Hi zusammen,
aus Brasilien hatte ich ja letztes Jahr noch ein Akai GXC-75D Deck mitgebracht, vom Onkel meiner Frau
(Story dazu hier -> http://new-hifi-classic.de/forum/index.php?topic=4604.msg130021#msg130021).
Nun habe ich mich die Tage mal um das Teil gekümmert und eine Bestandsaufnahme gemacht.
Ich muß sagen, es reißt mir das Herz aus der Brust :_sorry:, aber ich glaube das Teil wird wohl doch den ewigen Himmer der Tapedecks betreten.....
Hier zunächst mal ein paar "Impressionen", falls man zu "Schrott" sowas noch sagen kann....
(https://magnetofon.de/nhc/Gallery/albums/userpics/normal_01_Akai_GXC75D.jpg) (https://magnetofon.de/nhc/Gallery/albums/userpics/01_Akai_GXC75D.jpg)
Schlimmstes Problem ist wohl die korrodierte Alu-Platte und daß da auch noch ein Knopf des Schiebereglers fehlt:
(https://magnetofon.de/nhc/Gallery/albums/userpics/normal_02_Akai_GXC75D.jpg) (https://magnetofon.de/nhc/Gallery/albums/userpics/02_Akai_GXC75D.jpg)
| (https://magnetofon.de/nhc/Gallery/albums/userpics/normal_03_Akai_GXC75D.jpg) (https://magnetofon.de/nhc/Gallery/albums/userpics/03_Akai_GXC75D.jpg)
|
Um nicht allzuviel Geld in das Teil zu versenken, hatte ich hier eigentlich vor, die Aluplatten abzunehmen und einzuscannen.
Dann das Alu neu polieren und mit Klarlack versiegeln. Dann den Scan her nehmen, mit einem Pixeleditor aufpeppen und auf matte, transparante Selbstklebefolie kopieren lassen, die dann hätte auf das Alu aufgeklebt werden können.
Nun sind diese Alublenden leider mit dem Kunststoffdeckel verklebt, daß man sie fast nicht abbekommt. Ein erster Versuch von hinten unterzuhebeln, hat natürlich gleich mal ein paar Dellen hinterlassen :wallbash.
(https://magnetofon.de/nhc/Gallery/albums/userpics/normal_04_Akai_GXC75D.jpg) (https://magnetofon.de/nhc/Gallery/albums/userpics/04_Akai_GXC75D.jpg)
Gut. Könnte man vrmtl. wieder ausbeulen, oder halt doch vorsichtiger dran gehen :flööt:
Holzgehäuse hat dann noch einen Wasserschaden bekommen, was wohl das kleinste übel bei der Restaurierung wäre:
(https://magnetofon.de/nhc/Gallery/albums/userpics/normal_05_Akai_GXC75D.jpg) (https://magnetofon.de/nhc/Gallery/albums/userpics/05_Akai_GXC75D.jpg)
Also mal geöffnet um die Mechanik zu inspizieren, wobei ich erst mal noch "etwas" Urwald-Ungeziefer rausgesaugt habe.
Hier also
nach dem saugen:
(https://magnetofon.de/nhc/Gallery/albums/userpics/normal_06_Akai_GXC75D.jpg) (https://magnetofon.de/nhc/Gallery/albums/userpics/06_Akai_GXC75D.jpg)
| (https://magnetofon.de/nhc/Gallery/albums/userpics/normal_11_Akai_GXC75D.jpg) (https://magnetofon.de/nhc/Gallery/albums/userpics/11_Akai_GXC75D.jpg)
|
Von weitem noch nicht mal soooo schlecht, aber bei genauem hinsehen ...
(https://magnetofon.de/nhc/Gallery/albums/userpics/normal_07_Akai_GXC75D.jpg) (https://magnetofon.de/nhc/Gallery/albums/userpics/07_Akai_GXC75D.jpg)
| (https://magnetofon.de/nhc/Gallery/albums/userpics/normal_08_Akai_GXC75D.jpg) (https://magnetofon.de/nhc/Gallery/albums/userpics/08_Akai_GXC75D.jpg)
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... Korrosion, Rost, Dreck und verzogenes/verkratztes Plastik wo das Auge hinschaut .,70
Tonköpfe und Capstan sind zwar dreckig, sehen aber sonst noch ganz gut aus:
(https://magnetofon.de/nhc/Gallery/albums/userpics/normal_09_Akai_GXC75D.jpg) (https://magnetofon.de/nhc/Gallery/albums/userpics/09_Akai_GXC75D.jpg)
Wobei eine Andruckrolle wohl so besser nicht sein sollte:
(https://magnetofon.de/nhc/Gallery/albums/userpics/normal_10_Akai_GXC75D.jpg) (https://magnetofon.de/nhc/Gallery/albums/userpics/10_Akai_GXC75D.jpg)
Gut, was wäre also zu tun, bzw. was ergab die Bestandsaufnahme:
2x Andruckrollen wären auf jeden Fall fällig, wobei die billigen aus dem Conrad Set genau die richtigen beiden enthällt. Die habe ich zum Test jetzt erst mal eingebaut.
Erst drehte sich dann mal gar nichts, weil verklemmt. Also erst mal alles etwas geölt.
Dann liefen die Wickeldorne, aber nach 5s schaltete es ab, weil die Schutzabschaltung ständig aktiv war (Zähler lief nicht mit).
Also dann den Zähler auch noch mit gut Öl gangbar gemacht.
Sodele, damit war erst mal mechanische Grundfunktion gegeben. Die beiden Riemen (Antrieb und Zähler) sind zwar komplett schlabbelig, aber tun's erst mal noch einigermaßen. Komisch daß die unter solchen Umständen nicht auch schon zu dem geworden sind, aus dem sie wurden - STAUB :_rofl_:
Also mal eine alte Kassette eingeworfen und hören was sich tut.
Reverse-Betrieb funzt und es dudelt auch, aber nur auf einem Kanal. In die eine Richtung der eine Kanal, in der anderen Richtung der andere Kanal .,a020.
Immerhin sind damit wohl beide Kanäle iO, der Rest wird Akai typisch an jenen Schiebeschaltern liegen (hab' ich noch nicht gereinigt).
Allerdings gehen die Köpfe nicht so ohne weiteres ins Kassettengehäuse rein, wenn man PLAY drückt. Liegt daran, daß die Kunststofflade verzogen ist - das auch noch :cray:. Gut, mit dem Finger nachhelfen bringt einen erst mal weiter.
Tontechnisch kann man da nun natürlich noch nicht viel sagen, nur soviel, daß es dumpf klingt und extrem rauscht. Well, da würde man im Fall der Fälle nach Reinigung, Entmagnetisierung, Azimut- und elektr. Einstellung vrmtl. wieder Land sehen.
Spannend - nach meinen bislang eher negativen Ersterfahrungen mit Dolby's .,c045 - war natürlich das Zuschalten des Dolby-B:
Uuuuuiiiiiiihhhhhh :_yahoo_: erst mal schon nicht schlecht, daß es tat und den Klang (kann man das Wort da noch benutzen ?) nicht noch weiter "verdumpft" hat.
Sonst scheint soweit alles zu tun, wobei man die ganze Mechanik - und das ist mal mächtig viel - säubern und schmieren sollte.
Ach ja, noch was:
Es ist ja ein 120V Gerät, aber ohne Spannungsumschalter - also fix auf 120V.
Das SM hatte ich schon mal gekauft und gehofft, daß man den Trafo intern evtl. umlöten kann, nachdem da primärseitig 4 Kabel rauskamen.
Dem ist leider nicht so, wie ich gestern feststellen mußte. Sekundär liefert der Trafo 5V~ (Lampen) und 27V~ für die Elektronik.
Primär, also galvanisch
nicht getrennt, geht da noch ein Zischenabgriff der eingangsseitigen 120V~ ab, mit denen der Motor mit permanenten (nach dem Enínschalten) 54V~ netzsynchron läuft.
Tja und da legen sich einem dann noch so'n paar Fallstricke in den Weg:
Netzsynchron heißt in Brasilien 60Hz. Der Motor liefe also hier zu langsam. Im SM wäre dazu zwar eine Anpassungsschaltung, aber bleibt immer noch die Sache mit der 120V Versorgung. Wenn's blos 2 sekundäre Spannungen gewesen wären, dann hätte ich zwei kleine Trafos ins Gehäuse gesetzt und die Spannungen eben so getrennt erzeugt. Drei Trafos haben aber keinen Platz. Also wäre der Plan doch mit Step-Down-Trafo, oder 3 Trafos in einem gesonderten Kästchen unterbringen. Irgendwie wird mir das aber doch zuviel ...... ;0003
Das No-Go bleibt aber doch eher die wohl nicht mehr herzustellende Optik. Das kommt mMn nie und nimmer in auch nur einen halbwegs akzeptablen Zustand.
Mir tut's weh, so'n mechanisches Kleinod zu verschrotten, aber da es nach heutigen Maßstäben - und unter besten Umständen - wohl nur Mittelklasse abliefern wird, scheint mir der Aufwand hier doch "etwas" zu viel zu sein .,a015
Also, was tun ? - Was würdet Ihr tun ?
Moin Kuni.
Schade, aber man kann nicht alle haben / retten.
Wenn du irgendwie dran hängst, stelle es beiseite.
Entweder ergibt sich noch eine Idee, oder aber wenn du nach einem Jahr das Teil im Prinzip vergessen hast, kann es wirklich weg (geschlachtet).
Klingt komisch, is aber so.
Viele Grüße, Arnulf.
Für das verformungsfreie ablösen der Aluplatte zwei vernünftige Japanspachtel und grosse Hitze verwenden.
Fehlender Schiebeschalter ist doch das geringste.Einfach alle 4 ersetzen.Da hat der C wirklich grosse Auswahl.
In Brasilien scheint das Klima recht feucht zu sein?
Mit der Deckplatte wird das wohl nichts rechtes mehr werden. Abscannen und pixeln wird zu pixelig, da müßte man eine Vektorgrafik nachfertigen. Die Alublenden sind eloxiert, müßtest Du nach dem Abschleifen also neu Eloxieren, wobei dann auch der Bürstenstrich wieder stimmen muß, soll es halbwegs original aussehen. Die Technik innen sieht in der Tat etwas besser aus.
Hier geht es wohl hauptsächlich um den emotionalen Effekt, einen "Exoten" aus Brasilien zu haben, wenn auch Dein "Gradiente" der Intention deutlich näher kommt. Sprich der persönliche Wert liegt ein vielfaches über den Marktwert. Geht es mehr um den Gerätetyp, würde ich die Angel in die Bucht auswerfen. So kann ich mich auch Arnulfs Meinung anschließen.
