terms of quality.

Wäre mal interessant, wer in Europa ihm die Dinger für so kleines Geld produziert. Allerdings scheint mir sein Teller-Lagerupdate nicht so das gelbe vom Ei zu sein...

Da hätte ich zum Lagerupdate von jclovesmusic, Beckenham, Kent, SE London, Großbritannien (Artikelnummer: 110303036620) mehr Zutrauen.

Jonny

Titel: Re: Garrard 401 - Legende oder Ammenmärchen???
Beitrag von: Morfeus am Dienstag, 28.Oktober.2008 | 16:45:55 Uhr
Danke, Jonny...

Gruß,
Heinz
Titel: Re: Garrard 401 - Legende oder Ammenmärchen???
Beitrag von: Jayk. am Donnerstag, 30.Oktober.2008 | 10:25:00 Uhr
Gerne Heinz  raucher01

Aus Anlass einer Anfrage im AAA-Forum, welchen Garrard man sich den anschaffen sollte, hab ich dort nachfolgende Antwort gegeben:

Zitat... da kann ich Dich nur warnen vor 3-2-1-Händlern aus z.B. UK etc. und deren Angeboten, sofern der Ursprung/die Quelle dieser LW's nicht eindeutig ist. Ich beobachte seit einiger Zeit sehr aufmerksam den Markt und habe feststellen müssen, das die dort zum Verkauf angebotenen Teile "auf-die-Schnelle" verkaufsfördernd "hübsch" gemacht und nicht wirklich überholt worden sind. Auch der Hinweiss auf eine nach Garrard-Handbuch-Vorgaben durchgeführte Wartung/Ölung des Motor-, Teller- sowie des Treibradlagers sagt leider nichts über deren Zustand aus, da Du nie Bilder der auseinandergenommenen Bauteile wie Achsen, Lager zu sehen bekommst. Die Motoren der 301-/401-er kann man nur durch Demontage wirklich warten/ölen und auf Lagerschäden prüfen (siehe meine Beiträge hierzu). Auch die Führung des Treibrades zur Geschwindigkeitsumschaltung sowie die Lauffläche des Treibrades selbst sind häufig Ursache für deutlich die Musik überlagerndes Rumpeln und Rappeln. Hierzu solltest Du nach den Beiträgen von "leberwurst" hier im Forum suchen, der mir netterweise demnächst das Treibradgelenk für meinen 401-er überholen wird.

Hoffe Dir jetzt nicht den Mut genommen zu haben, allerdings würde ich 900 Teuronen nur in ein LW investieren, dass ich vorher auf die oben genannten Punkte überprüfen konnte, oder aber von vertrauenswürdiger Seite mit Übernahmegarrantie bekäme. Manchmal bieten beide von mir oben Genannte in dieser Preisregion überholte 301-er an - ev. bekommst Du aber auch hier aus dem Forum entsprechende Angebote...

Noch 'ne Info: bei den einschlägigen Garrard-Überholungs-Anbietern kostet nur die Durchsicht/Wartung der LW's zwischen 300-400 Teuros - wobei noch keine Reparaturen durchgeführt, geschweige denn "Verschleissteile" ersetzt worden sind....

Dagegen nimmt sich dann die Beschaffung des ATA-Lagers für ca. 100€ schon bescheiden aus. Allerdings nützt Dir das nix, wenn die Achse u.o die Sinterlager 'ne Macke haben...

Gruss
Jonny
Titel: Re: Garrard 401 - Legende oder Ammenmärchen???
Beitrag von: violette am Samstag, 24.Januar.2009 | 22:43:01 Uhr
Hallo Jonny

leider is da nix zum Einstellen, Andre.... Entweder es passt - oder auch nicht

Doch Du kannst an der Reibrad was einstellen ?

Jonny sage mir wie brauche Deine Geräte bis der Drehzahl exakt stabil ist (nicht lugen  .,c045)

Bis gleich
Joel
Titel: Re: Garrard 401 - Legende oder Ammenmärchen???
Beitrag von: Jayk. am Sonntag, 25.Januar.2009 | 13:45:08 Uhr
Joel, ungelogen

- erst wenn die Motorbetriebstemperatur von ca. 50°C erreicht ist (kann bis zu einer Stunde dauern), bleibt die Drehzahl konstant!

Also: immer schön "vorheizen"!  .,111

Jonny, der noch auf sein Treibradgedöns aus der Reparatur wartet...
Titel: Re: Garrard 401 - Legende oder Ammenmärchen???
Beitrag von: violette am Sonntag, 25.Januar.2009 | 14:05:50 Uhr
Danke Jonny
Da bin jetz Beruhigt , ich hätte schon Sorgen das nach 30 Min schon zuviel verlangt für Dieser Motor ist.
Ich sage zu Dieser Garrard nicht mehr es ist ein klein liebe Monster , man müsse erste mal sehr liebe habe -
Mfg
Joel

Jürgen  entschuldigt wenn ich immer mit Thorens vergleicht , es war meine Fehler