Hallo Kuni,
...bei diesem Patienten kann man wohl alle Geräte abschalten. Leider...
Zwar gibt es in der Bucht jede Menge kleinere Geschwister dieser
Akai-GXC-Toplader für kleines Geld zu kaufen - Knöpfe, Potis, Capstanrollen und Gehäuse
sollten sich also beschaffen lassen und ein 230V-Netzteil wäre dann sicher auch drin, aber
der Aufwand... Zumal Du bisher ja auch nur mechanische Funktionen reaktivieren konntest.
(was ja schon an ein Wunder grenzt). Wer weis, welche elektrischen Defekte Dir da noch begegnen...
Und die Aluabdeckung ist wohl unrettbar dahin. Die Beulen bekämst Du zwar mit enormem
Flächendruck wieder heraus aber Beschriftung und Schliff? Na, ich weis nicht...
Mein Tip: mach' ein Diorama draus. Thema: "Wasserleiche" (....mit künstlich gestaltetem See-Ufer, ein
bischen Schilf und einem Plastikfrosch). Das hat was Autentisches und das hat nicht jeder. :zwinker:
Viele Grüße
Peter
....Versicherungsfall is wohl auch nich. Duck un wech :_55_:
Tüsss
Lothar
Hi zusammen und 'n schönen Abend,
Zitat von: Araso am Mittwoch, 14.April.2010 | 00:40:36 Uhr
Wenn du irgendwie dran hängst, stelle es beiseite.
Ne Arnulf, mit in die Ecke stellen fange ich gar nicht erst an, sonst steht da innerhalb kürzester Zeit ein ganzes Hifi-Studio ;0008.
Also entweder reparieren, Müll oder Bucht :flööt:
Zitat von: Kappa8.2i am Mittwoch, 14.April.2010 | 09:14:41 Uhr
Für das verformungsfreie ablösen der Aluplatte zwei vernünftige Japanspachtel und grosse Hitze verwenden.
Fehlender Schiebeschalter ist doch das geringste.Einfach alle 4 ersetzen.Da hat der C wirklich grosse Auswahl.
Au ja, das sind schon mal wieder ein paar neue Ideen :_good_:
Zitat von: Captn Difool am Mittwoch, 14.April.2010 | 11:27:54 Uhr
In Brasilien scheint das Klima recht feucht zu sein?
Jepp - subtropisch halt raucher01.
Lag halt auch - wer weis wie lange - auf einem Dachboden und das im Sommer bei sicher um die 60°C die's da oben haben dürfte.
Wahrscheinlich hat's da auch mal durch's Dach geregnet und dann wird das halt so wie's wird...
Zitat von: Captn Difool am Mittwoch, 14.April.2010 | 11:27:54 Uhr
Abscannen und pixeln wird zu pixelig, da müßte man eine Vektorgrafik nachfertigen.
Na deswegen halt manuell nachbearbeiten.
Wir hätten in der Arbeit einen betriebsinternen "Copy-Shop", die können so was machen (hab' schon mal gefragt).
Halt entsprechend hochauflösend und die Fehlerpixel die entstehen, muß man halt von Hand weg machen und die fehlende Beschriftung wieder dazu pixeln .,a015
Zitat von: Captn Difool am Mittwoch, 14.April.2010 | 11:27:54 Uhr
Die Alublenden sind eloxiert, müßtest Du nach dem Abschleifen also neu Eloxieren, wobei dann auch der Bürstenstrich wieder stimmen muß, soll es halbwegs original aussehen.
Klar. 100% würde das alles nicht werden, aber extra einen Tampondruck machen lassen ist mir für das Gerät einfach zu teuer.
Also dachte ich halt, das wenigstens einigermaßen wieder ansehnlich hinzu "biegen".
Zitat von: Captn Difool am Mittwoch, 14.April.2010 | 11:27:54 Uhr
Die Technik innen sieht in der Tat etwas besser aus.
Die Mechanik ist kein Problem. Die läuft ja fast schon wieder.
Wenn ich noch den einen Kanal einfach per Schalterreinigung hinbekommen könnte und das Rauschen durch simple Kompfreinigung verschwindet, dann denek ich stecken in der Elektronik keine größeren Probleme mehr - wobei: Bei meinem Glück streikt dann sicher im entscheidenden Moment mal wieder das Dolby ;0006
Ne im Ernst. Dann wären es vrmtl. nur noch die mechanischen/optischen Sachen - im Wesentlichen.
Zitat von: Captn Difool am Mittwoch, 14.April.2010 | 11:27:54 Uhr
Hier geht es wohl hauptsächlich um den emotionalen Effekt, einen "Exoten" aus Brasilien zu haben, wenn auch Dein "Gradiente" der Intention deutlich näher kommt. Sprich der persönliche Wert liegt ein vielfaches über den Marktwert. Geht es mehr um den Gerätetyp, würde ich die Angel in die Bucht auswerfen.
Also um den Gerätetyp geht's mir eigentlich nicht, die gibt's in der Tat in der Bucht fast nachgeschmissen, auch wenn ein GXC-75D (außer einem vollkommen überteuerten bisher noch nicht dabei war).
"Exote" aus Brasilien trifft's auch nicht, weil es ein US Gerät ist - das Gradiente hatte in diese "Kerbe" bei mir gehauen.
Nein, es war einfach ein Geschenk des Onkels meiner Frau - weil er wußte, daß ich so Zeugs gerne mag und es eh irgendwann mal auf'n Müll gehauen hätte.
Das allein macht mich jetzt aber auch noch nicht so recht an. Es tut mir einfach weh, derartige Ingenieurs-Kleinode zu verschrotten.
Zitat von: PeZett am Mittwoch, 14.April.2010 | 13:12:30 Uhr
Zumal Du bisher ja auch nur mechanische Funktionen reaktivieren konntest.
(was ja schon an ein Wunder grenzt).
War gar nicht mal so schwierig, weil letzten Endes alles nur eingegammelt war.
Säubern, ölen, einwirken lassen und das war's eigentlich schon.
Das überschüssige Öl müßte halt längerfristig wieder raus :_55_:
Zitat von: Lothar H. am Mittwoch, 14.April.2010 | 14:36:20 Uhr
....Versicherungsfall is wohl auch nich. Duck un wech :_55_:
Das isses :;aha.
Ich nehm's beim nächsten Urlaub wieder mit und häng's dann irgendwie der Fluggesellschaft an :_rofl_:
War heute nochmal an dem Teil:
Beim Abspielen kommen nun beide Kanäle, auch in beide Richtungen der Autoreverse.
Die alten Akai haben doch alle diese ewig langen Schiebeschalter auf der Hauptplatine. Die verdrecken gerne und dann kommt's zu allen möglichen Effekten (hatte meine X-201D auch).
Das Teil also gereinigt und nun läuft's, alle Funktionen iO :_good_:
Nur bei Aufnahme kommt viel zu wenig Pegel :girl_devil:, es rauscht (nicht übertrieben, aber doch deutlich stärker als es angenehm wäre) und es klingt nicht gerade prickelnd :_thumbdown_:.
Wenn man von Hand etwas an der Höhenverstellung des TK "zupft" (wird bei Autoreverse mech. hoch/runter gefahren), dann sieht man an den VU's gleich, daß der Kopf nicht in der Spur ist. Sprich man findet ein deutlicheres Maximum mit mehr Kanalsymmetrie. Da wäre also auch noch etwas zu tun.
Die Elektrik scheint ansonsten zu funzen, sprich es wäre wohl hauptsächlich noch der mechanische Part, die Optik und dann eben abgleichen.
Ich werd's nun aber wohl doch nicht richten - ist mir einfach zu viel G'schäft, für ein zu schwaches Gerät und dann noch die 110V Sache obendrein.
Mal schauen was es in der Bucht bringen wird :flööt:
Projekt Akai 3.0 "reloaded":
Meine Tochter "nervt", seitdem an dem Akai nix mehr passiert, es rumlag und ich mal vor über einem Jahr versprochen hatte ihr das Teil eventuell zu geben.
Sie steht auf Holzgehäuse und mochte das zwischenzeitlich an sie abgegebene Gradiente Deck nicht.
Also Reanimation !
Erster Versuch mit einem Schlachtgerät:
Da kreist seit "gefühlten" 10 Jahren ein GXC-95D in der Bucht. Optisch ok, Riemen futsch, evtl. Motor auch futsch.
Riemen brauche ich eh neue und Andruckrollen habe ich, ansonsten läuft mein Exemplar ja prinzipiell, wie die o.g. Voruntersuchungen gezeigt haben.
Das Teil wäre also ein ideales Opfer, weil's mir in erster Linie um die Frontplatte, die Schiebereglerknöpfe und den Trafo geht.
Das Bucht Exemplar wäre für 45€ Sofortkaufen mit Preisvorschlagsoption zu haben. Ein neuer Trafo kostet mich bei Reichelt ~35€, also hatte ich mir das als Limit gesetzt. Der VK hat schon etliche Negativpunkte auf'm Konto und reagiert leider weder auf Preisvorschläge noch auf Emails :-(
Zweiter Versuch mit einem Schlachtgerät:
Neu in der Bucht aufgetaucht ist ein GXC-75D in Holland. Optisch auch ok, Riemen auch futsch und zudem fehlen die Schiebereglerknöpfe.
Gut, die Knöpfe könnte ich anderweitig "frickeln", aber der VK (gewerblich) ist ganz abgehoben und will 130€, ebenfalls Sofortkaufen mit Preisvorschlagsoption. Ich also eine nette Mail verfasst und auch prompt Antwort erhalten. Rund die Hälfte würde er nachlassen, mehr aber nicht, weil er "angeblich" schon mal ein ebenfalls defektes für 90€ verkauft habe. No way, habe ich ihm dann mitgeteilt - nicht für einen Schrotthaufen.
Dann schon lieber das GXC-95D und das hat für weniger Geld auch schon seit Monaten keinen Interessenten gefunden.
Das war dann die Tage der Punkt, wo mir endgültig die Hutschnur gerissen ist.
Ich versteh's nicht, wie manche Flachkacheln ihre Teile Runde um Runde durch die Bucht schwimmen lassen, auf einem Preis beharren und das ohne sichtlichen Erfolg aussitzen. Finden sich da wohl immer wieder welche, die jeden Preis bezahlen ? - Keine Ahnung.
So, genug gek...zt - Da bin ich zu sehr Schwabe, also mache ich das nun doch selber - jetzt erst recht !
Option wäre noch ein verschollenes GXC-7x, welches ich von von Robert ("Compu-Doc") bekommen könnte.
Das wird dereinst vlt. dann noch die letzten fehlenden, oder bessere Teile spenden.
Also, was ist zu tun (in absteigender Reihenfolge der Wichtigkeit):
(1) Frontplatte muß gerichtet werden
Dazu muß sie erst mal ab.
Dem Tip von "Kappa8.2i" folgend (Fön ging nicht), habe ich am WoE das Gehäuse mal im Backofen bei ~50°C gebacken. Das hat den Kleber soweit nachgeben lassen, daß die Blechteile ohne weitere Verformungen abgingen. Kleberreste entfernt, Blech gerichtet, alte Dellen vorsichtig mit einem Hämmerchen raus "geschmiedet" (Oberfläche muß eh neu poliert werden).
Jetzt verfolge ich erst mal den Plan mit der transparenten Selbstklebefolie. Ist billig, vglw. vielversprechend und wenn Robert's Schlachtgerät auftaucht, dann gibt's eh 'ne bessere Frontplatte.
In der Arbeit haben wir einen "Copy-Shop", die haben mir die Bleche nun für 1€ mit 600dpi eingescannt. Versuchsweise habe ich schon mal einen Teil im PhotoShop bearbeitet (Schrift restauriert, Positionsmarkierungen angebracht) und auf Papier gedruckt. Soweit schon mal brauchbar.
Die Dame vom Copy-Shop meinte, sie hätten eine dünne Selbstklebefolie (à la Frischhaltefolie). Könnte evtl. geeignet sein.
Jetzt mache ich erst mal die anderen Blechteile, dann werden die Bleche feingeschliffen und neu poliert. Dann kommt die Folie drauf und wir sehen weiter.
(2) Andruckrollen + Gummis tauschen
Kleinstes Problem. Rollen habe ich, die Gummis tlw. auch, nur der große Antriebsriemen fehlt noch. Gibt's aber.
(3) Umbau 60Hz auf 50Hz
Der Motor läuft synchron zur Netzfrequenz, gespeist direkt aus dem Trafo. Da das Gerät aus Brasilien stammt also mit 60Hz.
Im SM sind aber die Unterschiede der jeweiligen Länderversionen beschrieben. Da gibt's auch welche, die einen 50/60Hz Umschalter haben.
Da wird bei 50Hz noch ein zusätzlicher 1uF Kondensator zum Motor parallel geschalten. Bei 60Hz sind's dann 6uF, bei 50Hz 6+1=7uF.
Das kann man also auch "hart" einlöten.
Kennt jemand derartige Netzfrequenzumschaltungen ?
(4) Umbau 120V auf 230V
Hier hatte ich zunächst vor, die einzelnen Sekundärspannungen mit separaten Kleintrafos "nachzubilden". Sind mir dann aber zuviele Trafos.
Jürgen meinte mal noch was von Spezialtrafo wickeln lassen.
Ich meine aber, daß ein 230V zu 120V Vorschalttrafo die einfachere Lösung ist.
Hierzu hatte ich ja in einem separaten Thread (http://new-hifi-classic.de/forum/index.php?topic=5796.0) schon mal nachgehakt.
Eine Lösung gibt's also schon.
Jou, das wären die Knackpunkte. Die restlichen Probleme sollten daran gemessen nur noch "Kleinvieh" darstellen.
... to be continued ...
Hallo Christian,
und in Zukunft keine stundenlangen Telefonate führen,
dann klappts auch mit dem Deck. :_55_:
Spass beiseite, das wird schon.
Gruss Hardy
Zitat von: hardy55 am Mittwoch, 27.Oktober.2010 | 13:24:33 Uhr
Hallo Christian,
Äääähhhhm
Matthias bitte .,111 ...
Übrigens Hardy, wir waren nur schlappe 45' am quatschen - meine ich zumindest .,a095
Moin Jungs,
habe die Wochen mal an diesem Hühnerstallfund weitergemacht und mal den ersten Punkt "(1) Frontplatte muß gerichtet werden" abgearbeitet.
Verfolgt habe ich mal den Ansatz, die Platte mit Selbstkelbefolie wieder zu restaurieren. Im Forum gab's ja Zweifel, ob das geht oder nicht. Ich hatte da selbst auch Zweifel, was mich aber umso mehr angespornt hat, das doch mal zu versuchen. Ich habe nicht erwartet, daß das Ergebnis so gut wird wie mit Siebdruck oder gefräst, aber ich habe nach einer Möglichkeit gesucht sowas möglichst billig hinzubekommen und dazu noch in einer - sagen wir mal - akzeptablen Qualität.
Das Ergebnis ist wieder Erwarten sogar ganz gut geworden. Hier erst mal ein paar Bilder:
Vorher:
(https://magnetofon.de/nhc/Gallery/albums/userpics/normal_01_Akai_GXC75D.jpg) (https://magnetofon.de/nhc/Gallery/albums/userpics/01_Akai_GXC75D.jpg)
Nachher:
(https://magnetofon.de/nhc/Gallery/albums/userpics/normal_12_Akai_GXC75D.jpg) (https://magnetofon.de/nhc/Gallery/albums/userpics/12_Akai_GXC75D.jpg)
(https://magnetofon.de/nhc/Gallery/albums/userpics/normal_13_Akai_GXC75D.jpg) (https://magnetofon.de/nhc/Gallery/albums/userpics/13_Akai_GXC75D.jpg)
(https://magnetofon.de/nhc/Gallery/albums/userpics/normal_14_Akai_GXC75D.jpg) (https://magnetofon.de/nhc/Gallery/albums/userpics/14_Akai_GXC75D.jpg)
(https://magnetofon.de/nhc/Gallery/albums/userpics/normal_15_Akai_GXC75D.jpg) (https://magnetofon.de/nhc/Gallery/albums/userpics/15_Akai_GXC75D.jpg)
Das Ganze habe ich folgendermaßen gemacht:
(1) Die Platte im Copy-Shop mit 600dpi eingescannt.
(2) Im Bildbearbeitungsprogramm die Schriftanteile freigestellt
(3) Schriftanteile im Bildbearbeitungsprogramm restauriert
(4) im Copy-Shop auf transparente Selbstklebefolie ausdrucken lassen (in diesem Fall wegen der Breite auf DIN A3).
Kostenpunkt für die Copy-Shop Arbeiten: Ca. 15€
Die Platte habe ich mit Wärme im Ofen vom Kunststoff abgelöst, dann mit Schmirgelpapier geschliffen. Erst grob, dann immer feiner werdend, um wieder die originale Optik einigermaßen hinzubekommen. Dann das Alu mit Aceton gereinigt, die Folie aufgeklebt und Überstände mit dem Skalpell abgeschnitten.
Zuletzt dann noch mit dem Bügeleisen nachgebügelt, um zu erreichen, daß sich der Kleber der Folie gut in die feinen Strukturen verteilt.
Dabei darf man nicht mit zuviel Temp. arbeiten, weil sonst der Druck auf der Folie wieder abgelöst wird. Gebügelt wird natürlich nicht direkt auf der Folie, sondern mit einem Tuch dazwischen.
Wie man sieht, kann sich das Ergebnis durchaus zeigen lassen. 100% tip top ist es natürlich nicht, aber ich finde es ganz ok. Die Folie läßt sich ganz gut verarbeiten, aber (man sieht's auf den Bildern) jeder kleine Staubfussel hinterläßt eine kleine "Blase" die man nicht wegbekommt (weil zu klein), aber optisch sieht.
Respekt, das kann sich doch sehen lassen. :_good_:
Hi André,
jou :grinser:
Es gibt/gab zwei Gründe, wieso ich mich überhaupt über diesen Schrotthaufen wieder hergemacht habe:
Zum einen weil meine Tochter ja seit Jahren nervt und das Teil unbedingt will - weil's "schick" ist :_yahoo_: - zum anderen weil ja immer wieder um das Thema "Frontplatten herrichten" in den Foren diskutiert wird. Bei letzterem Punkt spukte mir schon seit Jahren der Gedanke mit der Klebefolie durch den Kopf. Jetzt war da endlich mal ein Objekt bei dem man das mal versuchen konnte. Im Ernstfall wäre da ja nicht viel kaputt gewesen - wobei - schlechter konnte es ja kaum werden :_tease:.
Das Bedrucken der Klebefolie hätte sich beinahe zum "Killerkriterium" entpuppt. Die Frontplatte ist genau 42,3cm breit. DIN A3 ist aber nur 42cm und die Drucker können nicht bis zum letzten mm drucken. Nun ist die Platte auch nicht bis ganz außen bedruckt, aber es fehlen trotzdem 3mm in der Breite. Also habe ich nach Unternehmen gesucht, die Großformatdruck anbieten. Derer gibt es viele, aber meißt muß man mindestens 1qm abnehmen. Kurzum, der Druck kommt nicht billiger als rund 40€ - bei allen Anbietern die ich so abgeklappert habe.
Da ich nicht wußte wie's wird, wollte ich das nicht investieren und habe dann die fehlenden 3mm geschluckt. Es hat sich nun rausgestellt, daß man an der Seite ganz gut einen kleinen Reststreifen ankleben kann. Wenn die Nahtstelle gerade ist, dann fällt das kaum auf. Klar man sieht's, aber es springt einem auch nicht ins Gesicht.
Würde man noch etwas genauer bzgl. der Fussel arbeiten, dann meine ich, könnte man die Folie wirklich fast balsenfrei verkleben. Ich meine, das ist wirklich eine lohnende Alternative, wenn es nicht super duper 100%ig werden muß.
So, nächster Schritt ist dann Pkt. 2 mit den Andruckrollen und Riemen. Beides liegt schon hier - sind alle runter.
Die Idler-Gummis konnte ich putzen und etwas aufrauhen, die liefen auch vorher schon noch. Nur der Antrieb nicht, eben wegen der Gummis.
Beim Ausbauen der Riemen um die Größe messen zu können, zeigte sich, daß alle Riemenscheiben auch extrem korrodiert sind. Da muß also auch erst mal die Polierscheibe des Dremel dran, bevor da neue Riemen drauf kommen. Sonst braucht man da keine Wunder im Gleichlauf erwarten. Zudem werde ich die beiden Capstane ausbauen, säubern und ölen. Kann nicht schaden und ich kann mir lebhaft denken, wie's in den Lagern aussieht.
Hi zusammen,
dieses Deck habe ich nun fast soweit, daß es wieder läuft. Mittleweile kamen neue Rollen und Riemen rein, es wurde komplett neu gefettet, geölt und gesäubert. Nun sind alle Funktionen erst mal grundsätzlich gegeben.
Heute hatte ich mich dann dran gemacht, das Ding auf 50Hz Betrieb umzubauen (es ist ein Südamerikagerät für 120V/60Hz).
Leider bin ich dabei nicht ganz weiter gekommen und bräuchte mal Euren fachmännischen Rat.
Hier mal die Beschaltung des Motors in den jeweiligen Länderversionen des Geräts:
(https://magnetofon.de/nhc/Gallery/albums/userpics/normal_16_Akai_GXC75D_MotorSchematic.jpg) (https://magnetofon.de/nhc/Gallery/albums/userpics/16_Akai_GXC75D_MotorSchematic.jpg)
"Japan Models": 100V, 50/60Hz umschaltbar
"CEE Models": 220V, 50Hz fest
"CSA Models": 120V, 60Hz fest <- so eins ist meins
Wenn man sich nun mal die Umschaltmimik des Japan Models anschaut, dann sieht man da:
- einen 6uF/150V Kondensator parallel zum Motor in Schalterstellung "60Hz"
- einen zusätzlichen 1uF/150V Kondensator (also 7uF gesamt) parallel zum Motor in Schalterstellung "50Hz"
Dieser Kondensator ist ein 3-poliger mit 2 C's in einem Gehäuse (Pins: Common, 1uF, 6uF), der auch in meinem CSA Modell drin ist und genau der 1uF Pin ist nicht beschaltet und der 50/60Hz Umschalter fehlt auch.
Also dachte ich mir, ist ja einfach, man muß nur die brachliegenden 1uF zu den schon verdrahteten 6uF parallel schalten.
Kurz noch eine Messung bei 3150Hz vom Band gemacht (bei 6uF): -> 2550Hz
Das sind -20%, also genau das was der 60Hz Motor bei 50Hz zu langsam läuft.
Dann also die 1uF parallel geschalten und nochmal gemessen: -> 2250Hz also noch weniger :shok:
Jetzt habe ich mal noch in der Stückliste des SM geschaut und dort gesehen, daß es tatsächlich auch 3 verschiedene Motoren für die o.g. Modelle gibt.
Was nun einigermaßen doof ist, ich habe nämlich keinen anderen Motor - logisch.
Nun also die Frage an die Profis:
Gibt es hier einen schaltungstechnischen Trick, diesen (offensichtlichen 60Hz) Motor irgendwie auf die Drehzahl bei 50Hz zu tunen ?
PS:
Mit diversen C's habe ich schon rumprobiert, aber unter 4uF und über 10uF bekommt der Motor zu wenig Spannung (normal wären ca. 53VAC) und läuft gar nicht. Das kann's also nicht sein.
Warscheinlich die Rimenscheibe auf der Motorachse je nach Netzfrequenz unterschiedliche Durchmesser hat !
mfg
Hi Garlock,
jein - habe gestern noch etwas im SM geschmöckert und bin im mechanischen Teil tatsächlich auch auf 2 unterschiedliche Pulleys für das CEE und das CSA Modell gestoßen. Bzgl. des Motors sind aber insgesamt 3 Varianten im SM gelistet. Natürlich nur mit Akai Teilenummer, also ohne weitere/genauere Angaben.
Wie auch immer - nur über den Pulley-Durchmesser kann die 50/60Hz Anpassung nicht gemacht sein, wie ich meine.
Man sieht ja in den Schaltbildern oben, daß eine Anpassung an die Netzfrequenz bei den CEE/CSA Modellen nicht vorgesehen ist, beim Japan Modell aber schon. Dort ist das einfach über einen Umschalter gemacht, mMn muß es also eine rein elektrische Anpassungsmöglichkeit geben, weil ich nicht glaube, daß ein Umschalter vorgesehen sein sollte und der Benutzer dann noch zusätzlich einen anderen Pulley hätte einbauen (lassen) sollen - oder doch ? .,a015
Die Frage ist halt - wenn es eine rein el. Umschaltmöglichkeit gibt - geht das mit jedem Motor (und wenn ja: Wie ?), oder geht das nur mit dem im SM gelisteten Motor für das Japan-Modell. Ich kenne mich mit derartigen Motordetails Null aus, aber dann müßte der Motor im Japan-Modell ja irgendwie "spezial" sein (Erklärungen zum "Wieso und Warum" sind willkommen :__y_e_s:).
Sollte es keine el. Anpassungsmöglichkeit geben, dann bliebe ja nur noch der Weg, den Pulley zu modifizieren:
Ich habe ihn noch nicht gemessen, aber er dürfte an der bauchigen Stelle (wo der Riemen läuft) um die 15mm Durchmesser haben.
Aus den Messungen: Soll = 3150Hz, Ist = 2550Hz -> -19,05%
Wenn meine Gehirnwindungen richtig ticken, dann müßte der Pulley an der bauchigen Stelle um genau diese 19,05% größer werden, damit der Antrieb schneller wird. Man müßte ihn also um ca. 2,8mm verdicken.
Eine el. Lösung wäre mir der Einfachheit halber natürlich deutlich lieber, aber an dieser Stelle schon mal vorgreifend:
Wie verdickt man einen solchen Pulley am Besten, daß er hinterher auch noch einigermaßen rundläuft ?
Eine Idee hätte ich, aber keine Ahnung ob das funktionieren kann:
Schrumpfschläuche Schicht um Schicht aufschrumpfen, bis der richtige Durchmesser erreicht ist. Hat den Charme, daß man zwischendurch immer mal wieder messen kann, wo man liegt und müßte sich so eigentlich ganz gut an einen optimalen Wert rantasten können.
Dafür wird das hinterher vermutlich eiern wie irre. Vlt. könnte man das dann wieder "rund" bekommen, indem man etwas mehr Schrumpfschlauch aufbringt und dann bei laufendem Motor die äußerste Lage Schrumpfschlauch rund schleift ?
Jemand mit weiteren Ideen ?
Es ist wie Garlock geschrieben hat, die Umdrehung des Motors ist prinzipiell Netzsynchron.
Die Dimensionierung des Kondensators ändert daran nichts, sie muss nur geändert werden um den
Strom durch die "dritte" Motorspule anzupassen.
Die Geschwindigkeitsanpassung 50/60 Hz kann nur mechanisch erfolgen, Pulley, Riemenscheibe, Tonwellendurchmesser usw.
Gruß Ulrich
Hi Ulrich,
danke für die Bestätigung.
D.h. bei 50Hz Betrieb sollte ich dennoch den zweiten 1uF parallel zu den 6uF legen, aber muß zudem den Pulley-Durchmesser eben vergrößern.
Also werde ich erst mal solange Tesa um den Pulley wickeln, bis ich 3150Hz messen kann.
Dann kenne ich den exakten Außen-Durchmesser und muß mir dann was einfallen lassen, wie ich den hinbekomme - ohne einen neuen Pulley drehen zu lassen :flööt:
Hallo,
den exakten Durchmesser müsste man sich doch errechnen können - immerhin weist Du, dass sich
der Motor um 10 Hz zu langsam dreht (sprich 5/6 vom Soll).
Oder lässt sich nicht sogar - anders herum aufgezäumt - der Durchmesser der Capstanscheibe
verringern, damit die Welle wieder schneller dreht? (Durch Abdrehen , was vielleicht leichter
ist, als ein neues Pulley herzustellen). Ist nur eine Idee, ich weis nicht ob sich das machen lässt
und ob nicht am Capstanrad irgendetwas direkt angetrieben wird - in dem Falle wäre das
natürlich nichts mit dem Abdrehen.
Gruß
Peter
Moin Peter,
Zitat von: PeZett am Donnerstag, 13.Januar.2011 | 00:16:20 Uhr
den exakten Durchmesser müsste man sich doch errechnen können - immerhin weist Du, dass sich der Motor um 10 Hz zu langsam dreht (sprich 5/6 vom Soll).
Im Prinzip schon, aber die Rechnung haut in der Realität nicht genau hin.
Theorie:Demnach müßte ich den Pulley um 1/6 = 16,6% vergrößern.
Messung:Bei korrekter Drehzahl und Messung mit Geschwindigkeitsmeßkassette müßten sich 3150Hz = 6/6 = 1 ergeben.
Bei Beschaltung des Phasenschieber-Kondensators mit 6uF habe ich 2550Hz gemessen, also eine Abweichung von -19,1%.
Es kommt dann noch hinzu, daß das Deck ja keine Geschwindigkeitseinstellung besitzt.
Wenn ich nun also schon die Geschwindigkeit über den Pulley "hintricksen" muß, dann ja gleich möglichst genau.
Da denke ich, ist die Methode mit "erst mal Tesa Film unterlegen bis es paßt" schon mal nicht schlecht.
So bekommt man einen Pulley Durchmesser raus, den man dann in einer dauerhaften Art und Weise irgendwie abbilden muß, sei's mit neuem Pulley oder irgendeiner anderen, dauerhafteren Art von "Unterlage".
Zitat von: PeZett am Donnerstag, 13.Januar.2011 | 00:16:20 Uhr
Oder lässt sich nicht sogar - anders herum aufgezäumt - der Durchmesser der Capstanscheibe verringern, damit die Welle wieder schneller dreht? (Durch Abdrehen , was vielleicht leichter ist, als ein neues Pulley herzustellen).
Im Prinzip auch richtig, aber das ist ein Doppel-Capstan Deck.
Der Riemen verläuft vom Motor über eine Umlenkrolle zur Antriebswelle1, Antriebswelle2 und wieder zurück zum Motor. Die Riemenflansche sitzen mit auf den Schwungmassen, abdrehen wäre also kein Problem
ABER da kommen mMn die folgenden Schwierigkeiten hinzu:
- Ich kann den finalen Durchmesser vorher nicht ermitteln, muß mich also auf die Rechnung verlassen - und wenn die falsch war und dann zuviel weg ist, dann war's das mit dem Deck :flööt:
- Man müßte wegen des Doppel-Capstans ja beide Antriebswellen um den gleichen Betrag verkleinern und dabei beachten, daß die leichte Drehzahldifferenz beibehalten bleibt.
PS:
Eine ganz aufschlußreiche Erklärung, wie man den Pulley bei Plattenspielern umrechnet habe ich hier gefunden:
http://www.hifi-studio.de/hifi-klassiker/Synchronmotor.pdf (http://www.hifi-studio.de/hifi-klassiker/Synchronmotor.pdf)
Am Ende des PDF ist auch der Tip mit dem Tesa-Film, bzw. daß man den Pulley z.B. mittels eines Stücks Flachriemen eines Tapedecks "aufpolstern" kann.
Hi Kuni,
Du schreibst:
Zitat
Theorie:
Demnach müßte ich den Pulley um 1/6 = 16,6% vergrößern.
Liegt da nicht ein Irrtum vor - was kommt denn raus, wenn man die
Übersetzungsverhältnisse gegeneinander stellt?
Dazu muß man natürlich die aktuellen DM von Pulley und Capstan-Rad
haben und dann gegenrechnen, damit sich am Capstanrad wieder die gleiche Drehzahl ergibt.
(Aber vielleicht bin ich da auf dem Holzweg und die relative theoret. Änderung bleibt bei dieser
Gleichung unverändert gegenüber Deiner Annahme... ....ich hab's jedenf. noch nicht in
eine Gleichung gepackt - keine Zeit...)
Aber Du wirst schon recht haben - das mit dem Dualcapstan habe ich nicht berücksichtig, das
macht die Sache an der Stelle auch nicht leichter und was die Genauigkeit der DZ angeht, ja
auch da Zustimmung - wenn schon "tricksen", dann mit mögl. gutem Ergebnis.
Kann schon sein, daß ich mich irre. Aber genau weil ich mir bei der Berechnung nicht 100%-ig sicher wäre, denke ich, ist ausprobieren sinniger um das finale Maß zu bekommen.
Ich berichte dann was rauskommt, dann können wir nochmal nachrechnen :grinser:
Hallo Matthias,
kennst du vielleicht irgendjemanden mit einer Drehbank?
Einen neuen Pulley fertigen kann nicht so schwer sein, der muss ja nicht aus Metall sein.
Mann kann sich ja zur Not von "oben" an die Geschwindigkeit rantasten, abdrehen (zu Not abfeilen) geht ja im Gegensatz zum "draufdrehen" ohne Probleme.
Allerdings sollte die rechnerische Lösung/einfaches Verhältnis (mit korrektem Kondensator) einwandfrei funktionieren.
Gruß Ulrich
Hi Ulrich,
mein Vetter hätte eine Drehbank, da könnte ich mir sowas machen lassen, nur sollte ich halt vorher doch den Durchmesser wissen.
Er wohnt nur leider nicht hier um die Ecke und dann immer hin und her fahren ist nicht so dolle, wenn man sich erst mühsig an das richtige Maß herantasten soll :flööt:
Ulrich, mit der Beschaltung des Phasenschieber-C's bin ich mir noch unsicher.
Soll ich denn da bei 50Hz nun die 1+6=7uF nehmen, oder doch wie's war nur die 6uF ?
So wie es das Schaltbild vorgibt.
(https://magnetofon.de/nhc/Gallery/albums/userpics/normal_gx75Dnetz.jpg)
6 µF + 1 µF = 7 µ F für 50 Hz
Gruß Ulrich
Hi zusammen,
@Ulrich
Alles klar, 7uF sind cool .,d040
Ich war mir einfach nicht ganz sicher, weil die Geräteversionen welche einen 50/60Hz Umschalter haben, ja auch einen anderen Motor drin haben.
Außer daß sich die Drehzahl ändert, konnte ich ansonsten keinen Unterschied bei 6 oder 7uF feststellen, also z.B. verändertes Drehmoment o.ä.
@PeZett
Zu der Sache mit dem Abdrehen an den Capstanen:
Da habe ich Quatsch erzählt, bzgl. des Doppel-Capstans. Das Deck hat zwar 2 Capstane ist aber auch ein Reverse-Deck.
Dabei wird bei der Richtungsumschaltung der TK hoch, bzw. runter gefahren.
Da der Antriebsriemen aber beide Wellen antreibt und der Synchronmotor nur in eine Richtung läuft, habe ich micht gestern noch gefragt, wie Akai da eigentlich die Richtungsumschaltung der Capstane gemacht hat.
Ist ganz einfach, nämlich gar nicht .,35
Beide Wellen laufen gegenläufig und je nach Richtung ist entweder der rechte oder der linke Capstan im Eingriff.
Also ist es eigentlich doch ein Single-Capstan Gerät und beide Wellen müßten dann auch mit der gleichen Geschwindigkeit laufen, ergo also auch den gleichen Durchmesser an der Riemenscheibe haben. Wenn man also dort den geschwindigkeitsmäßig korrekten Durchmesser hätte, dann müßte man wohl auch nur beide um den gleichen Betrag abdrehen und eben KEINE Geschwindigkeitsdifferenz zusätzlich beachten.
So Jungs,
hab' die Motorlager heute mal noch gesäubert, geölt und auf 7uF umgelötet. Dann ging's nochmal an den Pulley.
Pulley Durchmesser an der dicksten Stelle: 8,2mm -> 2550Hz = -19,04%
Neuer Pulley Durchmesser: 8,2mm + 19,04% = 9,76mm
Das mit dem Test-Film war nix. Das wird nicht bauchig genug und dann flutscht immer wieder der Riemen wahlweise nach oben oder unten vom Pulley :_thumbdown_:
Also habe ich die Variante mit Schrumpfschlauch mal probiert und zwar in zwei Lagen.
1. Lage: Ca. 3mm breit (damit das mit der zweiten Lage drüber wieder ordentlich bauchig wird)
2. Lage: Leicht schmäler als die Nut des Pulleys
Sieht dann so aus:
(https://magnetofon.de/nhc/Gallery/albums/userpics/normal_17_Akai_GXC75D.jpg) (https://magnetofon.de/nhc/Gallery/albums/userpics/17_Akai_GXC75D.jpg)
Alles gut warm gemacht - auch den Pulley selber - dann schnell auf die Motorachse, Riemen drauf und bis zum Abkühlen laufen lassen.
In der Hoffnung daß sich das Material so etwas rundläuft und dabei abkühlt.
Anschließend gemessen:
Pulley Durchmesser an der dicksten Stelle: 9,8mm -> 3089Hz = -1,94%
Dann mal das W&F Meter angeschlossen, weil ich mir dachte, daß das Ding mit dem Pulley jaulen wird wie sonst was - ist aber nicht :grinser::
----------------------------------------------------------------------------------------
Drift (Soll nach SM:+/- 3%)
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Gemessen: - 2.0% FWD, - 2,4% REV
-> also im Rahmen der Spec.
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W&F (Soll nach SM: < 0,27% FWD, < 0,30% REV)
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Gemessen: 0,22% FWD, 0,50% REV
-> Vorwärts also iO
Rückwärts jault's leicht, aber das kommt mMn nicht vom Pulley, weil sonst würde es in beide Richtungen jaulen.
Da muß ich mir die linke Rolle vlt. nochmal genauer zu Gemüte führen.
So, das ist jetzt aber schon mal ein ganz guter Zwischenstand. Jetzt wird erst mal weiter gemacht. Einen Pulley drehen lassen behalte ich mal im Auge.
Welch Geduld Du hast....ich hätte da wohl schon aufgegeben, vielleicht weil mir auch der Bezug zum Gerät fehlt ;0003
Mach' ich in dem Fall auch wirklich nur meiner Tochter zuliebe, weil sie das Ding unbedingt haben will :_rofl_:
Es geht nun an die Einstellung des Decks.
Dazu schreibt das SM bzgl. PB Level:
Playback a 333Hz "0" VU recorded test tape and adjust .... to obtain a High Sensitivity VTVM indication of 0dB (0,775V).
Da gehen doch gleich wieder die Mutmaßungen bei mir los, welcher Bandfluß da wohl zu Grunde gelegt ist.
Das Ding ist aus den frühen 70'ern und hat ein Dolby B (diskret aufgebaut).
Kann ich da Eurer Meinung nach 200nWb/m ansetzen ?
Hi Matthias,
ich habe mal eine Sammlung an Zitaten zum Dolbypegel zusammen getragen.....
Zitat von: PhonoMax am Samstag, 21.März.2009 | 14:27:26 Uhr
(.....)
Revox hat bei der A77-Dolbyversion zur Vermeidung von Sättigungsproblemen auch bei 9,5 sichtlich die Aussteuerung des Bandes von den revoxgängigen 514 nWb/m auf 370 nWb/m zurückgenommen, weshalb 0 VU der Dolbyversion mit 185 nWb/m korrelieren. (.....)
Zitat von: Jürgen Heiliger am Mittwoch, 22.September.2010 | 14:56:53 Uhr
Hi Jungs,
(https://magnetofon.de/nhc/Gallery/albums/Juergen/Messgeraete/normal_K%F6nig_Prospekt_11.jpg) (https://magnetofon.de/nhc/Gallery/albums/Juergen/Messgeraete/K%F6nig_Prospekt_11.jpg)
Meine mich aber daran zu erinnern, dass der Genaue Dolby-Pegel bei 189 nWb/m liegt.
Ich meine, alle früheren Japan-Decks haben bis Anfang 90er 160nWb/m bei 0dB, entspricht -10dBV bzw 346mVeff. -10dBV wurden als Normpegel für Home-Hifi in Fernost definiert. In Der Praxis hielt sich aber nicht jeder so genau daran.
Man erkennt das auch daran, dass das "DD-Symbol" bei -2dB (im "roten" Bereich) auf dem VU markiert ist. Der Dolby-Pegel hatte m.W. immer 200nWb/m bei Cassetten. In Deutschland galt noch die DIN-Norm, die 250nWb/m für 0dB definierte, sprich -5dBV bzw. ~540mVeff.
Später näherten sich die beiden Normen im Zuge der ISO-Integration an. Die Japaner empfahlen zunächst, das bis +4dB ausgesteuert werden darf, was den 250nWb/m entspricht. Ab 1992 (zumindest so bei meinem Yamaha KX-670) wurden dann auch 250nWb/m für 0dB festgelegt und das "DD-Symbol" war nun bei +2dB (also noch vor dem "roten" Bereich).
Ich würde das Akai auf 160nWb/m einmessen. Da liegst Du auf der richtigen Seite.
Hi André,
aus unseren unzähligen Diskussionen rund um das Thema "Tapedecks einmessen" (vor etlicher Zeit) meine ich auch, daß wir zusammen mit Andreas damals zum Schluß kamen, daß 200nWb/m bei Kassetten die gebräuchlichste Variante ist.
Aus diesem Grund hatte Andreas ja damals auch angeregt, den zu Grunde liegenden Bandfluß aus der Lage des DD Symbols abzuleiten.
Ich hatte das damals im Wiki zusammengefaßt:
Sollte der gerätespezifisch geforderte Bandfluß nicht bekannt sein (z.B. kein Service-Manual vorhanden), dann kann der zugrunde zulegende Bandfluß (als ganz grobe Näherung) aus der Position der Dolby-Marke (z.B. Punkt, "CAL", Dolby Symbol etc.) an der Aussteuerungsanzeige ermittelt werden:
* Position Dolby-Marke = keine -> Bandfluß = 200nWb/m ~ 0dB
* Position Dolby-Marke = 0dB -> Bandfluß = 200nWb/m
* Position Dolby-Marke =+3dB -> Bandfluß = 250nWb/m
Dieses Akai GXC-75D hat nun aber in den VU's kein Dolby-Symbol, sondern nur eine zusätzliche "%" Skala (100% bei 0dB).
Das bringt mMn aber nicht weiter.
Ich hatte mal gegockelt (Akai "0" VU test tape) und bin da irgendwo über Vermerke gestoßen, daß Akai bei seinen Testtapes wohl "eigene schräge" Vorstellungen verwirklicht hat. Dazu kommt, daß dieses GXC-75D ja aus den frühen 70'ern stammen müßte.
Das deutet für mich auch alles ein bischen in Richtung 160 oder 185nWb/m.
Lieber Jürgen, liebe Interessenten
bitte Vorsicht mit der Übertragung der Verhältnisse der A77Dolby auf die Cassettengeräte. Bandgerätenormen sind keine Cassettennormen. Die A77Dolby entstand außerdem zu einer Zeit, zu der nur Dolby-A weltweit verbreitet existierte. Besimo orientierte sich in seinen Plänen wie selbstverständlich exakt daran, weil er "eigentlich" geplant hatte, ein Dolby A in die A77 zu implantieren. Da hatte er als Schweizer Ingenieur (und kundiger Werzeugmacher...) aber die Rechnung ohne den geschäftstüchtigen Kollegen aus dem 'oregonischen Outback' gemacht, der derartiges Ansinnen radikal unterband: "No license!", war aus dem californischen Norden zu hören.
Auf der sicheren oder unsicheren Seite, lieber André, kann man beim Dolby eigentlich nicht sitzen, weil es bei Dolby (egal ob "A", "B" oder "C") 'eigentlich' nur richtige oder eben nicht richtige Prozessorenansteuerung gibt. Obwohl wir das schon detailliert auseinandergezogen haben, und ich nicht grundlos darauf verzichte, das zu wiederholen, wenigstens eine Teildarstellung:
I
Der Dolby-Prozessor muss bei Aufnahme und Wiedergabe (eigentlich ± 1dB oder besser...) mit denselben Pegeln angesteuert werden, um das Originalsignal wiederherzustellen.
II
Damit entspricht eine definierte Magnetisierung des Bandes genau diesem internen Prozessoransteuerpegel, der von den Recorderherstellern irgendwie an irgendwelchen praxisgängigen Stellen zur Messung angegeben wurde. Dolby selbst verzeichnete diesen Pegel bei lizenzierten Bausteinen an bestimmten Beinen der Aufnahme- und Wiedergabeprozessoren.
III
Spätestens mit Dolby C setzte sich beim Cassettenrecorder die Spitzenaussteuerung (also Spitzenspannungs-, nicht VU-Messung!) zu 200 bis 250 nWb/m allgemein durch und man legte den Definitionspunkt für die Korrelation von elektrischer und magnetischer Aussteuerung auch für den Dolby-Abgleich einfachheitshalber auf 200 nWb/m, weil derlei Bezugscassetten mit einem 200-nWb/m-Nenn-VA-Ton überall vorhanden waren. Genau da finden sich daher auch international zumeist die Dolby-Marken auf den Aussteuerungsmessern. 200 nWb/m rufen an der unter II) angesprochenen Stelle den Prozessor-Ansteuerpegel hervor, wenn in Schaltzeichnung oder Schriftmaterial zu Gerät und Dolby-Prozessor nichts anderes angegeben ist. Kennt man den Pegel nicht, hat man ein Problem, weil ein adäquates Einstellen des Dolbys nicht möglich ist.
Dass bei diesen Unternehmungen unter Zuhilfenahme des VU-Meters für den Dolbyabgleich regelmäßig der zumeist ebenfalls unbekannte Vorlauf von VU-Metern zu berücksichtigen ist/wäre, möge bitte im Blickfeld behalten werden.
Ich spreche nochmals die Empfehlung aus, nachzulesen, was Ray Dolbys Adlaten im Handbuch des Dolby A zu dessen Funktion schreiben. All English, I know. Dolby A ist technisch aber mit Dolby B identisch, für das man sich lediglich die drei im unteren Frequenzbereich liegenden Bearbeitungskanäle sparte.
Nachdem die Tonmotorsituation der Recorders im Scan vorgestellt werden konnte: Gibt es eine Schaltung der gesamten Audioelektronik?
Hans-Joachim
Hallo Hans-Joachim,
das komplete Service Manual in guter Qualität findet man, wenn man den Download-Button "Get Manual" (und nicht "Download") findet, dort:
http://elektrotanya.com/akai_gxc-75d_sm.pdf/download.html
Gruß Ulrich
Und hier der Schaltplan mal noch im Anhang.
Ich bleibe dabei und würde das erstmal mit 160 nWb/m angehen und dann mal testen. Dolby ist wie gesagt dann +2dB und max Aussteuerung +4dB. Die %-Angaben hat mein Yamaha K-560 auch, beziehen sich aber nur auf die allgemeine Aussteuerung, wer mit "dB" nicht so recht was anzufangen mochte.
Moin zusammen,
habe gestern mal erste Einstellversuche mit der König Kassette unternommen.
Wenn ich 160nWb/m = 775mV = 0dB zu Grunde lege, dann stehen die PB Level Potis auf 3Uhr, also bei ~75%.
Bei 250nWb/m = 775mV = 0dB stehen sie auf ca. 9Uhr ~25% und bei 200nWb/m = 775mV = 0dB bei 1Uhr, also etwas über 50%.
Allgemein scheinen mir 250nWb/m nicht plausibel, weil das Gerät aus einer anderen Epoche stammt.
160nWb/m hätte ich auf Grund des Alters auch favorisiert, wobei sich mir wegen des Potiregelbereichs nun doch die 200nWb/m (Potis auf ca. 50%) als die richtigere Wahl "aufdrängt".
Mal schauen, ob es noch Infos von Hans-Joachim aus dem Schaltplan gibt, ansonsten werde ich mal so weiter machen und schauen, was das Dolby dann draus macht.
Moin Kuni,
die Potistellung ist nicht weiter relevant, sofern sie nicht in den Endbereichen liegt. Als Referenz dienten auch damals zumeist TDK-Cassetten. Ich schau mal in die Datenblätter, sollten aber auch damals schon 160nWb/m als Bezug haben. Der Ausgangspegel mit 775mV scheint mir etwas hoch, ist der so im SM?
Grüß´ Euch :_hi_hi_:.
Mmhh -das SM gibt im Gegensatz zu "Heute" doch schon manchmal etwas eigenartige Werte vor - zumindest auf den ersten Blick ...
O,775 V / O dB mit einer Bezugskassette 333 Hz / 0 VU - entsprach Das nur deshalb "VU" weil´s damals seltens SSPs - Anzeigen gab oder warum Das?.
Zudem noch die Ausgangsspannungstoleranz von +/- 1,5 dB, da wäre Dolby doch eigentlich eh schon quasi "Out".
Aber Selbst würde auch ich Hier 160 nW / m als Bezugsgröße ansetzen obwohl sich bestimmt auch auf 200 nW / m abgleichen ließe ...; Potentiometerstellungen sind bei einem derart betagtem Gerät eh mit Vorsicht zu genießen da aufgrund Alterung der umliegenden Bauteile schnell entsprechende Bereichs - / Einstellungsgrenzen erreicht werden könnten.
MfG
Andreas
Hi André & Andreas,
Zitat von: Captn Difool am Donnerstag, 20.Januar.2011 | 11:03:14 Uhr
die Potistellung ist nicht weiter relevant, sofern sie nicht in den Endbereichen liegt.
Zitat von: AndreasTV am Donnerstag, 20.Januar.2011 | 11:58:00 Uhr
Potentiometerstellungen sind bei einem derart betagtem Gerät eh mit Vorsicht zu genießen da aufgrund Alterung der umliegenden Bauteile schnell entsprechende Bereichs - / Einstellungsgrenzen erreicht werden könnten.
Ja ist klar, aber .,111 üblicherweise liegt man oft (aber nicht immer :cray:) doch irgendwo im mittleren Einstellbereich der Potis, so von 10-2 Uhr ungefähr - mEn.
Zitat von: Captn Difool am Donnerstag, 20.Januar.2011 | 11:03:14 Uhr
Der Ausgangspegel mit 775mV scheint mir etwas hoch, ist der so im SM?
Jepp. Zitat aus dem SM:
Playback a 333Hz "0" VU recorded test tape and adjust .... to obtain a High Sensitivity VTVM indication of 0dB (0,775V).Zitat von: AndreasTV am Donnerstag, 20.Januar.2011 | 11:58:00 Uhr
Aber Selbst würde auch ich Hier 160 nW / m als Bezugsgröße ansetzen
Hmmmm .,a015 - vom "Feeling" raucher01 her tendiere ich schon auch zu 160 ....
Hallo, Matthias :).
Probier´s doch einfach aus. Mein persönlicher Standpunkt in solchen Fällen: Wo 160 nWb / m "rein passen" tun´s meistens auch die 200er ;); das "Zwischending von ANSI - Level" mit 220 nWb / m vielleicht auch raucher01.
Soweit Es "passt" würde ich jene Einstellung wählen mit welcher auch die Mehrheit der wiederzugebenden Kassetten gemacht wurden - "Umfrickeln" :_sorry: kann man ja immer noch.
MfG
Andreas
Man kann das auch messen. Sinus mit 160nWB/m aufnehmen sollte also "0dB" sein. Dann bis +4dB gehen, also 250. Sollte bei Wiedergabe auf dem Oszi noch unverzerrt sein. Dann +5 und +6dB wie sieht es dann aus? Ich weiß nur mein KX-670 beginnt oberhalb von 250nWb/m zu verzerren. Damit hat man dann auch die Aussteuerungsgrenze.
Hi zusammen,
bin bzgl. des Abgleichs momentan noch nicht wirklich weiter, weil mir noch ein paar kleinere mechanische Hindernisse im Weg lagen.
Zudem ist mir noch eine andere Kleinigkeit über den Weg gelaufen.
Vielleicht könnte sich mal jemand mit schaltungstechnischem Sachverstand folgendes anschauen:
Im SM Kap.6 (recording BIAS voltage and erase voltage check) steht:
Unter (2):
Man solle an der Spule des REC/PB Kopfs im REC Mode die BIAS Spannung messen.
3VAC bei low noise und 4VAC bei Chrom.
Gemessen habe ich ca. 30VAC und 40VAC (also ziemlich genau Faktor 10 zuviel.
Unter (3):
Man solle an der Spule des Lösch-Kopfs im REC Mode die Lösch-Spannung messen.
27VAC bei low noise und 35VAC bei Chrom.
Hier konnte ich die geforderten Werte ziemlich exakt messen.
Wenn ich mir nun den Schaltplan zu (2) anschaue, dann sehe ich, daß die Spannung am REC/PB Kopf aus Übertrager T1 kommt und dort mit 76,4VAC (für low noise) angegeben ist. Die Spannung wird über VR1 (500k) auf den REC/PB Kopf geführt. Zuvor im Schritt (4) "Frequency Response" der BIAS mittels genau diesem VR1 eingestellt.
Demnach müßte die zu messende Spannung am Kopf von der Stellung von VR1 abhängig sein (Einstellung war problemlos möglich).
Nun zur Frage:
Kann das mit den 3VAC in Kap. 6.2 stimmen, oder sollten es nicht doch 30VAC sein ?
Aus dem Schaltplan erlese ich letzteres und vermute hier einen Tippfehler im SM.
Hmm...Spannungen im 10erVoltbereich finde ich an Köpfen aber schon heftig, ist das noch ne alte Märklin-Kiste? :smile
Also Bias Spannungen am Sprechkopf zu messen ist nicht gerade eine präziese Methode den bei Frequenzen von ca. 100 Khz wirds schon schwierig mit nem normalen Multimeter !
mfg
Hi André, Garlock,
Zitat von: Captn Difool am Montag, 24.Januar.2011 | 19:55:05 Uhr
Hmm...Spannungen im 10erVoltbereich finde ich an Köpfen aber schon heftig
Jepp, kommt mir auch komisch vor. Am entsprechenden Poti (BIAS) hatte ich nur minimal gedreht, steht also im Wesntlichen noch so wie's war und das Ding nimmt damit einwandfrei auf - nur daß eben die Spg. am Kopf direkt um Faktor 10 zu groß ist.
Witzig nur, daß es eben ziemlich genau Faktor 10 ist und nicht irgend eine andere Hausnummer.
Zitat von: garlock am Montag, 24.Januar.2011 | 21:32:10 Uhr
Also Bias Spannungen am Sprechkopf zu messen ist nicht gerade eine präzise Methode den bei Frequenzen von ca. 100 Khz wirds schon schwierig mit nem normalen Multimeter !
Laut SM soll so nicht eingestellt, sondern wohl lediglich geprüft werden, daß die Spannungen einigermaßen passen.
Der eigentliche Abgleich ist ein Schritt zu vor (Pegelgleichheit Hinterband zwischen 1kHz und 10kHz = BIAS Abgleich).
Der BIAS Oszillator läuft in diesem Gerät auf 61kHz und ich messe natürlich mit einem MVM .,111.
Gestern abend kam mir aber noch was:Ich glaube ich bin bei dem BIAS Abgleich am falschen Ende des Poti.
Wenn ich gedanklich richtig liege, dann sollte sich mit dem Spannungsteiler VR1 (500k) und REC/PB Kopf (mit 180Ohm angegeben) - beim Verstellen des Poti - die Spannung am Kopf eigentlich in sehr weiten Bereichen einstellen lassen.
Bei diesem BIAS Abgleich soll lt. SM (wie gesagt) bei 10kHz auf gleichen Pegel (wie zuvor bei 1kHz gemessen) abgeglichen werden.
Wenn man sich die Delta-10kHz-Methode nochmal ins Gedächtnis ruft, dann sollte es beim "Abfahren der Kurve" zwei Punkte geben, bei denen Pegelgleichheit vorliegt. Ich liege im Moment ziemlich nahe am einen Endanschlag des Poti. Weiter in Richtung Mitte drehen brachte mehr Pegel, deswegen habe ich wieder zurückgedreht und dann erst später festgestellt, daß die Spg. am Kopf zu hoch ist.
Evtl. hätte ich bei dem BIAS Abgleich nur weiter drehen müssen, um in Richtung des anderen Anschlags am Poti zu kommen. Evtl. gibt's dann dort wieder einen Punkt bei dem sich Pegelgleichheit einstellt und sich dann eben auf Grund des höheren Potiwerts auch eine geringere Spg. am Kopf einstellt.
Werde ich heute abend mal prüfen.
Hi zusammen,
also bzgl. der Spg. am REC/PB Kopf bin ich vrmtl. doch einem Meßfehler aufgesessen.
Habe oben gesagtes mal ausprobiert ohne Verbesserung, d.h. man kann natürlich über das Poti VR1 die Spannung am Kopf erhöhen/erniedrigen, aber Sinn des Abgleichs unter Punkt (4) "Frequency Response" ist es ja Pegelgleichheit bei 1kHz und 10kHz herzustellen, also einen geraden Frequenzgang.
Kurbelt man nun an VR1, dann bekommt man entweder eine bestimmte Spg. am Kopf eingestellt, oder eben Pegelgleichheit bei den beiden Frequenzen.
Das war's also nicht.
Nein, mein Problem war ein ganz anderes. Ich hatte die Messung der Spg. am REC/PB Kopf an den Kabelenden gemacht, die zu einer kleinen Verteilerplatine gehen. Macht man den Abgleichschritt (4) und hat dort Pegelgleichheit (so gut sich das eben einstellen läßt) und mißt dann direkt am Kopf, dann mißt man auch dort die geforderten ca. 3VAC bei low noise und 4VAC bei Chrom (in meinem Fall konkret: 4,3V und 6,2V).
Bei der Messung am REC/PB Kopf ist das im SM eigentlich auch ausdrücklich erwähnt, direkt am Kopf zu messen, während das SM bei der Messung am Löschkopf hierzu keine klaren Ansagen macht, wo zu messen sei. Scheint also speziell am REC/PB Kopf ein entscheidender Punkt zu sein.
Wieso die 5cm Kabel hier einen solchen Effekt haben erschließt sich mir allerdings nicht......
Habe dann den Abgleich noch fertig gemacht und eine Aufnahme gemacht (ausgesteuert bis +4dB).
Hörbar waren dabei keine Verzerrung. Die 200nWb/m sind also vrmtl. nicht ganz daneben.
Weiter will ich mich jetzt aber in die Kiste nicht mehr reinknien. Es läuft soweit alles und das Gerät habe ich wieder zusammengeschraubt.
Schlußendlich muß man ja auch sagen, daß das Teil zwar ein mechanisches Wunderwerk ist, aber natürlich nur auf "Kassettenrekorder" Niveau spielt - man sollte da logischerweise keine "high-endigen" Ansprüche stellen.
Einige Stolpersteine, Anmerkungen und Eindrücke werde ich noch zusammenfassen und ein paar Bilder einstellen....
Wie angekündigt, hier noch ein paar abschließende Worte zu diesem Projekt:
Eigener Anspruch & finaler Zustand:Nach jahrzehntelanger "Unterbringung" in einem brasilianischen Hühnerstall bei Sommertemperaturen über 40°C, war mir klar, daß aus der Kiste nicht mehr allzuviel heraus zu holen ist. Eine Wiederbelebung schien mir anfänglich eh unwahrscheinlich. Ziel war es also, das Deck für meine Tochter - als "Kinderrekorder" - wieder in einen Zustand zu versetzen, daß man einigermaßen vernünftig damit Musik hören kann. Daß das Deck nicht unbedingt auf "Hifi-Norm"-Niveau liegt, war mir dabei klar.
Dennoch erstaunt es mich unter diesen Umständen heute, daß das Deck doch in einen recht passablen Zustand gekommen ist. Das ist in erster Linie des rein mechanischen Aufbaus und der monströs robusten Konstruktion zu verdanken - aus einer Zeit, als bei Akai "Maschinenbau" noch groß geschrieben wurde.
Ich habe noch nie ein Deck gesehen, bei dem derartig viel Mechanik, Umlenkungen, Gummirädchen, Gegenrädchen und Riemen verbaut waren. Das Fett in den ganzen Teilen hatte sich in vielen Ecken verharzt und die Tragweite dessen ist mir oft erst spät aufgefallen (siehe z.B. unten bzgl. Kopfkonstruktion/Einstellung). Eigentlich hätte man die Mechanik komplett zerlegen und reinigen müssen, ebenso wie etliche der Gummirädchen hätten eigentlich erneuert werden müssen. Auch so war es aber ein irrer Aufwand das Teil zu restaurieren, so daß ich mir diese Zusatzarbeit überall dort erspart habe, wo es nicht unbedingt notwendig war (schlußendlich auch alles eine Frage des Preises, schließlich kostet so'n Gummi um die 6€ und bei der Menge kann sich das summieren ;-)).
Das führt natürlich zwangsweise zu einigen halblebigen Funktionen, die nicht 100% funktionieren:
- Gleichlauf FWD ist zwar ok, aber REV hört man's leicht jaulen.
- Vorwärts spulen geht kraftvoll, aber rückwärts bedarf es einer leichtgängigen Kassettenmechanik.
- Kopfeinstellung ist nur noch mit Kompromissen möglich (wenn die überhaupt jemals besser hinzubekommen gewesen wäre).
Kopfkonstruktion / Einstellung:Ein spezielle Besonderheit des Decks möchte ich nochmal gesondert erwähnen:
Es handelt sich ja um ein Reverse-Deck. Funktionen wie "einmalig Richtung umschalten am Bandende" und "Endlosbetrieb" werden hier vollkommen mechanisch (!!!) gelöst.
Dabei kann das Deck nicht nur in beide Richtungen abspielen, sondern auch aufnehmen. Das ist zur Zeit der Entstehung m.M.n. schon was ganz feines gewesen.
Allerdings zeigt sich auch, daß die aufwendige Kopfverstellung der Pferdefuß des Decks ist und ihm "höhere Weihen" verweigern.
Zwischen FWD und REV Betrieb wird der AW-Kopf vertikal auf die richtigen Spuren verschoben.
Die Kopfeinstellung geschieht mit insgesamt 4 Schrauben: Je eine für Spurlage und Azimut FWD und derer nochmal zwei für den REV Betrieb.
Die Schrauben wirken auf Festanschläge, gegen die sie bei der jeweiligen Umschaltung gedrückt werden.
Soweit ist das clever gemacht, gibt dem AW-Kopf aber etliche Freiheitsgrade. Wenn die Führungen ausgeleiert sind, oder das Fett darin verharzt ist, dann war's das mit der Kopfposition.
Folgendes Bild soll die Freiheitsgrade mal etwas verdeutlichen:
(https://magnetofon.de/nhc/Gallery/albums/userpics/normal_18_Akai_GXC75D_TK_Freiheitsgrade.jpg) (https://magnetofon.de/nhc/Gallery/albums/userpics/18_Akai_GXC75D_TK_Freiheitsgrade.jpg)
Laut SM soll der Kopf erst mal bzgl. Spurlage eingestellt werden, dann der Azimut - jeweils FWD und REV.
Das Spiel wiederholt man solange, bis man ein Optimum gefunden hat.
Dabei bin ich in eine lustige Falle getappt:
Azimut-Kassette habe ich, aber keine für die Spurlage. Also habe ich mir auf meinem Revox eine Kassette mit 5min 1kHz aufgenommen und zwar auf beiden Seiten an der gleichen Bandstelle.
Damit habe ich dann erst mal Spurlage und Azimut eingestellt und nach finden des Optimums den Azimut nochmal mit der Azimut-Kassette feinjustiert.
Alle nachfolgenden Schritte liefen dann entweder mit Vollspuraufnahme, oder Aufnahme auf genau diesem Deck.
Nachdem ich nun gestern fertig war, habe ich mal eine fremdbespielte Kassette eingelegt und dann erst gemerkt, daß ein Kanal auf der Rückspur liegt.
Sowas merkt man natürlich nicht, wenn man sich ein Spurlagenband selbst macht und auf beiden Seiten das gleiche Signal drauf spielt. Mit unterschiedlichen Frequenzen auf beiden Seiten wäre das nicht passiert !
In Folge fiel das wegen der Vollspur, bzw. wegen der schon bei Aufnahme verschobenen Spuren nicht auf.
Glück nur, daß der PLAY und REC Abgleich unter diesen Umständen ja unabhängig von der konkreten Spurlage sind.
Somit mußte nur die Spurlage nochmal nachgestellt werden.
Doof nur, daß das gar nicht ging.
Grund war verharztes Fett in der Höhenverstellung des TK. Der ganze Kopf mitsamt seinem Anbau sind fest mit einer Achse verbunden, die durch das Chassis in einer Buchse auf- und ab läuft (siehe obiges Bild).
Diese Achse war verharzt, so daß der TK den unteren Anschlag (und damit die korrekte Spurlage) gar nicht erreicht hat.
Nun sieht man auf obigem Bild auch den Hebel ("Lever") der mittels einer Feder auf den TK drückt und ihn so - je nach Bandrichtung - auf den passenden unteren Anschlag drückt.
Theoretisch hätte dieser Hebel den TK doch nach unten drücken können. Leider nicht, wenn dessen Feder auch noch an "Erlahmung" krankt.
Nach säubern, frisch ölen und Einbau einer neuen Feder geht das nun wie es soll.
Das an dieser Stelle nur mal stellvertretend für solche und ähnliche Probleme, die mir im Laufe dieser Restauration begegnet sind ;-))
"Innere" Werte:Nach solchen vorangehenden Diskussionen um den zu Grunde zu legenden Bandfluß ist es immer wieder spannend Frequenzgänge zu messen.
Ok, ok - berauschen tut mich das Ergebnis auch nicht, aber es war doch schön zu sehen, daß die soooooo schlecht für ein Gerät dieser Gattung auch wieder nicht sind.
TDK AD (Dolby aus): (https://magnetofon.de/nhc/Gallery/albums/userpics/normal_19_Akai_GXC75D_FG_TDK-AD_NR_aus.jpg) (https://magnetofon.de/nhc/Gallery/albums/userpics/19_Akai_GXC75D_FG_TDK-AD_NR_aus.jpg)
| TDK AD (Dolby ein): (https://magnetofon.de/nhc/Gallery/albums/userpics/normal_20_Akai_GXC75D_FG_TDK-AD_NR_ein.jpg) (https://magnetofon.de/nhc/Gallery/albums/userpics/20_Akai_GXC75D_FG_TDK-AD_NR_ein.jpg)
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TDK SA (Dolby aus): (https://magnetofon.de/nhc/Gallery/albums/userpics/normal_21_Akai_GXC75D_FG_TDK-SA_NR_aus.jpg) (https://magnetofon.de/nhc/Gallery/albums/userpics/21_Akai_GXC75D_FG_TDK-SA_NR_aus.jpg)
| TDK SA (Dolby ein): (https://magnetofon.de/nhc/Gallery/albums/userpics/normal_22_Akai_GXC75D_FG_TDK-SA_NR_ein.jpg) (https://magnetofon.de/nhc/Gallery/albums/userpics/22_Akai_GXC75D_FG_TDK-SA_NR_ein.jpg)
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Zu den FG ohne Dolby:Die Buckel bei 10kHz lassen sich recht leicht erklären.
Im SM ist im Kap. 4 "Frequency Response Adjustment" (BIAS) ist ein Abgleich auf Pegelgleichheit bei 1kHz und 10kHz bei -20dB gefordert. Das gelang mir aber nicht.
Entweder man bekommt die -20dB bei 1kHz und dafür eine Überhöhung bei 10kHz, oder anders herum (eine Delle bei 1kHz und -20dB bei 10kHz).
Dazwischen gibt's sicher irgendwo ein Optimum, aber das scharf einzustellen war nicht möglich. Ich denke da spielen einfach Bauteilealterungen mit.
Zum Schluß entschied ich mich dann schlicht für die mir angenehmere Variante, also eine Höhenbetonung.
Zu den FG mit Dolby:Vergleicht man die Kurven mit und ohne Dolby, dann sieht man im Mittenbereich eine Absenkung. Die möchte ich gar nicht weiter versuchen zu diskutieren, weil ich/wir das damals bei meinem Revox B710 auch schon durchgekaut hatten. Derartige "Soichkurven" (schwäbisch = diejenige Form die der Pinkelstrahl annimmt) im Umfeld von Dolby B betrachte ich mittlerweile als "systemimmanent".
Stromversorgung:Die Sache mit der 220V zu 110V Umsetzung will ich auch nochmal gesondert beschreiben, weil es da auch einen netten "Aha-Effekt" gab.
Im Vorfeld hatte ich ja dazu schon mal in einem eigenen Thread "Step-Down-Trafo - geht's auch billig ?" (http://new-hifi-classic.de/forum/index.php?topic=5796.0) gefragt.
Habe dann die Finger von diesen Spartrafos gelassen und einen hochwertigen 50VA Vorschalttrafo "Made in Germany" gebraucht und günstig in der Bucht bekommen.
Es blieb das mulmige Gefühl so'n dauernd unter Spannung stehendes Ding hinter dem Schrank im Kinderzimmer zu versenken.
Also habe ich mal gemessen, was der denn an Ruhestrom aufnimmt, wenn das angeschlossene Gerät abgeschalten ist - und siehe da, es sind ganze 50mA.
Das entspricht ganzen 11W (!!!!!) und damit grob 20€ Stromkosten pro Jahr
= inakzeptabel.
Ich war dann schon drauf und dran, die Stromversorgung mit dem Gerät so umzubauen, daß der Trafo primärseitig über den Netzschalter des Decks hätte geschalten werden sollen.
Das hätte irre Arbeit nach sich gezogen:
- Trafo irgendwie hinten am Gerät fest mit dem Gehäuse verbinden.
- Ziemlicher Verdarhtungsaufwand ins Gerät rein und wieder raus.
- Umbau von 1-poligem auf 2-poligen Netzschalter und vor allem erst mal einen bautechnisch passenden 2-poligen Netzschalter finden.
- Ggf. Schutzerdung des Geräts
Seit gestern früh alles Makulatur. Ein Kollege brachte mich auf den Trichter mit einer Master/Slave Steckdosenleiste - die gibt's aktuell bei Conrad im Angebot für schlappe 15€.
Der schon vorhanden Receiver kommt dann in die Master-Dose und schaltet bei seinem eigenen Einschalten dann über die Slave-Dosen alle anderen Quellengeräte ein.
Von diesen Leisten werde ich mir gleich mal ein paar holen, um dann auch gleich das leidige Stand-By Problem unserer Sat-Receiver (in Abhängigkeit eines eingeschaltenen TV's) zu lösen.
Bilder:Zu guter Letzt noch ein paar Bilder des fertigen Zustands:
(https://magnetofon.de/nhc/Gallery/albums/userpics/normal_23_Akai_GXC75D_fertig_komplett.jpg) (https://magnetofon.de/nhc/Gallery/albums/userpics/23_Akai_GXC75D_fertig_komplett.jpg)
(https://magnetofon.de/nhc/Gallery/albums/userpics/normal_24_Akai_GXC75D_fertig_VU.jpg) (https://magnetofon.de/nhc/Gallery/albums/userpics/24_Akai_GXC75D_fertig_VU.jpg)
(https://magnetofon.de/nhc/Gallery/albums/userpics/normal_25_Akai_GXC75D_fertig_Lampen.jpg) (https://magnetofon.de/nhc/Gallery/albums/userpics/25_Akai_GXC75D_fertig_Lampen.jpg)
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So. Wurde mal wieder etwas länger (wie so oft bei mir), aber ich hoffe ich kann dem einen oder anderen eine Anregung und Tips geben.
In diesem Sinne: See you in the next project.....
Meinen Glückwunsch, Matthias :beer:
Dafür das das Akai eigentlich schon "Tonne" war, hast Du es doch mit viel "Geduld und Spucke" zumindest so wieder hinbekommen, das Du damit zufrieden bist. Ich wünsche vor allem Deiner Tochter viel Spaß mit dem historischen Teil :_good_:
Die Spurlage ist wohl ein eine etwas problematisch behaftete Konstruktion des "Schiebekopfes" welches ich so auch noch nicht gesehen habe. Ein echter Vierspurkopf ist immer noch am besten, muß aber sehr präzise gefertigt sein und genau der Anspruch stand meist diametral gegen die Verkaufspreiskalkulation der Marketingmanager.